Incels - unfreiwillig im Zölibat Lebende ("Involuntary Celibates") - treffen sich in Onlineforen und lamentieren darüber, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Zahlreiche Gewalt- und Terrorakte gegen Frauen der letzten Jahre haben hier ihren Ursprung.
Veronika Kracher zeichnet die Geschichte der Incel-Bewegung nach, erklärt ihre Memes und Sprache und analysiert ihre Ideologie. Sie zeigt, dass Incels keine "schwarzen Schafe" oder "Ausnahmeerscheinungen" innerhalb der kapitalistisch-patriarchalen Verhältnisse sind, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Abwertung des Weiblichen an der Tagesordnung ist.
"Dieses Buch ist ein unverzichtbares Werk für alle, die sich mit der Incel-Szene und toxischer Männlichkeit im Allgemeinen befassen möchten."
Anetta Kahane (Vorsitzende Amadeu-Antonio-Stiftung)
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Velbert
5/5
16.03.2021
eBook (ePUB 3)
Gefahren von Zerrbildern für sich und die Gesellschaft
Ein hervorragendes Buch. Umfassend beschreibt Frau Kracher das Selbstbild von Männern anhand von derart vielen Beispielen und Zitaten, dass klar wird, welches systemische Übel sich dahinter verbirgt. Die Verlinkung mit konkreten Ereignissen in der realen Welt zeigt, dass sich das Handeln nach diesem Selbstbild richtet. Ist das Selbstbild aus Hass, Wut und Schuldzuweisungen zusammengesetzt, mündet dies zwangsläufig in mehr oder weniger exzessiver Gewalt gegen die vermeintlich Schuldigen. Mit welcher Selbstverständlichkeit eine gesamte wütende Gruppe die Schuld nicht bei sich selbst oder den Verantwortlichen sucht, sondern (ausgerechnet) bei Frauen, ist auf eine furchterregende Art und Weise augenöffnend.
Gleichzeitig zeigt Frau Kracher auf, dass - würde ein solcher Mann auf der eigenen Couch sitzen und seine Geschichte erzählen - jeder empathische Mensch Mitgefühl empfinden und Hilfe anbieten würde. Die Vermeidbarkeit der Wut und des Hasses, die sich in der Realität bahnbrechen, berühren und lassen an eigene Handlungsmöglichkeiten denken.
Das Buch erzeugt zudem kein neues Feindbild, sondern tiefes erschüttertes und mitfühlendes Verständnis für eine Gruppe abgehängter und verzweifelter Männer, die sich ein Loch gegraben haben und selbst nicht mehr herauskommen.
Selbst bislang zur Fraktion der "meine Güte, wieder ein erfundenes Problem" gehörend, hat mir dieses Buch viel gegeben und meine Einstellung erheblich geändert. Das Buch sollte man lesen und der Frau Kracher "einfach mal zuhören".
S
5/5
13.04.2023
Buch (Paperback)
wichtig und richtig!!
Absolut erschreckend und ekelhaft, wie selbstverständlich Frauenhass in der Gesellschaft akzeptiert ist und die Frau seit jeher für alles und jeden herhalten muss.
Absolute Empfehlung!
Schnick
aus Arcisses
5/5
03.02.2021
Buch (Paperback)
Extrem faszinierend und klasse geschrieben!
Was für ein Buch! Ich bin auf eine perverse Art gleichzeitig abgestoßen und fasziniert von dieser „Bewegung“, die harmlos begann und sich auf eine Art und Weise entwickelt hat, die beängstigend ist.
Ich empfehle Veronika Krachers Buch aus vielen verschiedenen Gründen:
Zum einen ist „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ein sehr gut recherchiertes Sachbuch. Und auch wenn wahrscheinlich viele – so wie ich, bevor ich das Buch gelesen hatte – davon ausgehen, dass Incels eine so genannte Randerscheinung sind, lohnt sich der Kauf des Buches. Denn Incels sind weit mehr als eine Randerscheinung. Kracher arbeitet unglaublich viele Aspekte dieser „Szene“ heraus: den Frauenhass, den Selbsthass, den Narzissmus, die Grenzüberschreitungen und so weiter und so fort.
Vor allem aber zeigt Veronika Kracher auf, dass Incels auch brandgefährlich sein könnten – sowohl für andere (vorzugsweise Frauen), aber auch für sich selbst. Es ist eine Szene, die sich – ähnlich wie die rechte Szene – vor allem über den Hass definiert, diesen propagiert, bis zum äußersten auslebt und im schlimmsten Fall nicht vor Gewalt zurückschreckt.
Kracher schafft es zudem, den gesellschaftlichen Kontext herauszuarbeiten, der einen Nährboden für Gruppierungen wie die Incels bereitet.
Was das Buch aber auch sehr lesenswert macht: der Schreibstil. Der ist so locker und teilweise ironisch-sarkastisch, dass es mir regelmäßig schwer fiel, das Buch beiseite zu legen. Hätte ich keine Familie, ich hätte das Buch in einem Zug gelesen. Das heißt nicht, dass Kracher die Szene verharmlost. Aber sie schreibt ganz richtig im Vorwort, dass „manchmal (…) ironische Distanz die einzig mögliche Bewältigungsstrategie“ ist. Während ich das Buch las, konnte ich ihr nur zustimmen.
Der Inhalt des Buchs ist heftig und folgerichtig weist Kracher im Vorwort darauf hin, auf welche Inhalte Leser“innen des Buches stoßen werden. So kann jede*r für sich entscheiden, das Buch zu lesen oder nicht. Ganz ehrlich: Es ist teilweise unglaublich, was in dieser „Bewegung“ abgeht. Es gab viele Momente in dem Buch, in dem ich nicht fassen konnte, was ich da lese, in denen mir ein von Herzen kommendes „WTF?!“ entfuhr.
Aus meiner Sicht hat Kracher eine hervorragend geschriebene und recherchierte Analyse zu Incels und den zugrunde liegenden gesellschaftlichen (und, ja, patriarchalischen) Strukturen veröffentlicht. Ich wünschte, das Buch fände viele Leser*innen.
„Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ist neben den vielen interessanten Informationen aber auch ein unglaublich – mir fällt kein besseres Wort ein – unterhaltsames Buch geworden. Es wäre toll, mehr Sachbücher wären so flüssig und „untrocken“ geschrieben wie dieses.
Von meiner Seite gibt es eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung. Das Buch ist eine echte Bereicherung!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.