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Streulicht

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

21095

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.10.2021

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

284

Beschreibung

Rezension

»[Streulicht] erinnert an französische Autoren wie Didier Eribon, Édouard Louis und Annie Ernaux, die sich allesamt aus dem sozialen Abseits herausgeschrieben haben. Nun liegt mit Deniz Ohdes Streulicht auch ein überzeugendes Gegenstück deutscher Literatur vor, das in seiner schnörkellosen Sprache mit dem Bildungsversprechen von Chancengleichheit abrechnet, ohne dabei plakative identitätspolitische Statements oder ein ›J’accuse‹ gebrauchen zu müssen.« ("DIE ZEIT")

»Literarisch bietet
Streulicht
eine starke, unvertraute Stimme.«
("Frankfurter Rundschau")
»Ihre Wahrnehmung für Details und ihre Fähigkeit, Atmosphären daraus entstehen zu lassen, ist bemerkenswert.« ("DER SPIEGEL")
»So ist dieser beeindruckend gelungene Roman über die Ungerechtigkeiten und Unverschämtheiten im hiesigen Bildungssystem auf verquere Weise auch ein Beleg dafür, dass nicht alles schlecht ist in diesem System, sondern immer noch Chancen bietet, einen eigenen Lebensweg zu gehen.« ("Der Tagesspiegel")
»[Deniz] Ohde beobachtet und beschreibt präzise, was jeder sieht, worüber aber niemand spricht. Gerade für all jene, die sich selbst als Arbeiterkind identifizieren, dürfte dieser Roman, der Erlebtes zur Sprache bringt, ohne jedoch Lösungen zu finden, eine aufwühlende Erfahrung sein.« ("der Freitag")

»Sensibel und mit einem unglaublichen Feingefühl für Dramaturgie verleiht Deniz Ohde in
Streulicht
einer Vielzahl von Kindern mit ähnlichem Schicksal eine Stimme. ... Ein aussagekräftiges Debüt, das gerade durch Einfachheit und Leichtigkeit seine umwerfende Wirkung entfaltet.«
("Buchkultur")

»
Streulicht
ist eine leise Geschichte, deren Wucht langsam einsickert.«
("ZEIT ONLINE")
»... ein wirklich überzeugendes Debüt. Auf einfühlsame Weise, ohne jemals kitschig oder rührig zu wirken, zeichnet Deniz Ohde darin den schwierigen Weg vom migrantischen Arbeiterkind zur Akademikerin nach.« ("Deutschlandfunk")

Details

Verkaufsrang

21095

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.10.2021

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

284

Maße (L/B/H)

18,7/11,6/2,5 cm

Gewicht

268 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47174-6

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Emotionale Geschichte über fehlende Chancengleichheit und notwendige Befreiungsversuche

Bewertung am 30.03.2022

Bewertungsnummer: 1685844

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Deniz Ohdes Protagonistin, das Arbeiterkind mit Migrationshintergrund, kehrt in ihre westdeutsche Heimatstadt zurück. Es ist der Ort, in der ihr die Identität entzogen wurde - anpassen, nicht auffallen und doch nie gut genug sein, nicht in der Schule, nicht für die Eltern. Die Mutter verlässt die Familie, der alkoholsüchtige, überforderte Vater wohnt noch in der Heimatstadt, verkörpert Stolz, gemischt mit Trotz und aus Not geborener Arroganz. Auch die Freund*innen sind nie weggezogen, obwohl ihnen im Gegensatz zur Protagonistin alle Türen offen standen. Eine emotionale Geschichte über fehlende Chancengleichheit und notwendige Befreiungsversuche.
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Emotionale Geschichte über fehlende Chancengleichheit und notwendige Befreiungsversuche

Bewertung am 30.03.2022
Bewertungsnummer: 1685844
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Deniz Ohdes Protagonistin, das Arbeiterkind mit Migrationshintergrund, kehrt in ihre westdeutsche Heimatstadt zurück. Es ist der Ort, in der ihr die Identität entzogen wurde - anpassen, nicht auffallen und doch nie gut genug sein, nicht in der Schule, nicht für die Eltern. Die Mutter verlässt die Familie, der alkoholsüchtige, überforderte Vater wohnt noch in der Heimatstadt, verkörpert Stolz, gemischt mit Trotz und aus Not geborener Arroganz. Auch die Freund*innen sind nie weggezogen, obwohl ihnen im Gegensatz zur Protagonistin alle Türen offen standen. Eine emotionale Geschichte über fehlende Chancengleichheit und notwendige Befreiungsversuche.

