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Das Schweigen der Mitte Wege aus der Polarisierungsfalle

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11,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2020

Verlag

Theiss in Herder

Seitenzahl

206

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/2,5 cm

Gewicht

404 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8062-4057-3

Beschreibung

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2020

Verlag

Theiss in Herder

Seitenzahl

206

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/2,5 cm

Gewicht

404 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8062-4057-3

Herstelleradresse

Herder Verlag GmbH
Hermann-Herder-Str. 4
79104 Freiburg
DE

Email: kundenservice@herder.de

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Wissen ist Selbstermächtigung

Bewertung aus Viersen am 10.04.2020

Bewertungsnummer: 1314088

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein Buch, das ich vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie las, für wichtig befand, und zur Seite legte. Plötzlich beherrschte COVID-19 die Welt. Ich nahm „Das Schweigen der Mitte“ von Ulrike Ackermann erneut zur Hand und fragte mich, ob sich die Analyse und die Quintessenz überholt haben. Um es vorweg zu nehmen: Nein, ganz im Gegenteil. Worum geht es? In der Vor-Corona-Zeit entzündeten sich die politischen Debatten von den politischen Rändern, zuletzt mit deutlichem Überhang von rechts. Die AfD brach Tabus. Der Ungeist entwich aus der Flasche, die zum Molotow-Cocktail umfunktioniert wurde. Die Gewalttaten, die einer rechtsextremen Gesinnung entsprangen, nahmen zu. In dieser Republik wird offenkundig nicht mehr ausschließlich um Meinungsführerschaft mit Argumenten gestritten, sondern Andersdenkende schlicht liquidiert. Ulrike Ackermann zeigt instruktiv auf, wie es so weit kommen konnte. Und das hat viel mit der (kritischen) Öffentlichkeit und der öffentlichen Meinung zu tun, die es nicht mehr gibt. Beides verlor sich in den letzten Jahren in unendlichen Threads, Blogs und sonstigen Foren, in denen der User/die Userin nicht nach Fakten sucht, sondern nach einem Echoraum, in dem seine/ihre (Vor-)Urteile bestärkt werden – gerne auch durch Fake News. Denn nur zu gerne glaubt man das, was die eigene Meinung bestärkt. Ackermann beklagt zurecht, dass nicht nur das Internet dieser Entwicklung Vorschub leistete, sondern es auch der Elite zuzuschreiben ist: alte Vordenker mit blinden Flecken, wenn es um die Wurzeln der jeweils goutierten Idee geht; Blockdenken; Sprachregulative, mündend in Political Correctness bis zur Gehirnstarre und Aufweichen des eigenen Wertekanons durch falsche Toleranz als nachwirkender Reflex aus der historischen Schuld; durchschaubare Techniken des Machterhalts bei Aufrechterhaltung der Intransparenz von Entscheidungsfindungen mündend in sich als Alternativlosigkeit gerierender Debattierunlust – all das betrachtet Ackermann profund in sieben Kapitel, beginnend mit der Rolle der Intellektuellen – pardon, auch der Intellektuellinnen – und deren wachsender Bedeutungslosigkeit im politischen Diskurs, über die Zersplitterung