Ein Zwillingspaar wie es ungleicher nicht sein könnte: Martin und Jonas Blume empfinden seit ihrer Kindheit nur Verachtung füreinander. Jonas ist der weltläufige Kunsthändler und wohlhabende Bonvivant. Martin hingegen, Polizeibeamter im höheren Dienst, führt das eintönige Leben eines kleingeistigen Misanthropen - bis einige spektakuläre Fälle auf seinem Schreibtisch landen: ein von antiken Pfeilen durchbohrter Mann im Londoner Richmond Park, ein mit einem Säbel enthaupteter Russe in einem Hotel ganz in seiner Nähe. Keinerlei Spuren, kein Motiv, nichts! Seltsame Träume suchen Martin heim. Dann, nach jahrelanger Funkstille ein Anruf seines Bruders. Plötzlich sieht er die Zusammenhänge glasklar - nur, kann er sie auch beweisen?
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
aus Neu Wulmstorf
3/5
06.02.2021
eBook (ePUB)
Ein Krimi der etwas anderen Art
Inhalt: Eigentlich heißt der Kunsthändler John mit richtigem Namen Jonas Blume, aber da er ihn schrecklich findet, hat er ihn schnell abgelegt. Er möchte nicht an seinen ungeliebten Vater und seinen grässlichen Zwillingsbruder Martin erinnert werden. Martin ist ein erfolgloser Polizeibeamter, der im Gegensatz zu John ein eintöniges Leben führt. Bei John ist immer etwas los, der Lebemann schlechthin. Er reist regelmäßig nach London, Paris und Venedig um seinen dubiosen Geschäften in der Kunstszene nachzugehen. Niemand würde vermuten, dass in John ein eiskalter Psychopath steckt, denn dies weiß er mit seinem gespielten Charme gut zu verstecken. Eines Tages kommt ihm allerdings sein Bruder Martin auf die Schliche, nämlich als ein paar spektakuläre Fälle auf seinem Schreibtisch landen, die ihn an die krankhaften Neigungen seines Bruders erinnern. Im Londoner Richmond Park wurde ein junger Mann von antiken Pfeilen durchbohrt und in einem Hotel wurde ein Russe mit einem Säbel enthauptet. Für Martin stellen sich die Morde wie eine Inszenierung dar, die nur ein Kunstkenner nachahmen konnte. Martin beschließt John hinterher zu reisen, aber kann er ihm wirklich das Handwerk legen?
Meine Meinung: Ein Kunstkrimi ist mal etwas ganz anderes dachte ich und war geradezu neugierig auf die Handlung. Zu Beginn lernt man die Hauptfigur John kennen, unverkennbar ein Blender und Psychopath. Er schlängelt sich gut durch das Leben, was ich anfangs noch interessant fand, doch irgendwann eben nicht mehr, weil ihm alles zu einfach gelang. Die Mordopfer machen es ihm zu einfach, die Frauen liegen ihm zu Füßen und er stößt auf keinerlei Widerstand. Was ich nebenbei über Kunst erfahren habe, gefiel mir soweit ganz gut, auch das es zu den Bildern die entsprechenden Abbildungen gab. Was jedoch zu viel Raum einnimmt, sind die ausschweifenden Schilderungen über Weine und Speisen, schließlich handelt es sich um einen Krimi und nicht um einen Weinführer. Das Mordgeschehen als solches ist schon eine spannende Angelegenheit, da John sich vor seinen Taten von der Kunst inspirieren lässt. Man erlebt seine krankhafte Liebe zur Kunst und wie wichtig es für ihn ist, mit den Opfern dieselbe Szene perfekt nachzustellen. Er sieht sich selbst als großartigen Schöpfer seines Meisterwerks. Was mir leider fehlte, waren gezielte Ermittlungen in seine Richtung. Bis auf seinen verhassten Bruder und ein paar zwielichtigen Personen , kommt ihm niemand auf die Schliche. Viele Geschehnisse wirkten so irreal und skurril auf mich, dass ich es mir angewöhnt habe, sie lieber augenzwinkernd zu betrachten, bevor ich noch meine Leselust verliere. Dennoch haben die vielen Verwirrungen, unglücklichen Perspektivwechsel und dass John alle Frauen als Spielfiguren sieht zu Genüge meinen Lesefluss gestört, was wiederum schade ist, denn Potenzial hat die Geschichte irgendwie schon. Ein weiteres Defizit ist, dass das Buch nicht professionell lektoriert und korrigiert worden ist und dafür hat es meiner Meinung nach einen zu stolzen Preis. Wiederum fand ich nicht alles negativ, zumal ich einiges über Kunst gelernt habe und mir die Beschreibungen der einzelnen Schauplätze gefallen haben, daher vergebe ich drei von fünf Sternen.
