Produktbild: Die Flüchtigen

Die Flüchtigen

10

38,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.10.2021

Herausgeber

Milena Adam

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

838

Maße (L/B/H)

21,8/14,8/5,6 cm

Gewicht

1080 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Les Furtifs

Übersetzt von

Milena Adam

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-0039-6

Beschreibung

Rezension

»[Alain Damasios] voluminöser Roman lotet auf beeindruckende Weise jene aufständischen Möglichkeitsräume aus, die schon das [...] Manifest 'Der kommende Aufstand' als Thesen so publikumswirksam unter die Menschen brachte.« - Florian Schmid, Der Freitag Florian Schmid der Freitag 20211202

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.10.2021

Herausgeber

Milena Adam

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

838

Maße (L/B/H)

21,8/14,8/5,6 cm

Gewicht

1080 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Les Furtifs

Übersetzt von

Milena Adam

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-0039-6

Herstelleradresse

Matthes & Seitz Verlag
Großbeerenstraße 57A
10965 Berlin
DE

Email: info@matthes-seitz-berlin.de

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  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    04.01.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schwindelerregendes Feuerwerk der Ideen

    Damasio hat ein unglaublich vielseitiges, von Ideen nur so berstendes, monumentales Werk verfasst, das mich immer wieder aufs neue überrascht, über weite Passagen angestrengt, dann wieder tief in seinen Bann gezogen, mich emotional berührt und mich nachhaltig beschäftigt hat. Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft (2040). Zahlreiche Städte wurden von Konzernen gekauft, Überwachung und Konsum bestimmen das Leben der Menschen in Orange. Die Stadt ist in unterschiedliche Tarifbereiche unterteilt - nur wer über die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten verfügt, hat Zugang zu bestimmten Straßen, Verkehrsmitteln und Plätzen. Eines Tages verschwindet die kleine Tishka spurlos aus ihrem Kinderzimmer, zugleich tauchen seltsame Zeichen auf der Wand des Zimmers auf. Zwei Jahre später haben sich die Eltern Sahar und Lorca aufgrund ihrer unterschiedlichen Art mit Schmerz und Trauer umzugehen, auseinandergelebt. Sahar hat die Hoffnung, ihre Tochter zu finden längst aufgegeben, während Lorca besessen von der Idee ist, Tishka könnte zu einer Flüchtigen geworden sein. Bei einer kleinen militärischen Spezialeinheit lässt er sich zum Flüchtigen-Jäger ausbilden und erhofft sich dadurch einen Zugang zu diesen kaum greifbaren Wesen. Damasio nähert sich auf unterschiedliche Weise dem Phänomen der Flüchtigen, die sich der unmittelbaren Beobachtung stets entziehen, sehr wohl aber präsent und mit anderen Sinnen erfahrbar sind. Welchen Vorteil hat Flüchtigkeit in einem Überwachungsstaat? Was bedeutet Leben und Lebendigkeit? Klang, aber auch Haptik erweisen sich als wichtige Zugänge, Flüchtige zu begreifen. Einige Abschnitte lesen sich wie wissenschaftliche Abhandlungen, andere lassen uns eintauchen in die Welt der Philosophie, der Mythologie und der Legenden. Actiongeladene Szenen wechseln sich mit informativen Abrissen über die historische Entwicklung, bildlichen, manchmal skurrilen Alltagsszenen, populistischer Medienberichterstattung und Passagen voll leiser Poesie ab. Stück für Stück lässt Damasio eine dystopische Welt entstehen, die erschreckend, aber gar nicht so weit von unserer Gesellschaft entfernt erscheint. Neben der Suche nach Tishka rücken auch die vielfältigen Widerstandsgruppen und damit gesellschaftskritische Themen, Umgang mit Geflüchteten, Xenophobie, Konsumwahn, Gentrifizierung, Medienkritik, Klimawandel und Naturschutz immer wieder in den Fokus. Das Buch besticht durch seinen Ideenreichtum, seine ungewöhnliche Geschichte und eine Vielfalt der Perspektiven, durch die mehr als eine Deutung möglich ist. Die zahlreichen klugen Wortneuschöpfungen haben mich begeistert; sie eröffnen beim Lesen neue Sichtweisen. Alle Hauptprotagonist:innen haben eine individuelle Ausdrucksform, eine besondere Tonalität, die zeigt, wie versiert Damasio und auch die Übersetzerin mit Sprache umgehen können. Auch die Flüchtigen hinterlassen im Schriftbild und im Text ihre Spuren; sie schleichen sich als Punkte, Bögen, Sonderzeichen ins Schriftbild, fallen durch Wortverdrehungen auf. Die Fülle und Komplexität dieses Romans, die sich nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Form und im Stil zeigen, macht dieses mehr als 800 Seiten dicke Buch zu einer anspruchsvollen, äußerst fordernden, teilweise sehr anstrengenden Lektüre, die konzentriertes Lesen erfordert. „Die Flüchtigen“ ist kein Buch für zwischendurch, aber ein Werk, das nachhallt und mich in seiner Kreativität, Neuartigkeit und Vielfalt begeistert hat.

