Die siebzehnjährige Yva hat es schwer in ihrer Familie. Sie muss sich um ihren autistischen Bruder kümmern und das meiste im Haushalt erledigen, da ihre depressive Mutter dem allen nicht gewachsen ist. Der Vater ist schwer beschäftigter Jurist und verschließt vor den Problemen die Augen.
Dann ist da Yvas panische Angst vor Wasser, die sie mehr und mehr in Albträumen und im Alltag verfolgt.
Erschöpft von ihrem Leben begegnet ihr eines Tages Julie, die so ganz anders ist: selbstbewusst, gelassen, sehr direkt, aber auch liebevoll. Yva verfällt der neuen Freundin, hungert nach Begegnungen mit ihr.
Eines Tages sehen Yvas bester Schulfreund Janis und ihr Vater sie in merkwürdiger Kleidung durch die Stadt laufen. Yva verzweifelt, denn sie kann sich nicht erinnern. Nur noch in Julie sieht sie eine Hilfe. Mit Julie wird alles gut, denkt sie. Doch ist das wirklich so? Wer ist Julie, was sind das für Träume, die Yva plagen, was hat es mit den fehlenden Bildern im Fotoalbum auf sich? Was verheimlichen ihr die Eltern?
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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"Julie am Ende ist Erinnerung" und "Julie ich male dir den Regenbogen bunt."
von Enya Kummer
Zwei zusammengehörende Bücher über eine bewegende Geschichte, die in vielen Familien, im versteckten geschieht.
Es geht um ein Leben das außergewöhnlich und verwirrend, das Ängste beinhaltet, Unverständnis und Realitätsentfremdet ist. Sie sind so tiefgründig und zeigen doch die ganz normale Familie, die mit einer Situation zu kämpfen hat, die nicht alltäglich ist und doch gibt es sie. Sie dringt oft nicht nach draußen, spielt sich im Verborgenen ab.
Die Geschichte ist ein Netzwerk von Verkettungen und Auswirkungen, die die Erkenntnis der Persönlichkeitsspaltung,den Einblick in Autismus und auch den Weg der Angehörigen in den Absturz von Depression und Alkoholsucht aufzeigt.
Jedoch auch die Anker, die Kraft bringen wie Freundschaft, den Drang nach Hoffnung und Zuversicht.
Die Autorin hat hier ein Werk geschaffen, dass durch ihren Schreibstil, der leicht jedoch auch intensiv, einen mitnimmt in eine Welt des Lebens, das normalerweise nach außen nicht zu sehen ist.
Es ist keine leichte Kost und doch empfehle ich diese Bücher zu lesen. Sie machen nachdenklich, sie machen traurig, jedoch auch zuversichtlich.
Diese Bücher beinhalten viele Spoiler. Depression, Autismus, Alkoholsucht, Persönlichkeitsspaltung.
Selbst ich habe etwas gebraucht sie zu lesen, doch einmal angefangen, war ich fasziniert und gefangen in der Geschichte.
Für mich ist es eine Glanzleistung der Autorin, diese Geschichte, aufgeteilt in zwei Büchern, zu Papier gebracht zu haben. Wirklich bewundernswert.
Empfehlenswert ist die beiden Teile der Bücher zusammenhängend zu lesen.
