Wiesbaden, 1951. Das Café Engel hat Konkurrenz bekommen. Neben dem Traditionscafé der Familie Koch hat sich das modernere Café König niedergelassen. Während Hilde Koch vergeblich versucht, ihre Eltern von einer Modernisierung des Cafés zu überzeugen, droht auch ihre hart erkämpfte große Liebe zu scheitern. Um das Glück ihres Bruders August steht es nicht besser. Nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft fällt seine Wahl ausgerechnet auf eine junge Russin, deren Ankunft die Familie zu spalten droht ...
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Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, war ich sehr gespannt welche Entwicklung die Geschichte um Hilde und ihre Familie einige Jahre später nehmen würde. Trotz einer kleinen Einschränkung kann ich sagen, dass mich die Geschichte erneut in ihren Bann gezogen hat und sie es mir sehr leicht gemacht hat, dieser mit Erwartung und Lesevergnügen zu folgen.
Auf dem Cover zeigt sich im Vordergrund in bunter Farbe eine Frau, welche festlich gekleidet auf einer Straße entlangflaniert. Ihr gegenüber ist ein Kirchturm im Hintergrund, sowie eine bebaute Geschäftsstraße abgebildet. Der Klappentext umreißt grob wesentliche Handlungsthemen, ohne näher den Inhalt und die Spannung vorwegzunehmen.
Die wesentlichen Inhalte des Romans handeln von konkurrierendem Geschäftsleben, Liebe, Kaffeehauskultur, Theater- und Familienleben. Der Roman spielt in Deutschland, Anfang der fünfziger Jahre, womit die historische Einordnung für die Leser greifbar ist. Der Kern der Geschichte handelt wie in dem ersten Band von dem Café Engel der Familie Koch. Im Vordergrund des Geschehens steht die Weiterentwicklung des Cafés durch die Konkurrenzsituation zum neugegründeten Café König.
Vor allem der Generationenkonflikt um die Neuausrichtung des Cafés zwischen Hilde und ihren Eltern ist dabei ein prägender Handlungsstrang der Geschichte. Positiv herauszustellen ist, dass in den Neben-geschichten das Brüderpaar von Hilde, August und Wilhelm, in einem größeren Umfang in das Handlungsgeschehen mit eingebunden wird. Nachdem im ersten Band neben Gisela, Theaterschneiderin Julia sowie der Theatersänger Adi Dobscher als Nebenfiguren mir sehr imponiert haben, ist im zweiten Band das Brüderpaar klar hervorzuheben. Sowohl August, als auch Wilhelm, bestechen mit ihren unterschiedlichen Charaktereigenschaften und geben der Geschichte somit ein sehr gutes abwechslungsreiches Handlungsspielfeld. Trotz der sehr interessanten Figur Wilhelms hat sich sein Bruder August als meine Lieblingsperson herauskristallisiert. August überzeugt mich als Mann, welcher trotz seiner durch den Krieg hervorgerufenen Traumata im Laufe der Geschichte immer mehr Verantwortung für das Handeln von anderen Personen einnimmt. Seine Entwicklung innerhalb des Romans ist symbolhalft für ein Deutschland, welches physisch und psychich am Boden liegt und sich im Laufe der Zeit am eigenen Schopf aus dem „Unheil“ herauszieht.
Die Story ist chronologisch aufgebaut und es sind nur in wenigen Nebengeschichten relativ kleine Zeitsprünge erkennbar, welche den Lesefluss nicht wesentlich beeinträchtigen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr lebendig. Die Figuren sind dabei nicht starr beschrieben, sondern agieren emotional und wirken somit dem Leser vertraut und realitätsnah. Es ist dabei aber auch eine sehr gute Entwicklung erkennbar. Wesentliche Charaktereigenschaften der Personen bleiben erhalten, trotzdem sind vereinzelt persönliche Veränderungen zu sehen. Die Besonderheit des Romans liegt nach wie vor in seiner kulturellen Verzweigung. Nicht so stark wie im ersten Band, aber immer noch sehr gut, wird der Theateralltag und das Künstlerleben beschrieben. Durch die Figur des Wilhelm bekommt sie einen sehr guten zusätzlichen Handlungsstrang. Der Roman richtet sich an Lese-Fans der 50iger Jahre in Deutschland, Kaffeehausliebhaber, Fans von Familiendynastien und Freunde einer facettenreichen Geschichte über Kultur und Gesellschaft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg.
