Ehrlich, witzig, selbstbewusst - der inspirierende Weg einer Frau, die nach einem Schicksalsschlag ihr Leben umkrempelt.
Zehn Jahre lang versuchte Brenda Strohmaier, ihren Freund vom Heiraten zu überzeugen. Kaum hatte er endlich »Ja« gesagt, war sie plötzlich: Witwe. Mit 44. Fort war ihr kluger, schöner Mann, zurück blieb sie mit Trauerschmerz plus Bürokratieirrsinn. Und Fragen. Wie soll das gehen, so ein Leben und Lieben danach? Kann man mit Mitte 40 noch mal von vorne anfangen? Sie beschließt, der erzwungenen Rückkehr ins Single-Dasein ein paar neue Erkenntnisse abzutrotzen. Reist ein paar Monate durch die Welt, konsultiert Nachlassexperten, Meditationslehrer, Friseure, küsst eine Frau. Fazit ihrer irrwitzigen Odyssee: Bedingt lustig, dieses "verwitwet". Aber verdammt lehrreich.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Mareike Kollenbrandt
aus Jülich
5/5
22.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Plötzlich ist alles anders
Witwe sein ist kein besonders erstrebenswerter Zustand, in keinem Alter. Die Autorin verliert ihren Mann allerdings schon mit 44 Jahren, kein Jahr nach der Hochzeit. Und was passiert nun? Zunächst kämpft sie sich durch Papierkram, Bürokratie und Beerdingsplanereien. Dann versucht sie ihr Leben neu zu ordnen. Und findet einige interessante Dinge, die noch zu tun sind: Eine Weltreise ( alleine! ), sehr viele Gespräche mit sehr vielen Leuten ( Nachlassexperten, Trauerbegleiter ), probiert einige Dinge aus ( Sexparty, eine Frau küssen ), um zu der Erkenntnis zu gelangen: Der Schmerz bleibt, aber er wird anders. Und es gibt noch soviel zu erleben in diesem Leben. Ein tolles , lehrreiches Buch, das auch Antworten auf die Frage gibt, wie Witwen von ihren Mitmenschen behandelt werden möchten und wie nicht!
YukBook
aus München
5/5
21.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Der Titel lässt einen…
Der Titel lässt einen komödiantischen Krimi vermuten, doch der Untertitel verrät, worum es tatsächlich geht. Brenda Strohmaier schildert, wie sie nach dem Verlust ihres Mannes ihre Trauer verarbeitete und ein neues Leben als Witwe begann. Auch wenn sich die 44-Jährige während der langwierigen Krebserkrankung ihres Mannes mental auf einen möglichen Tod vorbereiten konnte, fühlt sie sich völlig überfordert. Was ist alles zu organisieren? Wie hat sie sich als Witwe zu verhalten? Wie geht das Leben weiter? Eine ganze Reihe von Fragen drängen sich ihr auf. Wie sie sich einer Aufgabe nach der anderen stellte und dabei ihren Humor nicht verlor, hat sie in 31 Lektionen zusammengefasst. Sehr schön fand ich, wie in ihrem Erfahrungsbericht das gemeinsame Leben mit ihrem Mann im Rückblick und die gegenwärtige Situation als Witwe miteinander verwoben werden. Manchmal lässt sie Erinnerungen aufleben und nimmt Abschied von gemeinsamen Tätigkeiten wie das feiertägliche Backen von Pfannkuchen. Mit der Trauerarbeit und dem Loslassen geht die Suche nach einer neuen Identität als Witwe und Single einher. Sie verschreibt sich eine Trauer-Reha Deluxe und unternimmt eine knapp sechsmonatige Weltreise von Kalifornien über Japan, Hongkong, Bali, Indonesien bis nach Australien. Die inhaltliche Vielfalt und gelungene Balance zwischen praktischen Tipps und persönlicher Geschichte machen das Buch zu einer sehr lesenswerten Lektüre. In manchen Passagen konnte ich mich gut mit ihr identifizieren, zum Beispiel wenn sie einen Exkurs zu spirituellen Weisheiten macht oder ihre Erfahrungen mit der Aufräummethode von Marie Kondo wiedergibt. Man merkt sofort, dass Schreiben ihr Metier und Gesellschaftstrends ihr Spezialgebiet ist. Ihr lockerer, schnoddriger Ton ist wunderbar zu lesen. Nie rutscht sie ins Sentimentale oder Sarkastische ab. Das Buch dürfte nicht nur für Witwen, sondern für alle, die nach einer Lebenskrise einen Neuanfang wagen wollen und bereit sind für „posttraumatisches Wachstum“, interessant sein. Über ihre Weltreise hätte ich gern noch viel mehr gelesen. Liebe Frau Strohmeier, wie wäre es mit einem zweiten Buch?
