Künstler und Bürger in Joseph von Eichendorffs Novelle 'Aus dem Leben eines Taugenichts'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
18.10.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
19 (Printausgabe)
Dateigröße
185 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638316859
Eichendorff erschien erstmals im Jahr 1826. Entstanden ist das Werk jedoch
schon einige Jahre vorher. Erste Hinweise auf den Ta ugenichts gab es bereits
1817, sechs Jahre später erschienen die ersten beiden Kapitel als
Zeitschriftenaufsätze. (Vgl. Korte 2000, S. 93) In der Zeit der Entstehung stand
Eichendorff an einem Wendepunkt in seinem Leben: Zwar hatte er sein
Studium mit dem juristischen Staatsexamen beendet, aber das Vermögen der
Eltern ging zur Neige, so dass Eichendorff anfangs nicht wusste, wie er sich
seinen Lebensunterhalt im unbezahlten juristischen Referendariat sichern
sollte. Trotz dieser Probleme entschied sich Eichendorff dafür, das
Referendariat anzutreten. Im Jahre 1819 trat er seine erste Stelle als Beamter
der Königlichen Regierung an, und er blieb bis zu seiner Pensionierung dem
Staatsdienst treu.
Dieser kurze Einblick in die Biographie des Dichters soll verdeutlichen, dass
Eichendorff einen Großteil seines Lebens durchaus sehr bürgerlich verbracht
hat. Dies ist umso erstaunlicher, da die Romantiker, zu denen Eichendorff
gezählt wird, das Bürgertum scharf kritisierten. Das Bürgertum wird in der
Romantik durch den Philister dargestellt1. Konfrontationen mit dem Bürgertum
erlebte Eichendorff vor allem während seiner Studienzeit in Halle und
Heidelberg. Tagebücher berichten von "Anekdoten, Studentenulk, Episoden von
Prügeln und Saufen sowie anhaltenden Konflikten mit Bürgern, die man in der
Studentensprache "Philister" nannte." (Korte 2000, S. 21) Paul Stöcklein
bezeichnet das Verhältnis Eichendorffs zu den Philistern sogar als "Feindschaft,
die sein Blut reizt[e]," die "aber schließlich eine sehr geistig-klarsichtige
Feindschaft geworden"(Stöcklein 1966, S. 248) war.
Inwieweit nun dieser Konflikt zwischen bürgerlicher Lebensweise und
Ablehnung des Bürgertums in der Welt des Dichters eine Rolle gespielt hat, soll
nicht Thema dieser Arbeit sein. Vielmehr soll geklärt werden, welche
Gegenbilder zum Bürgertum in der Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts
dargestellt werden und welche Rolle dabei der Taugenichts selber einnimmt, denn der "Taugenichts [ist] ein einziger, wenn auch sehr liebenswürdiger
wandernder Prostest [...] gegen die philiströsen Arbeiterversklavungen unserer
Welt." (Emrich 1966, S. 60)
1 Vgl. Bormann 1970/71, S. 94 und insbesondere zur Herkunft der Bezeichnung: Schultz 2001,
S. 36f
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