Reisebedingungen bei spätmittelalterlichen Heilig-Land-Fahrten Felix Fabri im Vergleich mit anderen Berichten deutschsprachiger Pilger aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
18.11.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
116 (Printausgabe)
Dateigröße
2738 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656060017
gerade angebrochene 21. Jahrhundert. Es wird nicht mit Spekulationen gespart,
wie unsere Zukunft im dritten Jahrtausend wohl aussehen wird. Unverkennbar
ist bei all den Betrachtungen die enorme Bedeutung von Verkehr und Transport
in lokalen, regionalen und internationalen Dimensionen, ja das Reisen
schlechthin steht ohne Frage den meisten Mitgliedern unserer heutigen
Gesellschaft offen.
Auch wenn das Ausmaß der Reisetätigkeit sicherlich erst allmählich
zugenommen und sich besonders seit dem Aufkommen der Eisenbahn, des
Autos und des Flugzeuges revolutioniert hat, lässt sich doch konstatieren, dass
auch der Mensch des Mittelalters mit dem Reisen als Mittel zum Zweck, aber
auch der Notwendigkeit von überregionalem Austausch durch Reisen, vertraut
war. Viele Aspekte der mittelalterlichen Geschichte, die wir heute betrachten,
schließen die Reisetätigkeit einzelner oder ganzer Gruppen wie
selbstverständlich ein, oft ohne mit der notwendigen Aufmerksamkeit darauf zu
achten, was denn das Unterwegssein in jener Zeit überhaupt bedeutete. Erst
nachdem der in der heutigen Gesellschaft verwurzelte Betrachter seine
modernen Vorstellungen von Mobilität zur Seite gelegt hat und
Reisebedingungen mit den Augen eines Zeitgenossen betrachtet, kann ihm die
ganze Bedeutung und Tragweite einzelner Gegebenheiten deutlich werden.
Bei den auch im Mittelalter bereits zahlreich reisenden Menschen lassen sich
die unterschiedlichsten Motive für das Unterwegssein feststellen. Hierbei stellt
Arnold Esch "die Pilgerreise als damals üblichste und meistberichtete Form der
Reise für Personen jedes Standes" heraus. Norbert Ohler geht sogar noch einen
Schritt weiter wenn er den Pilger als "Prototypen des mittelalterlichen
Reisenden" bezeichnet. An anderer Stelle heißt es: "Das Pilgern [...] gehörte
zu den wenigen legitimen Reisebegründungen des sonst heimatgebundenen mittelalterlichen Menschen." Neben vielen lokalen und regionalen Pilgerzielen
standen die drei Ziele der peregrinationes maiores - Rom, Santiago de
Compostela und das Heilige Land mit Jerusalem - an der Spitze der
Pilgerrangliste. Die Heilig-Land-Fahrt, die "unter den Pilgerreisen die weiteste
und abenteuerlichste" war, soll im Zentrum der folgenden Untersuchung
stehen.[...]
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