Fazit: Nicht nur ein Kunstkrimi, sondern auch ein Weinkrimi, denn beides steht im Mittelpunkt. Teilweise obskure Charaktere und unreale Geschehnisse. Wer sich aber für Kunst und Weine interessiert, ist mit diesem Buch gut bedient. Die Morde sind zwar schaurig, doch fehlen dazu leider die dazugehörigen spannenden Ermittlungen.
Bewertung
aus Berlin
5/5
27.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Passion und Grauen
Zwillingsbrüder die sich überhaupt nicht nahe stehen und doch zueinander gezogen werden. Jonas fühlt sich als der ungeliebte Sohn. Die Mutter ist früh verstorben, der Vater hat nur Augen für den Zwillingsbruder Martin. Der kommt auch mehr nach ihm. Geht auch wie der Vater in den Polizeidienst. Jonas dagegen geht seiner Leidenschaft nach – der Kunst. Er wird im Kunsthandel sehr erfolgreich. Doch sein Wesen ist völlig emapthielos. Frauen betrachtet er eher als Gefährten für kurze Stationen in seinem Lebens oder aus Mittel zum Zweck. Also zum Ausleben seiner sexuellen Gelüste oder um ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Er ist den schönen Genüssen sehr zugetan und liebt die gute Küche, die Weine und das Reisen. Der Roman spielt in verschiedenen Städten wie London, Paris und Venedig. Die verschiedenen Sprachen fließen in das Buch ein und machen die Kulturen dadurch noch lebendiger. Zusätzlich beeindrucken mich Menschen, die mehr als zwei Sprachen sprechen können. Kunstwerke, besonders Darstellungen von Heiligen, stellen in diesem Roman eine zentrale Rolle dar. Der Autor beschreibt die einzelnen Bilder durch die Augen des Bruders Jonas mit Sachverstand und Leidenschaft. Abbildungen der beschriebenen Bilder sind im Buch vorhanden. Doch erst durch das genaue Betrachten der Bilder sowie der zahlreichen Hintergrundinformationen erhalten sie ihre Besonderheit und ihren Reiz. Ich hatte das Gefühl, die Bilder sehr lange betrachten zu müssen, um sie wirklich zu verstehen. Die Mordphantasien und Umsetzungen des Jonas beim Betrachten der Bilder sind grausam und nicht für das sanfte Gemüt geeignet. Mich hat dieser Roman etwas an „Das Parfüm“ erinnert. Ein Psychopath der seiner Passion folgt und auf wenig Gegenliebe vom Leser hoffen kann. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich gut, die Leidenschaft des Kunsthändlers kommt sehr glaubhaft rüber. Obwohl ich nun wirklich kein Kunstkenner bin, haben mich die detaillierten Bildbeschreibungen sehr angesprochen. Und die Passion für gute Gerichte und Weine kann ich voll nachempfinden. Das Buch mit hungrigem Magen zu lesen ist eine Qual, darüber hinaus aber ein wirkliches Erlebnis.
Bewertung
aus Großefehn
5/5
20.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
erotische Morde
Morde wie Kunstwerke zu inszenieren, ist eine Sache. Daraufhin jedoch von einem Kunstkrimi zu sprechen, ist eine andere.
Dem Autor ist in diesem Buch unverkennbar der Kunsthändler anzumerken. Kunsthistorisch sind die Beschreibungen der Kunstwerke jedoch dürftig. Sie begrenzen sich ausschließlich auf die erotische Komponente der Werke.
Laut Buchbeschreibung handelt es sich bei den Protagonisten um Zwillinge, die ungleicher nicht sein könnten.
Da ist dieser Psychopath, der schon in seiner Kindheit pathologische Auffälligkeiten zeigt, die sich im Alter bis hin zu Wahnvorstellungen weiterentwickeln. Als Kunsthändler ist er der weltgewandte Kenner, der ein recht extravagantes Leben führt. Hier, finde ich jedenfalls, übertreibt der Autor seine Schilderungen. Konrad Bernheimer wird nicht müde, John`s Aufenthalte in den Städten der Kunstwelt bis ins langweiligste Detail zu beschreiben. Allmählich kommen seine Mordphantasien zum Vorschein, die er dann in die Tat umsetzt.
Die Opfer sind allesamt nicht minder pathologisch. Sie lassen sich, freudig erregt, zur Schlachtbank führen.
Der andere Zwillingsbruder stellt sich als unbegabter Kriminalist dar. Wie ein Blitzschlag trifft ihn die Erkenntnis, dass der lang gesuchte Mörder dieses Cold Case sein Bruder sein könnte.
Für einen „Krimi“ wird der Figur des Martin ohnehin zu wenig Beachtung beschenkt. Auf jeden Fall ist es dem Autor nicht gelungen, diesen Zwiespalt der Brüder glaubhaft darzustellen. Ich jedenfalls kann keinem der Protagonisten, wie auch allen anderen, keine Sympathie entgegenbringen. Am Ende dieses Sammelsurium von Geschichten bleibt den Leser/innen lediglich die Erkenntnis, wie man als durchtriebener Kunsthändler gut isst und schläft.
