Köln-Marienburg 1926: Karolina Offermann träumt von einer Filmkarriere im fernen Berlin. Doch die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben kollidiert mit den Vorstellungen ihres Vaters. Der Fabrikant hat einen anderen Weg für sie vorgesehen. Allen Hindernissen zum Trotz nimmt sie unentdeckt von ihm Schauspielunterricht. Als er dies erfährt, eskalieren die familiären Konflikte und münden in eine Tragödie. Und der Traum vom Film rückt in immer weitere Ferne.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
aus Villingen-Schwenningen
4/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Blick hinter die Fassade einer gutbürgerlichen Familie
Wir schreiben das Jahr 1926. Die junge Karolina Offermann träumt davon Karriere als Filmschauspielerin zu machen. Dazu nimmt sie Unterricht bei der bekannten Schauspielerin Paula Poll. Unterstützt wird Karolina von ihrer Mutter Helene. Ihr Vater Carl dagegen darf davon nichts wissen. Stark alten Konventionen verhaftet plant der vermögende Möbelfabrikant eine Hochzeit mit dem Sohn eines
befreundeten Teppichfabrikanten. Die einzige Möglichkeit aus dem Haus zu kommen, besteht für Karolina darin, in der Buchhandlung ihres jüdischen Onkels Johann mitzuhelfen. Dessen Familie weiß von ihren Träumen. Karolina wächst als Tochter aus gutem Hause auf. Materielle Sorgen kennt sie nicht. Doch fast über Nacht bricht ihre Welt auseinander.
Der Roman bietet gute Unterhaltung. Im Gegensatz zu den anderen Büchern aus dieser Zeit, stehen nicht die politischen Umbrüche im Vordergrund, wenn sie auch das Geschehen mit beeinflussen. Für mich spannend war die Schilderung der sozialen Verhältnisse und die Lebensumstände des Großbürgertums. Auch die eingestreuten Informationen zur Kulturszene, speziell des Films und der Literatur, waren interessant. Nachvollziehbar war für mich die persönliche Entwicklung von Karolina. Zu Beginn ist sie die verwöhnte und naive Tochter aus gutem Hause mit Flausen im Kopf. Dann wird sie durch die äußeren Umstände gezwungen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Dabei nimmt sie jede Gelegenheit wahr, der Verwirklichung ihrer Träume näher zu kommen. Diese Zielstrebigkeit hat mich beeindruckt. Am Ende des Buches ist Karolina eine starke junge Frau, die optimistisch in die Zukunft blickt.
Bewertung
5/5
20.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Eintauchen und ein Leben in einer anderen Zeit genießen - klasse!
Spannende Epoche, in einer mitreißenden Erzählung über eine junge Frau auf dem Weg ins schillernde Film-Business, Der Autorin merkt man beim Lesen die Historikerin an: Sie taucht mit ihren Leser*innen gut recherchiert tief in die Orte und Geschehnisse der damaligen Zeit ein, so dass man das Gefühl hat, ganz nah dabei zu sein. Die Geschichte um Karolina Offermann baut sich langsam auf, zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse und nehmen eine überraschende Wendung, die Lust auf mehr machen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung „Großstadtdlüstern“.
Jeanette Lube
aus Magdeburg
5/5
09.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Jeder sollte Vorbilder und Träume haben!
Dieses Buch erschien 2018 in der Gmeiner Verlag GmbH und beinhaltet 364 Seiten.
"Der Traum vom Film"
Diese Geschichte beginnt in Köln-Marienburg im Jahr 1926. Karolina Offermann hat einen großen Traum. Sie möchte gern eine Filmkarriere im fernen Berlin machen. Doch leider kollidiert die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben mit den Vorstellungen ihres Vaters. Er ist Fabrikant und hat einen anderen Weg für sie vorgesehen. Doch Karolina nimmt allen Hindernissen zum Trotz unentdeckt von ihm Schauspielunterricht. Die familiären Konflikte eskalieren und münden in eine Tragödie, als er davon erfährt. Und damit rückt der Traum vom Film in immer weitere Ferne.