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Wunderschöne Sprache, intensive Erinnerungen.

SternchenBlau am 05.02.2021

Bewertungsnummer: 1435397

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In diesem Buch passiert scheinbar nicht viel. Und doch so viel, denn hier werden die Weichen gelegt, wie ein junger Mensch später die Welt wahrnimmt und – leider noch viel wesentlicher in unserer Welt – wie dieser von der Welt wahrgenommen wird. Diese Weichen liegen im Streulicht, vieles kann so gehen oder so. Aber es gibt ein Muster und Wahrscheinlichkeiten, nach denen die Freundin Sophie wohl einen anderen Lebensweg haben wird als das Mädchen mit dem geheimen türkischen Namen, obwohl sie den nur selten nennt. Eindrucksvoll ist an diesem Buch wie Ohde Standesdünkel, Klassismus und Rassismus vorführt. „Es war keine Identität, die sich herausbildete, sondern eher wurde sie mir entzogen, verschwand im Keller der Schule, zwischen den bis in die Sechziger zurückreichenden Akten, weil ich die Einzige aus meinem Jahrgang war, die nicht auf eine höhere Schule wechselte und deren Akte deshalb nirgendwo hingeschickt werden musste. Sie lag oben auf einem staubigen Schrank, nachts kalt beleuchtet von den Laternen des Schulhofs.“ Kürzlich habe ich mal einen treffenden Gedanken gelesen: Wie langweilig es doch ist, immer und wieder davon zu lesen, wie sich mittelalte Männer in Büchern wehmütig an ihre eigene Jugend erinnern und sie verklären. Wie völlig entgegengesetzt das ist, wenn sich die Ohdes Protagonistin an ihre Jugend erinnert. Hier ist nichts verklärend. Wehmütig wurde mir dennoch ums Herz, weil Ohde uns ganz nah an ihre Protagonistin heranlässt. „Ich war nicht schaumgeboren, sondern staubgeboren; rußgeboren, geboren aus dem Kochsalz in der Luft, das sich auf die Autodächer legte. Geboren aus dem sauren Gestank der Müllverbrennungsanlage, aus den Flusswiesen und den Bäumen zwischen den Strommasten, aus dem dunklen Wasser, das an die Wackersteine schlug, einem Film aus Stickstoff und Nitrat, nicht Gischt.“ Dies alles fasst Ohde in eine sehr poetische Sprache. Weil es ihre Protagonistin ist, deren Stimme wir hören, wird umso deutlicher, um wie viel Potential so viele Menschen in diesem Land durch die Strukturen gebracht werden. CN / Content Note: Alkoholismus, Messie-Syndrom, Rassismus, schwierige Kindheit, körperliche Bestrafung der Mutter in deren Kindheit, Rassismus, Krebstod Rassismus schlägt der Protagonistin erst in zweiter Linie entgegen, weil die türkischen Wurzeln der Mutter durch den deutschen Namen meist übertüncht werden. Doch immer wieder so Sätze der Freundin seit Kindheitstagen. Aber auch so wird oft das Gefühl vermittelt, dass sie nicht wirklich dazu gehört, schon wegen der einfachen Herkunft der Eltern. Der Vater ertränkt seine Verletzungen von früher im Alkohol, hortet Dinge an bis zum Messitum. „Wenigstens ging er nur auf die Möbel los. Sie schätzte sich glücklich. Man konnte nicht davon ausgehen, dass es in der Welt etwas Besseres gab, man konnte es nicht einfach so einfordern. Das habe ich von ihr gelernt.“ So fein beobachtet wie schmerzhaft fand ich, wenn sich die Protagonistin mit ihren Freund:innen aus Kindheitstage vergleicht, obwohl, vielleicht mache ich das viel mehr beim Lesen selbst. Die Hochzeit der beiden bildet dann auch den Rahmen für die Erzählung. Die letzten 20, 30 Seiten versandeten für mich ein wenig vom Bogen. Das Buch als Ganzes habe ich sehr gerne gelesen. Fazit Sprachlich gelungen, intensive Erinnerungen. Deniz Ohde ist damit für mich sehr verdient auf der Short List des Deutschen Buchpreises gelandet. Ich empfehle das Buch sehr gerne allen, die Gefallen an ruhiger, poetischer Literatur finden. 4,5 von 5 Sternen.
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Wunderschöne Sprache, intensive Erinnerungen.