Er ist sowohl für Frauen als auch für Männer meiner Meinung nach geeignet. Im Allgemeinen kann ich ein sehr positives Fazit über die Geschichte ziehen. Das Buch überzeugt, wie im ersten Band durch seine sehr starken Persönlichkeiten, welche durch ihr Handeln und Wirken zu einer sympathischen und heimeligen Leseatmosphäre beitragen. Als kleiner Kritikpunkt bleibt nur anzumerken, dass mir persönlich der „Wohlstandsprung“ der Menschen für 6 Jahre nach dem Krieg etwas zu groß erscheint. Mir hat es aber insgesamt erneut große Freude bereitet den Nachfolgeband zu lesen und ich bin gespannt, welche besonderen Ereignisse und Schicksale im nächsten Band auf mich warten.
aebbies.buechertruhe
5/5
05.09.2019
Buch (Taschenbuch)
Einfach empfehlenswert
Im Jahre 1951 wird in ganz Wiesbaden gebaut und modernisiert. Auch Hilde möchte das Café Engel moderner und heller gestalten, denn direkt nebenan hat die Konkurrenz ein modernes Café eröffnet und die Kunden sind begeistert. Nur die Eltern wollen in ihren Plan nicht einwilligen. Heinz und Else Koch hängen an der "guten alten Zeit". Dabei könnte alles so schön sein: Hildes Brüder sind aus dem Krieg zurückgekommen. Wilhelm sucht seinen Weg als Schauspieler und feiert dabei große Erfolge - besonders bei den Frauen. Sein Bruder August hat mit den Erinnerungen aus dem Krieg zu kämpfen. Er verliebt sich ausgerechnet in Swetlana, eine junge Russin. Daß diese Liebe seine Familie in Konflikte bringen wird, ist ihm sofort klar. Er ist bereit, für seine Liebe zu kämpfen. Auch Hilde muß für ihre Liebe kämpfen, denn ihr Ehemann Jean-Jacques ist mit seiner Rolle in der Familie und im Cafe unzufrieden. Er hat eigene Pläne und will sie unbedingt in die Tat umsetzen.
So steht den Mitgliedern der Familie Koch eine turbulente Zeit bevor. Werden sie auch diese Prüfungen gemeinsam überstehen?
Der zweite Teil der Serie um die Familie Koch und ihr Cafe Engel ist wieder sehr unterhaltsam. Das Buch ist ein Fenster in die Nachkriegszeit. Die Aufbruchstimmung der 50er Jahre ist deutlich spürbar. Es ist wenig Platz für Leute, die an den alten Zeiten hängen. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Die Geschichte zeigt aber auch, wie wichtig es ist, eine intakte Familie und gute Freunde zu haben. Da kann man streiten und auseinander gehen, Hauptsache man findet später wieder einen Weg zurück und kann vergeben.
Dieses Buch ist in einer so herzlichen Art geschrieben, da kann man keiner Person böse sein. Selbst wenn sie noch so im Unrecht ist, man findet immer eine Seite an ihr, die dann auch wieder Verständnis beim Leser auslöst. Am Ende hat man die ganze Familie und ihre Freunde ins Herz geschlossen und ist gespannt, was die Zukunft für sie alle bringen wird.
Bewertung
aus Kamp-Lintfort
5/5
20.07.2019
Buch (Taschenbuch)
Schön!
Ein absolut lesenswertes Buch, es führt uns in die Vergangenheit der Eltern und zeigt, mit viel Gefühl, wie die Menschen damals kämpfen mussten um ein lebenswertes Leben zu bekommen. Ich bin total begeistert und angenehm überrascht.
begine
aus Lemwerder
5/5
13.07.2019
Buch (Taschenbuch)
Familie Koch und ihr Café
Die Schriftstellerin Marie Lamballe hat mit dem Roman „Café Engel Schicksalhafte Jahre“ den zweiten Teil der Café Engel Saga geschrieben. Er zeigt die Jahre 1951/52 in Wiesbaden. Der erste Teil spielte 1945, jetzt geht es bei der Familie Koch langsam wieder aufwärts. Aber da eröffnet nebenan ein Konkurrent Café König. Das Café ist moderner und nimmt dem Engel die Kundschaft weg.
Hilde will das Café Engel modernisieren, das braucht viel Kraft, denn die Mutter will zuerst nicht. Hildes Mann Jean Luc fühlt sich nicht ausgelastet, da kommt es auch noch zu Spannungen.
Die Autorin lässt die Empfindungen aller Personen erzählen. Als Überschrift ist immer das Datum und der jeweiligen Erzählers. So wird der Leser richtig in die Sorgen und Kämpfe der Familie hinein gesogen.
Mir gefällt der Roman und der Schreibstil der Autorin sehr gut. Der dritte Teil der Saga ist für Anfang 2020 angekündigt, den möchte ich gerne auch lesen.
Hopeandlive
4/5
03.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Der Krieg ist vorbei, aber...
