Der Beginn des Zweiten Weltkriegs liegt achtzig Jahre zurück, doch die Folgen sind bis heute spürbar. Der britische Historiker Andrew Roberts hat Ursachen und Verlauf des globalen Kriegs neu erzählt. Seine dichte, quellennahe Darstellung wurde als Meisterwerk gerühmt, das große Anschaulichkeit im Detail mit einem souveränen Überblick über die zahlreichen Kriegsschauplätze verbindet und die Leser von der ersten Seite an fesselt.
Andrew Roberts folgt der Frage, warum die Achsenmächte den Krieg verloren: tatsächlich durch strategische Fehler und aus ideologischer Verblendung oder wegen der Übermacht der Alliierten? Im Mittelpunkt steht die Militärgeschichte mit ihren Operationen und Schlachten zu Land, zu Wasser und in der Luft sowie dem Wettlauf der Rüstungsproduktion und Informationsbeschaffung. Dabei gelingtes ihm, alle Kriegsschauplätze - in Europa, Afrika und Asien, im Atlantik und Pazifik - gleichberechtigt darzustellen. Roberts hat zahlreiche Schlachtfelder besucht, was seiner Darstellung eine mitreißende Anschaulichkeit verleiht. Docher verliert sich nie im Sog der Ereignisse, sondern behält die großen Zusammenhänge im Auge und wechselt virtuos zwischen den Ebenen: von den Politikern und Generälen über die Soldaten in Schützengräben und Sandstürmen bis hin zuden unzähligen Opfern dieses größten Krieges aller Zeiten.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Schaffhausen
5/5
20.08.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Feuersturm
kompakte Schilderung des Ablaufes des 2. WK. Insbesonders auch der Ereignisse im Pazifischen Raumes.
Sikal
5/5
16.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Qualitativ hochwertige Zusammenfassung
Bereits 2009 erschien die englische Version dieses Buches des Historikers Andrew Roberts. Nun endlich die deutsche Ausgabe „Feuersturm“, erschienen im Verlag C.H. Beck. Nachdem ich bereits etliche Bücher über diese Zeit lesen durfte, war ich gespannt auf Andrews Werk, um einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen zu bekommen. Und was soll ich sagen? Es ist ihm hervorragend gelungen, eine gut zu lesende Zusammenfassung darzustellen.
Andrews gelingt es die großen Zusammenhänge plausibel hervorzuholen und verständlich abzuleiten, die Entwicklung und der Verlauf des Krieges werden ebenso erläutert, wie die getroffenen Entscheidungen – hier geht er sehr ins Detail und erklärt genau wer was ausgelöst hat. Somit ist der Verlauf des Krieges gut nachzuvollziehen, militärische Strategien werden analysiert und Beweggründe dargestellt.
Der Autor bedient sich auch etlicher Zeitzeugenberichte (Tagebücher, …), um das Grauen nachvollziehbar darstellbar zu machen – wenn ihm dies auch sicherlich nur ansatzweise gelingen kann. Etliche Zitate der obersten Führungsriege sind ebenfalls nachzulesen, sowie Befehle und Pläne. Positiv finde ich, dass nicht nur die Gräuel des NS-Regimes ausgeführt wurde, sondern die aller kriegsführenden Nationen (beispielsweise Japan). Hier geht der Autor sehr ins Detail. Natürlich darf auch alles rund um den Holocaust nicht fehlen oder das Grauen des Russlandfeldzuges. Roberts stellt klar, dass hochtitulierte Offiziere sehr wohl wussten, worauf sie sich einließen – auch wenn diese im Nachhinein alles gerne anders darstellten.
Doch Roberts zeigt auch auf, welche Fehlentscheidungen getroffen wurden (nicht nur jene Hitlers). Dass anfangs Hitlers Truppen durch diverse Überraschungsangriffe punkten konnten und so eine militärische Überlegenheit aufzeigten, bringt ihnen das Lob des Autors ein. Doch der weitere Verlauf, der Größenwahn Hitlers, bis hin zu planlosem Dahingemetzel kritisiert der Autor massiv. Interessant auch, dass der Autor Szenarien aufzeigt, wenn gewisse Entscheidungen anders gefallen wären.
