Ein spannender und atmosphärischer Roman über die Spuren, die Chaos und Leid bei den vom Krieg Traumatisierten hinterlassen haben, von der Autorin Michaela Küpper. Ein Roman, der auf beklemmende Weise die Nachkriegsjahre heraufbeschwört, Für die Leser von Brigitte Glaser und Mechtild Borrmann. Frühsommer 1954: Eine vorlaute Bemerkung über die braune Vergangenheit seines Chefs bereitet Kommissar Peter Hoffmanns Traum von einer Karriere bei der Düsseldorfer Kripo ein Ende. Er wird in die rheinische Provinz versetzt, die er so schnell wie möglich wieder verlassen will. Da geschieht in dem Provinznest Kaltenbruch ein Mord, der die Gemüter der Menschen bewegt. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Lisbeth Pfau macht sich Hoffmann auf die Suche nach dem Täter - und stellt fest, dass die Wunden, die der Krieg geschlagen hat, noch lange nicht verheilt sind, sondern auch in der jüngeren Generation nachwirken. Hoffmann und Pfau stoßen bei ihren Ermittlungen auf erschütternde Entdeckungen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
07.11.2018
eBook (ePUB 3)
Alte Seilschaften
Frühjahr 1954 : Peter Hoffmann muss , nach einer Bemerkung über die " braune Vergangenheit " seines Chefs, seine Karriereträume beenden.
In die Provinz abgeschoben, soll er einen Mord in dem kleinen Nest Kaltenbruch aufklären. Nicht ganz einfach, denn auch hier gibt es sie noch : Täter und Opfer aus der Nazi-Zeit, alte Seilschaften und der verzweifelte Kampf um eine bessere Zeit.
Dichte Atmosphäre, spannende und glaubhafte Handlung - ein solider Krimi mit Aussage.
Lesefutter !!
Lilliest
aus Frankfurt am Main
5/5
04.10.2021
Buch (Taschenbuch)
deutsche Nachkriegsgeschichte, ein Mord und viele (unterdrückte) Gefühle
Ein fesselnder Krimi zu der Zeit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Einstieg ins Buch ist direkt. Ein Mord passiert, nachdem die Hauptfiguren vorgestellt und beschrieben sind. Die Kapitelnennung nach den Protagonisten hilft dabei, diese immer weiter einschätzen zu können. Ein spannender Krimi mit unerwartetem Ausgang, aber sehr guter Hinleitung zum Finale.
Bewertung
5/5
09.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Ein Dorfleben mit Fehlern
Auf dieses Buch bin ich 2018 neugierig geworden, weil der Verlag es direkt mit dem Buch „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann vergleicht, welches ich vor Kurzem gelesen und für sehr gut befunden habe. Die Autorin Michaela Küpper kannte ich bisher noch nicht, allerdings hat sie durchaus schon einige Krimis geschrieben, die im Gmeiner Verlag erschienen sind. Jetzt ist das Taschenbuch mit einem anderen Cover erschienen.
Kaltenbruch ist ein fiktives Dorf in der rheinischen Provinz. Dort leben, wie zu der Zeit wahrscheinlich überall in Deutschland, Einheimische und Vertriebene aus dem Osten mehr oder weniger friedlich zusammen. 1954 gibt es schon einen gewissen Wohlstand, aber noch nicht für alle. Michaela Küpper beginnt ihren Roman nicht direkt mit dem Mord, sondern sie stellt uns nach und nach die wichtigen Personen ihres Romans vor:
- Marlene, eine junge Frau, die bei dem Bauern Leitner untergekommen ist. Sie hat ihre ganz eigene traurige Geschichte, die ihren Ursprung in Köln hat.
- Die Bauernfamilie Leitner, bestehend aus dem alten Bauern und seinen Söhnen Martin und Heiner, sowie noch zwei weiteren Kindern.
