Der Charakter der Olympias in Plutarchs Alexander-Vita. Negative Darstellung zu Gunsten der Dramaturgie
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
04.07.2017
Verlag
GRINSeitenzahl
16 (Printausgabe)
Dateigröße
577 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668476912
Einer der bekanntesten Geschichtsschreiber, dessen Werke überliefert wurden, ist Plutarch von Chaironeia. Besonders auffällig ist Plutarchs Charakterisierung der Olympias in seiner Doppelvita zu Alexander und Caesar, die sie als schwierige und eifersüchtige, aufbrausende und machthungrige Frau erscheinen lässt. Dieses Bild trägt sich bis in die Gegenwart in der Geschichtswissenschaft fort und nur wenige neuere Ansätze versuchen, dies zu entkräften.
Neben den 23 Doppelbiographien ist auch noch eine Sammlung von moralphilosophischen Schriften überliefert, die als Moralia bekannt wurden. Auch in diesen Schriften findet Olympias Erwähnung, allerdings wurde sie darin durch Plutarch deutlich neutraler, nahezu schmeichelhaft beschrieben. Es ist erstaunlich, dass der Autor, der Olympias schlechten Ruf nachhaltig geprägt hat, an anderer Stelle weitaus weniger kritisch und annähernd positiv über sie schrieb.
Plutarch verstand sich nach eigenem Bekunden weniger als Geschichtsschreiber sondern eher als Biograph, der sich auf den Charakter der dargestellten Personen konzentrierte, indem er ihn durch die Handlungen zu verdeutlichen versuchte und diesen als richtungsweisend herausarbeiten wollte. Vor dem Hintergrund dieser Informationen stellt sich jedoch die Frage, warum Plutarch Olympias in der Alexander-Vita derart schlecht, in den Moralia jedoch positiver darstellte. Ein Vergleich der beiden Darstellungen, der im Folgenden detailliert aufgearbeitet werden wird, lässt Plutarchs Glaubwürdigkeit zunächst in Zweifel ziehen. Betrachtet man jedoch die Erkenntnisse der Forschung, z.B. der aus Pellings "Eighteen Studies" oder Hammonds "Sources for Alexander the Great", kommt die Vermutung auf, dass die Darstellung der Olympias in "Alexander" einzig dem Zweck der Dramaturgie und des Kontrastierens diente und nicht als tatsächliches Portrait verstanden werden darf.
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