Ich finde das Buch sehr gelungen, man erhält ordentlich zusammengefasst ein Werk, welches das gesamte Spektrum rund um den Zweiten Weltkrieg abdeckt. Es bleibt jedem selbst überlassen, welche Schlüsse man daraus für unser heutiges Europa zieht. Der Krieg liegt lange zurück, doch manches Mal scheint es, gewisse Dinge wiederholen sich. 5 Sterne
ws
aus Markdorf
5/5
28.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
1945 endlich und offiziell…
1945 endlich und offiziell beendet zeigt der Zweite Weltkrieg bis heute seine Folgen Daraus lässt sich zu Recht der Schluss ziehen, dass es keine endgültig vergangene Geschichte ist. Die besser im Gedächtnis begraben wird. Sondern dass die fürchterliche Zeit zwischen dem 1. September 1939 und dem 2. September 1945 nicht vergessen werden darf. Der höchst anerkannte britische Militärhistoriker, auch Gastprofessor am Kings College London im "Department of War Studies", gelingt es hier, die einzelnen Entwicklungsschritte des weltweiten tobenden kriegerischen Konflikts nicht nur zu erläutern, Schritt für Schritt, welche militärische und/oder politische Entscheidung wurde wodurch und durch wen ausgelöst, hatte welche Folgen. Sondern mittels zahlreicher Zitate aus Kriegstagebüchern einfacher Soldaten das Grauen ansatzweise, wenn auch im Vergleich zur damaligen Realität nur minimal, nachvollziehbar zu machen. Aber auch Zitate von Angehörigen der oberen Befehlsebenen bis hin zu Generälen, Zitate von Goering, Goebbels, Hitler, Stalin, Arthur Harris ('Bomber Harris', der Befehlshaber der Royal Air Force. Er liess beginnend mit Juli/August 1943 durch die Operation Gomorrah Hamburg in Schutt und Asche legen; anschliessend weitere 13 deutsche Städte auf ähnliche Weise.), Churchill, Roosevelt, General Patton, General Montgomery, Marshall Georgi Shukow, um nur ein paar zu nennen, verdeutlichen die Entwicklungen der sechs Jahre des Zweiten Weltkrieges. In chronologische-sachlicher-regionaler Reihenfolge werden alle entscheidenden Schritte, Schlachten weltweit dargestellt. Demnach natürlich auch die Feldzüge in Griechenland, in Nord-Afrika oder der Krieg im Pazifik, die Atlantik-Schlacht geführt durch den U-Boot-Krieg der deutschen Marine. Wobei die Opferzahlen, seien es die der Militärangehörigen aus allen Nationen einschliesslich Australier, Inder, Franzosen, Afrikaner oder Neuseeländer, seien es die der Zivilpersonen einen auch heute noch erschaudern lassen. Die entsetzlichen Gräueltaten nicht nur der SS, sondern ebenso von zahlreiche anderen Deutschen Wehrmachtsangehörigen begangen, aber auch die des amerikanischen, sowjetischen und nicht zu vergessen japanischen Militärs werden teilweise bis ins Detail geschildert. Es lässt einen erschauern. Ebenso wie die grauenhaften Vorgänge und Umstände im Zusammenhang mit den Holocaust, mit der Belagerung von Leningrad, dem Russlandfeldzug, speziell auch Stalingrad, der Schlacht bei Kursk, der Kämpfe um das Kloster auf dem Monte Cassino im Süden Italiens, die Landung der Alliierten in der Normandie. Weltkrieg ist demnach wirklich als Krieg auf der ganzen Welt zu verstehen. Einige qualitativ gute Schwarz/Weiss-Fotos, in der Mitte des Buches eingebunden, zeigen Situationen während einiger entscheidender Vorgänge. Auch die aus heutiger Sicht glücklicherweise begangenen Fehlentscheidungen Hitlers mit den Folgen, die es gehabt haben könnte, so er andere, aus militärischer Sicht richtige Entscheidungen getroffen hätte, stellt der Autor dar. Wobei die beiden Atombombenabwürfe des amerikanischen Militärs über Hiroshima und Nagasaki wiederum aus militärische Sicht halbwegs nachvollziehbar werden. Das Einzige, was ich an dem hervorragenden Buch an Negativ-Kritik vorbringen kann: zum einen sind die Übersichtskarten wegen der fast immer fehlenden Legende extrem schwer korrekt zu interpretieren. Da der Text logischerweise mit militärischen Fachausdrücken durchsetzt ist (z. B. 'Panzer-Division', 'Division', 'Heeresgruppe', 'Armee' etc.) wäre eine Art Glossar, in der diese Begriffe deutlich erklärt werden, sehr sinnvoll. Mitsamt ihren jeweiligen Entwicklungen im Verlauf des Krieges. Die Anzahl Soldaten, Panzern, Geschützen und so weiter wurde im Verlauf des Krieges notgedrungener Massen reduziert, die Bezeichnung deswegen aber trotzdem beibehalten. dtv hat vor wenigen Wochen ein Titel auf den Markt gebracht: "Den Zweiten Weltkrieg verstehen; 1939 - 1945 in Info-Grafiken" Beide Bücher
Bewertung
5/5
25.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gewaltig
Ein bisschen skeptisch war ich zugegebenermaßen, als ich mich an dieses Mammutwerk herangewagt habe, schließlich handelt es sich in erster Linie um Militärgeschichte.
