Ben Jones ist ein 30-jähriger LKW-Fahrer und beliefert seine Kunden auf einer abgelegenen, hundert Meilen langen Strecke in der Wüste Utahs. Er ist ein Waisenkind, ledig, mürrisch, schnell pleite. Seinem besten Freund, dem alten Walt Butterfield, gehört das Well-Known Desert Diner, das er 1953 kaufte und 1972 nach einer Tragödie schloss. Er lädt Ben manchmal zu sich zum zum Essen ein. Außerdem besitzt er ein Vincent Black Shadow Motorrad von 1948 und hat auf tragische
Weise seine Frau verloren. In dieser abgeschiedenen Welt taucht die
mysteriöse Claire auf, die sich in einem verlassenen Haus versteckt. Eines Tages schaut Ben in ihr Fenster. Sie ist nackt und scheint Cello zu spielen. Als sie ihn sieht, fragt sie ihn: "Bist du ein Musikliebhaber oder nur ein Perverser?" und zieht eine Waffe.
Mysteriöse Fremde beschatten Ben von da an. Wir treffen John, den Gründer der Ersten Kirche des Wüstenkreuzes, der seine Tage damit verbringt, ein zehn Fuß langes Holzkreuz auf einem verlassenen Highway zu tragen. Ginny, eine Obdachlose, die, im acht Monat schwanger,
am College studieren will. Wertvolles verschwindet, Menschen sterben gewaltsam.
Mit "Desert Moon" ist James Andersons ein wundervoll leiser Roman gelungen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Christopher Bahn
Book Circle Community
5/5
29.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Allein in der Wüste
Einige Außenseiter in der Wüste in den USA sind die Protagonisten in diesem Roman, die der Autor wie kein zweiter atmosphärisch verdichtet in Beziehung setzt. Einsamkeit und skurrile Begegnungen wechseln einander ab, bis es schließlich zu Gewalttaten kommt. Ich habe selten so eine einfühlsame Beschreibung der Figuren und des Settings gelesen. Sehr empfehlenswert.
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ben Jones fristet ein eher karges Dasein als Trucker in der fast menschenleeren Wüste Utahs. Sein Ein-Mann-Desert-Moon-Delivery-Service ist praktisch bankrott und die Zukunft bleigrau. Zufällig trifft er mitten in der Wüste die bildschöne Claire und seine Welt gerät aus den Fugen. Mysteriöse Vorfälle häufen sich und Ben wird verdächtig ... Desert Moon ist weder Krimi noch B-Movie und zitiert doch beide Genres meisterhaft. Unterschwellig wie ein David-Lynch-Film, staubig und knarzend wie ein Giant-Sand-Song. Fast schon Wüstenpoesie. Staubtrocken.
David Möckel
5/5
20.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Wüste kennt viele Geheimnisse...
Für einen „echten“ Krimi eigentlich zu ruhig, fesselt „Desert Moon“ mit einer ganzen Reihe Adjektiven:
Atmosphärisch, still, tiefgründig, spannend, packend und lesenswert.
Ben fährt seit Jahrzehnten auf der 117 durch die Wüste Uthas und versorgt Einzelgänger, Aussteiger und eine ganze Palette schräger Typen mit dem Allernötigsten. Seine Tage fließen eintönig dahin, bis er eines Tages in einem vermeintlich leer stehenden Haus auf Claire trifft und sich das Verbrechen auf leisen Sohlen anschleicht!
Als Dreingabe kann James Andersen auch noch richtig gut schreiben, sodass man manchmal meint den heißen Wüstenwind zu spüren oder den Kopf in den Nacken legen möchte, um die Millionen Sterne einer kalten, klaren Wüstennacht zu beobachten.
Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf Teil 2.
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
04.01.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ben, die Wüste und der 117
Utah. Mormonen- und Wüstenstaat im amerikanischen Westen, wo man Meile um Meile endlose Straßen entlangfahren kann und das einzige Wesen, das einem begegnet, ein totes Pferd am Straßenrand ist. Dermaßen von eigenen Reiseerfahrungen geprägt, fällt es nicht schwer, sich die Gegend vorzustellen, in der Ben Jones Tag für Tag mit seinem Truck unterwegs ist, um Waren an die unterschiedlichsten Kunden seines „Ben’s Desert Moon Delivery Service“ auszuliefern. Rentabel ist das Geschäft schon lange nicht mehr und es steht zu befürchten, dass er seinen Truck und damit seine Existenz verliert.
