Auf der Klaviatur des Todes spielt ein Virtuose sein eiskaltes Lied: »Der kalte Glanz der Newa« ist ein atmosphärischer, düsterer Thriller um Niedertracht, Eifersucht und Machtwahn im winterlichen Russland. Leningrad im eisigen Winter 1951: Wie auf Notenlinien wurden fünf grausam verstümmelte Leichen zwischen drei Bahngleisen arrangiert - ein Anblick, der selbst die hartgesottenen Polizisten um Leutnant Revol Rossel zutiefst erschüttert. Könnte Stalins gefürchtetes Ministerium für Staatssicherheit dahinterstecken? Leutnant Rossel glaubt, dass er seit dem Krieg und einem Zusammenstoß mit der Geheimpolizei nichts mehr zu verlieren hat - doch als er während der Ermittlungen mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird, muss er erkennen, wie viel für ihn noch immer auf dem Spiel steht. Ben Creeds authentischer Thriller zeigt Russland nur wenige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges. Der erste Fall für Leutnant Revol Rossel bietet auch zeitgeschichtlich interessierten Leser*innen hochspannende Unterhaltung. »>Der kalte Glanz der Newa< erinnert mich an >Gorky Park<, gefällt mir aber noch besser. Revol Rossel ist eine brillante Hauptfigur.« James Patterson
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Michael Sterzik
aus Wallenhorst
5/5
02.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Totentanz in Leningrad
Nach dem Zweiten Weltkrieg und den Sieg gegen Nazideutschland, den die Russen auch den großen vaterländischen Krieg nannten, begann für das russische Volk eine Ära der Gewalt, des Schreckens, des Terrors unter Stalins Herrschaft. Seine bösartige Willkürlichkeit legitimiere Verbrechen im Namen des Staates. Niemand war in dieser Diktatur sicher, ein falsches Wort, eine kritische Anmerkung, eine Intrige konnten den Tod, oder das Arbeitslager im Gulag bedeuten. Dabei wurden ganze Familien vernichtet, ohne Rücksicht zu nehmen auf unschuldige Kinder. Die stalinistische Herrschaft bedeutete für ca. 9 Millionen Menschen den Tod.
Ben Creed ist das gemeinsame Pseudonym von Chris Rickaby und Barney Thompson. „Der kalte Glanz der Newa“ ist der erste Band um den Ermittler Revol Rossel und ist ein wirklich überzeugender Thriller.
Die Atmosphäre des Titels ist besonders. Die Story spielt in Leningrad – und die Stimmung hat etwas von einer Stadt in Sünde. Dunkelheit, Verzweiflung, Angst – ein eisiger Winter und nicht nur dieser ist erbarmungslos. Auch die Menschen sind es, ohne viel Hoffnung, ernüchternd davon, dass nach dem großartigen Krieg gegen Hitler-Deutschland alles hätte besser sein sollen
Leningrad im eisigen Winter 1951: Wie auf Notenlinien wurden fünf grausam verstümmelte Leichen zwischen drei Bahngleisen arrangiert – ein Anblick, der selbst die hartgesottenen Militärpolizisten um Leutnant Revol Rossel zutiefst erschüttert. Könnte Stalins gefürchtetes Ministerium für Staatssicherheit dahinterstecken?
Leutnant Rossel glaubt, dass er seit dem Krieg und einem Zusammenstoß mit der Geheimpolizei nichts mehr zu verlieren hat – doch als er während der Ermittlungen mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird, muss er erkennen, wie viel für ihn noch immer auf dem Spiel steht.(Verlagsinfo)
Das Autorenduo vermengt Fiktion mit Faktion und dramatisiert die Handlung sehr unterhaltsam. Wie schon oben beschrieben ist das eigentlich böse, ggf. nicht der Mörder, der grausame Taten begangen hat, sondern lässt den Staat unter Josef Stalin stellvertretend als Erzbösewicht dastehen. Unabhängig von der Handlung interpretiert, war es auch so. Diese atmosphärische Stimmung schwingt auf jeder Seite mit. Die Verzweiflung der Ermittler, der einfachen Menschen zeichnet sich aus durch Willkür, Angst, einer Bespitzlung, der immer gegenwärtigen Gefahr verhaftet und gefoltert zu werden.
Diese Stimmung verfestigt sich auch bei allen agierenden Charakteren. Insgesamt also sehr melancholisch, nahezu melodramatisch, wenn es zu Rückblicken in die Vergangenheit kommt. Alte Kriegsgeschichten, leidenschaftliche Beziehungen die in Verrat endeten und der Hauptfigur Revol Rossel geht es nicht besser. Der ehemalige, begnadete Musiker wurde denunziert, verhaftet und gefoltert, sodass er niemals mehr seine eigentliche Berufung als Geigenspieler ausüben kann. Physisch und psychisch gebrochen passt er sich mehr, oder minder an. Sein Überlebenswillen wurde noch nicht gebrochen.