  • Sue

    aus Uelzen

    4/5

    23.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wirklich außergewöhnliches Buch!

    "Ich glaube an das Zuhören. Daran, sich der Welt zu öffnen. Denn sobald man zuhört, teilt man etwas mit demjenigen, der es geäußert hat, der sich zu erkennen gibt." Mit "Die Flüchtigen" von Alain Damasio hielt ich ein Buch in den Händen, das ich so vorher noch nie gelesen habe. Es ist ein Buch über das Kämpfen. Das Kämpfen darum, niemals etwas aufzugeben, das uns wichtig ist: Liebe, Freiheit, Selbstbestimmung! (Übersetzt aus dem Französischen von Milena Adam) Die Geschichte spielt 2041 in der französischen Stadt Orange, in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Südosten von Frankreich. Sahar und Lorca Varèse finden eines Morgens das Bettchen ihrer kleinen Tochter Tishka leer vor. Doch wie kann in einer Welt, in der die absolute Überwachung herrscht, jemand einfach ungesehen und unbemerkt verschwinden? Lorca vermutet Tishka bei den Flüchtigen. Wesen, die unerkannt in den toten Winkeln unserer Wahrnehmung leben. Und ohne es zu ahnen treten Lorca und Sahar eine Lawine los, die unaufhaltbar über sie hinwegrollt... "Er sieht mich durchdringend an, mit seiner mondstillen Art und seinen blaugrünen Augen, die eine tägliche Huldigung der Klugheit sind." Damasio hat hier wirklich etwas Großes, vor allem aber sehr Interessantes geschaffen. Das Buch lässt sich für mich nicht klar in eine Kategorie einordnen: Es ist nicht wirklich dystopisch, jedoch zukunftsorientiert und vor allem gesellschaftskritisch. Wie schon erwähnt, spielt die ganze Story im Jahr 2041. Die Welt befindet sich in einem stark vom Lobbyismus geprägtem Kapitalismus. Die Städte und Gebäude gehören einzelnen Firmen und sind zudem in verschiedene Zonen eingeteilt, je nach Zone dürfen diese nur von bestimmten Bürgern betreten werden. Es will ja niemand, dass sich ein Platinbürger mit dem Pöbel der Ringlosen abgeben muss bzw. dieser ihm über den Weg laufen könnte. Außerdem wird in dieser hoch technisierten Welt alles überwacht, was selbstverständlich wiederum den Firmen dient, die den Menschen jedweden Blödsinn verkaufen wollen, um sie noch mehr unter Kontrolle zu haben und noch mehr auszuspionieren. Die sogenannten Flüchtigen haben einen Weg aus dieser Konsumgesellschaft gefunden. Und dann gibt es natürlich auch noch die Ringlosen, die die Firmen piesacken wo es nur geht und ihre Städte zurückerobern wollen. Mir hat das Buch wirklich sehr gefallen. Sowohl sprachlich, als auch inhaltlich. Die Besonderheit im Buch entwickelt sich nach und nach, denn im Laufe der Geschichte passiert etwas mit den Buchstaben. Sie bekommen Sonderzeichen, es fehlen Striche, plötzlich gibt es Schnörkel oder Punkte ... Hiermit tauchen wir in die Welt der Fluchse, wie die Flüchtigen auch genannt werden, ein und kommen mit ihnen nach und nach in Berührung. Den Lesefluss hat das für mich absolut nicht gestört, jedoch nehme ich durchaus an, dass es den ein oder anderen stören kann. Auch so kann ich mir vorstellen, dass dieses Buch sicher nicht für jeden etwas ist. Es erfordert schon sehr viel Aufmerksamkeit und auch die Lust sich mit sprach- und musikwissenschaftlichen Thesen auseinanderzusetzen. Hier und da braucht das Buch auch einfach seine Zeit, um sich zu entwickeln, was natürlich vom Leser auch etwas Geduld erfordert.

