Desensibilisierung, Habitualisierung und der Verlust von Welt Selbstreflexivität in Benny's Video
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
03.12.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
24 (Printausgabe)
Dateigröße
175 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640225491
Auch Benny, Protagonist in Michael Hanekes Film "Benny's Video", zeigt keinerlei Emotionen und scheint komplett betäubt und berauscht von der Flut der furchtbaren Bilder, die tagtäglich auf ihn einprasselt. Durch die Alltäglichkeit verlieren die furchtbaren Bilder jedoch an Wirkung und führen zur Abstumpfung - Gewalt in den Medien ist somit Normalität. Wie Ossenagg sagt: "Die Wahrnehmung selbst ist zum Schlachtfeld geworden." (Ossenagg 119). Haneke kritisiert in seinem Film "Benny's Video" die Unmündigkeit des Zuschauers, und appelliert an eine bewusstere Wahrnehmung über den reinen Konsum hinaus.
Der Film "Benny's Video" (1994) von Michael Haneke ist, neben "Der Siebte Kontinent" und "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls", der zweite Teil einer Trilogie namens "Emotionale Vergletscherung". Der Name ist Programm, das Hauptthema die emotionale Abstumpfung und Desensibilisierung durch Reizüberflutung ausgelöst durch die Medien, die allgegenwärtig unsere Wahrnehmung beeinflussen. Hanekes These lautet also, dass die Wahrnehmungsflut zur Wahrnehmungsabstumpfung führt (vgl. Ossenagg 120).
Darauf versucht Haneke seine Zuschauer aufmerksam zu machen. Wie
Ossenagg formuliert sei es Hanekes Ziel "[...]den Bildern die Kraft ihres Verstörungspotentials wiederzugeben, sie wahrnehmbar zu machen."(Ossenagg 121). Der Film "Benny's Video" ist dem entsprechend ein Film über Wahrnehmung in einer medial vermittelten Welt und diesbezüglich selbstreflexiv. Ziel des Films ist es "[...] - das Sehen selbst ins Zentrum [zu] rücken. Selbstreflexiv sind insofern nicht nur Filme, die qua sujet als Selbstbespiegelung erscheinen, sondern die sich der Bilderproduktion überhaupt widmen und die fragen: Was ist ein Bild, wie strukturiert sich Wahrnehmung?" (Reinecke 9).
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