Sortiermaschinen

Inhaltsverzeichnis

1. Borders are back!

2. Staatlichkeit, Territorialität und Grenzkontrolle

3. Öffnung und Schließung: Die Dialektik der Globalisierung

4. Fortifizierung: Grenzmauern als Bollwerke der Globalisierung

5. Filtergrenzen: Die Gewährung ungleicher Mobilitätschancen

6. Smart Borders: Informationelle und biometrische Kontrolle

7. Makroterritorien: Rückbau von Binnengrenzen, Aufwertung von Außengrenzen

8. Exterritorialisierung von Kontrolle: Die Ausweitung der Grenzzone

9. Globalisierte Grenzen

Danksagung

Anmerkungen

Register

Sortiermaschinen

Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert

14,95 € inkl. gesetzl. MwSt.

Sofort lieferbar

Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

14,95 €

eBook

ab 10,99 €

Beschreibung


VON ERWÜNSCHTEN UND UNERWÜNSCHTEN REISENDEN - DIE NEUEN MAUERN DER GLOBALISIERUNG

Der kosmopolitische Traum von einer grenzenlosen Welt hat in den letzten Jahren tiefe Risse bekommen. Aber war er überhaupt jemals realistisch? Steffen Mau zeigt, dass Grenzen im Zeitalter der Globalisierung von Anbeginn nicht offener gestaltet, sondern zu machtvollen Sortiermaschinen umgebaut wurden. Während ein kleiner Kreis Privilegierter heute nahezu überallhin reisen darf, bleibt die große Mehrheit der Weltbevölkerung weiterhin systematisch außen vor.

Während die Mobilität von Menschen über Grenzen hinweg in den letzten Jahrzehnten stetig zunahm und Grenzen immer offener schienen, fand gleichzeitig eine in Wissenschaft und Öffentlichkeit unterschätzte Gegenentwicklung statt. Vielerorts ist es zu einer neuen Fortifizierung gekommen, zum Bau neuer abschreckender Mauern und militarisierter Grenzübergänge. Grenzen wurden zudem immer selektiver und – unterstützt durch die Digitalisierung – zu Smart Borders aufgerüstet. Und die Grenzkontrolle hat sich räumlich massiv ausgedehnt, ja ist zu einer globalen Unternehmung geworden, die sich vom Territorium ablöst. Der Soziologe Steffen Mau analysiert, auf welche Weise und mit welchen Mitteln die neuen Sortiermaschinen Mobilität und Immobilität zugleich schaffen: Für erwünschte Reisende sollen sich Grenzen wie Kaufhaustüren öffnen, für andere sollen sie fester denn je verschlossen bleiben. Nirgends tritt das Janusgesicht der Globalisierung deutlicher zutage als an den Grenzen des 21. Jahrhunderts.


  • Die dunkle Seite der Globalisierung


  • Borders are back


  • Die Globalisierung hat nicht die Auflösung von Grenzen zur Folge - sie kehren in neuer Gestalt wieder



Steffen Mau lehrt Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuletzt sind von ihm die Bücher "Das metrische Wir. Über die Quantifizierung des Sozialen" (2017) und "Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft" (2019) erschienen. Er wurde 2021 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Details

  • Einband

    Taschenbuch

  • Erscheinungsdatum

    04.11.2021

  • Verlag C.H.Beck
  • Seitenzahl

    189

  • Maße (L/B/H)

    20,5/12,3/1,8 cm

Beschreibung

Details

  • Einband

    Taschenbuch

  • Erscheinungsdatum

    04.11.2021

  • Verlag C.H.Beck
  • Seitenzahl

    189

  • Maße (L/B/H)

    20,5/12,3/1,8 cm

  • Gewicht

    241 g

  • Auflage

    2

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-406-77570-3

Das meinen unsere Kund*innen

4.0/5.0

1 Bewertungen

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

1 Sterne

4/5

Ein sehr lesenswertes, aufschlussreiches Werk.