Aber die begeisterten Kritiken und mein Interesse an Geschichte, insbesondere an der Zeit des Zweiten Weltkriegs gaben letztlich den Ausschlag, und schon nach wenigen Kapiteln stand fest, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Den "Feuersturm" ist ein gewaltiges, trotzdem enorm präzises, klug strukturiertes vor allem aber sehr lesbares Panorama der militärischen Geschichte des Krieges. Ein großartiges Buch für geschichtsinteressierte Leser, das eine neue Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg bietet.
S.A.W
5/5
19.02.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
50 Millionen Tote für eine Illusion
Es gibt unzählige Bücher über den 2. Weltkrieg, die meist alle ihre Schwächen haben. Die meisten sind zu detailverliebt, heroisierend oder politisch tendentiös, haben in den ersten Nachkriegsjahrzehnten die Verbrechen der Wehrmacht vertuscht. Dieses grandiose Werk von Roberts hat alles, was man sich als Leser erträumt. Es zeichnet die großen Linien, die helfen, die Verläufe des Krieges zu verstehen, ist objektiv an den Tatsachen, schildert aber auch die Motive der Kriegsführer und Militärs. Noch dazu bietet es Analysen und Bewertungen, wie es auch anderes hätte laufen können. Hitlers Überlegenheit bestand in der Erfindung des Blitzkriegs mit schnellen Panzervorstößen und Luftwaffenunterstützung, was die alliierten Militärs 2 Jahre lang völlig überraschte und aus Siege klug in eine Gesamtstrategie einzuordnen, wurde er leichtsinnig und ließ sich nur mehr von Emotionen leiten. Roberts zeigt auf, dass 1941 das Bündnis mit Russland genutzt hätte werden müssen, um zuerst den Suez-Kanal und die Ölquellen des Nahen Ostens zu erobern und die Englänger damit von dem Konzept brachte. Bis 1942 hatten sie aber ihre Lektion gelernt und wandten die Panzer-Bomber-Strategie gegen ihren Erfinder. Hitler hingegen war größenwahnsinnig geworden, und glaubte, sein Genie und die Überlegenheit des Nationalsozialismus würden ewige Siege garantieren. Statt seine ihrem Nachschub abzuschneiden. Dann hätten die Deutschen vom Irak aus die Russen aus dem Kaukasus vertreiben können und auch die Russen wären dann ohne Öl gewesen. Mit einer solch rationalen Strategie wäre Deutschland nicht mehr zu besiegen gewesen.
Zum Glück im Unglück für die Menschheit war Hitler aber davon besessen, Juden und Slawen auszurotten, was nicht nur unmenschlich und sondern auch militärisch unsinnig war. Roberts zieht daraus seine Hauptthese: Hitler hat den Krieg verloren, weil er Nationalsozialist war und sich damit eine eigene Fantasierealität schuf, die zuerst zwar alle überraschte, dann aber einer Prüfung nicht standhalten konnte.
Roberts ist nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern auch ein Meistererzähler, was den Nachkriegsgenerationen dabei hilft, diesen schrecklichsten aller Kriege zu verarbeiten.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Deutschland gewinnt den Krieg“
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5/5
02.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine umfassende Darstellung der...
Eine umfassende Darstellung der teilweise verworrenen Geschehnisse des zweiten Weltkriegs, die sich zwischen großen Strategien und persönlichen Schicksalen bewegt. Beeindruckend!
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