Ghana im 18. Jahrhundert: Die beiden Halbschwestern Effia und Esi wachsen auf, ohne voneinander zu wissen. Während Effia mit einem weißen Engländer verheiratet wird und ein komfortables Leben in Cape Coast führt, wird ihre Halbschwester Esi als Sklavin mit Tausenden anderen auf die Baumwollplantagen Amerikas verschleppt. Mit enormer emotionaler Kraft und über acht Generationen hinweg erzählt Yaa Gyasi die bis in die Gegenwart reichende Geschichte zweier Familien, die auf der afrikanischen und amerikanischen Seite des Ozeans ums Überleben kämpfen – und am Ende entgegen aller Wahrscheinlichkeit wieder vereint sind. Ungekürzte Lesung mit Bibiana Beglau, Wanja Mues, Britta Steffenhagen, Götz Schubert, Bjarne Mädel, Felix Goeser, Jodie Ahlborn, Judith Engel, Jule Böwe, Rike Schmid, Stefan Kaminski, Johann von Bülow, Lisa Wagner, Max Mauff 2 mp3-CDs | ca. 11 h 55 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
hamburg.lesequeen
aus Bargfeld-Stegen
5/5
20.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig!
HEIMKEHREN
Yaa Gyasi
Goldküste:
In den 1760er-Jahren bekommt Maame zwei Mädchen von unterschiedlichen Männern. Die Halbschwestern Effia und Esi haben sich nicht kennengelernt.
Esi wird als Sklavin nach Amerika verschifft und wächst in Armut auf, während Effia die Frau eines britischen Offiziers und Sklavenhändlers wird und im Reichtum lebt.
Ihre Lebenswege werden sich nicht kreuzen.
Heimkehren ist die Geschichte ihrer Nachkommen. Wir lernen sieben Generationen auf zwei Kontinenten kennen und begleiten diese bei diversen historischen Ereignissen bis ins 20. Jahrhundert.
Dabei stehen die Sklaverei und die Rassengesetze Amerikas im Vordergrund.
„Es gibt in Fante-Land eine Festung an der Küste, sie heißt Cape Coast Castle. Dort wurden die Sklaven gefangen gehalten, bevor sie mit den Schiffen weggebracht wurden nach Aburokyire: Amerika, Jamaika. Asante-Händler brachten ihre Gefangenen dorthin. Fante-, Ewe- oder Ga-Zwischenhändler hielten sie fest, bevor sie sie an die Briten verkauften oder an die Holländer, wer immer gerade am meisten bezahlte. Alle haben mitgemacht. Wir waren verantwortlich … sind es noch.“ (S. 200)
Mir war nicht bewusst, dass die afrikanischen Stämme sich gegenseitig bekriegt haben und das diese ihre Gefangenen als Sklaven an die Briten verkauft haben.
Ein großartiges Buch, das ich in nur zwei Tagen verschlungen habe. Allerdings hat mir der Stammbaum hinten im Buch geholfen, mich zurechtzufinden, ansonsten wäre ich verloren gewesen.
Ich möchte euch das Buch, solltet ihr es noch nicht kennen, unbedingt ans Herz legen.
Große Leseempfehlung von mir.
5/ 5
Bewertung
5/5
23.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Heilung der Generationen
Was Gyasi in dieser Geschichte tut ist wirklich grossartig. Sie gibt Personen die Versklavt wurden Namen, Familien, und eine Stimme. Eine Stimme die nicht nur von Schmerzen spricht sondern auch von Traditionen, Kultur und Heimat.
Bewertung
5/5
07.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Wichtiges Thema in tollem Schreibstil
Die Geschichte fesselt und berührt zugleich. Es wirft Licht auf transgenerationale Traumata die auch heute noch eine starke Präsenz haben. Kann dieses Buch nur jedem Menschen empfehlen.
gaia
5/5
11.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Standardwerk
Mit diesem Debüt ist Yaa Gyasi ein Zaubertrick gelungen. Sie hat es geschafft mithilfe von zwei Familienzweigen eines Stammbaums über sieben Generationen hinweg die Geschichte der Versklavung afrikanischer Menschen im Rahmen der Kolonialherrschaft Großbritanniens in Westafrika und deren Folgen für alle Nachkommen auf nur 415 Seiten literarisch mitreißend zu erzählen.