SternchenBlau am 05.02.2021
Bewertungsnummer: 1435397
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In diesem Buch passiert scheinbar nicht viel. Und doch so viel, denn hier werden die Weichen gelegt, wie ein junger Mensch später die Welt wahrnimmt und – leider noch viel wesentlicher in unserer Welt – wie dieser von der Welt wahrgenommen wird. Diese Weichen liegen im Streulicht, vieles kann so gehen oder so. Aber es gibt ein Muster und Wahrscheinlichkeiten, nach denen die Freundin Sophie wohl einen anderen Lebensweg haben wird als das Mädchen mit dem geheimen türkischen Namen, obwohl sie den nur selten nennt. Eindrucksvoll ist an diesem Buch wie Ohde Standesdünkel, Klassismus und Rassismus vorführt. „Es war keine Identität, die sich herausbildete, sondern eher wurde sie mir entzogen, verschwand im Keller der Schule, zwischen den bis in die Sechziger zurückreichenden Akten, weil ich die Einzige aus meinem Jahrgang war, die nicht auf eine höhere Schule wechselte und deren Akte deshalb nirgendwo hingeschickt werden musste. Sie lag oben auf einem staubigen Schrank, nachts kalt beleuchtet von den Laternen des Schulhofs.“ Kürzlich habe ich mal einen treffenden Gedanken gelesen: Wie langweilig es doch ist, immer und wieder davon zu lesen, wie sich mittelalte Männer in Büchern wehmütig an ihre eigene Jugend erinnern und sie verklären. Wie völlig entgegengesetzt das ist, wenn sich die Ohdes Protagonistin an ihre Jugend erinnert. Hier ist nichts verklärend. Wehmütig wurde mir dennoch ums Herz, weil Ohde uns ganz nah an ihre Protagonistin heranlässt. „Ich war nicht schaumgeboren, sondern staubgeboren; rußgeboren, geboren aus dem Kochsalz in der Luft, das sich auf die Autodächer legte. Geboren aus dem sauren Gestank der Müllverbrennungsanlage, aus den Flusswiesen und den Bäumen zwischen den Strommasten, aus dem dunklen Wasser, das an die Wackersteine schlug, einem Film aus Stickstoff und Nitrat, nicht Gischt.“ Dies alles fasst Ohde in eine sehr poetische Sprache. Weil es ihre Protagonistin ist, deren Stimme wir hören, wird umso deutlicher, um wie viel Potential so viele Menschen in diesem Land durch die Strukturen gebracht werden. CN / Content Note: Alkoholismus, Messie-Syndrom, Rassismus, schwierige Kindheit, körperliche Bestrafung der Mutter in deren Kindheit, Rassismus, Krebstod Rassismus schlägt der Protagonistin erst in zweiter Linie entgegen, weil die türkischen Wurzeln der Mutter durch den deutschen Namen meist übertüncht werden. Doch immer wieder so Sätze der Freundin seit Kindheitstagen. Aber auch so wird oft das Gefühl vermittelt, dass sie nicht wirklich dazu gehört, schon wegen der einfachen Herkunft der Eltern. Der Vater ertränkt seine Verletzungen von früher im Alkohol, hortet Dinge an bis zum Messitum. „Wenigstens ging er nur auf die Möbel los. Sie schätzte sich glücklich. Man konnte nicht davon ausgehen, dass es in der Welt etwas Besseres gab, man konnte es nicht einfach so einfordern. Das habe ich von ihr gelernt.“ So fein beobachtet wie schmerzhaft fand ich, wenn sich die Protagonistin mit ihren Freund:innen aus Kindheitstage vergleicht, obwohl, vielleicht mache ich das viel mehr beim Lesen selbst. Die Hochzeit der beiden bildet dann auch den Rahmen für die Erzählung. Die letzten 20, 30 Seiten versandeten für mich ein wenig vom Bogen. Das Buch als Ganzes habe ich sehr gerne gelesen. Fazit Sprachlich gelungen, intensive Erinnerungen. Deniz Ohde ist damit für mich sehr verdient auf der Short List des Deutschen Buchpreises gelandet. Ich empfehle das Buch sehr gerne allen, die Gefallen an ruhiger, poetischer Literatur finden. 4,5 von 5 Sternen.

