'Blut war auf dem Stein, der Vollmond am Himmel, der Geruch von Erde im Garten...'. Die Recherche zu einem mysteriösen Hotelbrand führt die junge Versicherungsinspektorin Karen Kimya Greenwood geradewegs in die Heimatstadt ihres Vaters, die zentralanatolische Stadt Konya, Zentrum des berühmten Sufi-Ordens. Vom ersten Moment an gerät sie in einen Strudel aus Geheimnissen, Mystik und Intrigen, die sich über mehr als sieben Jahrhunderte erstrecken, bis zu dem über sieben Jahrhunderte zurückliegenden Mord an Shams-e Tabrizi, dem Lehrmeister des berühmten Sufi-Meisters und Poeten Rumi. Ein Meilenstein der türkischen Krimiliteratur.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
aus Reutlingen
5/5
06.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Wundervolle Geschichte!
Ich lese ungemein gerne die Bücher von Ahmet Ümit. Wer sich gerne in die Welt des nahen Ostens entführen lässt, liegt mit diesem Buch genau richtig. Spannend bis zum Ende, genauso empfehlenswert wie seine anderen Werke.
Hilal Türe
Thalia Book Circle Community
5/5
02.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Mystischer Krimi mit kulturellen Elementen
Zum Inhalt:
Ein ungeklärter Hotelbrand im Herzen Anatoliens führt die Londoner Versicherungsinspektorin Karen Kimya Greenwood in die mystische Stadt Konya in der Türkei, in der sie mit gemischten Gefühlen ankommt. Denn es ist zudem die Heimatstadt ihres Vaters, der ihre Mutter und sie im Kindesalter verließ und sich einem sufistischen Orden anschloss. Die Aufklärung des Brandfalls ist nicht einfach, aber Karen hat darüber hinaus auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen. Als ob das nicht genug ist, sucht sie auch noch der vor 700 Jahren auf mysteriöse Weise ums Leben gekommene Wanderderwisch Shams-e Tabrizi in ihren Träumen auf, und das mehrere Male. Karen gerät in eine mystische Welt voller Geheimnisse und Intrigen und verliert sich immer mehr zwischen Traum und Realität…
Meine Leseerfahrung:
Es ist immer schwierig, eine völlig bildhafte Sprache wie Türkisch in eine nüchterne und sachliche Sprache wie Deutsch zu übersetzen. “Das Derwischtor” ist meines Erachtens ein Roman, der von einer bildhaften Erzählung lebt. Denn die außergewöhnlichen Erfahrungen der Protagonistin auf der Traumebene sind dermaßen lebendig dargestellt, dass man sich beim Lesen darin verliert und selbst nicht mehr weiß, wo die Realität aufhört und die Phantasie beginnt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die türkische Version womöglich um Einiges mitreißender auf Grund der metapherreichen Sprache ist. Aber die Übersetzung ist bis auf einige Stellen nicht zu bemängeln und gibt die mystische Atmosphäre der Sufi-Stadt Konya hervorragend wieder.
Ahmet Ümit schildert in diesem Buch nicht nur einen Kriminalfall, sondern gibt dem Leser auch sehr viel Wissen über historische Aspekte des Schauplatzes weiter und entführt uns in eine legendenumwobene Welt, in der wir eine andere Seite des Sufi-Mystikers Shams-e Tabrizi kennenlernen dürfen. Dabei überlässt er es dem Leser, über Wahrheit und Unwahrheit zu entscheiden. Konstante Spannung sucht man hier allerdings vergebens. Vielmehr bemüht sich der Autor um umfassende Übermittlung vieler kultureller und geschichtlicher Aspekte, was auch überaus interessant und fesselnd ist.
Ich für meinen Teil habe zumindest einen Einblick in den Sufismus bekommen, und auch einen Hauch Ahnung darüber, wie die spirituelle Liebe der Semah tanzenden Derwische sich von der weltlichen Liebe gewöhnlicher Menschen unterscheidet. Mein Interesse wurde hier dermaßen geweckt, dass ich mir weitere Bücher über den Sufismus anzuschaffen gedenke. In diesem Sinne hat mir die Kriminalliteratur nicht nur unterhaltsame Lesestunden beschert, sondern auch auf geistiger Ebene zutiefst bereichert.
Fazit:
Ahmet Ümit bettet seinen außergewöhnlichen Roman in einen atmosphärisch gut inszenierten Plot ein und schafft damit eine wundervolle Verbindung kriminalistischer Elemente mit kulturellen und historischen Aspekten, was überaus interessant und auch lehrreich ist. Lesenswert und horizonterweiternd!
