Tauwetter in der DDR? Führte Stalins Tod zu mehr Freiheiten für die Intelligenz, ähnlich wie in der Sowjetunion?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
02.07.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
25 (Printausgabe)
Dateigröße
140 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640655625
Für die Sowjetunion ist der Zeitraum, der als Tauwetterperiode bezeichnet wird, relativ genau einzugrenzen. Mit Joseph W. Stalins Tod am 5. März 1953, spätestens mit Chruschtschows Geheimrede zum XX. Parteitag der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) vom 14. bis 26. Februar 1956, begann für die russische Gesellschaft und vor allem für die russische Intelligenz eine Periode der Erleichterungen, Freiheiten und Entstalinisierung. Diese positive Entwicklung erhielt im Oktober desselben Jahres einen ersten Dämpfer mit der militärischen Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn. Spätestens die Ablösung Nikita Chruschtschows durch Leonid Breschnew im Oktober 1964 beendete diese Tauwetterperiode.
In der DDR stellt sich die Situation ein wenig anders dar. Zum einen lässt sich keine so eindeutige zeitliche Eingrenzung vornehmen, zum anderen sind keine so klar erkennbaren Freiheitsgewinne auszumachen wie in der Sowjetunion. Der Tod Stalins stellte in der DDR ebenfalls eine Zäsur dar, allerdings mit weniger starken Auswirkungen als in der UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken). Auch wenn es sich bei der DDR um einen zu der Zeit noch sehr von der Sowjetunion abhängigen Staat handelte, so spiegelte sich die sowjetische politische Entwicklung doch nicht vollkommen wider. Eine Auseinandersetzung und Aufarbeitung der Stalindiktatur fand kaum statt, im Gegenteil. "Am kaltschnäuzigsten verhielt sich Walter Ulbricht. [Er] ... schien sich nicht vorstellen zu können, was in den Menschen vorging.... Er erwies sich insofern als Schüler Stalins, als er meinte, man müsse den ganzen Komplex gar nicht zur Sprache bringen." Zu dieser Zeit bildeten die Hauptthemen der Diskussion wirtschaftliche und ideologisch Probleme.
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