Sport als (Ersatz-)Religion? Können Fußball und die dazugehörige Fankultur die Funktionen von Religion ersetzen?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
04.04.2018
Verlag
GRINSeitenzahl
53 (Printausgabe)
Dateigröße
693 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668676442
So ähnelt beispielsweise das Einmarschieren der Mannschaften dem Einlaufen des Priesters und der Messdiener in die Kirche, die Gesänge der Fans erinnern an Kirchenchoräle und die (noch) überwiegend patriarchalischen Strukturen sind in Fußball und Kirche sehr ähnlich konzipiert. Die römisch-katholische Kirche etwa hat ihr weltweites Oberhaupt, den Papst. Ihm folgen Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe und Priester. Der Fußball organisiert sich ähnlich strukturiert in Verbänden. Weltweit ist die FIFA das "Oberhaupt", auf europäischer Ebene folgt die UEFA, dann die Bundes- und schließlich Landesverbände. Wie eine Gemeinde von ihrem Priester geleitet wird, leitet der Vorsitzende einen Verein, der Trainer eine Mannschaft und ein "Erwählter" die Fangesänge und Schlachtrufe im Stadion. Die äußeren, wahrnehmbaren Strukturen von Fußball und Religion sind also schon einmal ziemlich ähnlich.
Wenn von und über Fußball gesprochen wird, ist außerdem religiöse Sprache allgegenwärtig, besonders in den Medien. Begriffe wie z.B. "Fußballgott", "Hand Gottes", "Das Wunder von Bern" oder "Teamgeist" sind allesamt religiös konnotiert und zugleich jedem echten Fußballfan ein Begriff. Aber warum erhalten diese Termini aus dem religiösen Sprachgebrauch Einzug in die Welt des Sports, besonders in die des Fußballs? Gerade, wo doch sicher nicht jeder Fußballfan von sich behaupten würde, ein religiöser Mensch zu sein. Und genau hier liegt neben den beschriebenen Parallelen schließlich auch einer der größten Unterschiede von Fußball und Religion: Das öffentliche Interesse am (Profi-)Fußball steigt seit Jahren stetig an, während in den Medien dagegen von der Kirche zunehmend nur im Zusammenhang mit der sogenannten Kirchenkrise berichtet wird. Während die Stadien also immer voller werden, werden die Kirchen zunehmend leerer. Könnte Fußall und die dazugehörige Fankultur die Funktionen von Fußball etwa ersetzen?
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