Aber er liebt das, was er tut, und er liebt die Menschen, und so setzt er sich jeden Tag aufs Neue hinter das Steuer, fährt seine Tour entlang der Hochwüste und wundert sich einmal mehr über die seltsamen Typen, die er auf seinem Weg trifft: Walt, trauriger Besitzer eines Diners, der nur selten geöffnet ist und Bens Freund. John, der Wanderprediger, der tagein tagaus ein riesiges Holzkreuz durch die Wüste schleppt. Fergus und Duncan, die beiden Brüder, die in einem aufgebockten Güterwaggon hausen. Ginny, die Punkerin, obdachlos und hochschwanger. Josh, der Filmemacher, der sich Walts Diner und Ben als Objekt für seine nächste Reality-Show ausgeguckt hat. Und dann ist da noch Claire, die Ben eines Tages unvermutet auf der Veranda eines verlassenen Hauses sieht. Nackt, vor sich ein saitenloses Cello, auf dem sie Melodien spielt, die nur sie hören kann. Und mit dem Auftauchen von Claire setzt sich eine Spirale in Gang, die Bens Gefühlswelt und sein von Routine geprägtes Leben gehörig durcheinander schüttelt.
Was an diesem Buch am meisten auffällt ist die Empathie, mit der James Anderson seine Geschichte erzählt. Ben ist kein Superheld, er ist ein ganz normaler Mensch. Einer, der jeden Tag aufsteht und seine Lieferungen ausfährt. Der die Menschen respektiert und nicht über sie urteilt. Der in der täglichen Routine sein Bestes gibt. In einem rauen und isolierten Landstrich, der etwas Magisches hat und neben den Menschen, die dort leben, in seiner ganzen Schönheit eine weitere Hauptfigur ist. Die Details in den Beschreibungen machen Andersons Story eindrücklich und wecken auch bei dem Leser Sympathien nicht nur für diese exzentrischen Wüstenbewohner, sondern vor allem für Ben.
Das ist die Geschichte von Ben Jones, der jeden Tag daran arbeitet, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein besserer Mensch zu werden. Nach Aussage des Autors angelegt auf drei Bände, von denen der zweite Band „Lullaby Road“ bereits im Original erschienen ist und den Lesern in der Übersetzung hoffentlich zugänglich gemacht wird. Aber ob ich solange warten mag? Vielleicht lese ich es doch lieber zeitnah im Original.
Bewertung
aus Dresden
5/5
29.09.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Subkultur zwischen Asphalt und Sand.
»Selbst wenn man zehn Jahre an der 117 leben würde, wäre man in den Augen der Leute immer noch ein Fremder.«
Dieses Zitat beschreibt die Eigenwilligkeit der Leute, die an der hundert Meilen langen State Road 117 in Utah leben, besser, als jede Eigenschöpfung es könnte. Eine Gegend ohne Straßenschilder, Strommasten oder Briefkästen. Die hier leben, sind Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen die Einsamkeit gesucht und gefunden haben.
Mit ruhigen Worten erzählt James Anderson die Geschichte von Trucker Ben, der die Leute in der Wüste mit dem Notwendigsten versorgt. Der Protagonist in seinem Roman aber ist die Wüste. In »Desert Moon« entsteht sie vor dem Auge des Lesers in all ihrer Schönheit und tödlichen Gefahr.
Trotz der leisen Töne zieht das Buch den Leser in seinen Bann und lässt ihn nicht wieder los. Flüssig geschrieben besticht der Roman mit einer nicht vorhersehbaren Handlung, detaillierten Charakterstudien und einer bildhaften Sprache, die die karge Landschaft so plastisch beschreibt, dass man beim Lesen den Sand zwischen den Zähnen zu spüren vermeint.
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5/5
27.07.2026
eBook (ePUB)
Desert Moon
Ben Jones liebt seinen Job, nämlich als Trucker Waren an Menschen in der kompletten Einsamkeit der Desert Moon auszuliefern. Er ist nahezu pleite, denn rentabel ist sein Unternehmen nicht und er steht mit dem Rücken zur Wand.
Wir lernen auf seiner Route seine menschenscheuen, zurückgezogenen Kunden kennen, allen voran Walt, der Besitzer eines topgepflegten Diners, das aber nur sehr selten öffnet und den er fast als Freund bezeichnet. Ben muss eigentlich aufhören, die Kreditraten wachsen ihm über den Kopf aber auf einer seiner letzten Touren bemerkt er Claire, die auf einmal in einem verlassenen Haus ist und auf einem seitenlosen Cello spielt...Mit dem Erscheinen von Claire verändert sich auf einmal alles und wir sind mitten in einem Fall, in dem scheinbar Ben die Hauptrolle spielt. Eine wirklich guter Krimi mit außergwöhnlichen Charakteren und einer unfassbar unwirtlichen Umwelt, sprachlich und inhaltlich absolut überzeugend.
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