- Dana, die beste Freundin von Marlene, eine ebenfalls junge Frau, die ursprünglich aus Breslau stammt und mit ihrer Mutter Gertrude ebenfalls auf dem Leitner-Hof lebt.
- Berta Kaminski, ihre Söhne Wolfgang und Rudi, sowie einigen Töchtern, Flüchtlinge aus Schlesien, die noch in einer Notunterkunft wohnen.
- Hans Gruber, ein langjähriger Hilfsarbeiter der Firma Schlüters Bürsten und Besen, der durch sein Alkoholproblem grad in Teufels Küche kommt.
- Kommissar Peter Hoffmann, der ermittelnde Kommissar, der den Menschen in Kaltenbruch sehr arrogant gegenübertritt.
- Lisbeth Pfau, eine junge Frau, die gerade ihre Stelle als Schreibkraft bei Kommissar Hoffmann angefangen hat.
- Polizeimeister Kröger, der Polizist vor Ort.
Wir lernen zuerst die jungen Leute kennen. Und dann passiert der Mord. Kommissar Hoffmann, der leider seinem Chef auf die Füße getreten ist, wird zur Aufklärung nach Kaltenbruch geschickt. Ein Hochwasser sorgt dafür, dass er direkt vor Ort bleiben muss. Eigentlich ist ihm von vorne herein klar, wer der Mörder ist. Er ermittelt nur in diese eine Richtung. Doch dann muss er feststellen, dass es so, wie er es sich vorgestellt hat, nicht sein kann. Und dann passiert ein zweiter Mord. Doch nicht nur Hoffmann ermittelt. Auch seine Sekretärin Lisa Pfau versucht dem Mörder auf die Schliche zu kommen, denn für sie ist der Fall nicht so eindeutig, wie er sich für ihren Chef darstellt.
Für mich ist diese Geschichte kein klassischer Krimi, auch wenn es einen Kommissar gibt, der ermittelt. Michaela Küpper wechselt in fast jedem Kapitel, die Person, von der sie erzählt. Und so erfahren wir peu á peu, welche Geschichte die einzelnen Menschen haben, und wie sie zu einander stehen. Es sind z.T. sehr traurige Geschichten, die die Menschen während des 2. Weltkriegs traumatisiert haben. Aber so etwas wurde zu dieser Zeit einfach nicht thematisiert. Die Menschen haben versucht es zu vergessen und einfach weitergemacht, so gut es ging. Doch manchmal ging es halt nicht gut, so wie man in diesem Roman erkennen kann. Es gibt immer wieder Spannungen zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen. Und nicht jeder, der bei den Brauen aktiv mitgemacht hat, hat seine Strafe bekommen. Mich hat die Geschichte gefesselt und ich habe lange gebraucht, bis ich wirklich wusste, wer den Mord begangen hat und warum. Gerade diese immer wieder unterschiedlichen Blickrichtungen haben für mich den Reiz des Romans ausgemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es uns heute in Deutschland so gut geht, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihre seelischen Verwundungen aus der Zeit des 3. Reichs, des 2. Weltkriegs, der Flucht und des schwierigen Neubeginns nie wirklich therapiert haben.
Ein sehr spannender Roman, den man tatsächlich gut mit dem „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann vergleichen kann. Kein klassischer Krimi, aber ausgesprochen spannend.
Gertie G.
aus Wien
5/5
01.05.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
NIchts ist, wie es scheint
Das fiktive Dorf „Kaltenbruch“ im Jahre 1954 ist Schauplatz eines Mordes. Kommissar Hoffmann, wegen eines dummen Scherzes zur braunen Vergangenheit seines Vorgesetzten strafversetzt, muss diesen Fall aufklären. Was zunächst als klare Fall aussieht, immerhin findet, der als Säufer und Raufbold bekannte Gruber, die Leiche von Heinrich Leitner. Die Lage spitzt sich zu, als der mutmaßliche Täter selbst ermordet wird.