Hilou
aus Bielefeld
4/5
02.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Zum Inhalt: Ein ungeklärter…
Zum Inhalt: Ein ungeklärter Hotelbrand im Herzen Anatoliens führt die Londoner Versicherungsinspektorin Karen Kimya Greenwood in die mystische Stadt Konya in der Türkei, in der sie mit gemischten Gefühlen ankommt. Denn es ist zudem die Heimatstadt ihres Vaters, der ihre Mutter und sie im Kindesalter verließ und sich einem sufistischen Orden anschloss. Die Aufklärung des Brandfalls ist nicht einfach, aber Karen hat darüber hinaus auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen. Als ob das nicht genug ist, sucht sie auch noch der vor 700 Jahren auf mysteriöse Weise ums Leben gekommene Wanderderwisch Shams-e Tabrizi in ihren Träumen auf, und das mehrere Male. Karen gerät in eine mystische Welt voller Geheimnisse und Intrigen und verliert sich immer mehr zwischen Traum und Realität... Meine Leseerfahrung: Es ist immer schwierig, eine völlig bildhafte Sprache wie Türkisch in eine nüchterne und sachliche Sprache wie Deutsch zu übersetzen. "Das Derwischtor" ist meines Erachtens ein Roman, der von einer bildhaften Erzählung lebt. Denn die außergewöhnlichen Erfahrungen der Protagonistin auf der Traumebene sind dermaßen lebendig dargestellt, dass man sich beim Lesen darin verliert und selbst nicht mehr weiß, wo die Realität aufhört und die Phantasie beginnt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die türkische Version womöglich um Einiges mitreißender auf Grund der metapherreichen Sprache ist. Aber die Übersetzung ist bis auf einige Stellen nicht zu bemängeln und gibt die mystische Atmosphäre der Sufi-Stadt Konya hervorragend wieder. Ahmet Ümit schildert in diesem Buch nicht nur einen Kriminalfall, sondern gibt dem Leser auch sehr viel Wissen über historische Aspekte des Schauplatzes weiter und entführt uns in eine legendenumwobene Welt, in der wir eine andere Seite des Sufi-Mystikers Shams-e Tabrizi kennenlernen dürfen. Dabei überlässt er es dem Leser, über Wahrheit und Unwahrheit zu entscheiden. Konstante Spannung sucht man hier allerdings vergebens. Vielmehr bemüht sich der Autor um umfassende Übermittlung vieler kultureller und geschichtlicher Aspekte, was auch überaus interessant und fesselnd ist. Ich für meinen Teil habe zumindest einen Einblick in den Sufismus bekommen, und auch einen Hauch Ahnung darüber, wie die spirituelle Liebe der Semah tanzenden Derwische sich von der weltlichen Liebe gewöhnlicher Menschen unterscheidet. Mein Interesse wurde hier dermaßen geweckt, dass ich mir weitere Bücher über den Sufismus anzuschaffen gedenke. In diesem Sinne hat mir die Kriminalliteratur nicht nur unterhaltsame Lesestunden beschert, sondern auch auf geistiger Ebene zutiefst bereichert. Fazit: Ahmet Ümit bettet seinen außergewöhnlichen Roman in einen atmosphärisch gut inszenierten Plot ein und schafft damit eine wundervolle Verbindung kriminalistischer Elemente mit kulturellen und historischen Aspekten, was überaus interessant und auch lehrreich ist. Lesenswert und horizonterweiternd!
Bewertung
aus Oberursel
3/5
03.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Genremischmasch - lässt mich etwas ratlos zurück
Vom Verlag als „ein Meilenstein der türkischen Krimiliteratur“ angepriesen, ist dies ein Buch, das mich ein bisschen ratlos zurücklässt. Ich habe das Buch übrigens nicht gekauft, weil ich einen spannenden türkischen Krimi gesucht habe, sondern ich wollte explizit in Romanform etwas über den persisch-türkischen Mystiker und Poeten Rumi etwas erfahren, und da hat Amazon mir dieses Buch vorgeschlagen. Also dann – auf nach Konya, der zentralanatolischen Heimatstadt des vor 700 Jahren gestorbenen Sufis Celaleddin Rumi.
