Produktbild: Das Helgoland, der Höllensturz

Das Helgoland, der Höllensturz Oder Wie ein Esquimeaux das Glück auf der Roten Klippe findet, obwohl die Dreizehenmöwen hier mit Rosinen gegessen werden

2

32,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.12.2019

Abbildungen

mit 9 Farbabbildungen

Verlag

Kulturmaschinen Verlag

Seitenzahl

570

Maße (L/B/H)

21,6/14/4,4 cm

Gewicht

861 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96763-058-9

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.12.2019

Abbildungen

mit 9 Farbabbildungen

Verlag

Kulturmaschinen Verlag

Seitenzahl

570

Maße (L/B/H)

21,6/14/4,4 cm

Gewicht

861 g

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Deutsch

ISBN

978-3-96763-058-9

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Der rote Fels in der Brandung

Bewertung aus Hamburg am 19.10.2020

Bewertungsnummer: 1391684

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist nicht zu überlesen: Edgar Alan Poe hat sich bedient!Bei Smutter Gintje! Kennen Sie nicht? Sollten Sie kennenlernen. Die bekannte Dichterin und Balladen-Schmiedin Smutter Gintje vom Hilligeland. Nevermore! rief der Rabe bei Poe und viele hundert Jahre zuvor setzte Smutter Gintje es ein in ihre Ballade, in der nicht der Rabe, sondern das Meer ist es, das im ewigen Rollen gegen die Küste murmelt: Nimmermehr! Das Pech dieser Magd, die den Namen Smutter Gintje trug: Damals wurden ihre Gedichte nicht gedruckt, aber handschriftlich von ihr belegt. Und gefunden. Ganz offensichtlich. Dem Autor Dr. Reimer Boy Eilers, der auf dem roten Felsen seine Kindheit verbrachte, ist in seinem Roman „Das Helgoland, der Höllensturz“ gelungen, was wirklich nur selten so gelingt. Ein Sehnsuchtsbuch von einem Stückchen felsiger Heimat. Das wäre aber zu klein gedacht. Also nicht Helgoland, sondern das Buch. Hintergründlich an einem roten Faden aus Spannung von Kapitel zu Kapitel aufgebaut, von dem einige denken: <i>Ach, ein Krimi.... </i> schleicht sich heimlich während des Lesens eine enorme Spannbreite von Wissen. So ganz peu-à-peu wird einem bewusst, dass die Nordsee kein Tralala ist, die sich an Sylter Sonnenstränden erschöpft und die Welt größer ist als der eigene Horizont und das auch schon im 16. Jh., einhundert Jahre nachdem Störtebeker seinen Kopf verlor und Hamburger Pfeffersäcke schon auf dem Plan waren (und das sage ich als Lokalpatriotin dieser schönen Stadt!) Die Existenz von einer Welt, die vor der eigenen Haustür beginnt und fast nicht endet, hat nicht erst seit den Zeiten des Internets Bestand. Das ewige Dilemma, welcher Glaube wesentlich ist und ob überhaupt, welchem Stern man folgen sollte und was einen einsamen Kirchenmann dazu treibt, einen Streit zwischen „St. Ursula“ und der „Stella Maris“ anzuzetteln, wie viele Schicksale das Meer weg- und wieder zurückträgt und wie viele nicht, welche großartigen Schiffbauer ihr Wissen in immer geeignetere Schiffe einfließen ließen und der so kluge Schachzug des Autors, einen Esquimeaux auf eine Odyssee gehen zu lassen, um auf Helgoland zu stranden, Handel und Wandel in diesen Zeiten, der tiefe Einblick in die Möglichkeiten der Fischverarbeitung und was sonst noch auf den Tisch kommen konnte.... das Buch hat eine unglaublich bunte und keinesfalls belanglose Fülle in sich vereinigt, wobei der scheußliche Mord im Hintergrund nicht in den Schatten fällt, sondern diese Freveltat die Geschichte zusammenhält. Selten ist mir ein Buch mit einem brillanteren Wortschatz vor die Augen gekommen. An jedem Satz, auf jeder Seite beweist der Autor, dass er nicht nur seine Sprache liebt und damit umzugehen weiß. Er schöpft sie schlicht aus, was ich mir von anderen Autoren wünschen würde. Dabei gibt es kein Geschwafel. Zeugnis davon mag dieser folgende Satz belegen, der sich im hinteren Drittel des Buches findet: „....Wenn man das Reden eines Menschen, der Worte wie Einzelgänger aus ihrem Gefängnis entlässt.....“ literarisch ebenso verarbeitet findet, so möchte ich für mich entscheiden, dass ich – wenn klug und stilistisch einwandfrei die prachtvolle Nutzung einer Sprache dagegen steht – solche Romane anderen vorziehe. Das ist meine Lesart. Margret Silvester