Von den Einheimischen ist wenig Brauchbares zu erfahren, haben sie doch nach wie vor mit den Nachwirkungen des verlorenen Krieges zu kämpfen. Die einen, weil ihnen Flüchtlinge aus dem Osten in Haus und Hof gesetzt werden, die anderen, weil ihnen die traumatischen Erlebnisse während des Krieges und der anschießenden Flucht noch schlaflose Nächte bereiten.
Hoffmann will den Fall so rasch wie möglich abschließen, doch nach dem Tod von Gruber beginnen die Ermittlungen von vorne. Ist Gruber vom selben Täter getötet worden? Was könnte das Motiv sein?
Je weiter er in die Geheimnisse der einzelnen Familien eindringt, desto klarer wird: Nichts ist, wie es scheint.
Meine Meinung:
Michaela Küpper gelingt es sehr gut, die misstrauische Haltung der Dorfbewohner einzufangen. Jede oder jeder scheint etwas zu verbergen. Sei es der Fabrikbesitzer Schlüter, der schon während des Krieges der größte Arbeitgeber der Umgebung war, oder sei es die Familie Leitner, deren jüngerer Sohn Heinrich das erste Opfer ist.
Auch die verschiedenen gestrandeten Personen wie Gertrude Starck und ihre Tochter Dana oder die ostpreußische Familie Kaminski haben ihre Last zu tragen. Und nicht zu vergessen Marlene, der das Schicksal nicht nur den Tod der Mutter aufbürdet, sondern auch das Geheimnis um ihren Vater.
Alle diese unterschiedlichen Schicksals- und Handlungsstränge verknüpft die Autorin geschickt mit den beiden Morden. Die fiktive Handlung ist genial in die reale Nachkriegswelt eingebettet. Elegant sind auch die Perspektivenwechsel aneinandergereiht, durch die Kapitelüberschriften weiß der Leser immer gleich, um wessen Geschichte es sich gerade handelt. Wir lernen im Laufe der Zeit die unterschiedlichen Lebensläufe der Menschen kennen und können ihre aktuellen Handlungen, wenn schon nicht verstehen und gutheißen, jedoch nachvollziehen.
Die teils grausamen Erlebnisse während des Krieges bzw. während der Flucht werden nicht voyeuristisch ausgeschlachtet, sondern durchaus knapp berichtet. Sprachlich ist das Buch gut gelungen. Der Leser ist mitten drin im Geschehen. Die Figuren sind authentisch gezeichnet. Auch durch die Schilderung der technischen Geräte, wie des Diktiergerätes und der Autos, kann man sich relativ leicht in das Jahr 1954 hineindenken.
Fazit:
Ein ansprechender Roman aus der Nachkriegszeit, der deutlich macht, dass mit dem Kriegsende 1945, das Elend und die Traumata noch lange nicht beseitigt gewesen sind. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und fünf Sterne.
StephanieP
aus Innsbruck
5/5
23.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesehighlight
Kommissar Hoffmann wird in der Nachkriegszeit strafversetzt und muss nun einen Mordfall in einem kleinen Dorf aufklären. Zunächst sieht die Auflösung ganz einfach aus und Hoffmann findet auch schnell einen Verdächtigen. Doch die vom Krieg schwer traumatisierte Bevölkerung erschwert ihm durch ihr Schweigen die Arbeit deutlich. Als dann auch noch ein weiterer Mord geschieht muss Hoffmann mit seinen Ermittlungen von vorne beginnen.
Michaela Küppers Schreibstil ist wirklich fesselnd und flüssig. Der Roman erscheint dadurch sehr kurzweilig. Die Handlung konnte mich sehr schnell mitreißen. Ich konnte sofort in die Handlung einsteigen und ihr ohne Probleme bis zum Ende folgen. Besonders gelungen finde ich, dass in die fiktive Handlung immer wieder reale historische Ereignisse einfließen. Vermutlich aus diesem Grund wirkt die Geschichte besonders authentisch und in keinster Weise konstruiert. Vor allem die Kriegserlebnisse der einzelnen Protagonisten sind zum Teil sehr bedrückend, aber sie bereichern die Geschichte extrem.