  • ElliP

    aus Hessen

    4/5

    04.01.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Koloss von einem Roman,…

    Ein Koloss von einem Roman, ein richtiges Schwergewicht von über 800 Seiten, das vielseitig und vielschichtig eine Unmenge an Themen vereint - Dystopie, Liebe, Abenteuer, Krimi, Gesellschaftsroman und -kritik. Als Leser wird man gefordert und belohnt, lässt man sich denn mit Zeit und Aufmerksamkeit auf diesen Akt des Lesens ein, ungewöhnlich, teilweise grotesk und brutal, aber auch poetisch und zart, originell und ungewöhnlich, immer wieder mit neuen Herausforderungen, Wortschöpfungen, Wortspielen, Einführung neuer Akzente und Satzzeichen. Frankreich 2040: Eine Welt der Überwachung, der Kontrolle und Digitalisierung, die an die Matrix-Verfilmungen oder Orwells 1984 erinnert. Der Mensch ist nicht frei, sondern wird vom Staat und dem Großunternehmen ORANGE kontrolliert. Im Mittelpunkt steht eine zerstörte Familie, ein Ehepaar, dessen vierjährige Tochter vor einiger Zeit auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Dieses Verschwinden wird zum Politikum, als es mit der Existenz von einer neuen Spezies, den Flüchtigen, in Zusammenhang gebracht wird. Und jetzt beginnt das Abenteuer - lebt Tishka noch? Glauben die Eltern an ihr Überleben? Wer oder was sind die Flüchtigen? Eine Task-Force versucht mit aller Macht mehr über die Flüchtigen herauszufinden, das Geheimnis zu lösen und das Mädchen zu finden. Von einer eher privaten Angelegenheit aus entsteht eine ganze Welle, die die Politiker und das bestehende System in Frage stellt und Kampf und Revolution nach sich zieht. Die Welt und herrschende Ordnung sind in Gefahr - können die Rebellen sich retten und ihre Ideale von Freiheit, Selbstbestimmtheit und einer neu definierten Menschlichkeit umsetzen? Die Leseempfehlung ist für Leser, die sich gerne herausfordern und einlassen auf das Abenteuer des Lesens, denn hier verlangt der Akt des Lesens größte Aufmerksamkeit und Konzentration und eine Vorliebe für Gedankenexperimente und Sprachspiele sind hilfreich. Noam Chomsky und John Searle hätten vermutlich ihre wahre Freude daran!

  • Bewertung

    4/5

    04.01.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Kunst der Metamorphose

    Ein Koloss von einem Roman, ein richtiges Schwergewicht von über 800 Seiten, das vielseitig und vielschichtig eine Unmenge an Themen vereint - Dystopie, Liebe, Abenteuer, Krimi, Gesellschaftsroman und -kritik. Als Leser wird man gefordert und belohnt, lässt man sich denn mit Zeit und Aufmerksamkeit auf diesen Akt des Lesens ein, ungewöhnlich, teilweise grotesk und brutal, aber auch poetisch und zart, originell und ungewöhnlich, immer wieder mit neuen Herausforderungen, Wortschöpfungen, Wortspielen, Einführung neuer Akzente und Satzzeichen. Frankreich 2040: Eine Welt der Überwachung, der Kontrolle und Digitalisierung, die an die Matrix-Verfilmungen oder Orwells 1984 erinnert. Der Mensch ist nicht frei, sondern wird vom Staat und dem Großunternehmen ORANGE kontrolliert. Im Mittelpunkt steht eine zerstörte Familie, ein Ehepaar, dessen vierjährige Tochter vor einiger Zeit auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Dieses Verschwinden wird zum Politikum, als es mit der Existenz von einer neuen Spezies, den Flüchtigen, in Zusammenhang gebracht wird. Und jetzt beginnt das Abenteuer - lebt Tishka noch? Glauben die Eltern an ihr Überleben? Wer oder was sind die Flüchtigen? Eine Task-Force versucht mit aller Macht mehr über die Flüchtigen herauszufinden, das Geheimnis zu lösen und das Mädchen zu finden. Von einer eher privaten Angelegenheit aus entsteht eine ganze Welle, die die Politiker und das bestehende System in Frage stellt und Kampf und Revolution nach sich zieht. Die Welt und herrschende Ordnung sind in Gefahr - können die Rebellen sich retten und ihre Ideale von Freiheit, Selbstbestimmtheit und einer neu definierten Menschlichkeit umsetzen? Die Leseempfehlung ist für Leser, die sich gerne herausfordern und einlassen auf das Abenteuer des Lesens, denn hier verlangt der Akt des Lesens größte Aufmerksamkeit und Konzentration und eine Vorliebe für Gedankenexperimente und Sprachspiele sind hilfreich. Noam Chomsky und John Searle hätten vermutlich ihre wahre Freude daran!

