Ob Asyl-Chaos, Bildungsnotstand, Abschiebe-Irrsinn oder unsere kaputten Brücken und Straßen. Ob im Bund, auf Länderebene oder vor der eigenen Haustüre – in den vergangenen Jahren sorgten viele politische Entscheidungen beim Wahlvolk für Erstaunen, Kopfschütteln, ja sogar Wut. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage: "Geht's noch?"
Mit dieser bewusst zugespitzten Formulierung greift Claus Strunz die aktuelle Stimmung in Deutschland auf. Er benennt Probleme und ihre Ursachen, er kommentiert Missstände und Abenteuerlichkeiten, die sich die deutsche Politik in den vergangenen Jahren geleistet hat, und versucht, Probleme neu zu denken und Lösungsansätze zu liefern.
Die schlimmsten Fehler, die unser Land lähmen – und was getan werden muss, damit es wieder besser wird.
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LichtundSchatten
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26.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Sich durchwursteln in der…
Sich durchwursteln in der Feigheitsfalle. Sich durchwursteln in der Feigheitsfalle. Mit diesem Satz umschreibt Claus Strunz (CS) die aktuelle Politik der Regierenden, plus der Grünen, Linken und auch der FDP. Will man heute jemand diskreditieren, so nennt man ihn einen AfD-Versteher. Diesem Schicksal unterliegt CS und läuft damit Gefahr, vom herrschenden Mainstream ausgegrenzt und denkunmöglich (Lieblingswort der Grünen) gemacht zu werden. Das Establishment der Parteien heute ist nicht nur unter Beschuss durch die AfD, sondern vor allem vom gesunden Menschenverstand, der Vernunft und einer Verantwortungsethik, wie CS sie formuliert. Ein Buch, das heute auf jeden Tisch in allen Parteien gehört, leider aber vorher denkunmöglich gemacht werden wird. Erste Buchhandlungen heute gehen schon dazu über, sog. rechtsradikale Bücher auszusortieren und einem Konzept zu unterjochen, das Franz Werfel in seinem 1946 veröffentlichten Roman „Stern des Ungeborenen" so ausdrückte: „„Zwischen Weltkrieg II und Weltkrieg III drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenwahn. So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.“ CS umschreibt gekonnt, warum das so ist und in welchen Irrgarten der Macht sich die Politik verstrickt hat, weitab vom normalen Wähler, der mit wachsenden Werten eben dort liest, wo keine alternativlose Politik zu Hause ist, sondern erfrischende, auch harte Diskussionen möglich sind. Niemand hört heute einem anderen noch zu, die Politik wird über Sündenböcke gesteuert, wie eh und je. Und je weiter die unselige Zeit von 33-45 zurückliegt, desto härter kämpfen Linke gegen Nazis und Rechtsradikale, allerorten hören wir statt Argumenten Hass und Totschlagargumente. Um einander zu verstehen, müssen wir über das sprechen, was uns unterscheidet, sagte Chaim Noll. Dieser klare Satz wird heute in Zeiten der Frohen Botschaft multikultureller Toleranz völlig übersehen und CS umschreibt dieses Thema klar und eindeutig so: „Es ist gut, wenn die Richtigen kommen, und schlecht, wenn es die Falschen sind.“ Und er schreibt weiter: „Es kommen Muezzin statt Molekularbiologen, Koran-Extremisten statt Krankenschwestern, Analphabeten statt Blockchainprogrammierer und wir haben eine dauernde Kopftuchdebatte statt Köpfchen und Mathe.“ Ein verständliches Auswahlverfahren für die Migration mit transparenten Kriterien und die Sicherung der Grenzen, um illegale Einwanderung zu verhindern. So einfach wäre es, wenn in Deutschland nicht ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Denken Platz gegriffen hätte, das Auswahl nach Selektion klingen lässt und Grenzen nach Zäune, Selbstschussanlagen und Mauer. Ein weiteres Problem: die meisten erfolgreichen Einwanderungsländern sind von Ozeanen umgeben, Deutschland liegt im Herzen Europas. Niemand leugnet die Verantwortung vor der eigenen Geschichte, aber Deutschland braucht ein modernes, das Eigene sicherndes, zukunftsbefähigtes Einwanderungsrecht. Dabei muss jedem klar werden, dass Asyl nur gewährt werden kann, wenn Menschen politisch verfolgt werden, d.h. gezielten und ausgrenzenden Rechtsverletzungen ausgesetzt ist. Dazu zählt eben nicht, wenn man sich in der Fremde ein besseres Leben sichern möchte. CS belässt es nicht bei einer treffenden Analyse aktueller Zustände, sondern benennt auch, was sich ändern muss. Ganz hervorragend. Man muss nicht mit allen Maßnahmen einverstanden sein (z.B. Wahlpflicht, wer nicht wählt, zahlt eine Strafe), aber es ist eine hervorragende, demokratische, umfassend begründete Sicht der Dinge, die man Punkt für Punkt diskutieren sollte.