der öffentlichen Meinung und Polarisierungen, die politische Vertrauenskrise, gesellschaftliche Spaltungen bis hin zum Thema Heimat und Abgrenzung sowie – last but not least – eine Betrachtung westlicher Selbstzweifel und Identitätspolitik. Das erfrischende Resümee ist schlicht, aber hilfreich. Und das auch und gerade in der Corona-Zeit, insoweit kommt „Das Schweigen der Mitte“ gerade recht. Ein Selbstaufklärung tut not - und zwar auf der Basis von Fakten, belastbaren, nachprüfbaren Fakten. Ein mit Wissen angereicherter, gerne auch von Intellektuellen als „savants experts“ ausgelöster Wettstreit der Ideen, aus der Mitte heraus geführt, könnte nicht nur den ausmergelnden Volksparteien helfen, sondern dem demokratischen Gemeinwesen, das nicht minder in einem menschengemachten Klimawandel steckt. Vor allem von rechts wird gezündelt, die Shitstorms werden hitzig und oftmals bar jeden Wissens geführt. Hauptsache, laut und Aufmerksamkeit heischend. Und jeder/jede hält sich für legitimiert, Behauptungen als Fakten zu verbreiten, ohne sie zuvor zu prüfen und ohne anzuerkennen, dass es tatsächlich in einer arbeitsteiligen Welt Menschen geben soll, die über Fachwissen verfügen, das man vielleicht besser abruft, bevor man sich in diversen Foren in Großbuchstaben besserwisserisch anschreit, ohne es besser zu wissen. 1+1=2. Es fällt nicht unter Meinungsfreiheit, 3 als das richtige Ergebnis zu propagieren. Die Mitte und ihre Vertreter, ja und in diesem Falle bitte auch ausdrücklich ihre Vertreterinnen, mögen aus dem Quark kommen und sich einmischen. Die Arena ist zu lange jenen überlassen worden, die „weg vom Ideal des autonomen, selbstbestimmten, aufgeklärten Individuums und wachen Staatsbürgers hin zum Stammesdenken und der Hordenbildung mit gefeierten Anführern“ (S. 195) wollen. Aktuell hat die breite Öffentlichkeit verstanden, dass Wissen Macht ist. Aktuell folgt man hier dem Rat von Virologen, statt beschwichtigenden, großmäuligen Staatenlenkern. Offenbar scheint die bundesdeutsche Öffentlichkeit aktuell mit der Sachkompetenz und der Kommunikation der Bundesregierung zufrieden. Vertrauen wurde von der großen Koalition zurückgewonnen. Die überwältigende Mehrheit nimmt nie gekannte Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit in Kauf, um die Risikogruppezu schützen, das Gesundheitssystem zu entlasten, damit möglichst alle die bestmögliche Versorgung erhalten. Wenn das nicht eine grandiose Ausgangsposition ist für das, was da kommt, nämlich eine gewaltige Wirtschaftskrise, die die Ausmaße der Depression Ende der 1920er und zu Beginn der 1930er erreichen dürfte. Es wird verdammt anstrengend werden, die großen Vereinfacher abzuwehren, die dann - so sicher wie das Amen in der Kirche - zur Macht drängen. Sie werden von rechts, vielleicht auch von links kommen. Besser die Mehrheit in der Mitte steht jetzt auf und ihnen in den Weg. Der Abgleich zwischen Worten und Taten ist der, auf den es ankommt. Der das Ergebnis enttarnt die Lüge. Und mehr Wissen vor dem Urteilen ist dringend nötig. Das ist auch - verknappt - die Schlussfolgerung von Ulrike Ackermann. Hoffentlich findet sie ausreichend, vor allem nachhaltig Gehör.

