Zwischen Aufrechterhaltung und Untergrabung des Authentizitätsanspruchs. Christian Krachts Reisebericht 'Zu früh, zu früh'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
27.05.2019
Verlag
GRINSeitenzahl
14 (Printausgabe)
Dateigröße
639 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668947924
Diese Beobachtung trifft auch auf Krachts Reisebericht "Zu früh, zu früh" zu, der Vietnam im Jahre 1992 aus der Sicht eines autodiegetischen Erzählers schildert, der als Tourist das Land erkundet. Während seines Aufenthalts besucht er die Städte Saigon, Haiphong und Hanoi und trifft dort hauptsächlich auf europäische Figuren, die ihm das vermeintlich "wirkliche Vietnam" zeigen. Diese Figuren liefern die Hauptinformationen über Vietnam, welche lediglich durch stereotypische Karrikaturen einer vietnamesischen Reisebüroangestellten und eines vietnamesischen Taxifahrers, sowie deren kurios erscheinenden Äußerungen ergänzt werden. Hinzu kommt, dass sich der Erzähler, wie es auch Johannes Birgfeld in seinem Aufsatz Christian Kracht als Modellfall einer Reiseliteratur eines globalisierten Zeitalters bemerkt, häufig an Orten des "internationalen Jet-Sets [sic!]" aufhält, wodurch eine Annäherung zur vietnamesischen Landeskultur verhindert werde. Diese Beobachtungen führen zu der These, dass Krachts Reisebericht "Zu früh, zu früh" nicht den erwarteten inhaltlichen Anforderungen an einen Reisebericht, in Bezug auf die Authentizität des Berichts selbst und dessen Schilderung des Fremden, entspricht. Der Leser wird somit um eine glaubwürdige Repräsentation Vietnams und dessen Kultur betrogen.
Diese Arbeit analysiert, inwiefern Kracht am Beispiel des Reiseberichts "Zu früh, zu früh" Authentizität konstruiert und gleichzeitig wieder dekonstruiert, und so eine fragwürdige Repräsentation Vietnams entwickelt. Bisher wurden im literaturwissenschaftlichen Diskurs hauptsächlich Krachts Romane behandelt, während seine Reiseberichte nur beiläufige Aufmerksamkeit erhielten.
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