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von Deniz Ohde

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Jolina Merkle

Thalia Brühl Markt

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5/5

„Ich war nicht schaumgeboren, sondern staubgeboren;”

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Deniz Ohdes Debütwerk hat jede Aufmerksamkeit verdient. Die Protagonistin kehrt zur Hochzeit ihrer Kindheitsfreund:innen zurück in ihren Heimatort, nach Frankfurt Höchst. Die Skyline ihrer Stadt besteht aus den Schloten und Türmen der nahegelegenen Fabriken. Und während sie wieder in ihrem alten Kinderzimmer schläft, spult sie episodisch die Stationen ihres Lebens zurück. Diesen Text liest man nicht aus Spaß, aber er bringt so viel. Ohde bearbeitet in ihrem Text Chancenungleichheit und verknüpft dies mit Erfahrungen des Alltagsrassismus.
5/5

„Ich war nicht schaumgeboren, sondern staubgeboren;”

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Deniz Ohdes Debütwerk hat jede Aufmerksamkeit verdient. Die Protagonistin kehrt zur Hochzeit ihrer Kindheitsfreund:innen zurück in ihren Heimatort, nach Frankfurt Höchst. Die Skyline ihrer Stadt besteht aus den Schloten und Türmen der nahegelegenen Fabriken. Und während sie wieder in ihrem alten Kinderzimmer schläft, spult sie episodisch die Stationen ihres Lebens zurück. Diesen Text liest man nicht aus Spaß, aber er bringt so viel. Ohde bearbeitet in ihrem Text Chancenungleichheit und verknüpft dies mit Erfahrungen des Alltagsrassismus.

Jolina Merkle
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J. Herkrath

Thalia Darmstadt – Boulevard

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4/5

Ein Buch über die Chancenungleichheit..

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mit schonungsloser Ehrlichkeit regt Deniz Ohde mit diesem Buch zum Nachdenken an. Sie spricht die Probleme der Kinder aus dem Fabrikenviertel von Frankfurt an kombiniert mit der Chancenungleichheit durch Altagsrassismus. Dieses Buch hat noch sehr lange in mir nachgeklungen und mir aufgezeigt wie ungleich wir allein durch unseren Vornamen oder unsere Hautfarbe behandelt werden.
4/5

Ein Buch über die Chancenungleichheit..

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mit schonungsloser Ehrlichkeit regt Deniz Ohde mit diesem Buch zum Nachdenken an. Sie spricht die Probleme der Kinder aus dem Fabrikenviertel von Frankfurt an kombiniert mit der Chancenungleichheit durch Altagsrassismus. Dieses Buch hat noch sehr lange in mir nachgeklungen und mir aufgezeigt wie ungleich wir allein durch unseren Vornamen oder unsere Hautfarbe behandelt werden.

J. Herkrath
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