Meine absolute Leseempfehlung und wohlverdiente 5
Frau Emma
aus Bayern
5/5
06.08.2018
Buch (Taschenbuch)
Julie
Diese Geschichte erzählt von den Gedanken und Gefühlen einer ganzen Familie. Ausnahme bildet der autistische Sohn, der durch seine Handlungen mitteilt und man ihn dadurch verstehen lernt. Unglaublich atmosphärisch dicht wird das Seelenleben der Familie für diese Zeit erzählt. Zudem spürte ich als Leser, wie es meine Härchen auf den Armen immer mehr aufstellte, je näher sich Yva an die Wahrheit heran tastete. Manchmal voll Angst und dann wieder mit Wut im Bauch. Ihr Körper reagierte genauso unmittelbar, wie es ein Tier tun würde, dass Gefahr wittert. Ein wunderbares Buch, unbedingt empfehlenswert! Mit besten Grüßen Frau Emma
puppetgirl
5/5
24.02.2018
Buch (Taschenbuch)
Eine Mädchen, was an den psychischen Krankheiten ihrer Familie zu zerbrechen scheint
Titel: Julie: Am Ende ist Erinnern
Autorin: Enya Kummer
Erscheinungsdatum: 29. Dezember 2017
Seitenanzahl: 336 Seiten
Im Roman Julie: Am Ende ist Erinnern von Enya Kummer erfahren wir etwas über das Leben der Familie Foit die in Hessen in Pfungstadt lebt. Besonders geht es um Yva die Tochter der Familie. Sie ist siebzehn Jahre alt und hat in ihrem Alter schon viel Verantwortung zu tragen. Da gibt es ihren kleinen, achtjährigen Bruder Paolo. Er ist Autist und bedarf eben doch oft etwas mehr Aufmerksamkeit und der Umgang mit ihm ist nicht so einfach. Oft muss Yva ihn beschäftigen oder versuchen sich so zusammenzureißen, dass sie ihn nicht verschreckt, denn dann zieht er sich in seine eigene kleine Welt zurück. Dann gibt es noch Yvas Mutter Hanna, die an Depressionen leidet und am Anfang des Buches in einer schwerdepressiven Phase zu stecken scheint. Sie ist komplett überfordert mit dem Jungen, schiebt ihn immer mehr an seine große Schwester ab, die aber eigentlich gerade im Abiturstress steckt und auch nebenbei noch für die Familie kocht und andere Dinge im Haushalt erledigt, die ihre Mutter nicht schafft. Ja, es gibt auch einen Vater, doch der muss die Familie allein versorgen, da seine Frau ihren Job aufgegeben hat, nachdem sie nach Pfungstadt gezogen sind. So ist er viel mit seinem Beruf als Jurist beschäftigt und bekommt oft nicht mit, wie das Leben mit Paolo ist und wie es Yva belastet. Er geht auch davon aus, dass Hanna funktionieren müsste und wenn schon nicht sie, dann doch bitte seine Tochter, denn so schwer kann es doch nicht sein. Er scheint auch den Schein nach außen hin wahren zu wollen, so will er sich keine Hilfe wegen Paolo suchen und auch sonst scheint er gerade Therapeuten sehr ablehnend gegenüber zu stehen.
Wir erfahren auf detaillierte Weise, wie es Yva mit der Sache geht, dass sie ein Mädchen ist, dass sich schuldig fühlt, wenn sie mal nicht so funktioniert, wie es von ihr erwartet wird und das sie eben sowohl zu Hause, als auch in der Schule funktionieren muss, denn das wird von ihr erwartet. Als ihr dann ganz plötzlich ein Mädchen in ihrem Alter über den Weg läuft, was so ganz anders ist, als sie selbst, begehrt sie langsam auf, denn sie kann und will einfach nicht mehr, was ja verständlich ist.
Was ein Fotoalbum damit zu tun hat und warum Yva sich manchmal nicht mehr daran erinnern kann, was sie am Tag davor gemacht hat, dass erfahren wir auf 336 interessanten Seiten aus der Sicht von Yva selbst, von ihrem Vater Michele und ihrem besten Freund Janis.
Mich hat das Buch aus eigener Erfahrung heraus vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen, ich wollte wissen, wie das Mädchen mit der Überforderung umgeht, war oft von ihr überrascht und konnte mit ihr mitfühlen. Das Ende habe ich so nicht erwartet, also lasst euch entführen in eine Welt, die da draußen in jeder Familie so vorkommen kann. Denn oft geht es um Entscheidungen die wir treffen, die nicht nur für uns selbst Auswirkungen haben.
