Ich, Ophelia

Roman

Insel-Taschenbücher Band 4676

Lisa Klein

(4)
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Beschreibung


»Ich war von Anfang an ein mutterloses Mädchen. Lady Frowendel starb bei meiner Geburt, so blieben auch mein Bruder Laertes und mein Vater Polonius ohne ihre Fürsorge«, erinnert sich Ophelia, die im Alter von acht Jahren an König Hamlets Hof kam, wo der Vater ein Ministeramt übernahm. Sie ist gebildet, in Latein und Französisch bewandert, aber ein Wildfang, kindlich unbekümmert und ungestüm. Das gefällt Königin Gertrud, deren Lieblingszofe sie bald wird, aber auch deren Sohn, dem jungen Hamlet, der sich in sie verliebt, eine heimliche Liebe, die Folgen hat... Sie findet – nach Shakespeare - ein jähes Ende, als der Mord an Hamlets Vater alles ins Wanken bringt. Hamlet stirbt im Wahnsinn und Ophelia, über all dem verrückt geworden, geht ins Wasser. Aber diese Geschichte geht anders. Sie beginnt so: »Obwohl ich erst seit sechzehn Jahren auf der Welt bin, habe ich viel Trauer erfahren. Doch wie die Sonne werde ich die Dunkelheit um mich herum vertreiben und Licht auf die Wahrheit werfen. Deshalb greife ich zur Feder und schreibe. Hier ist sie, meine Geschichte.«

Die Geschichte von Ophelia, die sich unbeschwert, wild und unbefangen, »mehr Tomboy als Lady«, über alle höfischen Konventionen hinwegsetzt und mutig ihren eigenen Weg geht.

"Kleins Romas zeigt Shakespear'schen Witz und schlägt aufs Wunderbarste Kapital aus der umfassenden Kenntnis von Shakespears Leben und Werk."
Publishers Weekly 11.05.2018

Lisa Klein, Literaturwissenschaftlerin und Shakespeare-Spezialistin, lebt in Columbus, Ohio.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 12.11.2018
Verlag Insel Verlag
Seitenzahl 367
Maße 18,8/11,9/2,7 cm
Gewicht 352 g
Originaltitel Ophelia
Übersetzer Klaudia Ruschkowski
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-36376-7

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Kundenbewertungen

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Es wird wirr im Staate Dänemark
von einer Kundin/einem Kunden am 10.12.2018

Hier wird Ophelias Geschichte erzählt, die als junges Mädchen als Hofdame der Königin arbeitet, sich in Hamlet verliebt, mit ihm eine Beziehung eingeht und dann, als er allmählich den Verstand verliert, beginnt sich zu emanzipieren und eigene Entscheidungen zu treffen. Erzählt wird aus Ophelias Sicht. Die Qualität schwankt s... Hier wird Ophelias Geschichte erzählt, die als junges Mädchen als Hofdame der Königin arbeitet, sich in Hamlet verliebt, mit ihm eine Beziehung eingeht und dann, als er allmählich den Verstand verliert, beginnt sich zu emanzipieren und eigene Entscheidungen zu treffen. Erzählt wird aus Ophelias Sicht. Die Qualität schwankt stark, es beginnt durchaus überzeugend, Ophelia wird nachvollziehbar erzählt, die Sprache wechselt zwischen modern und altmodisch, ergibt aber ein stimmiges Gesamtbild. Als die eigentliche Hamlet Handlung anfängt, wird Ophelia – wie Hamlet – zunehmend verwirrend dargestellt. Ihre Handlungen und Entscheidungen sind für mich nicht mehr nachzuvollziehen, ich habe zunehmend den Zugang zu ihr verloren und hatte das Gefühl ihre Handlungen und Gefühle wie durch einen Filter zu lesen. Hier hätte ich mir mehr Direktheit und mehr Nähe zur Figur gewünscht. Ophelia hat zwar Momente in denen sie sich emanzipiert und auf den unfairen Umgang gegenüber Frauen eingeht, der Weg dahin ist für mich jedoch nicht wirklich nachvollziehbar und bleibt oberflächlich. Auch den Weg, den die Autorin für Ophelia wählt, finde ich enttäuschend und hätte mir hier viel mehr erwartet. Das Cover ist wirklich schön, das Buch liegt gut in der Hand und hat eine tolle Haptik! Die Grundidee, Hamlet aus Ophelias Sicht und gleichzeitig fokussiert auf die Sicht aller Frauen aus Shakespeares Stück zu erzählen, finde ich sehr spannend. Leider klappt die Umsetzung nur bedingt, Ophelias Charakter bleibt kühl und wenig schlüssig, ihre Motivation ist für mich nicht richtig durchschaubar und so bleibt sie mir bis zum Ende des Buchs fremd.

