Der Heimatlosigkeit-Topos in Yvan Golls Werk als Basis einer gesamteuropäischen Avantgarde-Bewegung? Eine kritische Auseinandersetzung anhand ausgewählter programmatischer Texte im Kontext des Expressionismus
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
17.06.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
23 (Printausgabe)
Dateigröße
506 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346183859
Bereits aus diesem Selbstzeugnis eines hin- und hergerissenen zweisprachigen Dichters zwischen den modernen Avantgarden Europas "spricht das unbesiegbare Gefühl der Heimatlosigkeit" in dem für Goll typischen Spannungsfeld der Bilingualität beziehungsweise des Sprach- und Kulturdualismus' zwischen Deutsch und Französisch.
Im Kontext der schweren kriegerischen Erschütterungen Europas durch den Ersten Weltkrieg und "der Sinnkrise [...], die den geistigen Hintergrund um die Jahrhundertwende bildet" sah Goll, seine menschliche Unbehaustheit nicht nur als Folge der
prägenden kriegerischen Ereignisse, sondern empfand deren Ursache als innerhalb der Determinierung seiner jüdischen Existenz mythologisch angelegt.
Der Begriff Diaspora stellte, sozio-historisch auf Golls kulturelle Herkunft bezogen keinen Ausnahmezustand dar. Wichtig ist jedoch, diese Exilsituation nicht als ausschließlich negative Bürde zu begreifen, welche sich Goll durch sein "Jüdisch-Sein" auferlegt sah, sondern viel mehr zu erkennen, dass für den Dichter die Determiniertheit der Existenz als Exil grundlegend in der Realität einer unverbrüderten Welt, bestimmt durch nationale Grenzen und der durch sie bedingten Konflikte, begründet erschien. Der Position des Exilanten wohnt aus der Sicht des Dichter somit auch die Möglichkeit inne, gesamt-europäische
Zusammenhänge aus einer objektivierten Perspektive zu betrachten. Sein Judentum ließ in das Ausgeschlossen-Sein aus diesen sich gegenseitig negierenden Weltteilen der nationalen Interessen - gespiegelt ja bereits im Zwiespalt seiner elsässischen Herkunft - bereits früh begreifen und als signifikant für die gedankliche Ausrichtung seines dichterischen Werks adaptieren.
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