MissSophi
Thalia Book Circle Community
5/5
09.02.2018
Buch (Taschenbuch)
ein eindrückliches und zartes Buch, dem ich viele begeisterte Leser wünsche
Kurzmeinung: ein eindrückliches und zartes Buch, dem ich viele begeisterte Leser wünsche
Ein zartes Buch mit starkem Inhalt
Das Buch über ein Mädchen, welches sich leise in mein Leben schlich.
Ein Mädchen - Yva ihr Name - die mit 17 Jahren schon Dinge im Haushalt übernehmen muss, weil ihre Mutter es zur Zeit nicht leisten kann. Sie hat noch einen Bruder - einen ganz besonderen Bruder. Mit ihr lernen wir eine Familie kennen, die mit den Gegebenheiten kämpft, die ihr zugemutet werden.
Yva - die ihre Kindheit so langsam abstreift und überwechselt ins Erwachsenen Da-Sein, aber die Schatten ihrer Kindheit halten sie im Griff. Sie hat Albträume - sie hat unglaubliche Angst vor Wasser - auch vor gefrorenem. Mutig versucht sich sich zu stellen und muss sich doch geschlagen geben….. bis sie eines Tages auf Julie trifft. Sie tritt in ihr Leben und verändert es grundlegend.
Enya Kummer schafft es mühelos mit den Worten Empfindungen und Befindlichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Ihr gelingt es, dass sich die Protagonisten vor dem inneren Auge zum Leben entfalten und einen mitnehmen in ihre Wirklichkeit. Ohne etwas vorweg nehmen zu wollen: sie nähert sich einem Thema, zu dem in dieser Art noch nicht viel geschrieben wurde. Yva steht für viele betroffene Menschen - die nicht verrückt - noch nicht einmal krank im eigentlichen Sinne sind.
Ich wünsche diesem Buch mit den zarten Tönen, die dennoch unmissverständlich die Wahrheit beschreiben, viele Leser, bei denen Verständnis geweckt wird und ein Verstehen in der Gesellschaft voran getrieben wird.
Danke für das “Worte finden”.
Bewertung
aus Bremen
4/5
06.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Mit ordentlichem Wumms
Das Cover ist dunkel gehalten, das abgebildete Mädchen wirkt traurig, der Untertitel: Am Ende ist Erinnerung weist bereits auf ein dramatisches Geschehen hin. Es macht mich neugierig. Schwierig ist es, über den Inhalt zu schreiben, ohne zu spoilern. Es geht um die 17jährige Yva, die es ganz schön schwer hat mit einer unglücklichen, depressiven Mutter, einem autistischen Bruder, und einem Vater, der keine Probleme sehen will.
Dann trifft Yva Julie, ein Mädchen, dass faszinierend anders ist als Yva. Yva setzt sich immer mehr mit Julie auseinander, ersehnt die seltenen Treffen herbei und fängt an, gegen ihr enges Familienkorsett zu rebellieren.
Würde Yva geholfen werden, oder würde sie untergehen? Das musste ich unbedingt wissen. Dann, nach knapp der Hälfte des Buches, sage es Bäng in meinem Kopf. Danke der Autorin für diesen Moment.
Ich verspreche, es wird euch nicht anders ergehen. Das Buch verdient es gelesen zu werden. Das Thema ist wichtig – und ich verrate absichtlich NICHT, um welches es geht – und es ist gut umgesetzt. Mich haben Yva und Juliet jedenfalls noch eine Weile beschäftigt.
Dieses Buch darf und möchte es vielleicht auch, gerne ein weiteres Mal gelesen werden.
Eine Anmerkung noch: Mich hat der Titel des Buches verwirrt und leider anfangs auch vom Inhalt abgehalten. Ich hätte es stimmiger gefunden, wenn Yva auch eine Erwähnung gefunden hätte.
Also Yva und Julie.
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