Begegnungen mit Migration. Ein Beitrag zur interkulturellen Kommunikation

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.03.2019

Verlag

Diplomica Verlag

Seitenzahl

228

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.03.2019

Verlag

Diplomica Verlag

Seitenzahl

228

Maße (L/B/H)

22/15,5/1,5 cm

Gewicht

372 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96146-703-7

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Textprobe:
Kapitel 'Erst denken, dann handeln: Modell der korrespondierenden Schlussfolgerungen von Jones/Davis (1965)':
Die Forscher Jones und Davis gehen in ihrem Attributionsmodell auf die Überlegungen ein, die ein Individuum anstellt, wenn es Ursachen von Ereignissen und Handlungsweisen von anderen Personen nachvollziehen will. Menschen beobachten die Handlungen anderer und welche Wirkungen sich daraus ergeben. Daraus ziehen sie ihre eigenen Schlüsse zwischen dem beobachteten Verhalten und Annahmen über die Person und deren Eigenschaften. Kann der Beobachter eine Absicht rekonstruieren, dann kommt er zu einem Urteil über die Person: Wenn der Beobachtete absichtlich etwas getan hat, dann waren ihm seine Handlungsfolgen bekannt. Außerdem verfügt er dann über gewisse Fähigkeiten. Dies führt zu einer Einschätzung über die Person z.B. dass sie vertrauenswürdig oder ein Lügner und Betrüger ist. Je sozial unerwünschter die Handlungsfolgen sind, desto stärker fallen die Schlussfolgerungen aus.
Bei diesem Modell der korrespondierenden Schlussfolgerungen wird eine Verbindung gezogen zwischen dem Verhalten und der beobachteten Person. Wenn die Handlung keine Besonderheiten aufweisen, sondern typisch für eine soziale Rolle (z.B. im Berufsleben) sind, dann ist es natürlich schwieriger solche Schlussfolgerungen zu ziehen.
Über die Bedingungen menschlichen Handelns: Kellys Anova-Modell
Harold H. Kelley (1967, 1973, 1978) hat das Anova-Modell (Analysis of Variance) entwickelt. Dieses geht über das Nachvollziehen von Handlungsdispositionen hinaus, weil es umfassender die Wechselwirkungen von Personen, Zeitpunkten, Situationen und evtl. beteiligten Objekten berücksichtigt. Nicht allein das Beobachten einer Person in einer Situation ist aussagekräftig, sondern der Beobachter benötigt weitere Informationen über Konsensus (Verhalten anderer beteiligten Personen), Distinktheit (Verhalten anderer Beteiligter gegenüber der beobachteten Person) und Konsistenz (Verhalten anderer Beteiligter gegenüber der beobachteten Person zu verschiedenen Zeitpunkten). Ansonsten kommen verschiedenen Beobachter zu verschiedenen Schlüssen.
Kritik an den klassischen Attributionsansätzen kam von europäischen Sozial-psychologen wie Apfelbaum und Herzlich (1970-71) und Deschamps (z.B. 1983). Sie forderten die Berücksichtigung der sozialen Überzeugungen, die ein Individuum mit anderen sozialen Gruppen teilt und die ebenfalls Einfluss auf sein Handeln haben. Kelley (1972, 1973) und Fiske und Taylor (1984) haben das Anova-Modell weiterentwickelt. Sie kritisieren die rationale Annahme, dass Menschen wie Statistiker beim Erklären von Verhaltensweisen vorgehen. Kelley selbst merkt an, dass im Alltag keine Zeit besteht aufwändige Ursachenanalysen zu betreiben. Daher nimmt er kausale Schemata an, dass Menschen bestimmte Annahmen über bestimmte Ursachen erlernt haben und diese dann anwenden. Jones und Nisbett (1972) üben Kritik, weil der Beobachter Erklärungen im Verhalten anderer sucht und sein eigenes Verhalten in den Hintergrund rückt. Menschen neigen zu einer Überschätzung der Repräsentativität eigenen Verhaltens und eigener Urteile. Daher soll die weitere Attributionsforschung analysieren, wann die Attribution (das Zuschreiben) dazu beiträgt ihren Teil zu einem realitätsnahen Abbild zu liefern und wann sie mehr dem eigenen Selbstbild dient.
Mit den Attributionstheorien stehen uns Modelle aus der Psychologie zur Verfügung, die darstellen, wie Individuen kausale Erklärungen für menschliches Verhalten herleiten und welche Informationen sie dazu heranziehen. Attributionen sind Zuschreibungen über Menschen, Sachverhalte oder Dinge mit dem Ziel menschlichem Handeln einen Sinn zu verleihen.
Fritz Heider stellt mit seiner These von der sozialen Wahrnehmung dar, wie der Mensch seine Sinneswahrnehmungen kausal filtert und als Alltagswissenschaftler eigene Theorien über das Handeln seiner Mitmenschen entwickelt. Durch die Heider
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