Wedma am 29.09.2021

Bewertet: eBook (PDF)

Ein sehr gutes, informatives, aufschlussreiches Werk, das die Bedeutung von Grenzen heute unter die Lupe nimmt und viele Dinge offenbart, die einem Otto-Normalverbraucher nicht so deutlich vor Augen stehen. Über diese Dinge, diese Tendenzen sollte man doch lieber im Klaren sein. Klappentexte beschreibt die Eckpunkte sehr treffend: „Der kosmopolitische Traum von einer grenzenlosen Welt hat in den letzten Jahren tiefe Risse bekommen. Aber war er überhaupt jemals realistisch? Steffen Mau zeigt, dass Grenzen im Zeitalter der Globalisierung von Anbeginn nicht offener gestaltet, sondern zu machtvollen Sortiermaschinen umgebaut wurden. Während ein kleiner Kreis Privilegierter heute nahezu überallhin reisen darf, bleibt die große Mehrheit der Weltbevölkerung weiterhin systematisch außen vor. Während die Mobilität von Menschen über Grenzen hinweg in den letzten Jahrzehnten stetig zunahm und Grenzen immer offener schienen, fand gleichzeitig eine in Wissenschaft und Öffentlichkeit unterschätzte Gegenentwicklung statt. Vielerorts ist es zu einer neuen Fortifizierung gekommen, zum Bau neuer abschreckender Mauern und militarisierter Grenzübergänge. Grenzen wurden zudem immer selektiver und – unterstützt durch die Digitalisierung – zu Smart Borders aufgerüstet. Und die Grenzkontrolle hat sich räumlich massiv ausgedehnt, ja ist zu einer globalen Unternehmung geworden, die sich vom Territorium ablöst. Der Soziologe Steffen Mau analysiert, auf welche Weise und mit welchen Mitteln die neuen Sortiermaschinen Mobilität und Immobilität zugleich schaffen: Für erwünschte Reisende sollen sich Grenzen wie Kaufhaustüren öffnen, für andere sollen sie fester denn je verschlossen bleiben. Nirgends tritt das Janusgesicht der Globalisierung deutlicher zutage als an den Grenzen des 21. Jahrhunderts.“ Es gibt viele spannende und aufschlussreiche Momente, die nicht nur informieren, Hintergründe und Zusammenhänge offenbaren, sondern auch viel Stoff zum Nachdenken geben. An mehreren Stellen wurde der Leser auf die wachsende Ungleichheit aufmerksam gemacht. Es gibt wenige, mit genug „Kleingeld“ in der Tasche, die ihre Mobilität nach eigenem Gusto gestalten können, von der „globalen Mobilitätselite“ ist hier die Rede, von einer „Form der Kommerzialisierung von Mobilitätsproblemen- und Freizügigkeitsrechten“, was kaum von der Hand zu weisen ist. Und es gibt die Mehrheit, für die Grenzen, insb. in den Zeiten der Pandemie, aufwendigere Hürden darstellen. Die Menschen werden im zunehmenderen Maße zu gläsernen Grenzgängern, in Europa wie auch in anderen Teilen der Welt. Wohl gemerkt, unabhängig davon, ob die dort herrschende Gesellschaftsordnung offiziell als Demokratie oder Diktatur bezeichnet wird. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“, kommt dabei u.a. in den Sinn. Die Bezahlung mit eigenen Daten, z.B. für schnellere und komfortablere Abwicklung an der Grenze, ist heute zur Normalität geworden. Die Grenze fängt heute auch viel früher an, und ist zunächst vom eigentlichen „Schlagbaum“ weit entfernt. Aufmerksam gemacht wurde man auf manche Dinge, die heute als normal erscheinen mögen, z.B. Fingerabdruck, der bei der Ausstellung des Ausweises seit einigen Jahren unerlässlich ist. Ursprünglich war er der Erfassung von Kriminellen vorbehalten. Viele interessante Daten/Fakten zum Thema Mobilität sind auch dabei, begleitet von klaren Worten zum Thema Risiko, seine Einschätzung und wofür dies heute gern benutzt wird. Viele wahre Dinge kommen dabei zur Sprache. Ich gehe hier nicht ins Detail. Besser, man liest selbst. Gut war auch, dass die Anglizismen von den entsprechenden deutschen Begriffen begleitet wurden. Ein Stern Abzug für das Messen mit zweierlei Maß. So manches wurde so politisch korrekt, so weichgespült und mit seidenen Handschuhen angefasst. Und es gibt das Gegenteil: Da wurde mainstreammedialer Erzählrahmen bemüht und herzhaft eingedroschen. Bei dieser Vorgehensweise leidet die Glaubwürdigkeit im Allgemeinen, und wirft Schatten auf gesamtes ansonsten sehr gutes und lesenswertes Werk. Beim Lesen kamen mir öfters folgende Bücher in den Sinn. Wenn noch nicht gelesen, empfiehlt es sich nachholen: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ von Shoshana Zuboff, „Kapital und Ideologie“ von Thomas Piketty, „Mythos 9/11“ von Mathias Bröckers, “Chronik der angekündigten Krise“ von Paul Schreyer, „Die Herrschaft der extremen Mitte“ von Alain Deneault. Fazit: Ein sehr lesenswertes Werk. Hier wurden viele Aspekte im Zusammenhang mit Grenzen zutage gefördert, über die man als Laie nicht in diesem Umfang nachgedacht, die man so nicht gesehen hat. Und deshalb ist diese Sicht der Dinge so bereichernd und kennenlernenswert.