Zunachst hatte ich ja mit dem zweiten Teil "Großstadtflüstern", der Geschichte über Karolina Offermann zu lesen begonnen. Da mich in diesem zweiten Teil die Autorin Karin Joachim aufgrund ihres tollen Schreibstils überzeugt hatte, wollte ich nun unbedingt erfahren, was Karolina Offermann im ersten Teil erlebt hatte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Eine wirklich tolle Geschichte über eine junge Frau, die unerschrocken und mit allen Mitteln versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Karolina Offermann ist leider noch nicht großjährig und so darf sie eigene Entscheidungen ohne den Wohlwollen ihres Vaters nicht treffen. Was für eine Zeit, die "Goldenen Zwanziger"! Alles ist im Umbruch! Die Frauen, beginnen sich zu emanzipieren. Karolina hat es wirklich nicht leicht, denn ihr Vater hat schon Pläne mit ihr. Und doch hat sie einen großen Traum, sie will Schauspielerin werden. Ich finde sie sehr sympathisch und konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Mithilfe des tollen Schreibstils von Karin Joachim hatte ich das Gefühl, an Karolinas Seite alles direkt zu erleben. So war ich mit ihr unterwegs in Köln, in Bad Neuenahr und begab mich mit ihr in die wunderbare Großstadt Berlin in den 20er Jahren. Auch ich habe immer Glücksgefühle, wenn ich mich in Berlin aufhalte und konnte so Karolinas Gefühle sehr gut nachvollziehen. Auch Köln ist für mich eine ganz besondere Stadt. Ich habe direkt mitgefiebert und habe auch die Schicksalsschläge Karolinas sehr tief in meinem Herzen nachempfinden können. Nur gut, dass die Frauen damals für ihre Unabhängigkeit kämpften. Wir sollten niemals vergessen, wenn es diese starken Frauen nicht gegeben hätte, könnten wir heute nicht so unabhängig leben. Die Autorin hat wirklich gute Recherchen geführt, wenn auch vieles ausgedacht ist, so hätte diese Geschichte genauso passiert sein können. Ich bin fasziniert und konnte das Buch wieder mal nicht mehr aus den Händen legen. Es war für mich ein toller Ausflug in die damalige Zeit. Ob Karolina ihren großen Traum wirklich leben darf, das erfahrt ihr, wenn ihr dieses Buch selbst lest. Wenn ich mal wieder in Köln bin, werde ich mich auf jeden Fall an dieses Buch erinnern. Henny Porten ist ein großes Vorbild von Karolina Offermann. Jeder Mensch sollte Vorbilder und Träume haben! Ich hatte wunderbare Lesestunden. Eine Leseempfehlung für alle, die sich sowohl für das Leben Karolina Offermanns als auch für die Zeit der 20er Jahre interessieren. Ihr könnt wunderbar mit dieser Geschichte in die damalige Zeit abtauchen!
Mundolibris
aus Frankfurt am Main
5/5
11.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Ganz stark!
Köln-Marienburg im Jahr 1926. Karolina Offermann eine junge Frau aus höherem Hause träumt vom Film. Sie möchte nicht den üblichen Weg gehen den eine junge Frau in der damaligen Zeit geht, sie möchte mehr als nur Hausfrau und Mutter sein.
Die Autorin schreibt auf eine sehr einfühlsame Art und Weise die Geschichte von Karolina. Die Steine die man ihr in den Weg legt seitens der Familie, aber auch die noch so kleinen Erfolge Anfangs. Aber auch über all ihre Bemühungen ihrem Traum ein wenig näher zu kommen.
Es ist Karin Joachim sehr gut gelungen mich gleich auf den ersten Seiten ihres Romans abzuholen und sie hat mich neugierig gehalten, so dass es kaum möglich war das Buch aus den Händen zu legen.
Sie hat die Atmosphäre der zwanziger Jahre gut beschrieben wie ich finde.
Schöne Beschreibungen der Stadt Köln, aber auch etwas später dann von Berlin und wirklich toll gezeichnete Figuren und Dialoge runden das Bild ab.
Die Figuren wirken durchweg echt und real und man kann sie sich gut vorstellen. Für mich war es fast so als liefe vor meinem inneren Auge ein farbenfroher Film ab, so gut gelangen die Figuren.
Ich hatte zu jeder der Figuren sofort ein Bild vor Augen.
Die Autorin schreibt in einem Stil der den Leser gefangen hält, neugierig auf jedes folgende Kapitel auf jede neue Seite machen und es wird auch bei etwas längeren Beschreibungen nie langweilig. Man saugt das gelesene regelrecht wie ein Schwamm auf.
Die Story hatte für mich durchaus das Zeug dazu ein Mehrteiler zu werden. Auch wenn die Geschichte fertig erzählt sein könnte, für mich steckt noch viel Potenzial in der Geschichte um mindesten noch eine Fortsetzung zu schreiben.
Ich für mich bin sehr gespannt ob die auch noch folgen wird.