Ophelia lebt! Eine wundervolle, lesenswerte Neuinterpretation der Ophelia.
von Elisabeth aus Donaueschingen am 09.12.2018

William Shakespeares „Hamlet“ gehört zu den großen Werken der Weltliteratur. Eine tragische Rolle in diesem Drama spielt Ophelia, die, wie fast alle Hauptcharaktere, in den Intrigen und Querelen am dänischen Hof ihr Ende findet. Der Figur Ophelias hat Lisa Klein unter dem Titel „Ich, Ophelia“ einen ganzen Roman gewidmet. Das We... William Shakespeares „Hamlet“ gehört zu den großen Werken der Weltliteratur. Eine tragische Rolle in diesem Drama spielt Ophelia, die, wie fast alle Hauptcharaktere, in den Intrigen und Querelen am dänischen Hof ihr Ende findet. Der Figur Ophelias hat Lisa Klein unter dem Titel „Ich, Ophelia“ einen ganzen Roman gewidmet. Das Werk ist im November 2018 als Insel-Taschenbuch erschienen und umfasst 368 Seiten. Wer war Ophelia? In Shakespeares Werk erfahren wir über ihre Person an sich nur wenig. Lisa Klein verleiht ihr eine Stimme, in der sie über ihre Geschichte, ihre Herkunft und Lebenseinstellung berichtet. Ophelia ist Halbwaise und wächst bei ihrem Bruder, Laertes, und ihrem Vater, Polonius, im Umfeld des dänischen Königshofs auf. Als ihr Vater zum Ratgeber des dänischen Königs und sie selbst zur Hofdame avancieren, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Doch im Gegensatz zum Shakespeare’schen Drama findet Ophelia hier nicht den Tod, sondern täuscht ihn nur vor und geht fortan ihren eigenen Weg. Das Buch zieht Leserinnen und Leser von Anfang an in seinen Bann, was nicht zuletzt der Erzählperspektive zu verdanken ist: Die Ich-Perspektive hilft beim Lesen, sich in Ophelia hineinzuversetzen und sich mit ihr zu identifizieren. Die plastische Darstellung der Charaktere und des Milieus lassen die Lesenden tief in Zeit und Ort eintauchen. Der Handlungsrahmen dieses Romans orientiert sich weitgehend an Shakespeares „Hamlet“. Lediglich Ophelia durchbricht dieses Gerüst. Sie wird von Anfang an als reife, kluge und vor allem, was in der damaligen Welt eher ungewöhnlich war, gebildete Frau gezeichnet, was ihr die Kraft gibt, sich zu emanzipieren. Dieses verhindert allerdings nicht, dass sie auch immer wieder an sich und ihren Fähigkeiten zweifelt. Insgesamt ergibt sich so auch ein Entwicklungsroman: Mit jedem dramatischen Ereignis wachsen auch Ophelias Selbstbewusstsein und Stärke. Ein wenig unbefriedigt hat mich das Ende zurückgelassen, da es mir persönlich ein bisschen zu märchenhaft und „schön“ erscheint. Aber wahrscheinlich wollen die Menschen einfach ein Happy End und dass sich am Ende alles zum Guten wendet. Kleins Sprache ist schlicht, angenehm zu lesen und der Zeit, in der das Buch spielt, durchaus angemessen, wobei sie meiner Meinung nach ruhig noch etwas „altmodischer“ hätte sein können. Immer wieder zeigt die Autorin, dass sie eine Kennerin des Werkes dieses englischen Dramatikers ist, sodass man beim Lesen auch einen nicht unerheblichen Lernzuwachs erhält und animiert wird, sich mit seinem Werk (noch einmal) zu beschäftigen. Mir ging es beim Lesen jedenfalls so. Insgesamt handelt es sich bei Lisa Kleins Roman um eine lesenswerte, interessante Neuinterpretation der Ophelia. Besonders vor dem Hintergrund der Zeit, in der „Hamlet“ spielt, erscheint das Bild dieser jungen Frau, die eher noch ein Mädchen ist, umso grandioser. Auch wenn man natürlich darüber streiten kann, ob es nötig und sinnvoll ist, klassische Literatur „neu zu schreiben“, habe ich dieses Buch mit großem Genuss gelesen und kann es nur wärmstens empfehlen.