Wir befinden uns in Wiesbaden im Jahr 1951. Das Cafe Engel hat den Krieg überlebt und Familie Koch macht sich wie ganz Deutschland nach dem Krieg an den Wiederaufbau. Dabei ist es der Autorin wieder sehr gut gelungen, die damalige Atmosphäre dieser harten Nachkriegszeit einzufangen. Die resolute Hilde möchte unbedingt das Kaffeehaus mordernisieren, denn das traditionsreiche Künstlercafe hat einen starken Konkurrenten bekommen, der sich nicht gerade zimperlich verhält. Dabei stößt sie immer mal wieder mit ihren Eltern zusammen, die alles so lassen wollen wie es vor dem Krieg war, aber es ist nichts mehr wie es war. Die Menschen wollen nicht zurückschauen, sondern nach vorne und es wird nicht über die kürzlich erfahrenen Schrecken mehr geredet. Hildes Mann Jean-Jaques kann sich nicht damit abfinden, nur im Cafe für seine Hilde zu arbeiten, er hat Sehnsucht nach dem elterlichen Weingut und der Arbeit als Winzer. Da kann sich der Leser gut vorstellen wie lebhaft sich die Kommunikation zwischen dem Ehepaar gestaltet....
Wir lernen auch zwei neue Protagonisten kennen, denn Hildes Brüder Wilhelm und August sind aus dem Krieg zurückgekehrt. Wilhelm war bei dem Amerikanern und August bei den Russen in Gefangenschaft. Jeder der Brüder geht anders mit dem Erlebten um. Während Wilhelm darauf brennt wieder als Schauspieler im Theater in Wiesbaden zu arbeiten und das Leben wieder zu beginnt zu genießen, indem er sich eine flüchtige Affäre nach der nächsten leistet, sein Herz jedoch nur an einer ganz bestimmten Frau hängt, verbringt August traumatisiert seine Tage und Nächte in seinem abgedunkelten Zimmer, alleine mit sich und seinen Erinnerungen und fühlt sich unfähig wieder auf das Leben in der Gegenwart einzulassen. Bis er bei einem Spaziergang im Kurpark eine Begegnung hat, die sein Leben für immer verändern wird und seine Familie alles andere als begeistert...
Während August in Russland in Gefangenschaft war, begegnen wir auch Swetlana, eine junge Russin, die währende des Krieges als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt wurde und ein Kind von einem deutschen Offizier hat. Ihre Sehnsucht ist ihr Heimatort in Russland, das hält sie am Leben, doch sie merkt schnell, dass sie keine Zukunft mehr in Russland hat. Die großflächige Zerstörung, die der Krieg in den Familien angerichtet hat, zerstört auch ihre Hoffnung eine Zukunft in ihrer Heimat zu haben und so macht sie sich wieder auf den Weg zurück nach Deutschland. Dabei macht sie die Erfahrung, dass es böse Menschen in allen Nationalitäten gibt und es nicht auf eine Nation, die "bösen Deutschen" oder die "bösen Russen" begrenzt ist. Doch das begreifen ja leider auch die Menschen nicht, besonders nicht in gewissen Kreisen der Regierung.
Marie Lamballe ist es wieder auf ihre einmalige Art und Weise die Nachkriegszeit in Deutschland wieder auferstehen zu lassen. Dabei zeigt sie ganz deutlich auf, wie hart die Menschen damals zu arbeiten hatten, wie wenig sie besaßen weil alles so nachhaltig im Krieg zerstört worden ist. Diese bildhaften Beschreibungen haben mir sehr gut gefallen, denn der Krieg und der Wiederaufbau danach wurde auf dem Rücken der einfachen Menschen ausgetragen. Gut, sich daran immer wieder zu erinnern. Ein schönes Detail dieser Romanreihe ist, dass es im Klappentext immer ein Kuchenrezept der jeweiligen Zeit gibt. Diesmal sind es Rumkugeln, hervorragend geeignet um Kuchenreste zu verarbeiten, denn damals lies man nichts verkommen, aus allem wurde noch irgendetwas gemacht. Also Rumkugeln bereitstellen und einen guten Kaffee und dann lesen.....
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5/5
05.03.2020
Buch (Taschenbuch)
ieser Band ist wesentlich kompakter...
ieser Band ist wesentlich kompakter und unterhaltsamer als Teil eins, so dass man als Leser nun sehr neugierig auf den Abschluss ist. Verdiente Leseempfehlung für alle, die Familiengeschichten vor historischer Kulisse lieben.
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5/5
10.08.2019
Buch (Taschenbuch)
Ein gelungenes Wiedersehen mit...
Ein gelungenes Wiedersehen mit altbekannten Protagonisten sowie der weiteren Entwicklung in Bezug auf das Café. Wesentlich kompakter und noch unterhaltsamer als Band 1.
Cafe´ Engel , Familie Koch die Besitzer des Cafe´s sind im Umbruch. Hilde ihre Tochter hat den Umbau des Cafe´s durchgesetzt. Die Konkurrenz ist nämlich in der Nachbarschaft. Familie Koch hatte das Glück das ihre Kinder alle wieder heile aus dem Krieg zurück gekommen sind. Das neue gemeinsame Leben durchzieht mehrere Höhen und Tiefen aber mit vereinzelten Happyends.
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