Die Rolle der Kölner Sonderhanse im anglo-hansischen Konflikt des ausgehenden 15. Jahrhunderts
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
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Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
19.11.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
26 (Printausgabe)
Dateigröße
705 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346299512
Wie so häufig haben sich die Erinnerungen der Hanse hauptsächlich auf die positiven Aspekte bezogen, weshalb der Utrechter Friedensvertrag in den Geschichtswissenschaften als "Meilenstein" in der hansischen Beziehung zu England gesehen wird. Zwar konnte man auf hansischer Seite alle Privilegien im Englandhandel wiedererlangen und die ökonomische Expansion Englands in den Wirtschaftsraum der Hanse aufhalten, als ein "corpus seu universitas" oder ein "geschlossenes Ganzes [...] mit sehr verschiedenartigen Mitgliedern", wie die Hanse seit diesem wirtschaftlichen Sieg betitelt wurde, kann man sie jedoch nicht bezeichnen: Die Tatsache, dass die Nichtprivilegierung der Kölner Kaufleute sowie der Ausschluss Kölns aus der Hanse, die sogenannte Verhansung, eine der hansischen Hauptforderungen des Friedensschlusses darstellte, lässt vielmehr am wirtschaftspolitischen Potential und an der internen Organisation dieser Korporation zweifeln. Gerade aufgrund des dennoch bestehenden positiven Geschichtsbilds der Hanse bietet es sich an, ihr Wirken und ihren Einfluss im Rahmen des anglo-hansischen Konflikts des ausgehenden 15. Jahrhunderts zu untersuchen.
Im Hochmittelalter wurde England vor allem wegen seiner "güldene[n] Wolle" als Rohstofflieferant Teil des europäischen Fernhandels und lockte schnell ausländische Kaufmänner an, die sich dort in ebenfalls in dieser Zeit entstehenden wirtschaftlichen Gemeinschaften, die man aus neuzeitlicher Perspektive als eine Vorstufe der Hanse bezeichnen könnte, niederließen. Bereits im 12. Jahrhundert zählten Kölner Kaufleute zu den ersten Kaufmännern aus dem deutschen Raum, die sich im Englandhandel durchsetzen konnten und Handelsprivilegien erhielten. Aufgrund besagter Sonderrechte sollte es ein Jahrhundert später, als sich die Hanse zu einem einflussreichen Wirtschaftsbund zahlreicher deutscher Städte entwickelt hatte und der englische Handel in den hansischen Wirtschaftsraum expandierte, zu einem anglo-hansischen Konflikt kommen, der 1468 in einer Krise und 1469/1470 schließlich in einem Wirtschaftskrieg gipfelte.
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