Es fällt mir schwer, dieses Buch einzustufen. Einem Kunstinteressierten kann ich es nicht empfehlen und der Krimifan wird einen wirklichen Spannungsbogen vermissen. Vorsichtshalber hat der Autor noch kleine Spionageeinlagen und Auftragsmorde eingeflochten.
Freunde des guten Essens können sich vielleicht an den Menübeschreibungen erfreuen.
Inhaltlich erinnert mich das Buch eher an einen Jerry-Cotton-Roman, der durchaus seine Liebhaber findet.
Was bleibt, ist der Text. Er ist flüssig geschrieben.
Bewertung
aus Schleswig
4/5
26.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tödliche Kunstgeschichte
Der Autor Konrad Bernheimer hat in München ein traditionsreiches Familienunternehmen zu einem international tätigen Kunsthandelshaus ausgebaut. In der Welt der Kunst kennt er sich also aus.
In dem Krimi"Tödliche Gemälde" geht es um Jonas Blume alias John Blumenstein. Der Kunsthändler, Geheimagent und Gpurmet hat aber noch eine weitere Seite. Aus purer Lust am Töten inszeniert er seine Morde nach Kunstwerken. Eine Verbindung zwischen Blumenstein und seinen Opfern gibt es nicht. Er hat aber einen Zwillingsbruder, der auf diese Mordfälle aufmerksam wird. Letztendlich wird alles in Venedig ein überraschendes Ende finden.
Um diesen Krimi zu lesen, muss man sich auf detaillierte Gemäldebeschreibungen einstellen und mögen. "Tödliche Gemälde" beschreibt aber auch Blumensteins Faible für gutes Essen und Weine. Ansonsten ist dieses Buch vom Autoren Konrad Bernheimer sehr gut und flüssig geschrieben. Man kann sich gut in die Geschichte hinein versetzen. Bis auf das Ende ist alles ausführlich und genauestens beschrieben. Eine interessante Geschichte, aber nur für die Leser, die auch Interesse an Kunst haben. Persönlich fand ich diesen Krimi einigermaßen spannend.
Aischa
aus Kissing
4/5
22.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bissig-ironische Persiflage des internationalen Kunsthandels
Mein Interesse an diesem Kunstkrimi wurde zum einen durch die interessante Vita des Autors geweckt - Der in Venezuela geborene Konrad O. Bernheimer gilt als einer der bedeutendsten Kunsthändler Europas.
Da ich seit dem Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Beschränkungen unter mittelschwerem "Museums-Entzug" leide und sehr gerne Krimis lese, lockte mich die Kombination aus spektakulären Morden und psychologisch raffiniert gestaltetem Verwirrspiel, die der Klappentext verspricht.
Ich habe den Roman fast in einem Zug durchgelesen und wurde bestens unterhalten. Dennoch möchte ich gleich zu Beginn eine kleine Warnung aussprechen: Leser klassischer Kriminalromane werden unter Umständen ihre Probleme mit der Geschichte haben. Zu klischeehaft sind die Figuren, der Zufall spielt dem Protagonisten oft extrem in die Hände, der Plot ist an vielen Stellen arg konstruiert, nicht schlüssig und realitätsfern. Und dass der Täter sehr schnell als solcher bekannt ist, lässt die Spannung naturgemäß ziemlich abflachen.
Dennoch gebe ich aus vollem Herzen eine Leseempfehlung für diesen Debütroman. Und zwar an alle, die bereit sind, ihn (wie ich) mit einem Augenzwinkern zu lesen. Die Story ist nämlich eine wirklich witzige Persiflage des internationalen Kunsthandels. Das der Autor dieses Metier wie seine Westentasche kennt, merkt man an vielen witzigen Details. Die Kunstwerke nach denen der Protagonist seine Morde inszeniert - was mich im übrigen an den Film "Seven" von David Fincher erinnert hat - sind ganzseitig im Buch abgebildet. Zwar in schwarz-weiß, aber um den gleichermaßen fundierten wie interessanten kunsthistorischen Betrachtungen des Autors zu folgen reichen die Illustrationen allemal.
Mein größter Kritikpunkt gilt der Sprache. Stilistisch ist hier jede Menge Verbesserungspotenzial, was ich nicht mal so sehr Bernheimer anlaste, der immerhin seine ersten Schritte als Romancier unternommen hat. Vielmehr ist mir schleierhaft, wie das Verlagslektorat derart viele Fehler in Druck geben konnte.
Dennoch: Ich habe mich köstlich amüsiert, viel über Renaissance-Kunstwerke, einiges über katholische Märtyrer und Heilige gelernt und bin ein wenig über den Kunsthandel entsetzt. Vor allem aber warte ich schon jetzt auf den angekündigten Folgeband!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.