Wissen ist Selbstermächtigung

Bewertung aus Viersen am 10.04.2020
Bewertungsnummer: 1314088
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein Buch, das ich vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie las, für wichtig befand, und zur Seite legte. Plötzlich beherrschte COVID-19 die Welt. Ich nahm „Das Schweigen der Mitte“ von Ulrike Ackermann erneut zur Hand und fragte mich, ob sich die Analyse und die Quintessenz überholt haben. Um es vorweg zu nehmen: Nein, ganz im Gegenteil. Worum geht es? In der Vor-Corona-Zeit entzündeten sich die politischen Debatten von den politischen Rändern, zuletzt mit deutlichem Überhang von rechts. Die AfD brach Tabus. Der Ungeist entwich aus der Flasche, die zum Molotow-Cocktail umfunktioniert wurde. Die Gewalttaten, die einer rechtsextremen Gesinnung entsprangen, nahmen zu. In dieser Republik wird offenkundig nicht mehr ausschließlich um Meinungsführerschaft mit Argumenten gestritten, sondern Andersdenkende schlicht liquidiert. Ulrike Ackermann zeigt instruktiv auf, wie es so weit kommen konnte. Und das hat viel mit der (kritischen) Öffentlichkeit und der öffentlichen Meinung zu tun, die es nicht mehr gibt. Beides verlor sich in den letzten Jahren in unendlichen Threads, Blogs und sonstigen Foren, in denen der User/die Userin nicht nach Fakten sucht, sondern nach einem Echoraum, in dem seine/ihre (Vor-)Urteile bestärkt werden – gerne auch durch Fake News. Denn nur zu gerne glaubt man das, was die eigene Meinung bestärkt. Ackermann beklagt zurecht, dass nicht nur das Internet dieser Entwicklung Vorschub leistete, sondern es auch der Elite zuzuschreiben ist: alte Vordenker mit blinden Flecken, wenn es um die Wurzeln der jeweils goutierten Idee geht; Blockdenken; Sprachregulative, mündend in Political Correctness bis zur Gehirnstarre und Aufweichen des eigenen Wertekanons durch falsche Toleranz als nachwirkender Reflex aus der historischen Schuld; durchschaubare Techniken des Machterhalts bei Aufrechterhaltung der Intransparenz von Entscheidungsfindungen mündend in sich als Alternativlosigkeit gerierender Debattierunlust – all das betrachtet Ackermann profund in sieben Kapitel, beginnend mit der Rolle der Intellektuellen – pardon, auch der Intellektuellinnen – und deren wachsender Bedeutungslosigkeit im politischen Diskurs, über die Zersplitterung der öffentlichen Meinung und Polarisierungen, die politische Vertrauenskrise, gesellschaftliche Spaltungen bis hin zum Thema Heimat und Abgrenzung sowie – last but not least – eine Betrachtung westlicher Selbstzweifel und Identitätspolitik. Das erfrischende Resümee ist schlicht, aber hilfreich. Und das auch und gerade in der Corona-Zeit, insoweit kommt „Das Schweigen der Mitte“ gerade recht. Ein Selbstaufklärung tut not - und zwar auf der Basis von Fakten, belastbaren, nachprüfbaren Fakten. Ein mit Wissen angereicherter, gerne auch von Intellektuellen als „savants experts“ ausgelöster Wettstreit der Ideen, aus der Mitte heraus geführt, könnte nicht nur den ausmergelnden Volksparteien helfen, sondern dem demokratischen Gemeinwesen, das nicht minder in einem menschengemachten Klimawandel steckt. Vor allem von rechts wird gezündelt, die Shitstorms werden hitzig und oftmals bar jeden Wissens geführt. Hauptsache, laut und Aufmerksamkeit heischend. Und jeder/jede hält sich für legitimiert, Behauptungen als Fakten zu verbreiten, ohne sie zuvor zu prüfen und ohne anzuerkennen, dass es tatsächlich in einer arbeitsteiligen Welt Menschen geben soll, die über Fachwissen verfügen, das man vielleicht besser abruft, bevor man sich in diversen Foren in Großbuchstaben besserwisserisch anschreit, ohne es besser zu wissen. 1+1=2. Es fällt nicht unter Meinungsfreiheit, 3 als das richtige Ergebnis zu propagieren. Die Mitte und ihre Vertreter, ja und in diesem Falle bitte auch ausdrücklich ihre Vertreterinnen, mögen aus dem Quark kommen und sich einmischen. Die Arena ist zu lange jenen überlassen worden, die „weg vom Ideal des autonomen, selbstbestimmten, aufgeklärten Individuums und wachen Staatsbürgers hin zum Stammesdenken und der Hordenbildung mit gefeierten Anführern“ (S. 195) wollen. Aktuell hat die breite Öffentlichkeit verstanden, dass Wissen Macht ist. Aktuell folgt man hier dem Rat von Virologen, statt beschwichtigenden, großmäuligen Staatenlenkern. Offenbar scheint die bundesdeutsche Öffentlichkeit aktuell mit der Sachkompetenz und der Kommunikation der Bundesregierung zufrieden. Vertrauen wurde von der großen Koalition zurückgewonnen. Die überwältigende Mehrheit nimmt nie gekannte Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit in Kauf, um die Risikogruppezu schützen, das Gesundheitssystem zu entlasten, damit möglichst alle die bestmögliche Versorgung erhalten. Wenn das nicht eine grandiose Ausgangsposition ist für das, was da kommt, nämlich eine gewaltige Wirtschaftskrise, die die Ausmaße der Depression Ende der 1920er und zu Beginn der 1930er erreichen dürfte. Es wird verdammt anstrengend werden, die großen Vereinfacher abzuwehren, die dann - so sicher wie das Amen in der Kirche - zur Macht drängen. Sie werden von rechts, vielleicht auch von links kommen. Besser die Mehrheit in der Mitte steht jetzt auf und ihnen in den Weg. Der Abgleich zwischen Worten und Taten ist der, auf den es ankommt. Der das Ergebnis enttarnt die Lüge. Und mehr Wissen vor dem Urteilen ist dringend nötig. Das ist auch - verknappt - die Schlussfolgerung von Ulrike Ackermann. Hoffentlich findet sie ausreichend, vor allem nachhaltig Gehör.

