Analyse des Stücks 'Der Misanthrop' nach Jean Baptiste Molière In Briefform
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
21.06.2017
Verlag
GRINSeitenzahl
21 (Printausgabe)
Dateigröße
515 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668468986
Sehr geehrter Monsieur Molière,
aufgrund einer aktuellen und intensiven Beschäftigung mit Ihrem Stück "Le Misanthrop" möchte ich mich mit diesem Text an Sie als dessen Schöpfer wenden. Auf diese Weise möchte ich meine Arbeit vor Ihnen als Urheber rechtfertigen. Davon ausgehend, dass Sie, im Gegensatz zu mir als irdischer Existenz, keiner Sprachbarrieren mehr unterworfen sind, werde ich mich aufgrund meiner sprachlichen Beschränkungen in dieser Sprache auszudrücken versuchen.
Ihrem Stück wurde seit seiner Entstehung unzählige Male inszeniert, kritisiert und analysiert
Ihnen wird unterstellt eine ebenso individuelle wie allgemein menschliche Ambivalenz auf die Bühne gebracht zu haben. Ein Zwiespalt der sich in der Figur Alceste manifestiert, aber sich gleichsam als Dissens zwischen den Rollen äußert. Sie, die als Günstling des Königs so etwas wie den Freibrief eines Narren hatten, schlossen ihre Komödie um ein erzählerisches Duell zwischen dem höfischen Tugendideal der "honnêteté" Ihrer Zeit und den ritterlichen Idealen der untergegangenen Frondeure. Auf der Bühne trafen Aufrichtigkeit und kompromisslose Direktheit, deren Tribut der Dauerkonflikt ist, in der Figur Alceste einerseits auf gesellschaftlich geforderte Umgänglichkeit und Höflichkeit, die aber in ihrer Steigerung zu Unehrlichkeit und Heuchelei mutieren, verkörpert von allen anderen Figuren, die das Ideal in mehr oder weniger ausgeprägter Weise vertreten.
Es wird davon ausgegangen, dass Ihnen die Äußerung kritischen Denken durch Ihre gesellschaftlichen Status ermöglicht worden sind. Als Angehöriger des Bürgertums standen Sie außerhalb der höfischen Verpflichtungen, wobei Ihnen die Wahl zum Lebensweg des Schauspieler im 17. Jh. zusätzlich zu der damit einhergehenden Ausschluss aus der Christengemeinschaft irdische Wege im gleichen Maße öffnete wie er jenseitige verschloss.
Vermutlich war es die Brisanz des Themas und das hohe Maß an Selbstreflexion, das Ihr Publikum damals von der Zuschauertribüne fernhielt, nach den Erkenntnissen und Aufklärung der Psychologie ist der von Ihnen so frühzeitig illustrierte innere Konflikt eine Erscheinung der Grund für die ungebrochene Aktualität Ihres Stückes.
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