Der rote Fels in der Brandung

Bewertung aus Hamburg am 19.10.2020
Bewertungsnummer: 1391684
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist nicht zu überlesen: Edgar Alan Poe hat sich bedient!Bei Smutter Gintje! Kennen Sie nicht? Sollten Sie kennenlernen. Die bekannte Dichterin und Balladen-Schmiedin Smutter Gintje vom Hilligeland. Nevermore! rief der Rabe bei Poe und viele hundert Jahre zuvor setzte Smutter Gintje es ein in ihre Ballade, in der nicht der Rabe, sondern das Meer ist es, das im ewigen Rollen gegen die Küste murmelt: Nimmermehr! Das Pech dieser Magd, die den Namen Smutter Gintje trug: Damals wurden ihre Gedichte nicht gedruckt, aber handschriftlich von ihr belegt. Und gefunden. Ganz offensichtlich. Dem Autor Dr. Reimer Boy Eilers, der auf dem roten Felsen seine Kindheit verbrachte, ist in seinem Roman „Das Helgoland, der Höllensturz“ gelungen, was wirklich nur selten so gelingt. Ein Sehnsuchtsbuch von einem Stückchen felsiger Heimat. Das wäre aber zu klein gedacht. Also nicht Helgoland, sondern das Buch. Hintergründlich an einem roten Faden aus Spannung von Kapitel zu Kapitel aufgebaut, von dem einige denken: <i>Ach, ein Krimi.... </i> schleicht sich heimlich während des Lesens eine enorme Spannbreite von Wissen. So ganz peu-à-peu wird einem bewusst, dass die Nordsee kein Tralala ist, die sich an Sylter Sonnenstränden erschöpft und die Welt größer ist als der eigene Horizont und das auch schon im 16. Jh., einhundert Jahre nachdem Störtebeker seinen Kopf verlor und Hamburger Pfeffersäcke schon auf dem Plan waren (und das sage ich als Lokalpatriotin dieser schönen Stadt!) Die Existenz von einer Welt, die vor der eigenen Haustür beginnt und fast nicht endet, hat nicht erst seit den Zeiten des Internets Bestand. Das ewige Dilemma, welcher Glaube wesentlich ist und ob überhaupt, welchem Stern man folgen sollte und was einen einsamen Kirchenmann dazu treibt, einen Streit zwischen „St. Ursula“ und der „Stella Maris“ anzuzetteln, wie viele Schicksale das Meer weg- und wieder zurückträgt und wie viele nicht, welche großartigen Schiffbauer ihr Wissen in immer geeignetere Schiffe einfließen ließen und der so kluge Schachzug des Autors, einen Esquimeaux auf eine Odyssee gehen zu lassen, um auf Helgoland zu stranden, Handel und Wandel in diesen Zeiten, der tiefe Einblick in die Möglichkeiten der Fischverarbeitung und was sonst noch auf den Tisch kommen konnte.... das Buch hat eine unglaublich bunte und keinesfalls belanglose Fülle in sich vereinigt, wobei der scheußliche Mord im Hintergrund nicht in den Schatten fällt, sondern diese Freveltat die Geschichte zusammenhält. Selten ist mir ein Buch mit einem brillanteren Wortschatz vor die Augen gekommen. An jedem Satz, auf jeder Seite beweist der Autor, dass er nicht nur seine Sprache liebt und damit umzugehen weiß. Er schöpft sie schlicht aus, was ich mir von anderen Autoren wünschen würde. Dabei gibt es kein Geschwafel. Zeugnis davon mag dieser folgende Satz belegen, der sich im hinteren Drittel des Buches findet: „....Wenn man das Reden eines Menschen, der Worte wie Einzelgänger aus ihrem Gefängnis entlässt.....“ literarisch ebenso verarbeitet findet, so möchte ich für mich entscheiden, dass ich – wenn klug und stilistisch einwandfrei die prachtvolle Nutzung einer Sprache dagegen steht – solche Romane anderen vorziehe. Das ist meine Lesart. Margret Silvester