Historisch gesehen wird hier dramatisiert – Momentaufnahmen einer Schreckensherrschaft, die aber gut in Szene gesetzt wurde. Spannung entsteht durch die Ermittlungsarbeit, die Duelle mit dem Geheimdienst um möglichst schnell einen Täter zu identifizieren und zu verhaften – mit einer Wahrheit geht man eher locker um. Spannende Themen sind auch die Erzählungen von Leben und Sterben in Arbeitslagern – von eintätowierten Symbolen die die Laufbahn, dass Schicksal und auch die Zukunft der Häftlinge zeigten. Ein „König der Diebe“ – eine Nebenfigur, die interessant, aber leider zu wenig Raum gegeben wurde.
Die Story spielt nur in Leningrad und dieser entwickelt sich wie gesagt zu einem Spielplatz des Bösen – anscheinend stellvertretend für die übrige Sowjetunion. Das die beiden Autoren, diese Epoche kritisch sehen, spürt man auf jeder Seite. Etwas stereotypisch – aber dienlich für den spannenden Unterhaltungswert.
Die Autoren, die sich hinter dem Pseudonym Ben Creed verstecken haben, mit „Der kalte Glanz der Newa“ einen sehr, sehr spannenden Thriller geschrieben. Es ist auch kritischer Polit-Thriller, der die Verrohrung des Regimes an den Pranger stellt. Verbrechen findet statt – werden durch Mitglieder des Politbüros gedeckt – auch keine wirklich neue Idee – aber wie sie erzählt wird, ist schon großartig.
Die Theatralik spielt in dem vorliegenden Roman eine wesentliche Rolle und manchmal dreht diese gegen Ende der Story frei. Dies ist der erste Band der Reihe, die fortgesetzt wird und ich freue mich auf den zweiten Band, der „Leningrad-Trilogie“.
Fazit
Insgesamt gesehen ein höchst spannender Titel mit einer tollen Figurenzeichnung. Leningrad als Stadt der Sünde – viele Themen die polarisierend sind, aber die spannende Unterhaltung ist garantiert und die Stimmungsmelodie des Titels höre ich noch immer. Absolut zu empfehlen.
Michael Sterzik
Bewertung
5/5
02.09.2021
Buch (Taschenbuch)
Leningrad, 1951. Fünf verstümmelte...
Leningrad, 1951. Fünf verstümmelte Leichen, bizarr zwischen Bahngleisen arrangiert, stellen den Ermittler Leutnant Rossel vor eine fast unlösbare Aufgabe. Düsterer und atmosphärisch dichter Thriller , der unglaublich spannend und vielschichtig ist. Leseempfehlung!
Bewertung
4/5
03.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Leningrad im Winter ´51
An einer Bahnkreuzung werden 5 Leichen gefunden und der Leutnant der Miliz Rossel soll den Fall aufklären was in Sowjetrussland ein Ritt auf der Rasierklinge ist. Immer der Furcht ausgesetzt, das falsche zu sagen oder herauszufinden, als Milizionär auch nicht geschützt vor der Staatssicherheit, versucht Rossel dennoch die Wahrheit zu ermitteln. Nach und nach erschließt sich ihm, das die Morde zu seiner eigenen Vergangenheit während der Belagerung Leningrads in Verbindung stehen: der Musik.
Düsterer, interessanter Krimi für alle Freunde von Martin Cruz Smith (Gorki Park).
Elke
aus Vaihingen an der Enz
4/5
14.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine dunkle Epoche der russischen Geschichte
„Der kalte Glanz der Newa“ ist der Auftakt einer geplanten Trilogie (der zweite Band ist im Original für 2022 angekündigt). Hinter dem Pseudonym Ben Creed verbirgt sich das britische Autorenduo Chris Rickaby und Barney Thompson, letzterer einstmals Student am Konservatorium St. Petersburg, mit Sicherheit für die stimmigen Beschreibungen hinsichtlich des musischen Aspekts verantwortlich. Aber dieser Thriller hat wesentlich mehr zu bieten. Neben einem fesselnden Plot zeichnet er sich vor allem durch dessen Verankerung in dem historischen Kontext aus, der ein Gefühl der nachprüfbaren Authentizität vermittelt. Dabei nie trocken und belehrend, dennoch aber informativ die besondere Atmosphäre dieser dunklen Epoche der russischen Geschichte transportierend.
Leningrad im Winter 1951. Noch sind die Wunden des Zweiten Weltkrieges nicht verheilt. Nicht nur die Temperaturen sind eisig, auch durch die Gesellschaft weht ein rauer Wind. Die stalinistischen Säuberungen haben Wunden geschlagen und Misstrauen gesät. Die Macht des Staates ist allgegenwärtig. Willkür greift um sich, jeder kann verhaftet werden, in einem Gulag enden. Ein falscher Schritt, ein unbedachtes Wort, das Leben ein Balanceakt auf dem Drahtseil.