Der Roman geht von zwei Halbschwestern aus, die nichts voneinander wissen und deren Lebensgeschichten sowie die ihrer Nachkommen ganz unterschiedlich verlaufen. Die eine, Effia, wird mit dem britischen Kommandant eines Forts an der sogenannten "Goldküste", welches als Umschlagplatz des Sklavenhandels in Richtung der USA dient, verheiratet. Sie erahnt nur die Gräuel, die im Kellergeschoss dieser Festung mit der menschlichen Ware passieren, bekommt aber auch mit, wie ihr ehemaliges Fante-Dorf zu einem wichtigen Handelspartner der Briten in diesen Belangen wird. Zunächst bereits als Sklaven abgestempelte Asante und später zunehmend Kriegsgefangene aus den von den Briten geschürten Konflikten zwischen den beiden Völkern werden unter schrecklichsten Bedingungen in Schiffen über den Atlantik nach Nordamerika und die Karibik verbracht, um dort als Sklaven über Generationen hinweg gequält und ausgebeutet zu werden. Diese Geschichte wird von Gyasi über die zweite Schwester, Esi erzählt, welche auf einem Schiff genau diese scheußliche Reise durchmachen muss und deren Nachkommen in den Südstaaten auf den Baumwollplantagen eingesetzt werden.
Nun fragt man sich schon zu Beginn, mit Blick auf den im Anhang des Buches befindlichen Familienstammbaums, ob es bei diesen vielen Erzählebenen möglich sein wird, den Geschehnissen, welche so unglaublich flott erzählt werden, auch folgen zu können. Und ich kann beruhigen: Ja, das ist problemlos möglich. Yaa Gyasi schreibt so gekonnt, entwirft ihren Roman so nachvollziehbar, dass jeder Generationensprung, jeder Protagonistenwechsel für die Leser*innen vollkommen stimmig geschieht. So wird der Roman mit jedem Kapitelwechsel folgendermaßen nach vorn bewegt: Wir beginnen mit einem Kapitel Effia, danach ein Kapitel Esi, und mit dem darauffolgenden Kapitel wechseln wir zu erst zu dem Sohn von Effia und dann zu der Tochter von Esi. Somit behält man a) leicht den Überblick, auf welcher Familienseite man sich gerade befindet und weiß b) dass man alle zwei Kapitel wieder eine Generation vorangeschritten ist. Dabei gewährt uns Gyasi einen Blitzlicht-Einblick in die Lebensumstände und Herausforderungen der jeweiligen Person und schafft durch gekonnte Rückblicke eine Verbindung zu der vorherigen Generation. Das ist wirkliches Können und funktioniert bis zum Schluss hervorragend.
In jede Lebensgeschichte tauchen die Lesenden ein und können aufgrund der erzählerischen Raffinesse von Gyasi sofort eintauchen und emotional angegriffen werden. Und natürlich liegt es im Thema des Romans, dass es hier emotional anstrengend wird. So fasst ein später Nachkomme, der seine Familiengeschichte soziologisch, wissenschaftlich bearbeiten möchte sehr gut zusammen, was uns - zumindest auf der Seite von Esis Familie - im Roman erwartet:
"Ursprünglich hatte er sich auf das System der Sträflingsarbeit konzentrieren wollen, das seinen Urgroßvater H Jahre seines Lebens geraubt hatte, das Projekt wurde jedoch umso umfangreicher, je weiter er sich darin vertiefte. Wie konnte er die Geschichte seines Urgroßvaters erzählen, ohne über seine Großmutter Willie und die Millionen Schwarzen zu sprechen, die vor den Jim-Crow-Gesetzen geflohen und nach Norden migriert waren? Und wenn er die Great Migration erwähnte, müsste er auch über die Städte sprechen, die die Flüchtlinge aufgenommen hatten. Er müsste über Harlem sprechen. Und wie konnte er über Harlem sprechen, ohne die Heroinsucht seines Vaters, seine Gefängnisaufenthalte, sein Vorstrafenregister zu sprechen?"
Es scheint, als ob das, was diesem Protagonisten von einem Punkt zum nächsten hat denken lassen in der wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Familiengeschichte, auch Gyasi bei ihrem Romanprojekt ereilt hat. Sie musste auch auf der Seite von Esi, deren Familie in Afrika auf dem Gebiet des heutigen Ghana verblieben ist, zwangsweise jeden Schritt bis hin zum modernen Ghana durchdeklinieren, um die Menschen von heute mit ihren transgenerationalen Erfahrungen gut darstellen zu können. Und so verstand ich persönlich durch Yaa Gyasis Buch nun erstmals, was in Afrika zur Zeit der Kolonialherrschaft passiert ist. Nicht in der Tiefe, aber im Überblick. Für die Tiefe ist jetzt der Anreiz gesetzt, sich weiter in afrikanische Literatur zu vertiefen. Denn es muss die Geschichte von den Menschen und verschiedenen Völkern in Afrika erzählt werden, um ein vollständiges Bild abgeben zu können. Die Sicht der Kolonialmächte ist hier eindeutig verfälscht. So sagt ein Nachkomme Esis, welcher Lehrer geworden ist, zu seinen Schülern:
"Geschichte ist Geschichtenerzählen.[...] Wir können nicht wissen, welche Geschichte stimmt, weil wir nicht dabei waren.[...] Wir glauben dem, der die Macht hat. Er darf seine Geschichte schreiben. Wenn ihr Geschichte studiert, müsst ihr euch deshalb immer fragen: Wessen Geschichte bekomme ich nicht zu hören? Wessen Stimme wurde unterdrückt, damit die andere Stimme zu hören ist? Sobald ihr das herausgefunden habt, müsst ihr auch diese Geschichte suchen. Dann bekommt ihr ein klareres, wenn auch noch immer unvollständiges Bild."