Bewertung
4/5
03.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Nur über seine Leiche
Auch wenn man sich nicht in der gleichen Situation wie Brenda Strohmaier befindet, ist ihr Buch sehr empfehlenswert: Es gibt viele Eindrücke und Informationen, die man daraus ziehen kann. Mit einem feinen Sinn für Humor und einem spürbaren Vermissen beschreibt sie ihren Alltag als Neu-Witwe; sie berichtet ebenso von Widrigkeiten, auf die sie stößt, wie auch auf unerwartetes Verständnis.
Strohmaiers Buch lädt zum Nachdenken ein. Sie führt dem Leser vor Augen, wie wichtig es ist, sich mit dem "Danach" zu befassen, auch wenn es schwer fällt.
Eva Fl.
aus Franken
3/5
09.12.2019
Buch (Taschenbuch)
Weil endgültiges Abschiednehme…
Weil endgültiges Abschiednehmen so unfassbar schwer ist. Kaum hatte Brenda Strohmaier ihren Partner Volker Gunske nach zehn Jahre langer Überzeugungsarbeit überzeugt, doch mal zu heiraten, verstirbt er schon nach kurzer Zeit. So ist sie mit 44 plötzlich Witwe, von heute auf morgen. Entsprechend musste sie sich durch einen Bürokratiedschungel kämpfen und natürlich auch die Trauer entsprechend verarbeiten. In diesem Buch darf man daran teilhaben und vielleicht auch die ein oder andere Lektion entsprechend lernen. Ich lese ja auch immer wieder Bücher, die mit mir als Person thematisch gar nichts zu tun haben, von daher habe ich hier sicher einen anderen Blickwinkel auf das Buch, als ihn Witwen darauf haben. Das nur mal direkt vorab, damit man meine Sichtweise aufs Buch auch versteht. Der Schreibstil von Brenda Strohmaier ist grundsätzlich ein sehr angenehmer, unterhaltsamer. Man merkt einfach, dass sie Journalistin ist, ihr das Schreiben einfach liegt. Entsprechend schwer ist es mir gefallen, das Buch aus der Hand zu legen. Es ist generell sehr verständlich und nachvollziehbar geschrieben, hier hatte ich keinerlei Schwierigkeiten. Inhaltlich merkt man dann allerdings, dass zwischen verschiedenen Ansichten und Wohnorten sicher Welten liegen, dass man in Berlin eher andere Dinge tun kann, als in ländlicheren Gegenden. Grundsätzlich war es hier interessant und spannend zu lesen, wie sie die Dinge angeht, wie sie trauert, sich ins Leben stürzt, sich aber auch Trauer-Hilfe sucht. Ich für mich habe hier aber eben auch immer gemerkt, dass es für mich nicht relevant ist, dass ich manches vielleicht auch anders angehen würde. Entsprechend habe ich das Buch während ich es gelesen habe, zweimal „aus den Augen verloren“, weil es mich einfach nicht gepackt hat, weil es für mich eher belanglos war. Wenngleich der Schreibstil ein wirklich guter ist, ich habe das Buch schließlich zu Ende gelesen und nicht abgebrochen. Im Buch bringt Brenda Strohmaier sicher echt gute Lektionen für Witwen mit, manche Herangehensweisen sind doch ein bißchen skurril und man merkt, wie ihr Konventionen egal sind. Das darf meiner Ansicht nach auch jeder handhaben, wie er das möchte. Generell hat es mir beispielsweise gut gefallen, wie sie vom richtigen Testament spricht, hier wäre dann ein Anhang mit Hinweisen noch eine tolle Sache gewesen. Für mich war es ein Ausflug in eine Welt, die mich hoffentlich ganz lange noch nicht betreffen wird. Die Lektionen, die beschrieben werden, sind auf gar keinen Fall immer nur trockene Theorie, da die Autorin auch immer wieder einige Witze und verschiedenstes Wissen einfließen lässt. Dennoch war es für mich persönlich ein Buch, bei dem ich manche Ansichten schon als ziemlich krass empfunden habe, aber das kommt wohl auf den Typ Mensch an. Geschrieben ist es wirklich so, dass es sich gut liest, inhaltlich war es interessant und unterhaltsam, mir manchmal aber einfach ein bisschen zu viel. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen, hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen.