4/5

Ein sehr lesenswertes, aufschlussreiches Werk.

Wedma am 29.09.2021
Bewertet: eBook (PDF)

Ein sehr gutes, informatives, aufschlussreiches Werk, das die Bedeutung von Grenzen heute unter die Lupe nimmt und viele Dinge offenbart, die einem Otto-Normalverbraucher nicht so deutlich vor Augen stehen. Über diese Dinge, diese Tendenzen sollte man doch lieber im Klaren sein. Klappentexte beschreibt die Eckpunkte sehr treffend: „Der kosmopolitische Traum von einer grenzenlosen Welt hat in den letzten Jahren tiefe Risse bekommen. Aber war er überhaupt jemals realistisch? Steffen Mau zeigt, dass Grenzen im Zeitalter der Globalisierung von Anbeginn nicht offener gestaltet, sondern zu machtvollen Sortiermaschinen umgebaut wurden. Während ein kleiner Kreis Privilegierter heute nahezu überallhin reisen darf, bleibt die große Mehrheit der Weltbevölkerung weiterhin systematisch außen vor. Während die Mobilität von Menschen über Grenzen hinweg in den letzten Jahrzehnten stetig zunahm und Grenzen immer offener schienen, fand gleichzeitig eine in Wissenschaft und Öffentlichkeit unterschätzte Gegenentwicklung statt. Vielerorts ist es zu einer neuen Fortifizierung gekommen, zum Bau neuer abschreckender Mauern und militarisierter Grenzübergänge. Grenzen wurden zudem immer selektiver und – unterstützt durch die Digitalisierung – zu Smart Borders aufgerüstet. Und die Grenzkontrolle hat sich räumlich massiv ausgedehnt, ja ist zu einer globalen Unternehmung geworden, die sich vom Territorium ablöst. Der Soziologe Steffen Mau analysiert, auf welche Weise und mit welchen Mitteln die neuen Sortiermaschinen Mobilität und Immobilität zugleich schaffen: Für erwünschte Reisende sollen sich Grenzen wie Kaufhaustüren öffnen, für andere sollen sie fester denn je verschlossen bleiben. Nirgends tritt das Janusgesicht der Globalisierung deutlicher zutage als an den Grenzen des 21. Jahrhunderts.“ Es gibt viele spannende und aufschlussreiche Momente, die nicht nur informieren, Hintergründe und Zusammenhänge offenbaren, sondern auch viel Stoff zum Nachdenken geben. An mehreren Stellen wurde der Leser auf die wachsende Ungleichheit aufmerksam gemacht. Es gibt wenige, mit genug „Kleingeld“ in der Tasche, die ihre Mobilität nach eigenem Gusto gestalten können, von der „globalen Mobilitätselite“ ist hier die Rede, von einer „Form der Kommerzialisierung von Mobilitätsproblemen- und Freizügigkeitsrechten“, was kaum von der Hand zu weisen ist. Und es gibt die Mehrheit, für die Grenzen, insb. in den Zeiten der Pandemie, aufwendigere Hürden darstellen. Die Menschen werden im zunehmenderen Maße zu gläsernen Grenzgängern, in Europa wie auch in anderen Teilen der Welt. Wohl gemerkt, unabhängig davon, ob die dort herrschende Gesellschaftsordnung offiziell als Demokratie oder Diktatur bezeichnet wird. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“, kommt dabei u.a. in den Sinn. Die Bezahlung mit eigenen Daten, z.B. für schnellere und komfortablere Abwicklung an der Grenze, ist heute zur Normalität geworden. Die Grenze fängt heute auch viel früher an, und ist zunächst vom eigentlichen „Schlagbaum“ weit entfernt. Aufmerksam gemacht wurde man auf manche Dinge, die heute als normal erscheinen mögen, z.B. Fingerabdruck, der bei der Ausstellung des Ausweises seit einigen Jahren unerlässlich ist. Ursprünglich war er der Erfassung von Kriminellen vorbehalten. Viele interessante Daten/Fakten zum Thema Mobilität sind auch dabei, begleitet von klaren Worten zum Thema Risiko, seine Einschätzung und wofür dies heute gern benutzt wird. Viele wahre Dinge kommen dabei zur Sprache. Ich gehe hier nicht ins Detail. Besser, man liest selbst. Gut war auch, dass die Anglizismen von den entsprechenden deutschen Begriffen begleitet wurden. Ein Stern Abzug für das Messen mit zweierlei Maß. So manches wurde so politisch korrekt, so weichgespült und mit seidenen Handschuhen angefasst. Und es gibt das Gegenteil: Da wurde mainstreammedialer Erzählrahmen bemüht und herzhaft eingedroschen. Bei dieser Vorgehensweise leidet die Glaubwürdigkeit im Allgemeinen, und wirft Schatten auf gesamtes ansonsten sehr gutes und lesenswertes Werk. Beim Lesen kamen mir öfters folgende Bücher in den Sinn. Wenn noch nicht gelesen, empfiehlt es sich nachholen: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ von Shoshana Zuboff, „Kapital und Ideologie“ von Thomas Piketty, „Mythos 9/11“ von Mathias Bröckers, “Chronik der angekündigten Krise“ von Paul Schreyer, „Die Herrschaft der extremen Mitte“ von Alain Deneault. Fazit: Ein sehr lesenswertes Werk. Hier wurden viele Aspekte im Zusammenhang mit Grenzen zutage gefördert, über die man als Laie nicht in diesem Umfang nachgedacht, die man so nicht gesehen hat. Und deshalb ist diese Sicht der Dinge so bereichernd und kennenlernenswert.