Alle verteufeln alle, rechts…

ws aus Markdorf am 19.03.2020

Bewertungsnummer: 2727248

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Alle verteufeln alle, rechts vs. links, links vs. rechts, die 'Mitte' gegen beide "Als erfolgreich angesehen wird eine Berichterstattung über Ereignisse, ob lokal, national oder international, ob in privaten Medien oder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn die Quote beziehungsweise die Auflage steigt und die Anzahl der Klicks sich erhöht. Alarmismus und Dauererregung verringern jedoch beständig den Raum für kühle und ruhige Analyse." (Zitat Seite 35) Und gleich noch ein Zitat, Thema ist der immense Zuwachs an Wählerprozenten für 'Die Grünen': "Die Partei kommt in Großstädten inzwischen auf 30 Prozent und die unter Dreißigjährigen wählten in der Mehrheit grün. Die teils dümmlichen Belehrungen der jungen Aktivisten von Seiten ANDERER Parteien (Hervorhebung W. Sch.) verstärkte nur ihren Groll über deren Worthülsen und ignorante Überheblichkeit." (S. 91) Ulrike Ackermann analysiert in ihrem Buch die Tatsache des permanenten Wahlstimmenverlustes der ehedem 'Volkspartei' genannten CDU/CSU und SPD. Sie beschreibt, wieso sich die ehedem kleine Partei von Bündnis90/Die Grünen zur kommenden 'Volkspartei' entwickelt hat. Sie geht der Tatsache des zunehmenden Populismus in der Politik, der Politikverdrossenheit vieler Bürger und damit Wähler auf den Grund. Sie zeigt zugleich auch mögliche Wege aus diesem Dilemma auf. Was jedoch, logo, ein gewisses Maß an zumindest Interesse, im Idealfall auch politisches Engagement des Wählers erfordert. Der Schreibstil ist ob der zahlreich genannten Namen von Soziologen, Philosophen, Wahlforschern etc. etwas mühsam zu lesen. Andererseits ist der Schreibstil auch messerscharf und der Autorin Feststellungen augenblicklich zuzustimmen. Ein letztes Beispiel von Seite 118: "Doch wenn Eliten sich nicht mehr von Seilschaften und Cliquen unterscheiden, provozieren sie Verachtung. ... Dieses Gebaren kennt man nicht nur aus dem politischen Milieu, aus Staatsbetrieben wie der Bahn oder scheiternden Großprojekten wie dem Flughafen Berlin Brandenburg. Es hat sich auch in der staatlich gehätschelten Automobilindustrie ... breit gemacht. Wirtschaftliche Eliten, die nicht mehr geradestehen und haften für das, was sie anrichten oder verbummeln, ziehen Verachtung auf sich..." Wer kann dieser Feststellung nicht bedenkenlos zustimmen? Weitere ebenso durchdachte, schlüssige Ausführungen sind auf den 198 Seiten zuhauf zu finden. Man muss das Buch nur Lesen.

