Herbert Marcuse und die Kontinuität romantischer Ideen Welche Anknüpfungspunkte an die Frühromantik lassen sich in "Der eindimensionale Mensch" und "Triebstruktur und Gesellschaft" herausarbeiten?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
10.07.2019
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
490 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668978010
Die deutsche Romantik gilt vielen als idealistische Epoche des Kitschs, der Träumerei, der antimodernen Schwärmerei für eine ländliche Vergangenheit, sie gilt als Gegenentwurf zur gepriesenen Aufklärung, als irrational, phantastisch, esoterisch, religiös. Die Aufzählung ihrer Mängel könnte sich über diese Seite fortsetzen, jedoch breche ich sie an dieser Stelle ab, um ein gänzlich anderes Gesicht der Romantik zu zeichnen. Die von Kawerin hergeleitete ursprüngliche Bedeutung des Wortes Romantik als Mauerbrecher scheint auf eine andere Romantik zu deuten, auf einen utopischen Versuch das Leben zu revolutionieren, die Zwänge und Grenzen der Gesellschaft aufzubrechen.
So muss differenziert werden zwischen der Frühromantik, die sich als Aufklärung der Aufklärung versteht und moderne Tendenzen der Entfremdung in die Kritik nahm, emanzipative Modelle des Zusammenlebens entwarf und erprobte, fundamentale Religionskritik übte und kühn ein neues goldenes Zeitalter der durch Poesie und Einbildungskraft befreiten Menschheit ausrief, und einer Spätromantik, die zurückkehrte zum dogmatischen Katholizismus, idyllischen Bildern nationaler Heimatliebe und einer sich versenkten Innerlichkeit verfiel, die reaktionären Unternehmen einen nahtlosen Anschluss lieferten.
Die Frühromantik als Versuch einer Aufklärung der Aufklärung gab späteren progressiven Bewegungen zahlreiche Impulse, ohne dass der Ursprung dieser Ideen dezidiert reflektiert und gewürdigt wurde. Im Gegenteil wurde der Romantik insgesamt reaktionäre Tendenzen unterstellt, die geradewegs in den Faschismus mündeten.
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