Unsere Kund*innen meinen

Sortiermaschinen

von Steffen Mau

4.0/5.0

1 Bewertungen

0 Bewertungen filtern

Unsere Buch­händler*innen meinen

Profilbild von Bianca Werner

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Bianca Werner

Thalia Göttingen - Kauf Park

Zum Portrait

5/5

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Welt ist kleiner geworden, aber das vor allem für Ware und für einen kleinen privilegierten Teil der Bevölkerung. Für die meisten Menschen sind Grenzen geschlossener als jemals zuvor. Sehr interessantes Buch, das den Blick aufs vermeintlich unbegrenzte Reisen verändert.
5/5

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Welt ist kleiner geworden, aber das vor allem für Ware und für einen kleinen privilegierten Teil der Bevölkerung. Für die meisten Menschen sind Grenzen geschlossener als jemals zuvor. Sehr interessantes Buch, das den Blick aufs vermeintlich unbegrenzte Reisen verändert.

Bianca Werner
  • Bianca Werner
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Unsere Buchhändler*innen meinen

Sortiermaschinen

von Steffen Mau

0 Rezensionen filtern

Die Leseprobe wird geladen.
  • artikelbild-0
  • 1. Borders are back!

    2. Staatlichkeit, Territorialität und Grenzkontrolle

    3. Öffnung und Schließung: Die Dialektik der Globalisierung

    4. Fortifizierung: Grenzmauern als Bollwerke der Globalisierung

    5. Filtergrenzen: Die Gewährung ungleicher Mobilitätschancen

    6. Smart Borders: Informationelle und biometrische Kontrolle

    7. Makroterritorien: Rückbau von Binnengrenzen, Aufwertung von Außengrenzen

    8. Exterritorialisierung von Kontrolle: Die Ausweitung der Grenzzone

    9. Globalisierte Grenzen

    Danksagung

    Anmerkungen

    Register