Jetzt aber bin ich gespannt auf den dritten Teil ihrer Krimireihe die im Ahrtal spielt. Denn nicht nur einen Roman der in der Vergangenheit spielt kann sie, sondern auch ganz ausgezeichnete Kriminalromane aus der Gegenwart.
Für mich erreicht „Domschattenträume“ 5 von 5 Sternen sowie eine Leseempfehlung!
Bewertung
aus Hamburg
5/5
12.10.2018
Buch (Taschenbuch)
Träume einer jungen Frau in der Weimarer Republik...
Bis auf einen Tagesausflug bin ich noch nie in Köln gewesen, aber nun bin ich gemeinsam mit Karolina 1926 durch Köln flaniert, habe in Damms Teestube gesessen, bin gemeinsam mit ihr und ihrem Hund Tiffany am Rhein entlang spaziert, habe mit ihr eine Wanderung an der Ahr unternommen, 1927 das aufregende (und / oder erschreckende) Berlin kennengelernt. Karin Joachim beschreibt die jeweiligen Situationen so anschaulich, dass ich das Gefühl hatte, Teil des Geschehens zu sein...
Karolina Offermann, eine 20-jährige junge und sympathische Frau, hadert mit ihrem Schicksal: sie ist noch nicht „großjährig“ und ihr Vater vertritt ausgesprochen konservative Anschauungen: Frauen brauchen kein Abitur, sie sollen heiraten und Kinder bekommen, sie sollen kein Führerschein machen – kurzum, eigentlich in allem genau die gegenteiligen Ansichten von Karolina! Vor allem darf der Vater auf keinen Fall wissen, dass Karolina heimlich Schauspielunterricht nimmt und davon träumt, zum Film zu gehen. Unterstützt wird sie in diesem Traum von ihrer Mutter, deren Bruder, Onkel Johann und dessen Frau, Tante Olga. Aber wird sie sich ihren Traum erfüllen können, ohne den endgültigen Bruch mit dem Vater herbeizuführen? Hinzu kommt, dass mysteriöse Geschehnisse im Hause Offermann geschehen, wem kann Karolina noch vertrauen? Ist ihr Bruder Arnold ein heimlicher Spitzel ihres Vaters? Welche Rolle spielt eigentlich ihr Cousin Felix? Fragen über Fragen... Aber die lasse ich jetzt hier an dieser Stelle unbeantwortet...
Sehr beeindruckt haben mich die politischen Hinweise auf die damalige Zeit, so liest Karolina z.B. im Mai in der Zeitung: „Mehrere Stahlhelmleute pöbelten im angetrunkenen Zustand Passanten an. Als sich ein Kommunist einmischte, eskalierte die Situation. Es fielen Schüsse. Der Kommunist wurde schwer, der Stahlhelmmann, der geschossen hatte, leicht an der Hand verletzt.“ (S. 26). Auch der aufkommende Antisemitismus wird anhand von Onkel Johann, der sich weigert, in seiner Buchhandlung deutschnationale Literatur zu verkaufen, anschaulich und einprägsam thematisiert. Fast nebenbei erfahren wir Leser, dass der Bürgermeister von Köln zu diesem Zeitpunkt Konrad Adenauer hieß. 1927 erlebt Karolina einen Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten hautnah mit: „In Karolinas unmittelbarer Nähe wurde ein Mann zu Boden geworfen und mit Füßen getreten. „Raus mit dem farbigen Pack“ rief einer von ihnen. Ein anderer schrie: „Schlagt die Judenlümmel tooooot“ und schwenkte eine Fahne mit einem Hakenkreuz.“ (S.338)
Fiktion und Realität sind gut miteinander verwoben und ergänzen sich, so dass das Buch leicht und flüssig zu lesen ist. Die Kapitel sind mit Datumsangaben versehen, so dass die Geschichte chronologisch berichtet wird. Zu Beginn gibt es ein Verzeichnis über die fiktiven und die historischen Personen, was ich allerdings kaum benötigt habe, mir haben sich die verwandtschaftlichen Beziehungen und „auftretenden Personen“ gut aus dem Text erschlossen.
Dieses Buch hat mich wirklich in seinen Bann gezogen, dass ich es nur schwer aus der Hand legen konnte, der kriminalistische Aspekt wurde zum Schluss aufgeklärt. „Domschattenträume“ hat mich sehr gut unterhalten und mir anregende Lesestunden gewährt – aus diesem Grund kann ich das Buch mit wirklich gutem Gewissen weiterempfehlen!
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