Der Radiologe Solomon Matzner und seine Frau freuen sich auf ihr Kind. Da erleidet Cici eine Fehlgeburt, und Sol weiß sich nicht anders zu helfen, als schnellstens ein Ersatzkind zu adoptieren: Cheri. Ein rebellisches Mädchen, das auch später als Frau nicht ansatzweise dazu bereit ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ein Buch über die Familie, an der man sich die Zähne ausbeißt und ohne die man trotzdem nicht sein kann.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben: Einfach Barcode scannen, Versandetikett ausdrucken, Bücher verschicken und Thalia Geschenkkarte erhalten.
„Das wilde Leben der Cheri Matzner“ ist ein kraftvolles und intensives Familienportrait, das alle Höhen und Tiefen des Familienlebens eindrucksvoll schildert. Beginnend im Jahr 1962 begleitet man Sol und Cici während ihrer fröhlichen Zeit des Kennenlernens, betrauert mit ihnen den schrecklichen Verlust des Babys und folgt Sols Bemühen mit Cheri wieder eine normale Familie zu sein. Dieser erste Teil ist einfühlsam und sensibel geschrieben und geht direkt unter die Haut.
Dann gibt es einen großen Zeitsprung hinein in Cheris Erwachsenenleben, das geprägt ist von Zweifeln, Hindernissen, Veränderungen und Verlust. Hier lernt man Cheri erst richtig kennen, denn sie lässt sich immer noch nichts vorschreiben und geht geradlinig ihren eigenen Weg. Tracy Barone beschreibt auch hier präzise und absolut spannend Cheris Lebensweg, bei dem ich „das wilde Leben“ nicht als wild, sondern vielmehr als modern, interessant und immer wieder tieftraurig empfand.
Gerade durch die Kombination aus Gegenwart und Rückblenden wurde ich mit den einzelnen Figuren, die mit all ihren Schwächen und Eigenheiten wunderbar authentisch skizziert sind, immer vertrauter und konnte mich so besser in ihr Handeln hineinversetzen. Daraus entwickelt sich eine stimmige und absolut lesenswerte Familiengeschichte, die auch die Schattenseiten des Lebens nicht auslässt.
Es hat mir große Freude bereitet, Cheri und ihre Familie über viele fesselnde Buchseiten hinweg zu begleiten. Einer Familie voller eigenwilliger Persönlichkeiten und mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen - und gerade das macht die Geschichte so lesenswert, sie wirkt einfach echt.
Bewertung
5/5
03.11.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Frau auf der Suche nach ihrer...
Eine Frau auf der Suche nach ihrer Identität: die mit eigenen Problemen belasteten und andersartigen Adoptiveltern können es nicht sein. Cici ist so nicht in der Lage, auch nur eine Version ihres Lebens voll auszuschöpfen, bis sie selbst ihre Herkunft klärt und annimmt.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
02.07.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Happy Family ?!
Tracy Barone: Das wilde Leben der Cherie Matzner
oder im Originaltitel: Happy Family.
Mich erinnerte das Titelbild der mondänen jungen Frau an Breakfast at Tiffany's, einen meiner Lieblingsfilme, und auch der Klappentext machte mich neugierig: Der Radiologe Sol und seine italienische Frau Cici erleiden eine Fehlgeburt, und um Cici aus der Trauer zu reissen, adoptiert Sol kurzerhand ein Ersatzkind: Cheri, „ein rebellisches Mädchen, das auch später als Frau nicht ansatzweise dazu bereit ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ein Buch über die Familie, an der man sich die Zähne ausreisst, und ohne die man trotzdem nicht sein kann“.
Vorweg: das Titelbild ist schön, hat aber null Bezug zum Buch.
Cheri wird 1962 geboren, und der erste Teil des Buches dreht sich um die jungverliebten und -verheirateten Matzners, er – Solomon - jüdischer Herkunft und konvertierter Katholik, sie – Cici – gerade volljährig und aus Italien der Liebe wegen in die USA gekommen. Das Glück scheint mit der Schwangerschaft Cicis perfekt zu sein, und doch kommt alles ganz anders. Eine Fehlgeburt reisst die junge Frau in schwere Depressionen, aus der sie eigentlich nur Cheri, das adoptierte Ersatzbaby, wieder heraus reissen kann. Und so wächst Cheri als der Augapfel ihrer Mama auf, aber natürlich entwickeln sich Kinder selten so, wie ihre Eltern es gerne hätten. Anstatt eine Prinzessin zu werden, gibt Cheri die punkige Rebellin, die allerhand Drogen mitnimmt, dank unglaublicher Resilienz und Intelligenz aber immer kurz vor knapp die Reissleine zieht und ihr Leben neu erfindet. So wird sie Polizistin in New York, beendet dieses Kapitel nach einem traumatischem Erlebnis, studiert Religionswissenschaften, nimmt eine Karriere in Wissenschaft und Forschung auf, heiratet einen Mann aus der Filmbranche, und es scheint, ihr Leben hat nur wenige Konstanten.
Cheris Leben wird zum grössten Teil in Rückblicken erzählt, vom ersten Teil der ganz frühen Babymonate springt die Autorin ins Jahr 2002, in dem Cheri eine Professur in vergleichenden Religionswissenschaften innehat, und eine nicht wirklich glückliche Ehe mit dem wesentlich älteren Michael führt. Die aktuellen Geschehnisse – ihre Kinderwunschbehandlung, ihre Probleme mit ihrer Universität, eine zeitweilige Suspendierung – werden verwoben mit Erzählungen aus den vorangegangenen 40 Lebensjahren.
Als Michael mit Krebs diagnostiziert wird, gibt es noch einmal einen grossen Wendepunkt in Cheris Leben. Der Tod, mit dem sie sich bislang nur akademisch auseinandergesetzt hat, bekommt neue, reale Dimensionen, und sie findet noch einmal neuen Zugang zu Michael und entdeckt noch einmal den Mann, in den sie sich einst verliebt hatte.
Was dieses Buch nicht ist: „Ein herrlich wilder Familienroman“ (Klappentext!), denn das implizierte für mich irgendwie viel Spass und Situationskomik. Es ist definitiv ein Familienroman, aber ein sehr realistisch gezeichneter, und ich glaube, es gibt ganz viele Cheris, die mit ihrer Herkunft hadern, an ihren Eltern und deren Wertvorstellungen verzweifeln, es besser machen wollen, ihre Träume leben wollen, und die ihr ganzes Leben auf der Suche nach sich selbst sind.
Tracy Barone ist sehr sprachgewandt, und man kann sich in die Personen leicht hineinversetzen. Niemand ist nur gut oder schlecht, keiner ist perfekt, aber am Ende des Buches wissen wir, warum diese unperfekten Eltern doch perfekt für genau dieses Kind waren, und das das Leben nur von einem selbst geschrieben werden kann.
Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken angeregt. Was macht einen Menschen aus, Gene oder Sozialisierung? Besonders ganz zum Schluss fand ich es noch einmal sehr spannend, als Cheri tatsächlich ihre Herkunftsfamilie ausfindig macht.
Mein Fazit: ich hab irgendwie was anderes erwartet gehabt (mehr Witz und wilde Roadtrips), aber ich bin sehr positiv überrascht und ich fands toll. Für mich hatte der Roman eine Sogwirkung, ich fand es sehr spannend, und wie gesagt, viel Stoff zum Nachdenken. Wie funktioniert Familie, wieso ticken die Leute so und nicht anders? Auch der klare Erzählstil, schnörkellos und doch mitreissend, hat mir sehr gefallen. 5 Punkte !!
Bewertung
aus Baden-Württemberg
5/5
28.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Komplexe Familiengeschichte
Der vorliegende Roman wurde aus dem Englischen übersetzt und trägt den Original-Titel „Happy Family“. Dazu passend stellt die Autorin den berühmten ersten Satz des Klassikers „Anna Karenina“ von Tolstoi voran: „Alle glücklichen Familien ähneln einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich“.
Es ist mir nach der Lektüre des Romans ein komplettes Rätsel, wie man daraus „Das wilde Leben der Cheri Matzner“ machen kann. Dieser trivial anmutende Titel in Zusammenhang mit dem Bildnis einer eher mondänen Frau in Badekleidung auf dem Cover könnte komplett die falsche Zielgruppe für diesen vielschichtigen , lesenswerten Familienroman ansprechen, was zwangsläufig Unzufriedenheit beim Leser nach sich ziehen könnte.