Yaa Gyasi hat genau das gemacht, sie hat auf die Stimmen gehört, die Jahrhunderte lang unterdrückt wurden. Nun können ihre Leser*innen diese Geschichten lesen und damit ein (etwas) klareres Bild bekommen. Mir persönlich erging es jedenfalls so und ich kann dieses Buch nur ausdrücklich für eine Lektüre empfehlen, damit hoffentlich immer mehr Menschen auch die Stimme der Unterdrückten hören und Zusammenhänge besser verstehen lernen. Eine lehrreiche, überwältigende und emotional aufrüttelnde Lektüre!
carowbr
aus Rheinland-Pfalz
5/5
11.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Heimkehren erzählt eine…
Heimkehren erzählt eine Familiengeschichte aus dem Ghana des 18. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Den Familienmitgliedern sind die einzelnen Kapitel gewidmet, die einen Ausschnitt aus ihrem Leben beschreiben und wie dies durch ihre Vorfahren beeinflusst wurde, genauso wie sie ihre Nachkommen beeinflussen werden. Die Geschichte lädt zum nachdenken und mitfühlen ein, beschreibt die Lebensumstände der jeweiligen Zeit und auch der einzelnen Protagonisten. Mich hat es sehr bewegt und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Sehr hilfreich ist der Stammbaum auf der letzten Seite.
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5/5
17.05.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartiges Debüt
Ein hervorragender Roman, der in einem fesselnden Erzählbogen die Geschichte zweier Schwestern und ihrer Nachfahren vom 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit schildert.
Packend und lebendig zeichnet die Autorin einen Teil der Geschichte der afrikanischen und amerikanischen Sklaverei und ihre Folgen bis in die heutige Zeit nach.
Vielfach ausgezeichnetes Debüt der amerikanischen Autorin mit ghanaischen Wurzeln.
Jenaer Universitätsbuchhandlung Thalia – EKZ Neue Mitte
Buchhändler*in
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5/5
18.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie Haley "Roots", nur anders...
Ein bildmächtiges Epos über 300 Jahre ghanaische Familiengeschichte von der Versklavung bis zur Gegenwart und zugleich ein Buch über Zivilcourage und Mut und die Frage, ob nicht jeder von uns auch ein Sklavenbesitzer hätte sein können...
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5/5
09.11.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Heimat und Idendität
Bewegende Familiengeschichte über das Erleben und die Folgen von Sklaverei - in Amerika und in Afrika - über mehrere Generationen hinweg.
Keine leichte Kost, aber intensiv und spannend erzählt , der Roman geht unter die Haut.
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4/5
24.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hoffnung im Schrecken
Ein Kriterium für ein gutes Buch ist meiner Meinung nach, wenn AutorInnen es schaffen, dass man mit den Charakteren darin mitfühlen kann. Yaa Gyasi schafft das in "Heimkehren" nicht nur ein Mal sondern Kapitel für Kapitel und über jede Generation ihrer Hauptcharaktere hinweg - denn was in ihrem Debüt (!) besonders heraussticht, ist die Struktur: So startet das Buch mit zwei Schwestern deren Wege sich im Ghana des 18. Jahrhunderts brutal trennen, und erzählt dann in jedem folgenden Kapitel eine neue persönliche Geschichte ihrer jeweilig nachfolgenden Generationen - in Ghana und den USA. Das Buch ist Herz zerreißend, in gutem wie im grauenvollen Sinne. Es ist voll von furchtbarem Schrecken, Transgenerationalem Trauma, aber auch von Hoffnung und der Suche nach Gerechtigkeit. Mich hat Gyasis Buch tief bewegt.
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4/5
13.11.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Heimkehren" spielt in Ghana,...
"Heimkehren" spielt in Ghana, in der Zeit, als die Menschen dort gefangen genommen und als Sklaven z.b. nach Amerika verkauft wurden. Lässt einen nicht so schnell wieder los...
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