  • Kiki2705

    aus Leipzig

    4/5

    14.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein ungewöhnlicher Roman

    „Die Flüchtigen“ ist ein außergewöhnlicher Roman vom französischen Autor Alain Damasio, ins Deutsche übersetzt von Milena Adam. Die Geschichte handelt von einer außergewöhnlichen Spezies – den Flüchtigen und den Umgang mit diesen. Eines Morgens ist die Tochter von Lorca und Sahar Varése spurlos aus ihrem Kinderzimmer verschwunden, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Eltern vermuten, dass Tishka von den unbekannten Wesen mitgenommen wurde. Lorca begibt sich auf die Suche und versucht auch seine Frau dazu zu bringen, die Hoffnung nicht aufzugeben. Die Schreibweise von Damasio ist teilweise schwierig. Sehr spannende als auch hochemotionale Passagen wechseln sich mit eher technischen langatmigen Passagen ab. Leider lassen die zu lang geratenen Ausführungen auch leicht die Leselust dahinschwinden. Hier hätte Damasio sich durchaus kürzer fassen können. Sehr interessant ist durch das gesamte Buch hinweg die Wahl der Schrift – diese ist durchsetzt mit Sonderzeichen, mal ein Punkt zu viel, mal einer zu wenig, Ecken, Backslashs usw. Schnell wird einem klar, dass die Wahl von Sonderzeichen immer auch einem bestimmten Protagonisten zuzuordnen ist, was mir besonders dabei geholfen hat, die jeweiligen Sichtweisen zuzuordnen. Sehr gut gelungen sind die unterschiedlichsten Charaktere und die dazu passende Sprache. Man kann sich in diese Protagonisten sehr gut hineinversetzen. So weiß man sofort, dass Nér ein eher abgeklärter technisch versierter Militär ist und Sahar eher ein Gefühlsmensch, um zwei der Personen nur beispielhaft zu nennen. Die Flüchtigen und ihre damit verbundenen Eigenschaften kommen teilweise durch verdrehte Buchstaben und Wörter zum Vorschein. Dies fällt beim Lesen teilweise doch eher schwer. Damasio zeichnet eine Welt im Jahre 2040, in der die Städte privatisiert sind und man in verschiedenste Klassen eingestuft wird – von Standard bis Platin. Demzufolge kann man auch verschiedene Bereiche der Stadt nutzen oder auch nicht. Nahezu alles ist digitalisiert und der Mensch im Kompletten wird überwacht. Das erschreckende an der dargestellten Welt ist, dass diese gar nicht so abwegig ist – befinden wir uns doch heute schon in einer zunehmenden Digitalisierung und damit verbundenen Bequemlichkeit. Daten werden erfasst und für passende Werbezwecke verwendet. Für mich war dieses Buch somit nicht nur eine nette Geschichte über eine fremde Spezies, sondern auch eine Anregung zum Nachdenken über den heutigen Umgang mit der Digitalisierung. Der Roman beinhaltet dabei nicht nur eine Familiengeschichte, sondern er vermittelt auch Gesellschaftskritik. Alles in allem war „Die Flüchtigen“ für mich eine große Leseherausforderung. Es ist nicht nur ein wirklicher Wälzer mit seinen 838 Seiten, sondern es ist auch ein Buch, was man nicht einfach so nebenbei lesen kann. Es fordert höchste Konzentration. Stück für Stück werden einzelne Puzzleteile zusammengesetzt und Geheimnisse gelüftet. Auch überraschende Wendungen sind durchaus enthalten. Aufgrund der zwischendurch aufkommenden Längen und schwierigen Sprache bekommt es von mir einen Punkt Abzug! Jedoch muss ich sagen, dass es für mich eine Leseerfahrung war, die auf jeden Fall noch eine Weile nachklingen wird.

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