Spricht das Libet-Experiment gegen die menschliche Willensfreiheit? Zu den neurowissenschaftlichen Experimenten von Libet sowie Haggard und Eimer
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
18,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
07.07.2017
Verlag
GRINSeitenzahl
46 (Printausgabe)
Dateigröße
720 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668478206
Verfügt der Mensch über einen freien Willen? Über Jahrhunderte hinweg war die Frage nach dem freien Willen eine rein philosophische. Bereits Aristoteles diskutiert in seiner Nikomachischen Ethik, ob der Mensch seine Entscheidungen frei treffen
kann. Verantwortung, ebenso wie Lob und Tadel kann es laut Aristoteles nur da geben, wo Handlungen willentlich geschehen.
Auch bei Kant ist die Freiheit des Menschen ausschlaggebend für seine Moralität. Ohne die Fähigkeit, Entscheidungen frei und autonom zu treffen, könne es nach Kant keine Moralität geben. Die Bedeutung der Willensfreiheit für unser menschliches Selbstbild ist daher fundamental. In unserem Alltag ist es gängige Praxis, unsere Mitmenschen zu kritisieren und zu loben, weil wir davon ausgehen, dass sie sich auch anders hätten verhalten können. Auch unser heutiges Rechtssystem fußt auf dieser Tradition und verdeutlicht hierdurch den Stellenwert der Willensfreiheit. Es wäre mehr als merkwürdig, wollte man einen Täter verurteilen, der gar nicht in der Lage war, sich einen anderen Willen zu bilden und anders zu handeln. Unsere allgemeine Auffassung über die menschliche Willensfreiheit ist somit zutiefst konstitutiv für unser gesellschaftliches Zusammenleben.
Die Frage nach der Willensfreiheit beinhaltet jedoch nicht allein eine ethische Dimension, sie ist zugleich eingebunden in das große Feld der Philosophie des Geistes, welche das Verhältnis von Geist und Materie bestimmen will. Insbesondere die philosophische Disziplin der Handlungstheorie beschäftigt sich systematisch mit der menschlichen Willensfreiheit. Die Grundlage für die Frage nach dem freien Willen bildet das Leib-Seele-Problem. Als Menschen sind wir eingebunden in die Natur und unterliegen ihren Gesetzmäßigkeiten. Zugleich empfinden wir uns in unserem alltäglichen Leben dennoch als frei und autonom. Wie kann das sein, wo es in der Natur zwar Wirkungen und Ursachen gibt, augenscheinlich jedoch keine Freiheit? In der Natur mutet alles an determiniert zu sein. Ein Glas, welches zu Boden fällt, kann nicht entscheiden, ob es zerbrechen will oder nicht. Ebenso wäre es unsinnig, einer Glühbirne einen freien Willen zu unterstellen. Der Mensch scheint hier eine Ausnahme zu bilden, denn er kann über seine Entschlüsse disponieren.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice