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Am Rand der Dächer Roman

8

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2020

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,3/13,9/3,5 cm

Gewicht

444 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-8111-6

Beschreibung

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2020

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,3/13,9/3,5 cm

Gewicht

444 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-8111-6

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Amsterdamer Str. 192
50735 Köln
Deutschland
Email: info@dumont-buchverlag.de
Url: www.dumont-buchverlag.de
Telephone: +49 221 2241854

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Andrej wächst in Berlin-Mitte…

Xirxe aus Hannover am 01.09.2020

Bewertungsnummer: 2731794

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Andrej wächst in Berlin-Mitte auf, als plötzlich die Wende über die Stadt hereinbricht. Für ihn, seinen Bruder Anton und seinen Freund Simon eine aufregende Zeit, denn die verlassenen Häuser und Wohnungen sind phantastische Orte um die gemeinsamen Tage zu verbringen. Mit ihrem Älterwerden verändern sich nicht nur ihre Interessen und ihr Zeitvertreib, auch die Umgebung wandelt sich: Häuser werden saniert, die BewohnerInnen wechseln. Viel Vertrautes macht Platz für Neues. Als Lesende begleitet man im Verlauf von 10 Jahren die Kinder bei ihren Streifzügen durch ihr Viertel, lernt HausbesetzerInnen kennen, lässt den Blick von den Dächern ihres Stadtviertels über Berlin schweifen, erfährt von der ersten Verliebtheit, kleinen und größeren Missetaten bis hin zu massiven Gesetzesübertretungen – alles, was ein Kinder- und Jugendlichenleben so ausmachen kann in einer Stadt, die sich in einem Umbruch von fast völliger Anarchie in westliche Ordnung befindet. Ich-Erzähler ist der mittlerweile erwachsene Andrej, was den recht anspruchsvollen Sprachstil des Romans erklärt. Denn die erfindungsreichen Beschreibungen seiner Träume wie auch seines Innenlebens hätten den jungen Andrej höchst unglaubwürdig wirken lassen. Doch Lorenz Just gelingt es sehr überzeugend, trotz der Erzählung des erwachsenen Jungen die Sicht- und Denkweise des deutlich Jüngeren beizubehalten wie beispielsweise seine Sprünge durch Zeit und Raum, wenn ein ungenutzter Hinterhof zum Lebensraum der gigantischen Sumpfschildkröte Morla wird oder wenn ein Brachgelände den Schauplatz einer virtuellen Beerdigung eines Großvaters darstellt. Zeitlich wie räumlich sind die Ähnlichkeiten zu Stern 111 von Lutz Seiler unübersehbar. Doch Am Rand der Dächer lässt sich nicht so leicht lesen, da häufig Sätze schon mal eine halbe Seite beanspruchen. Lesenswert ist es jedoch allemal.

Andrej wächst in Berlin-Mitte…

Xirxe aus Hannover am 01.09.2020
Bewertungsnummer: 2731794
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Andrej wächst in Berlin-Mitte auf, als plötzlich die Wende über die Stadt hereinbricht. Für ihn, seinen Bruder Anton und seinen Freund Simon eine aufregende Zeit, denn die verlassenen Häuser und Wohnungen sind phantastische Orte um die gemeinsamen Tage zu verbringen. Mit ihrem Älterwerden verändern sich nicht nur ihre Interessen und ihr Zeitvertreib, auch die Umgebung wandelt sich: Häuser werden saniert, die BewohnerInnen wechseln. Viel Vertrautes macht Platz für Neues. Als Lesende begleitet man im Verlauf von 10 Jahren die Kinder bei ihren Streifzügen durch ihr Viertel, lernt HausbesetzerInnen kennen, lässt den Blick von den Dächern ihres Stadtviertels über Berlin schweifen, erfährt von der ersten Verliebtheit, kleinen und größeren Missetaten bis hin zu massiven Gesetzesübertretungen – alles, was ein Kinder- und Jugendlichenleben so ausmachen kann in einer Stadt, die sich in einem Umbruch von fast völliger Anarchie in westliche Ordnung befindet. Ich-Erzähler ist der mittlerweile erwachsene Andrej, was den recht anspruchsvollen Sprachstil des Romans erklärt. Denn die erfindungsreichen Beschreibungen seiner Träume wie auch seines Innenlebens hätten den jungen Andrej höchst unglaubwürdig wirken lassen. Doch Lorenz Just gelingt es sehr überzeugend, trotz der Erzählung des erwachsenen Jungen die Sicht- und Denkweise des deutlich Jüngeren beizubehalten wie beispielsweise seine Sprünge durch Zeit und Raum, wenn ein ungenutzter Hinterhof zum Lebensraum der gigantischen Sumpfschildkröte Morla wird oder wenn ein Brachgelände den Schauplatz einer virtuellen Beerdigung eines Großvaters darstellt. Zeitlich wie räumlich sind die Ähnlichkeiten zu Stern 111 von Lutz Seiler unübersehbar. Doch Am Rand der Dächer lässt sich nicht so leicht lesen, da häufig Sätze schon mal eine halbe Seite beanspruchen. Lesenswert ist es jedoch allemal.

Ein beeindruckendes Debüt - Coming-of-age in einem ganz eigenen Stil

Bewertung aus Köln am 25.08.2020

Bewertungsnummer: 1368100

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch beginnt Anfang der 90er Jahre in Berlin-Mitte. Nachwendezeit. Die Häuser sind oft noch verfallen, viele Wohnungen werden noch mit Kohle beheizt und die ersten Hausbesetzer tauchen auf. Das ist die Welt von Simon und Andrej. Sie streifen durch ihr Viertel, von Spielplatz zu Bolzplatz und von verlassenen Plätze zu verwilderten Grundstücken. Oft ist auch Anton, der Bruder von Andrej dabei. Obwohl die Kinder anscheinend aus recht geordneten Verhältnissen kommen, haben sie doch viel Freiheit. Kein Vergleich zu heute, wo die Kinder in Berlin-Mitte und im angrenzenden Prenzlauer Berg (und auch anderswo) von ihren Helikopter-Eltern nicht aus den Augen gelassen werden. Damals war das anscheinend anders. Und so treiben sich die Jungs durch die Nachmittage und über die Jahre, oft am Rande der Dächer, die in den ersten Jahren noch nicht von Dachterrassen und Maisonette-Wohnungen belegt sind. Der Ausdruck "am Rande" weist schon darauf hin, dass der Grad schmal ist. Manches läuft aus dem Ruder - mal wird unabsichtlich ein Brand gelegt, mal zerplatzt durch eine Wasserbombe eine Windschutzscheibe und später wird Simon stolz darauf sein, dass er die Süßigkeiten und die Cola, die sie auf dem Dach trinken, jetzt "richtig" klaut. Ein Coming-of-age in einer besonderen Zeit und an einem besonderen Ort. In Berlin, wo sich Ost und West treffen und wo eine Gesellschaft sich neu finden muss - und wo die Kinder und Jugendlichen irgendwo dazwischen erwachsen werden. Dieser Roman erzählt in einer sehr bildhaften und beschreibenden Sprache vom Heranwachsen, aus der Retrospektive. Denn so viele beschreibende Wort hätte Andrej in dem Alter noch gar nicht gehabt. Trotzdem taucht man als Leser tief in den Erlebnishorizont der Jungs ein. Der Autor "dehnt" die Zeit. Erzählt wird (fast) nur das, was die Jungs wirklich beeindruckt und bewegt. Die Zeit mit den Hausbesetzern, das Zimmer von Simon (so ein typisches Berliner Zimmer - riesengroß - aber mit nur einem Fenster zum Innenhof), das wandern von Dach zu Dach. All dies wird sehr bildhaft und ausufernd erzählt (ok, manchmal zu ausufernd). Die Rahmenhandlung bleibt schemenhaft. Über die Eltern wird verhältnismäßig wenig erzählt, die Schule wird kaum erwähnt - außer, als klar wird, das Simon es mal wieder nicht packt und wieder die Schule wechseln muss. Andrej ist da pragmatischer. Er fragt sich zwar auch, was die Schule soll - reiht sich aber ein. Das, was eine Kindheit und Jugend ausmacht, wird sehr eindringlich dargestellt - der Rest bleibt oft ein wenig im Nebel. Das macht die Erzählweise sehr besonders und bringt dem Leser viel Nähe zu den Jugendlichen. Allerdings brauchte ich persönlich einige Zeit, um diese Besonderheit zu bemerken und mich darauf einzustellen. Sobald man sich als Leser darauf einlässt, liest man ein wunderbares und besonderes Buch.

Ein beeindruckendes Debüt - Coming-of-age in einem ganz eigenen Stil

Bewertung aus Köln am 25.08.2020
Bewertungsnummer: 1368100
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch beginnt Anfang der 90er Jahre in Berlin-Mitte. Nachwendezeit. Die Häuser sind oft noch verfallen, viele Wohnungen werden noch mit Kohle beheizt und die ersten Hausbesetzer tauchen auf. Das ist die Welt von Simon und Andrej. Sie streifen durch ihr Viertel, von Spielplatz zu Bolzplatz und von verlassenen Plätze zu verwilderten Grundstücken. Oft ist auch Anton, der Bruder von Andrej dabei. Obwohl die Kinder anscheinend aus recht geordneten Verhältnissen kommen, haben sie doch viel Freiheit. Kein Vergleich zu heute, wo die Kinder in Berlin-Mitte und im angrenzenden Prenzlauer Berg (und auch anderswo) von ihren Helikopter-Eltern nicht aus den Augen gelassen werden. Damals war das anscheinend anders. Und so treiben sich die Jungs durch die Nachmittage und über die Jahre, oft am Rande der Dächer, die in den ersten Jahren noch nicht von Dachterrassen und Maisonette-Wohnungen belegt sind. Der Ausdruck "am Rande" weist schon darauf hin, dass der Grad schmal ist. Manches läuft aus dem Ruder - mal wird unabsichtlich ein Brand gelegt, mal zerplatzt durch eine Wasserbombe eine Windschutzscheibe und später wird Simon stolz darauf sein, dass er die Süßigkeiten und die Cola, die sie auf dem Dach trinken, jetzt "richtig" klaut. Ein Coming-of-age in einer besonderen Zeit und an einem besonderen Ort. In Berlin, wo sich Ost und West treffen und wo eine Gesellschaft sich neu finden muss - und wo die Kinder und Jugendlichen irgendwo dazwischen erwachsen werden. Dieser Roman erzählt in einer sehr bildhaften und beschreibenden Sprache vom Heranwachsen, aus der Retrospektive. Denn so viele beschreibende Wort hätte Andrej in dem Alter noch gar nicht gehabt. Trotzdem taucht man als Leser tief in den Erlebnishorizont der Jungs ein. Der Autor "dehnt" die Zeit. Erzählt wird (fast) nur das, was die Jungs wirklich beeindruckt und bewegt. Die Zeit mit den Hausbesetzern, das Zimmer von Simon (so ein typisches Berliner Zimmer - riesengroß - aber mit nur einem Fenster zum Innenhof), das wandern von Dach zu Dach. All dies wird sehr bildhaft und ausufernd erzählt (ok, manchmal zu ausufernd). Die Rahmenhandlung bleibt schemenhaft. Über die Eltern wird verhältnismäßig wenig erzählt, die Schule wird kaum erwähnt - außer, als klar wird, das Simon es mal wieder nicht packt und wieder die Schule wechseln muss. Andrej ist da pragmatischer. Er fragt sich zwar auch, was die Schule soll - reiht sich aber ein. Das, was eine Kindheit und Jugend ausmacht, wird sehr eindringlich dargestellt - der Rest bleibt oft ein wenig im Nebel. Das macht die Erzählweise sehr besonders und bringt dem Leser viel Nähe zu den Jugendlichen. Allerdings brauchte ich persönlich einige Zeit, um diese Besonderheit zu bemerken und mich darauf einzustellen. Sobald man sich als Leser darauf einlässt, liest man ein wunderbares und besonderes Buch.

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Am Rand der Dächer

von Lorenz Just

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