Spiegelblicke
aus Krefeld
2/5
11.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Literarische Unausgeglichenheit, die dem Thema nicht gereichen kann.
Voller Vorfreude auf eine Mischung von Trauer, Humor und Lebensbejahung habe ich dieses Buch lesen wollen - bereits vor der Hälfte jedoch begann ich, ein paar Seiten zu überfliegen, überblättern und überseufzen, um die Lektüre schließlich ganz abzubrechen.
Die ersten Seiten begannen vielversprechend - authentisch, offenherzig, eine wohldosierte Prise Humor gepaart mit den bisweilen skurrilen Fakten des Todes in der Bürokratie. Brenda Strohmeier schaffte es hier durchaus, dem Leser Wissenswertes mit auf den Weg zu geben, zeigt so beispielsweise andersartige Trauermöglichkeiten auf und erinnert daran, dass man die Beerdigung nicht für die Familie und Freunde plant, sondern für den, der gestorben ist - "wie eine Hochzeit, nur am anderen Ende des Lebens."
Bedauerlichweise verliert sich die Autorin sodann jedoch frühzeitig in dem schier augenfälligen Willen, dem Leser mittels nackten Fakten ein wenig Tiefsinn mit auf den Weg zu geben. Wo auf der einen Seite inmitten von "Nur über seine Leiche" zu viel versuchte Lustigkeit dargeboten wird, wirken Beispielberechnungen, wer bei welcher Testamentsgestaltung wann wie viel Prozent in der jeweiligen Erbfolge erhält und wie viele Steuern gezahlt werden müssen, deutlich krampfhaft-trocken in die Lektüre hineingepresst.
Hinzu gesellt sich der Aspekt, dass bereits an dem Kapitel der Lektüre, an dem die Protagonistin eine berufliche Auszeit nimmt und förmlich die halbe Weltkugel bereist, ich als Leserin dem Tal der Langeweile kaum mehr entfliehen konnte. So abenteuerlich diese Anekdoten auch klingen mochten, so wenig fand ich darin Bezug zur Erzählerin, geschweige denn zur eigentlichen Thematik - der Trauerverarbeitung - so dass ich zu guter Letzt recht ratlos vor den Seiten hockte und mich fragte, in welche Richtung das Ganze eigentlich gehen sollte.
Hand aufs Herz - womöglich hätte ich eben jene Frage noch für mich beantworten können, wenn ich "Nur über seine Leiche" zu Ende gelesen hätte. Dessen ungeachtet empfand ich das literarische "Hin und Her" als kaum packend. Gewiss ist es immer "so eine Sache", wenn es um wahre Geschichten geht ,sollte man sich hüten, in diesem Kontext von "langweilig" zu sprechen, da die Fehlinterpretation, man würde das vorgestellte Leben selbst als langweilig empfinden, offen auf der Hand liegt.
