Du sollst Vater und Mutter ehren
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
01.07.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
29 (Printausgabe)
Dateigröße
549 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638201322
Darüber hinaus wurde den Kindern bei Ungehorsamkeit gegenüber den Erwachsenen (Eltern,
aber auch nicht zur Verwandtschaft zählende Erwachsene wie Nachbarn gehörten dazu)
absichtlich Schuldgefühle eingeredet. Da vor allem in dörflicher Umgebung der Glaube,
gleich ob evangelisch oder katholisch, von Kindesbeinen an eine wichtige Rolle spielte,
konnte man die Kinder sehr leicht disziplinieren, wenn man ihnen vorwarf, durch das
Widersprechen gegen die Eltern gegen Gottes Gebot zu handeln. Da gerade kleinere Kinder
eine blühende Fantasie haben, fiel es den Erwachsenen oft nicht schwer, sie durch angebliche
göttliche Strafgerichte in früherer Zeit zum Schweigen und zum Einlenken zu bewegen.
Ich selbst habe in Verwandtenkreisen erlebt, wie ein Kleinkind, das seinen Willen
durchsetzen wollte, mit der Geschichte von der "Schwarzen Hand von Bödefeld"
21eingeschüchtert wurde. Noch bis in die heutige Zeit bedienen sich manche Erwachsene
solcher Geschichten, um Kinder zu disziplinieren. Meist jedoch nicht aus Bosheit, sondern
weil sie es von Kindertagen an nicht anders kannten. Sie selbst wurden nämlich auf diese
Weise ``erzogen".
In der nun folgenden Hausarbeit werde ich zunächst auf die Grundbedeutungen der Wörter
Vater, Mutter und ehren eingehen. In welchen Zusammenhängen wurden sie
schwerpunktmäßig verwendet, welche Interpretationsmöglichkeiten ergeben sich daraus,
welche nicht ?
In den darauffolgenden Kapiteln werde ich mich mit den verschiedenen Auslegungen des
Elterngebots und deren Hauptinhalte beschäftigen. Besonders wird in dieser Hausarbeit
deutlich, dass das Gebot eben nicht die oben genannte Bedeutung im Sinne absoluter
Elternhörigkeit hat. Auf Details werde ich an angebrachter Stelle in den einzelnen Kapiteln
eingehen.
Im Resumee unter Kapitel IX werde ich die in den vorhergehenden Kapiteln erarbeiteten
Haupterkenntnisse kurz reflektieren, um zu einer persönlichen , abschließenden Bewertung
dieser Thematik zu gelangen.
21 Es handelt sich dabei um eine mumifizierte Hand eines wahrscheinlich ermordeten Kindes. Der Sage nach
schlug dieses Kind seine Eltern, verstieß also gegen das damals wie oben beschriebene Elterngebot und starb
deshalb früh (Strafe Gottes). Wegen des Verstoßes gegen das Elterngebot fand das Kind selbst im Grab keine
Ruhe, sodass seine Hand immer wieder, der Sage nach, aus dem Grab ``wuchs".
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