Nun zum Inhalt: Der erste Teil führt in den August 1962 und ist einigermaßen losgelöst von den übrigen drei Teilen. Miriam, eine drogenabhängige junge Frau, kommt in die Trenton-Klinik, um ihre Tochter auf die Welt zu bringen, die sie schließlich im Krankenhaus zurücklassen wird. Sie wird dabei von Billy Beal beobachtet, der dort gerade Sozialdienst ableistet und auch selbst kein einfaches Leben hat. Billy sorgt dafür, dass das kleine Mädchen als Pflegekind von seiner Mutter Sylvia übernommen wird.
Parallel zu dieser Handlung freut sich das gut situierte Paar Dr. Solomon und Cici Matzner auf die Geburt seines ersten Kindes. Kurz vor dem Termin kommt es jedoch zu Komplikationen: Cici erleidet eine Fehlgeburt. Das zusätzlich Dramatische: ihr muss die Gebärmutter entfernt werden, so dass sie nie wieder wird Kinder bekommen können. Cici fällt in tiefe Depressionen.
Ihr Mann Solomon sieht als einzigen Ausweg, ein Kind zu adoptieren. Ohne Wissen seiner Frau lässt er seine Kontakte spielen und organisiert ein kleines, neu geborenes Mädchen, dem der Name Cheri gegeben wird. Hier laufen die beiden Erzählstränge zusammen. Cici nimmt das Kind von Herzen an, kann es sogar noch stillen. Von Beginn an fühlt sich der Vater ausgegrenzt, weil Cici das Baby völlig für sich vereinnahmt. Eine Tatsache, die im Verlauf der Geschichte bedeutsam sein wird.
Der zweite Teil springt ins Jahr 2002, wir lernen die erwachsene Cheri Matzner kennen, die als Professorin fürAltorientalistik und Fachfrau für alte Keilschriften an der Universität Studenten unterrichtet. Sie ist mit einem deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe erscheint nicht glücklich. Ebenso ist das Verhältnis zur Mutter alles andere als entspannt…
Nach und nach erfährt der Leser Details über die Herkunftsfamilien des jüdischen Solomon und der katholischen Italienerin Cici. Auch dort war nichts einfach, Konflikte schwelen über Jahrzehnte hinweg. Die Autorin arbeitet mit spannenden Rückblicken, die Brüche im Leben der Protagonisten aufzeigen.
Cheri war ein wilder Teenager, noch heute wird sie von Piercings und Tattoos geziert – doch das ist nur die Oberfläche. Sie ist eine Frau, die schon vor dem ein oder anderen zwischenmenschlichen Problem geflohen ist, anstatt es zu klären und zu lösen. Das liegt insbesondere an ihrer mangelnden Bereitschaft zur Kommunikation. Eisiges Schweigen herrscht nicht nur in der Beziehung zu ihrem Mann Michael, sondern auch zu ihrem Vater. Der Mutter geht sie lieber aus dem Weg, da diese sie mit ihrer Überliebe zu erdrücken droht. Damit einher geht bei Cheri eine bedingungslose Kompromisslosigkeit, was schon zu einem kompletten Neuanfang im Berufsleben und zum Bruch mit dem Vater führte.
Der Leser bekommt immer wieder interessante Einblicke in die Vergangenheit, die diesen komplexen Charakter Cheris aufzeigen und erklären. Das gestaltet die Familiengeschichte ungeheuer spannend. Hinzu tritt die aktuelle Problematik, dass ihre Universität eine Untersuchung durchführt, die beweisen soll, dass Cheri sich einem Studenten gegenüber diskriminierend verhalten hat. Auch in diesem Zusammenhang handelt sie unglaublich geradlinig, will sich nicht verbiegen lassen, und das, obgleich ihre Karriere damit am seidenen Faden hängt. Leider treten auch in ihrer Ehe treten tragische Veränderungen ein…
Die Geschichte liest sich leicht, der Inhalt ist es aber nicht. Es geht um Verfehlungen, Untreue, Verrat, um Abschied und Trauer. Es geht um das, was eine Familie ausmacht und was sie zusammenhält. Es geht auch um Verzeihen und Neuanfang.
Inwiefern sind ererbte DNA und Herkunft für unser Sein verantwortlich, inwiefern Umfeld, Erziehung und Sozialisation?
