20 Jahre eigentümlich frei - Anlass für eine Bestandsaufnahme zur Stimme der Freiheit im deutschsprachigen Raum. ef - wo stehen die libertären Medienmacher? Wo kommen sie her? Wo wollen sie hin? Für das vorliegende Buch konnte eine Idealbesetzung gewonnen werden, die einen sonst oft sehr trockenen Jubiläumsband in ein spannendes Leseabenteuer verwandelt hat. Erstens: Oliver Uschmann. Der vor allem für die "Hartmut und ich"-Reihe bekannte Bestseller-Autor, Journalist und Fußballexperte wählte aus dem großen ef-Kader genau elf Gesprächspartner aus. Sein Arbeitstitel in Anlehnung an Tuvia Tenenboms Erfolgsreportagen: "Allein unter Libertären". Uschmanns "Elf" spielt stellvertretend für eine dreistellige Zahl wichtiger Stammautoren und für in den zurückliegenden 20 Jahren mehr als 1.300 ef-Autoren und -Interviewpartner. Die Autorenschar produzierte in den vergangenen zwei Dekaden auf mehr als 12.000 Seiten knapp 7.000 Artikel - alleine im gedruckten Heft, dazu kommt die tägliche Online-Arbeit. Für den zweiten, ineinander verwobenen Part dieses Buches - einen vierteiligen, ebenfalls spielerisch-literarischen Rückblick auf Meilensteine und Anekdoten in 20 Jahren eigentümlich frei - wurde, zweitens, ein ebenfalls romanerfahrener Autor gewonnen, der die ef-Geschichte aus noch näherer Perspektive miterleben konnte: das libertäre Urgestein David Schah. Treffen Schah und Uschmann zusammen, entstehen Gedankengänge, Formulierungen und Assoziationsketten, deren Übermut man in der Sprache von Uschmanns Hartmut als "murpig" bezeichnen darf. Die beiden Macher dieser außergewöhnlichen Nahaufnahme von 20 Jahren eigentümlich frei sollten als Autorenduo das Cover zieren. Doch, ganz echte Profisportler, verweisen beide darauf, dass dieses Werk eine Mannschaftsleistung sei. Schah betont die vielen Stunden, die er mit Redaktionsmitgliedern vor der Schreibarbeit im Gespräch zurückblickte, Uschmann deutet stolz zu seiner Elf auf dem Rasen. Machen wir also dieses Kleinod zu einem Gemeinschaftsprojekt - von uns, für Euch: 20 Jahre eigentümlich frei - Das Buch.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Erik Blair
aus Münster
5/5
22.02.2018
Buch (Taschenbuch)
Eigentümlich frei wird also…
Eigentümlich frei wird also 20 Jahre alt. Anlässlich dieses Geburtstags der wohl liberalsten Zeitschrift, die Deutschland zu bieten hat, folgt man als Leser dem Journalisten und Bestseller-Autor Oliver Uschmann nun durch die Republik. Angesteuert werden hierbei die Adressen elf "eigentümlich freier" Geister, die der Zeitschrift nahestehen und voneinander so unterschiedlich sind, wie man dies wohl in keiner anderen politischen Subkultur vorfindet. Da treffen konservative Minimalstaatler auf radikale Anarchisten, gut betuchte Anwälte auf entspannte Biergartengänger und jugendliche Jetsetter auf Bürgerrechtlerinnen der DDR - was auch dazu führt, dass neben dem Politischen nahezu alles abgegrast wird, das es an Gesprächsthemen so gibt. Auch bei der stets durchschimmerden Weltsicht ist der gemeinsame Nenner überrascht klein - es ist, erwartungsgemäß, das Ideal der individuellen Freiheit. Wie weit darf man in diesem Unterfangen gehen, und wie viel Staat ist nötig, um sie zu beschützen? Oder handelt es sich hierbei, bei der Rede des "beschützenden Staates", schon um einen innerlichen Widerspruch? Die Antworten auf diese Frage sind ebenso vielfältig wie die Lebensläufe der Elf, was den ganz besonderen Charm dieses Buches ausmacht. Es ist weniger ein libertäres Grundsatzprogramm als vielmehr ein gelassenes Revoupassieren der letzten zwei Jahrzehnte. Diese Distanz bringt es auch mit sich, dass gelacht werden kann, von den portraitierten Freiheitsfreunden ebenso wie dem Leser. Beispiel gefällig? Uschmann: "Dann sind aus Ihrer Sicht die real existierenden Flickenteppiche von Clans, Stämmen und Warlords in den gescheiterten Staaten wie Afghanistan, Libyen oder dem Irak sogar noch besser als das Rechtsmonopol unserer Gesellschaft?" Dürr: "Ja, sicher, zumindest weniger schlimm (..)" Ein anderer Höhepunkt ist sicher das Gespräch mit dem ef-Lektor Ulrich Wille. Im "Alten Bahnhof Oberkassel" werden hier die Anfänge des Internets wieder ins Gedächtnis gerufen und es wird über mögliche Verbündete sinniert, die es im Kampf für die Freiheit geben kann. Dazu Wille mit gewohnter Nüchternheit: "Ich mag diese libertär-konservative Allianz auch nicht." Auch durchgespielt werden die Szenarien einer staatenlosen Gesellschaft, und das mit beachtenswertem Fingerspitzengefühl. Warum also Friedman oder Rothbard lesen, wenn man Wille hat? Ein ganz besonderes Lob verdient sich auch Oliver Uschmann. Stets behält er die nötige Distanz zu seinen Gesprächspartnern, hinterfragt Prämissen und reichert die Gespräche mit humorvollen Monologen an. Wer seinen beruflichen Werdegang kennt, der weiß, dass die Gesprächsführung, die tatsächlichen Interviews, ohnehin über jeder Kritik stehen. Alles in allem bietet dieses Buch seinem Leser einen facettenreichen Einblick in die libertäre Szene, die mit ihren Argumenten auch in Deutschland immer mehr Menschen anzieht. Menschen, die erst an der Oberfläche dieser Ideologie (oder besser: Nicht-Ideologie) gekratzt haben, werden sicher ebenso ihren Spaß haben wie eingefleischte Libertäre und ef-Abonnenten des ersten Tages. Was normalerweise in 400 Seiten umfassenden Werken zur Konzeption der Moral, zur Ökonomie oder der Kultur geschrieben wird, kommt hier kompakter daher, verständlicher und ist stets eingebettet ins joviale Gespräch. Was soll man sagen? Fünf von fünf Sternen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.