Vom Fragen Studie zur Frage nach der Geschichte des Apriori
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Sprache:Deutsch
36,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
07.12.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
85 (Printausgabe)
Dateigröße
760 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346309532
Nicht jeder kann nach allem fragen. Wer aber nicht nach allem fragen kann, kann auch nicht über alles entscheiden. Entscheidung ist vielmehr Sache der Besten und derer, die am besten zu fragen vermögen. Nicht nach allem gilt es zu fragen, sondern am besten. Am besten fragt jeder das Seine. Mein Fragen aber ist meines nicht von jeher und selbstverständlich. Es fragen heißt darum zuerst: es sich selbst zu eigen sein lassen. Wahrhaft zu eigen ist mir nicht, was ich gewaltsam in Besitz nehme, sondern was sich mir selbst als meines zuspricht. Als meines mir zusprechen kann sich jedoch mein Fragen erst, wenn ich zuvor auf sein Sprechen höre. Eigentlich fragt, wer am besten hört, nicht wer am meisten herbeizwingt.
Am besten fragt, wer am besten hört. Dies aber nicht nur, weil er das Seine fragt, sondern, weil Fragen und Hören letztlich selbst eines sind. Fragen sind gleichsam Ohren der Vernunft. Weil Vernunft fragt, ist sie vernehmend.
Mein Fragen ist vermögend, wenn es zu vernehmen vermag. Es vermag zu vernehmen, wenn es das vernimmt, was vernommen sein will, und zwar so, wie es von ihm selbst her ist. Fragen heißt darum, dasein lassen, dasein lassen aber es selbst zuerst, doch mit ihm. Das, was in ihm dasein will. Mein Fragen ist da, insofern es hier und jetzt mich angehend meines ist. Hier aber ist es nicht ohne ein "dort", jetzt nicht ohne ein "andermal"; mich angehend hat es seine eigene Macht, und meines ist es, weil es mich vor dir und uns betrifft. Eigentlich da ist deshalb ein Fragen erst, wenn es an seinem Ort, zu seiner Zeit, mit der ihm selbst eigenen Fragwürdigkeit, dem zu eigen ist, den es am meisten betrifft. Fragen heißt, dasein lassen, und zwar das Fragen selbst zuerst. Das aber ist weder leicht noch verstehen wir es von selbst. Weil es weder leicht noch selbstverständlich ist, muss es ein jeder von neuem lernen. Um es zu lernen, habe ich das Folgende begonnen, und um es besser zu lernen, teile ich es allen mit, die mich lehren oder mit mir lernen wollen.
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