Die junge Londoner Versicherungsinspektorin Karen Kimya Greenwood muss in Konya eine Hotelbrandsache ermitteln. Da ihr Vater aus Konya stammt und sie die Sprache perfekt spricht, ist sie von ihrer Firma hierher entsandt worden. Ein Standardauftrag, so denkt Karen, aber dem soll nicht so sein. Kaum ist sie auf türkischem Boden und in Konya angekommen, wird sie in jede Menge mystischer Merkwürdigkeiten verwickelt. Schon auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel gibt es eine Reifenpanne, und ein merkwürdiger Mann in schwarz überreicht Karen einen Ring, der zu bluten beginnt…..besagter Mann begegnet ihr in den nächsten Tagen in ihren Träumen, entführt sie an bedeutende historische Stätten, und führt sie mehr oder weniger durch einen Teil von Rumis Leben. Oder vielmehr durch die letzten Tage des Lebens von Rumis Herzensfreund und Lehrmeister Shams-e-Tabrizi……
Karens Versicherungs-Kontakt vor Ort, Mennan, ist völlig fasziniert von Rumi, Shams, dem alten Sufi-Orden und drängt sich Karen immer wieder auf, wenn es darum geht, historische Nachforschungen anzustellen. Nebenbei (nun ja, das Buch ist etwas über 500 Seiten stark) lösen die beiden auch den Brandstiftungsfall. Wobei der Autor es schafft, zwischen diesen beiden Erzählsträngen Verknüpfungen zu finden und sie halbwegs logisch miteinander zu verbinden.
Ach ja, und Karen schliesst im Laufe des Buches auch Frieden mit sich selbst: ihr Vater ist nämlich ebenfalls Derwisch und hat sie und ihre Mutter vor vielen, vielen Jahren verlassen, um mit seinem eigenen Herzensfreund (!) und Lehrmeister (!) den Weg der spirituellen Erweckung zu gehen.
Puh, also, ganz schön viele Sachen, die einem hier begegnen. Und ich merke, ich hab das für mich noch nicht so ganz sortiert. Erstmal muss ich aber sagen, ich habe so wahnsinnig viel jetzt nicht über Rumi erfahren. Nichts, was ich nicht schon wusste. Der Autor hat sich allerdings seitenlang über seine Interpretation der Herzensfreundschaft der beiden Derwische ausgelassen, und ja, das war interessant, und auch die (recht ausschweifenden) Unterhaltungen Karens mit ihrer Mutter, respektive eines Sufis über die Religionen und die spirituelle Suche fand ich persönlich jetzt auch recht spannend. Aber wie soll ich es sagen, ich fand diese einzelnenn Teile ganz faszinierend, aber für mich war das insgesamt ein merkwürdig zusammengewürfeltes Leseerlebnis. Einerseits die philosophischen Teile. Der Einblick in das Leben der beiden seit 700 Jahren verstorbenen Derwische in Konya. Der Brandstiftungsfall. Karens aktuelle eigene Probleme. Die unaufgelösten Kindheitstraumata. Für mich wollte der Autor hier zuviel auf einmal. Und als Ergebnis wirkte der Roman dann für mich oftmals etwas unrund.
Woran ich mich auch gestossen habe, war der in meinen Ohren merkwürdige Erzählstil, wenn Karen in der Türkei mit den „locals“ kommuniziert. Ich fand, es gab klare stilistische Unterschiede in der Art und Weise, wie Karen in Europa mit ihren Leuten gesprochen hat und eben in Konya. Die türkische Kommunikation hörte sich für mich oft nicht flüssig an, und die türkischen Protagonisten fand ich in ihrem Redefluss teils etwas, nun ja , merkwürdig. Wobei es natürlich auch gut möglich ist, dass mir einfach die orientalische Mentalität einfach nicht zugänglich ist – liegt ja vielleicht auch an mir, wenn ich Dinge merkwürdig finde.
Aber jetzt auch mal was Positives: Ich hab das Buch durchgelesen. Ich wollte einfach wissen, was noch passiert. Das Spannungslevel war hoch genug, und der Autor konnte die Atmosphäre gut rüberbringen. Das war schon eine kleine Reise nach Anatolien.
Aber insgesamt hat es mich leider nicht überzeugt. Hier ist zuviel aus zuvielen verschiedenen Ecken in ein Buch gepresst worden. Ja, der Autor hat es geschafft, das Ganze zu einer halbwegs runden Sache zu bringen, aber weniger wäre mehr gewesen. Schade.
Gerhard S.
aus Erlangen
3/5
08.09.2020
Buch (Taschenbuch)
Strafe ist etwas, das man verdient
Und dann passiert es: Die Versicherungssachverständige Karen Kimya Greenwood aus London wird im anatolischen Konya in Mordermittlungen hineingezogen. Ansonsten überlagert ihr Unterbewusstsein das Bewusstsein, geht es um Religion, Verstand, Mystik, Wahrheit, Albträume, Liebe, Legenden, den heiligen Shams und den edlen Rumi.
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5/5
24.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Wer sich für die Mystik des Orients...
Wer sich für die Mystik des Orients interessiert und hier speziell für den persischen Dichter Rumi und den Sufismus wird hier auf seine Kosten kommen. Der Roman spielt in der türkischen Stadt Konya und besticht durch die mystische Stimmung, die der Roman verbreitet. TOLL!
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