Ophelia und Hamlet
von einer Kundin/einem Kunden aus Hude am 05.12.2018

Ophelia aus dem Stück Hamlet erhält hier nun ihre eigene Stimme und Geschichte. Und die Umsetzung ist wirklich gut gelungen. »Ich war von Anfang an ein mutterloses Mädchen. Lady Frowendel starb bei meiner Geburt, so blieben auch mein Bruder Laertes und mein Vater Polonius ohne ihre Fürsorge«, erinnert sich Ophelia, die im Alt... Ophelia aus dem Stück Hamlet erhält hier nun ihre eigene Stimme und Geschichte. Und die Umsetzung ist wirklich gut gelungen. »Ich war von Anfang an ein mutterloses Mädchen. Lady Frowendel starb bei meiner Geburt, so blieben auch mein Bruder Laertes und mein Vater Polonius ohne ihre Fürsorge«, erinnert sich Ophelia, die im Alter von acht Jahren an König Hamlets Hof kam, wo der Vater ein Ministeramt übernahm. Ophelia ist jung, ungestüm, gebildet und anders als andere junge Frauen. Kein Wunder, dass sie der Königin Gertrud bald auffällt und sie alsbald zu deren Lieblingszofe wird. Aber auch ihr Sohn Hamlet wirft ein Auge auf die junge Frau und schon bald entsteht eine Liebe, die nicht folgenlos bleiben kann. Denn die Unterschiede sind einfach zu groß. Doch auch wie im Stück, passiert hier, was passieren muss, nach dem Mord an Hamlets Vater verändert sich alles. Hamlet wird wahnsinnig und stirbt, Ophelia geht ins Wasser. Doch was geschah dann? Bis hier hin kennen wir all das? Doch soll das schon das Ende sein? Mein Fazit: Oh, dieses Buch hat mir wirklich gut gefallen. Je mehr ich als Zusammenfassung schrieb, desto mehr dachte ich, ich würde gerne noch so viel mehr sagen, aber dann verrate ich, was das Buch so besonders macht. Die Autorin hat sich hier in eine Frau hineinversetzt, die niemals wirklich sie selbst sein durfte, doch sie gibt nicht auf, die zu sein, die ihr bestimmt ist zu sein. Sie ist kämpferisch, klug und gebildet. Heute sagen wir: ist nichts Neues. Aber zur damaligen Zeit wäre es nicht einfach gewesen. Dies hat die Autorin super umgesetzt. Sehr authentisch. Zudem war Ophelia durch Shakespears Stück ein Lebensweg vorherbestimmt, denn die Autorin auch aufgriff, aber anders beendet, und so eine ganz ausgezeichnete Geschichte konstruiert. Ich kann dieses Buch empfehlen :)


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