Der Roman verzeichnet viele Wendungen und Themen, die ihn sehr kurzweilig machen, dabei aber stetig zum Nachdenken über das Gelesene anregen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Abgesehen vom Titel möchte ich nichts kritisieren und vergebe mit vier Sternen gerne eine Lese-Empfehlung - insbesondere an jene, die komplexe Familiengeschichten lieben.
mrs rabes bookaccount
5/5
20.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Glückliche Familie
5. August 1962
• Marilyn Monroe stirbt an Tabletten-Überdosis
• Jamaika feiert Unabhängigkeit
• Nelson Mandela wegen unerlaubten Grenzübertritts ins Südafrika verhaftet
• Trenton, New Jersey: Stromausfall im St. Mercy Hospital
• Auffahrunfall an der New Jersey Turnpike: zwölf Fahrzeuge beteiligt, schlimmster Unfall in der Geschichte des Staates
…und ein kleines Mädchen wird geboren. Es ist schon ein turbulenter Start ins Leben für die spätere Protagonistin. Die jugendliche und drogenabhängige Mutter lässt ihr Baby in der Klinik zurück. Der Arzt Solomon Matzner wickelt einen Adoptionsdeal ab, nachdem seine Frau Cici und er ihren Sohn kurz nach dessen Geburt verloren haben.
Es ist ein turbulentes Leben, das Cheri Matzner fortan lebt. Cheri revoltiert gegen ihre Eltern, den jüdischen Arzt Solomon und die temperamentvolle italienischstämmige Mutter Cici.
Cheri erfüllt keine Erwartungen, ihr Lebensweg ist keineswegs geradlinig. Mit 40 scheint sie an der Seite ihres um einiges älteren Mannes Michael zur Ruhe zu kommen. Ein Status, der Cheri so gar nicht liegt, doch das Schicksal weist Cheri in ihre Schranken.
„Das wilde Leben der Cheri Matzner“ von Tracy Barone ist ein amerikanischer Roman, der besser nicht geschrieben sein könnte. Nur der Originaltitel ist ein bisschen russisch. Über die „Happy Family“ hatte Tolstoi schon einiges zu erzählen. Das berühmte Zitat aus Anna Karenina ist diesem Roman als Motto voran gestellt.
Die Protagonistin Cheri ist ein sehr vielschichtiger Charakter. Mal mochte ich sie, mal nervte sie mich ungehörig, ich liebte, litt, lachte, trauerte, fluchte und freute sich mit ihr. Cheri ist auf der ständigen Suche, nach ihrer Herkunft, ihrem Platz im Leben ihrer Identität. Man möchte manches Mal glauben, John Irving hat seine weibliche Seite endlich rausgelassen und schickt nun Cheri Matzner ins Rennen mit all seinen herrlich suchenden Charakteren.
Tracy Barone schreibt ohne rührseligen Kitsch, sogar beim Sterben findet sie den richtigen Ton. Von dieser Autorin möchte ich mehr, viel mehr lesen!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
29.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Der Humor Gottes"
Das Fazit dieser tollen Familiengeschichte ist, dass Familie in aller Unperfektheit perfekt ist. Ein langer schmerzliche Weg für Cheri bis zu dieser Erkenntnis.
"Wenn es einen Gott gibt, verbirgt er sein Wissen dort, wo wir es am wenigsten erwarten :in uns selbst."
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
03.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich wusste von der ersten Seite...
Ich wusste von der ersten Seite an, dass "Das wilde Leben der Cheri Matzner" ein außergewöhnlicher literarischer Genuss wird. Ungestüm, herzergreifend, chaotisch und voller Charme.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
29.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch wie das Leben
Die Geschichte von Tracey Baron ist auf jeden Fall keine 08/15 Geschichte. Hervorzuheben sind in erster Linie die charakteristisch sehr starken Figuren. Allen voran natürlich die Titelheldin Cheri Matzner, aber auch ihre Adoptivmutter steht ihr in nichts nach.
Das Buch ist wie das Leben. Es gibt wirklich viele traurige Ereignisse, die jedoch auf so eine herrlich schöne lebensbejahende Weise geschildert werden.
Vor allem den ersten Teil fand ich sehr stark. Aus diesem Grund hat mich das Buch direkt abgeholt.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.