Zwischen Zeit und Ewigkeit - Das Helgoland, der Höllensturz Rezension von Jake Krajewsky

Jakob Krajewsky aus Hamburg am 03.06.2020

Bewertungsnummer: 1336217

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Noch ein Buch über Helgoland, aber was für eins. In spannender Erzählweise macht der Autor Reimer Eilers die Lesenden mit den Kulturen und Gegebenheiten des Helgolandes auf gut 550 Seiten vertraut. Die Städte der näheren und weiteren Umgebung wie Cuxhaven und Husum, Kopenhagen, Hamburg und Amsterdam sind wichtige Anlaufpunkte im historischen Roman, der im 15. Jahrhundert spielt. Ebenso findet die Topografie des Roten Eilandes mit Ober- und Unterland, den Klippen, der Friedhofs- und der Sandinsel reiche Erwähnung. Seeleute, Landsknechte, Fischersleut samt Frauen und Kindern, Barbiere, Arme und Alte, holländische Schiffer, Störtebecker, Gouverneure, Pastoren, Apotheker und Alchimisten sind das Personal. Es ist hier fast wie im Theater, die Figuren werden lebendig. Die Protagonisten sind nicht allein nur Helgoländer. Der beste Freund des Hauptakteurs Pay Edlefson wird Esquimeaux genannt. Er heißt eigentlich John Quivitoq Mc Leod und stammt mütterlicherseits aus Grönland. Sein Vater war schottischer Missionar. So sind Religion, Glaube und Aberglaube sowie Mythen und Moritaten in der Vorstellung der Menschen verwoben und werden von Eilers meisterhaft kolportiert. Es geschieht ein Mord an einem holländischen Kapitän. Das ist der Auftakt zu einer Serie eines vertrackten Mordkomplotts. Wir erfahren, dass es Menschen mit einer verborgenen Identität gibt. Sie treten als Holländer auf, sind getauft, aber maurischer Herkunft und flohen aus Spanien vor der Reconquista. Die Globalisierung hatte schon damals längst begonnen. Jedes Kapitel wird mit Zitaten auf Helgoländisch (eine eigene Sprache, dem Nordfriesischen verwandt), oder mit Sinnsprüchen von Walther von der Vogelweide, von Robin Hood bzw. Versen aus dem Erzählgut der Roten Insel eingeführt. Diese Texte werden meistens übersetzt. So kommen alle mit in dieser wundersamen Welt zwischen Zeit und Ewigkeit: „Amsterdam, du grote Stadt, büst gebaut up Palen, Wenn du nun zusammenbrichst, wer schall dat bitalen?“ Der Humor und die harten Grenzerfahrungen der Menschen, die zur See fahren, Liebeleien, große Fänge, auf See Verschollene - die ganze Schicksalsträchtigkeit der Existenz - kommt bei Reimer Eilers zur Geltung. Man denkt an Melvilles Moby Dick oder Hemingways ‚Der Alte Mann und das Meer.‘ Seemannsgarn und Spukgestalten, Klabautermänner, Robbengeister und die Verehrung der Maria als Stella Maris bzw. die Anbetung der Santa Ursula, Schutzheilige der Seefahrer, spalten das Inselvolk in zwei Gruppierungen. Die Kapitel sind kurz, reich bebildert und enden spannend. Die Dialoge kommen witzig rüber und die Charakterisierungen der Leute und Landschaften in ihrer Dramatik sind bildhaft schön. „Als die Särge sicher am Nordstrand lagen, machte die Gesellschaft eine Verschnaufpause. Lila Meersenf war der Blumenschmuck der Wahl für die Prozession am Rand der Meereswildnis. Grüner Strandhafer neigte sich in Trauer gegen die Toten. Die Lebenden standen triefend vor dem Dünenwall. Unten lief ihnen das Seewasser langsam aus der Kleidung und von oben kam Süßwasser als himmlischer Nachschub.“ (S. 461) Der naturalistisch eingefärbte Text liest sich flüssig. Man möchte dem Erzähler immer weiter zuhören und beim Lesen gar nicht absetzen. Am Ende werden die Spannung und die allgemeine Verunsicherung in einer Katharsis auf wundersame Weise gelöst.