Alle verteufeln alle, rechts…

ws aus Markdorf am 19.03.2020
Bewertungsnummer: 2727248
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Alle verteufeln alle, rechts vs. links, links vs. rechts, die 'Mitte' gegen beide "Als erfolgreich angesehen wird eine Berichterstattung über Ereignisse, ob lokal, national oder international, ob in privaten Medien oder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn die Quote beziehungsweise die Auflage steigt und die Anzahl der Klicks sich erhöht. Alarmismus und Dauererregung verringern jedoch beständig den Raum für kühle und ruhige Analyse." (Zitat Seite 35) Und gleich noch ein Zitat, Thema ist der immense Zuwachs an Wählerprozenten für 'Die Grünen': "Die Partei kommt in Großstädten inzwischen auf 30 Prozent und die unter Dreißigjährigen wählten in der Mehrheit grün. Die teils dümmlichen Belehrungen der jungen Aktivisten von Seiten ANDERER Parteien (Hervorhebung W. Sch.) verstärkte nur ihren Groll über deren Worthülsen und ignorante Überheblichkeit." (S. 91) Ulrike Ackermann analysiert in ihrem Buch die Tatsache des permanenten Wahlstimmenverlustes der ehedem 'Volkspartei' genannten CDU/CSU und SPD. Sie beschreibt, wieso sich die ehedem kleine Partei von Bündnis90/Die Grünen zur kommenden 'Volkspartei' entwickelt hat. Sie geht der Tatsache des zunehmenden Populismus in der Politik, der Politikverdrossenheit vieler Bürger und damit Wähler auf den Grund. Sie zeigt zugleich auch mögliche Wege aus diesem Dilemma auf. Was jedoch, logo, ein gewisses Maß an zumindest Interesse, im Idealfall auch politisches Engagement des Wählers erfordert. Der Schreibstil ist ob der zahlreich genannten Namen von Soziologen, Philosophen, Wahlforschern etc. etwas mühsam zu lesen. Andererseits ist der Schreibstil auch messerscharf und der Autorin Feststellungen augenblicklich zuzustimmen. Ein letztes Beispiel von Seite 118: "Doch wenn Eliten sich nicht mehr von Seilschaften und Cliquen unterscheiden, provozieren sie Verachtung. ... Dieses Gebaren kennt man nicht nur aus dem politischen Milieu, aus Staatsbetrieben wie der Bahn oder scheiternden Großprojekten wie dem Flughafen Berlin Brandenburg. Es hat sich auch in der staatlich gehätschelten Automobilindustrie ... breit gemacht. Wirtschaftliche Eliten, die nicht mehr geradestehen und haften für das, was sie anrichten oder verbummeln, ziehen Verachtung auf sich..." Wer kann dieser Feststellung nicht bedenkenlos zustimmen? Weitere ebenso durchdachte, schlüssige Ausführungen sind auf den 198 Seiten zuhauf zu finden. Man muss das Buch nur Lesen.

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Das Schweigen der Mitte

von Ulrike Ackermann

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  • Inhalt
    7 Einleitung
    14 Intellektuelle im politischen Kraftespiel
    14 Ihre Prasenz in Deutschland und Frankreich
    18 Verortungen von rechts bis links
    21 Altes Blockdenken und Versuche der Uberwindung
    31 Offentlichkeit und Meinung
    31 Wandel des Debattenraums
    33 Offentlichkeit im digitalen Zeitalter
    39 Streit um die Meinungsfreiheit
    45 Shitstorms und Hochschulpolitik
    52 Polarisierungen
    52 Tumult auf der Frankfurter Buchmesse
    61 „Man wird doch wohl noch sagen durfen …“
    69 Totalitarismus revisited
    75 Politische Vertrauenskrise
    75 Der Absturz der Volksparteien
    79 Krise der Reprasentation
    82 Die Erosion der politischen Mitte
    89 Aufbegehren gegen Althergebrachtes
    93 Uberkommene Organisationen und schillernde Neulinge
    104 Forschung zur politischen Vertrauenskrise
    116 Neue gesellschaftliche Spaltungen
    117 Elitenkritik und Elitenversagen
    122 Die Segregation der Mittelschicht
    129 Verwerfungen zwischen Stadt und Land
    138 Wie viel Heimat braucht der Mensch?
    138 Streitpunkt Nation
    147 Migration und Integration
    160 Der politische Islam
    176 Westliche Selbstzweifel und Identitatspolitik
    176 Antiwestliche Ressentiments
    180 Identitatspolitik von rechts und links
    183 Wertekanon unter Beschuss
    193 Pladoyer fur eine antitotalitare Selbstaufklarung
    199 Danksagung
    200 Literatur