Als auf einem Bahngleis fünf sorgfältig arrangierte Leichen gefunden werden, betraut man Revol Rossel mit dem Fall. Einst war er ein begabter Violinist, jetzt dient er nach einem brutalen Verhör mit der Geheimpolizei, in dessen Verlauf seine Finger verstümmelt wurden, bei der Miliz. Das aber nur dank seiner Verdienste während des Krieges und der Belagerung. Eine Entscheidung, die er auch wegen des spurlosen Verschwindens seiner Schwester getroffen hat, auf deren Rückkehr, ob lebendig oder tot, er noch immer hofft.
Die Leichen sind verstümmelt, alle Identifikationsmerkmale entfernt. Die Untersuchungen ergeben, dass sie brutal gefoltert wurden, bevor sie einen qualvollen Hungertod gestorben sind. Eine der Leichen trägt die Uniform der Geheimpolizei, weshalb Rossel fest damit rechnet, dass diese den Fall übernehmen wird. In der Zwischenzeit ermittelt er äußerst vorsichtig und muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass er die Opfer kennt, stehen sie doch alle mit dem Musikkonservatorium, an dem auch er studiert hat, in Verbindung. Je tiefer er in den Fall einsteigt, desto gefährlicher wird es für ihn, denn die Spuren führen auch in den Kreml…
maskedbookblogger
4/5
30.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Guter Auftakt im kalten Nachkriegsdeutschland
Thriller, deren Handlung in der Nachkriegszeit spielen, haben meiner Meinung nach schon was Einzigartiges an sich. Letztes Jahr las ich den Thriller „Black Sun“ aus dem Bastei Lübbe Verlag, der identisch wie dieser Thriller in Russland in der Nachkriegszeit spielt. Da mir das Setting bei „Black Sun“ sehr gefallen hat, habe ich mich auf „Der kalte Glanz der Newa“ sehr gefreut!
In diesem Thriller befinden wir uns im kalten Leningrad. Es ist das Jahr 1951. Wie auf Notenlinien werden fünf verstümmelte Leichen zwischen den Bahngleisen aufgefunden. Ein grausamer Anblick, welcher sogar den charakterstarken Leutnant Rossel erschüttert. Trotzdem muss Rossel den Fall aufklären. Als wäre dies hart genug, da der Täter fast keine Spuren hinterlassen hat, holt den Leuntnant seine Vergangenheit ein. Kann er trotzdem seine Ermittlungen weiterlaufen lassen?
Das Buch bietet direkt einen nicht einfachen Einstieg, da man mit dem grausamen Tatort als Leser vertraut gemacht wird. Es herrscht eine gute Spannung von Beginn an, da man als Leser herausfinden möchte, warum ausgerechnet die Leichen wie auf Notenlinien hinterlassen worden sind. Zudem gelingt es dem Autorenduo schon am Anfang des Thrillers eine sehr kalte, teils düstere Atmosphäre zu kreieren. Man spürt als Leser, wie der Krieg noch die ganzen Nebenfiguren sowie die Landschaften beeinflusst hat. Zudem kann man sich alles sehr bildlich vorstellen. Das zu lesen war für mich teilweise sehr erschütternd aber interessant, da diese Zeit ich besonders aus den Erzählungen meiner Großeltern kenne.
Schwierig fand ich jedoch mir die ganzen Namen zu merken. Auch wenn ich selbst mit slawischen Namen vertraut bin, fand ich es sehr schwierig, mir die ganzen Namen der Figuren – abseits von Rossel – zu merken. Man trifft an der Seite von Rossel viele Nebenfiguren wie weitere Leutnants, Soldaten, Ärzte etc., die meines Erachtens nach, sehr komplizierte Namen haben (no offense!) und sehr ähnlich klingen.
Die Plotidee fand ich durch die Autoren auch gut gewählt. Es ist kein einfacher Fall, da ich finde, dass er sehr detailliert entworfen worden ist. Ich habe selber gemerkt, dass ich einzelne Stellen zwei Mal lesen musste, weil ich zum Beispiel ein Schlüsseldetail überlesen habe. Deswegen ist bei diesem Buch viel Konzentration gefragt. Folglich kommt man in diesem Buch auch nur recht schleppend voran, was sich aber trotzdem lohnt.
Fazit: Wer also Lust auf eine Reise in das kalte Russland in der Nachkriegszeit hat und dabei einen spannenden sowie sehr komplexen Plot verfolgen möchte, sollte sich mit diesem Thriller vertraut machen. Da es der Anfang einer neuen Reihe ist, freue ich mich schon auf den zweiten Band.
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4/5
26.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Einige werden sich vielleicht...
Einige werden sich vielleicht noch an den Roman "Gorki-Park" erinnern, beim Lesen musste ich daran denken -oder auch an "Kind 44". Also wer mal gerne einen Thriller der etwas anderen Art lesen möchte, mit einem anderen Setting als die USA oder England- nehmt das hier, großartig!
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3/5
03.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine düstere, brutale Geschichte...
Eine düstere, brutale Geschichte über die Schrecken des stalinistischen Terrors, die diesem großen Thema leider in keiner Weise gerecht wird. Auch der Bezug zu den großen russischen Komponisten bleibt blass. Spannend zu lesen ist der Krimi jedoch durchaus.
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