Zwischen Zeit und Ewigkeit - Das Helgoland, der Höllensturz Rezension von Jake Krajewsky

Jakob Krajewsky aus Hamburg am 03.06.2020
Bewertungsnummer: 1336217
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Noch ein Buch über Helgoland, aber was für eins. In spannender Erzählweise macht der Autor Reimer Eilers die Lesenden mit den Kulturen und Gegebenheiten des Helgolandes auf gut 550 Seiten vertraut. Die Städte der näheren und weiteren Umgebung wie Cuxhaven und Husum, Kopenhagen, Hamburg und Amsterdam sind wichtige Anlaufpunkte im historischen Roman, der im 15. Jahrhundert spielt. Ebenso findet die Topografie des Roten Eilandes mit Ober- und Unterland, den Klippen, der Friedhofs- und der Sandinsel reiche Erwähnung. Seeleute, Landsknechte, Fischersleut samt Frauen und Kindern, Barbiere, Arme und Alte, holländische Schiffer, Störtebecker, Gouverneure, Pastoren, Apotheker und Alchimisten sind das Personal. Es ist hier fast wie im Theater, die Figuren werden lebendig. Die Protagonisten sind nicht allein nur Helgoländer. Der beste Freund des Hauptakteurs Pay Edlefson wird Esquimeaux genannt. Er heißt eigentlich John Quivitoq Mc Leod und stammt mütterlicherseits aus Grönland. Sein Vater war schottischer Missionar. So sind Religion, Glaube und Aberglaube sowie Mythen und Moritaten in der Vorstellung der Menschen verwoben und werden von Eilers meisterhaft kolportiert. Es geschieht ein Mord an einem holländischen Kapitän. Das ist der Auftakt zu einer Serie eines vertrackten Mordkomplotts. Wir erfahren, dass es Menschen mit einer verborgenen Identität gibt. Sie treten als Holländer auf, sind getauft, aber maurischer Herkunft und flohen aus Spanien vor der Reconquista. Die Globalisierung hatte schon damals längst begonnen. Jedes Kapitel wird mit Zitaten auf Helgoländisch (eine eigene Sprache, dem Nordfriesischen verwandt), oder mit Sinnsprüchen von Walther von der Vogelweide, von Robin Hood bzw. Versen aus dem Erzählgut der Roten Insel eingeführt. Diese Texte werden meistens übersetzt. So kommen alle mit in dieser wundersamen Welt zwischen Zeit und Ewigkeit: „Amsterdam, du grote Stadt, büst gebaut up Palen, Wenn du nun zusammenbrichst, wer schall dat bitalen?“ Der Humor und die harten Grenzerfahrungen der Menschen, die zur See fahren, Liebeleien, große Fänge, auf See Verschollene - die ganze Schicksalsträchtigkeit der Existenz - kommt bei Reimer Eilers zur Geltung. Man denkt an Melvilles Moby Dick oder Hemingways ‚Der Alte Mann und das Meer.‘ Seemannsgarn und Spukgestalten, Klabautermänner, Robbengeister und die Verehrung der Maria als Stella Maris bzw. die Anbetung der Santa Ursula, Schutzheilige der Seefahrer, spalten das Inselvolk in zwei Gruppierungen. Die Kapitel sind kurz, reich bebildert und enden spannend. Die Dialoge kommen witzig rüber und die Charakterisierungen der Leute und Landschaften in ihrer Dramatik sind bildhaft schön. „Als die Särge sicher am Nordstrand lagen, machte die Gesellschaft eine Verschnaufpause. Lila Meersenf war der Blumenschmuck der Wahl für die Prozession am Rand der Meereswildnis. Grüner Strandhafer neigte sich in Trauer gegen die Toten. Die Lebenden standen triefend vor dem Dünenwall. Unten lief ihnen das Seewasser langsam aus der Kleidung und von oben kam Süßwasser als himmlischer Nachschub.“ (S. 461) Der naturalistisch eingefärbte Text liest sich flüssig. Man möchte dem Erzähler immer weiter zuhören und beim Lesen gar nicht absetzen. Am Ende werden die Spannung und die allgemeine Verunsicherung in einer Katharsis auf wundersame Weise gelöst.

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