Dr_ M
aus Sachsen
5/5
26.11.2018
Buch (Taschenbuch)
"Hier zerfällt die öffentliche Ordnung"
Claus Strunz gehört zu den wenigen Journalisten, die noch willens und fähig sind, die Realität in Deutschland ohne ideologische Brille zur Kenntnis zu nehmen. Ältere Ostdeutsche fühlen sich zurück in längst vergangene Zeiten versetzt: Es gibt nur noch eine akzeptierte Meinung, und man muss aufpassen, wenn man von ihr abweicht. Das hat auch der Autor dieses Buches bereits ausreichend kennengelernt. Im Vorwort kann man sich die Vorwürfe gegen ihn zu Gemüte ziehen.
"Die schlimmsten Fehler, die unser Land lähmen – und 20 Ideen, wie es wieder besser wird", heißt der Untertitel. Man kann sich bei all dem natürlich die Frage stellen, ob die Lähmung des Landes tatsächlich daran liegt, dass die Elite, die dafür verantwortlich ist, auf diese Ideen nicht selbst kommen könnte. Wenn es jedoch ganz anders ist, wenn nämlich der politische Wille fehlt, auch nur über einige dieser Ideen nachzudenken, dann nützen solche Ideen nichts. Dann ist die Situation tatsächlich eine grundsätzlich andere. Auf diese naheliegende Frage geht Strunz aber nicht ein.
Das Land ist gespalten. Und dafür stehen alle Regierungen der Kanzlerin Merkel in der Verantwortung. Es sind keineswegs die fehlenden Ideen, sondern es ist die Richtung, in die dieses Land geführt wurde, die zu dieser unheilvollen Entwicklung geführt hat. Strunz fragte vor langer Zeit die noch recht junge Merkel, was denn für sie Politik wäre. Die Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu finden, bekam er als Antwort. Wie er das interpretierte, kann man im Buch nachlesen. Merkel hat in der Wendezeit fluchtartig die Akademie der Wissenschaften der DDR verlassen. Sie scheint genau gewusst zu haben, dass ihre wissenschaftlichen Karrierechancen gerade verdampften. Wäre sie eine wirklich kompetente Physikerin gewesen, hätte sie vermutlich anders reagiert.
Was hingegen Frau Merkel in der DDR wirklich gelernt hat, war Durchsetzungsfähigkeit unter widrigen Verhältnissen. Das kann sie gut. Und sie ist ausreichend intelligent. Auf irgendwelchen Fachgebieten fehlt ihr allerdings eine hinreichende Kompetenz. Selbst ihre physikalischen Fähigkeiten scheinen nicht sehr groß gewesen zu sein, sonst hätte sie ihre seltsame Energiewende nämlich nicht in Gang gebracht, die – wie vorauszusehen war - ein einziger Murks ist und aus physikalischen Gründen auch immer bleiben wird. Sie besitzt auch kein belastbares Wissen über ökonomische Zusammenhänge. Wo sollte sie das gelernt haben?
Man hört, sie fährt immer auf Sicht, wartet ab, bis die Machtverhältnisse deutlich werden und schwenkt dann auf die Seite der vermuteten Sieger. Das ist die einzig sinnvolle Strategie, wenn es an Sachkompetenz fehlt. Leider erkennt man das im Westen nicht. Sie steht für nichts, heißt es bei Strunz. Warum wohl? Nicht, weil sie es so will. Sie kann gar nicht anders. Und das ist auch der Grund für ihre unglaublichen Schlenker. Beispiel: Ihre Rede auf dem Leipziger CDU-Parteitag 2003 (Multikulti ist gescheitert) und ihre Politik vom Herbst 2015. Ein mehr als krasser Gegensatz. Oder: Verlängerung der AKW-Laufzeiten und kurz danach das genaue Gegenteil.