Im Buch wechseln sich immer wieder Kapitel rund um die unterschiedlichen Protagonisten ab. Zu Beginn der Kapitel steht aber immer der Name des jeweiligen Charakters, wodurch der Lesefluss durchgehend aufrecht erhalten werden kann. Durch diese Wechsel können unnötige Wiederholungen oder Längen gänzlich vermieden werden. Zudem kann sich der Leser ein Bild zum Leben und der Vergangenheit der einzelnen Protagonisten machen, wodurch diese besonders authentisch werden.
Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und vielschichtig. Im Laufe des Buches erfährt man immer mehr über ihr Leben und die durch den Krieg erlittenen Traumatas. Die Beschreibungen der Kriegserlebnisse machen die Charaktere und die Handlung besonders authentisch und lesenswert, ohne dass dabei die Spannung darunter leidet. Michaela Küpper schafft es die historischen Umstände und Fakten sehr geschickt in die Handlung einzubauen. Zudem wird das Verhalten einzelner Protagonisten mit diesem Hintergrundwissen besser verständlich. Vor allem Marlene war mir sehr sympathisch und ich musste mit ihr häufig mitleiden. Selbst mit dem Täter hatte ich aufgrund der sehr gelungen geschilderten und sehr traumatischen Lebensgeschichte letztendlich Mitgefühl.
„Kaltenbruch“ ist mein erstes Buch von Michaela Küpper und sie konnte mich komplett überzeugen und in den Bann der Handlung ziehen. Ich bin restlos begeistert und würde gerne sofort ein weiteres Buch der Autorin lesen. Dank „Kaltenbruch“ konnte ich eine neue Lieblingsautorin für mich entdecken und werde daher auch in Zukunft gerne und gezielt zu Büchern von ihr greifen!
FAZIT:
„Kaltenbruch“ konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite mitreißen. Die Autorin schafft es eine fesselnde Handlung, liebenswerte Charaktere und historische Ereignisse perfekt zu kombinieren. Heraus kommt ein rundum gelungener Roman. Ich habe schon einige Romane gelesen, die während oder nach der Kriegszeit spielen, aber bisher konnte mich noch kein Buch so mitreißen wie „Kaltenbruch“. Für mich war dieses Buch ein absolutes Lesehighlight! Daher vergebe ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
03.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Ungeheuer spannend!
Ungeheuer spannend und ungemein bedrückend wird dieser Mordfall in einem Dorf am Rhein erzählt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wird viel unter den berühmten Teppich gekehrt. Unbedingt lesen !!!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
11.05.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein gelungender Blick in die Nachkriegszeit...
Ein gelungender Blick in die Nachkriegszeit mit beklemmenten Rückblenden in die jeweiligen Schicksale der handelnden Charaktere. Alles sehr gut in einem Kriminalfall verpackt.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
19.01.2018
Buch (Taschenbuch)
Für alle Leser von spannenden...
Für alle Leser von spannenden Familiengeschichten im Nachkriegsdeutschland. Nicht alle haben Glück im Wirtschaftswunderland. Es gibt Gewinner und Verlierer.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
18.01.2018
Buch (Taschenbuch)
Großartig! Eine Mischung aus D....
Großartig! Eine Mischung aus D. Hansen und M. Borrmann. Der Krimitouch wertet den Roman noch auf. Hauptsächlich geht es um den Mief der 50er und den bitteren Nachhall der NS-Zeit.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
20.04.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein Mordfall in einem kleinen...
Ein Mordfall in einem kleinen rheinländischen Dorf wirft die Frage auf, wie weit die Folgen der Kriegszeit das Denken und Handeln selbst die nächste Generation beeinflusst.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.