Fakt ist dennoch: die Umsetzung, die die Autorin hier wählte, konnte mich für meinen Teil nicht überzeugen. Die vorangestellte Vorstellung respektive flotte Zusammenfassung, was in dein einzelnen Kapiteln auf den Leser wartet, täuscht fatalerweise einen filigranen leicht-schwarzen (pietätvollen!) Humor vor, der in den Kapiteln selbst jedoch nicht zu finden ist. Weder amüsiert hier etwas, noch unterhält das Buch benennbar - vielmehr ballert Brenda Strohmeier die bürokratischen Fakten, Berechnungen und Gesetzgebungen dergestalt trocken in die Kapitel, dass man immerfort in seinem Lesefluss ausgebremst wird. Was sicherlich sehr gut und sehr hilfreich gemeint war, wird dadurch, dass die Kapitel alles andere als chronologisch aufgebaut sind, nicht besser.
Gepaart mit Detailbeschreibungen (Stichwort: Grabgestaltung) , die dementgegen nicht dazu führen, dass man sich das Ganze umso plastischer vorstellen kann; einhergehend mit dem steten Gefühl, dass die Autorin insgesamt immer dann, wenn der Leser "Gefahr lief", sich wirklich wirklich auf die Vorstellung, den geliebten Menschen zu verlieren, einzufühlen sowie vom Inhalt vollends berührt zu werden und sich auf eben diese Niedergedrücktheit einzulassen, überzogene Albernheiten und / oder nüchternste Berechnungen ihre eigene Emotion, die sie während des Schreibeprozesses eingeholt haben mag, in die Lektüre brachte, wirkt "Nur über seine Leiche" vor allem eins: unausgeglichen in sich selbst.
Die Achterbahnfahrt der Gefühle, die hier hätte erwartbar sein dürften, bremst die Verfasserin stets selbst aus, in dem sie scheinbar auf ein Wechselbad des Schreibstils setzte ~ mal nüchtern, mal humorvoll, mal kämpferisch, mal trotzig, mal allzu sachlich-trocken....
Das vermutet große Ergo des Buches "es tut gut, sich eine große Auszeit zu nehmen und die Welt zu bereisen um andere Gebiete, Menschen und sich selbst kennenzulernen" mag überdies dem ein oder anderen Leser, der auf seinen Wochenurlaub in der mittelbaren Gegend sparen muss, ein wenig wie Hohn erscheinen - kann man alles in allem jedoch nicht sagen, dass die Autorin es insgesamt leichter gehabt haben mag wie andere in vergleichbarer Situation,
Festzuhalten ist und bleibt jedoch, dass "Nur über seine Leiche" nicht das war, was ich mir von der Lektüre erhofft hatte, konnte ich mich mit der "vom Hütchen aufs Stöckchen" Schreibweise und die immerfort platzierten Hinweise inmitten der Kapitel auf folgende oder vorangegangene Kapitel nicht anfreunden. Für mich wirkte das Buch so, als hätte sich die Verfasserin nicht einigen können, ob sie ihre Erfahrungen in bittersüßer, tragischkomischer Erzählweise teilen wollte oder doch lieber einen nüchternen, nicht weniger wertvollen "how to do" Ratgeber publizieren wollte. Bei letztgenanntem lässt sich indes eine Art Nachwort mit Stichworten, Adressen o. ä. vermissen - als Roman per se konnte mich das Buch jedoch so wenig mit sich reißen, dass ich es nach drei Viertel abgebrochen habe und froh bin, es aus zweiter Hand erhalten zu können.
Der Autorin selbst alles Gute und Respekt vor dem Mut, ein solch persönliches Buch zu schreiben ~ empfehlen würde ich dieses dessen ungeachtet niemanden.
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4/5
19.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Sie ist schneller Witwe als verheiratet...
Sie ist schneller Witwe als verheiratet und bewältigt ihre Trauerphase mit Mut und Kraft. Darüber hat sie ein kluges Buch geschrieben. 44 Jahre und das Leben muss neu beginnen.
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