So gut ich das Buch von Claus Strunz auch finde - es geht von einer falschen Annahme aus, nämlich davon, dass man mit einigen Ideen, die Karre wieder flottkriegen kann. Vermutlich ist es dafür schon zu spät, zumal es nicht absehbar ist, dass seine Ideen tatsächlich eine realistische Chance auf Verwirklichung haben. Die Lage ist inzwischen dermaßen außer Kontrolle geraten, dass vermutlich nur noch radikale Schritte helfen. Strunz bringt selbst das Beispiel der Ausländerpolitik. Schon vor 20 Jahren wurden die gleichen Themen in einer aus heutiger Sicht noch relativ harmlosen Situation besprochen. Es hat sich in 20 Jahren nichts zum Besseren gewandelt. Ganz im Gegenteil.
Was steht nun in diesem Buch? Erstens eine oberflächliche Erklärung des System Merkel, zweitens eine Lagebeschreibung auf zentralen Politikgebieten und drittens Vorschläge, die bei einer rational orientieren Sachpolitik allein schon der gesunde Menschenverstand vorgibt. Aber eben dieser steht schon in der rechten Strafecke, was ja nichts anderes heißt, als dass die deutsche Politik nicht vernunftgesteuert ist. Offenbar hat in Deutschland ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung einen leider historisch belegbaren Hang zu wahnhaften Vorstellungen.
Die fünf Kapitelüberschriften lauten: (1) Wir lassen unsere Demokratie verkümmern, (2) Wir sind kein "Team Deutschland" mehr, (3) Wir lassen die falschen Einwanderer ins Land, (4) Wir sind nicht mehr das Land der Dichter und Denker, (5) Wir machen es unseren Feinden zu bequem. Am Ende jedes Kapitels findet man Vorschläge, die die fatale Lage verbessern sollen. Nach (1) steht zum Beispiel: Wahlpflicht für alle oder ein anderes Wahlverfahren für den Bundespräsidenten, das die peinliche Kungelei beendet. Nach (2) wird ein europäisches Pflichtjahr vorgeschlagen, und der Doppelpass soll sofort abgeschafft werden. Vor Schulen hat die Deutschlandfahne zu wehen. Nach (3) wird die Abschaffung von Anreizen für Wirtschaftsmigranten gefordert. Nur die Aufforderung zur Assimilation würde Integration schaffen. Ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild muss her. Nach (4) kommt die Forderung, die Länderhoheit für die jeweiligen Bildungssysteme abzuschaffen und eine tatsächliche Digitalisierung der Schulen zu erreichen.
Im fünften Kapitel schließlich spielen auch die sogenannten Ereignisse von Chemnitz eine zentrale Rolle. Leider weiß auch Strunz nicht wirklich, was dort passiert ist und wie die tatsächliche Lage war und ist. Inzwischen ist allerdings klar, dass die Einschätzungen des gefeuerten Präsidenten des VS völlig richtig waren. Insbesondere hat das berühmte 20-Sekunden-Video einen völlig anderen Hintergrund. Am Ende dieses Kapitels fordert Strunz die sogenannte Duldung abzuschaffen, Abschiebehaftanstalten massiv auszubauen, gegen jede Art von Extremismus vorzugehen und den Erdogan-Anhänger den Geldhahn zuzudrehen.
Das ist wahrlich kein Gute-Laune-Buch, zumal man kaum Hoffnung haben kann, dass die in ihm vernünftig begründeten Vorschläge auch nur eine realistische Chance zur Verwirklichung hätten. Die Geschichte zeigt, dass es mit recht hoher Wahrscheinlichkeit entweder zu einem externen Schock kommt, der zu massiven Veränderungen führen wird, oder die Agonie setzt sich solange fort, bis das System von innen sturmreif für wen auch immer ist. Beides ist nicht lustig.
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