Die Persona des Nicolo in Heinrich von Kleists "Findling". Die Darstellung einer irritierten und verstörten Persönlichkeit als Gegenentwurf einer "Gut gegen Böse"-Charakterisierung
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- Taschenbuch ausgewählt
- eBook
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Sprache:Deutsch
17,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
11.11.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
32
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,3 cm
Gewicht
62 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-346-26299-8
Ausgehend von den zwei bedeutsamsten Darstellungen zu Kleists "Findling" wird der Autor abschließend die vorangegangenen Interpretationen kritisch hinterfragen und anschließend seine eigene Hypothese vorstellen und die Ergebnisse dem Lesenden in einem klar-strukturiertem Fazit präsentieren.
Scheinbar unumstößlich hat sich in der Forschung um Kleists Findling die Interpretation einer Gegenüberstellung zwischen Gut (Antonio Piachi mit seiner Frau Elvire) und Böse (Nicolo) manifestiert, die nur in seltenen Fällen bei der Deutung des (Gesamt-)Werkes missachtet wird. Der Versuch von Jürgen Schröder, die Erzählung als eine Familientragödie zu deuten, verhallt in den weitläufigen Literaturdiskussionen um den "Findling".
Die vermeintlich einfache und klare Konzeption einer 'Gut gegen Böse'-Darstellung überragt monumental das Plädoyer für die literarische Figur des Nicolo, die in kürzester Zeit Eltern, Wohnort, einen Freund und beinahe das eigene Leben verloren hat. Die Suche nach einem mutmaßlichen Bösen, das nach dem glänzenden Schema eines heldenhaften Protagonisten und dem diabolischen Antagonisten zweifelsfrei gedeutet werden muss, lässt daher die Interpretation einer irritierten und sich-unvollständig-fühlenden Persona per se nicht zu. Ganz im Stil antiker bis moderner Heldensagen, die das allgemeine Weltmodell schwarz-weiß beziehungsweise 'Gut gegen Böse' den Lesenden verkaufen möchten, will sich scheinbar auch der aktuelle Kleistdiskurs gegenwärtig diesem Schema anschließen.
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