Produktbild: Vater und ich

Vater und ich Roman

8

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.07.2021

Verlag

Verbrecher

Seitenzahl

112

Maße (L/B/H)

20/13,8/1,5 cm

Gewicht

226 g

Farbe

Bordeaux

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95732-492-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.07.2021

Verlag

Verbrecher

Seitenzahl

112

Maße (L/B/H)

20/13,8/1,5 cm

Gewicht

226 g

Farbe

Bordeaux

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95732-492-4

Herstelleradresse

Verbrecher Verlag
Gneisenaustraße 2a
10961 Berlin
DE

Email: verbrecher.buha@kolibri360.de

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  • Bewertung

    aus Karlsruhe

    5/5

    08.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein tolles Buch

    Ich bin bei Thalia durch Zufall auf das Buch gestoßen und habe es mir aus Interesse gekauft. Es liest sich toll und man erlebt als Leser das Schweigen vom Vater und seiner Tochter hautnah. Dilek Güngör lässt den Lesenden alles mitfühlen/erleben. Selten hat ein Buch mich so sehr gefesselt und beeindruckt....

  • Bewertung

    aus Ditzingen

    5/5

    05.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    zwei kulturen

    Ich könnte diese Tochter sein, ich habe mich in diesem Buch auf vielen Seiten wieder gefunden, denn ich erlebe das gleiche mit meinem Vater. Mein Vater ist 1964 nach Deutschland gekommen, und die deutsche Sprache ist ihm fremd, und auch er lebt nicht in dieser Sprache. Und so wie Dilek sich im türkischen fremd ist, so geht es mir. Es hat nicht nur mit dem Deutsch denken oder leben zu tun. Als Kind ist es einfacher auch für die Protagonistin, denn da kommt dieser Kulturunterschied auch nicht., Und auch die Mutter ist das quasi Bindeglied. Und auch bei mir ist es die Mutter. Mich hat das Buch so sehr an meine eigene Geschichte erinnert. Und ich habe mir gedacht, also geht es nicht nur mir so. Hier hat jemand genau das beschrieben, was ich auch schon erlebt habe. Der Vater und die Tochter drei Tage zusammen, und sie sprechen kaum miteinander, aber es ist soviel da, Soviel Gefühl, einfach zwischen den Zeilen...

  • sleepwalker

    5/5

    06.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erwachsenwerden ist, wenn die…

    Erwachsenwerden ist, wenn die Eltern beginnen, einem peinlich zu werden. Aber Ipek, der Hauptfigur in Dilek Güngörs Roman „Vater und ich“ waren ihre Eltern und ihre Herkunft schon viel früher unangenehm. Sie wuchs in den 1970er-Jahren als Kind einer Gastarbeiterfamilie in Schwaben auf. Inzwischen ist sie erwachsen, lebt als Radiojournalistin in Berlin und verbringt drei Tage mit ihrem Vater im elterlichen Haus, da ihre Mutter Wellness-Urlaub macht. So weit, so gut. Aber Vater und Tochter, die sich früher so nahegestanden hatten, haben sich seit Jahren nichts zu sagen. Das Schweigen heißt aber nicht, dass es zwischen ihnen still ist. Manchmal wird geredet, aber nichts gesagt. Und doch viel ausgedrückt. In Rückblenden erinnert sich Ipek an ihre Kindheit und Jugend, ihre Schulzeit und an die Zeit, in der zwischen ihr und dem Vater alles anders wurde. Wurde vorher miteinander gebalgt und gekuschelt, wurde später nur noch die Hand geschüttelt und Luftküsse gegeben. Weil sie heranwuchs, eine Frau wurde und ihr Vater nicht die Liebe und Zuneigung zu ihr verlor, sondern seine Unbefangenheit. Er liebt seine Tochter, das kann man zwischen den Zeilen herauslesen. Aber er kann es ihr aus einer gewissen väterlichen Unbeholfenheit heraus nicht sagen, nur zeigen. Kleine Gesten statt großer Worte. „Ein einziges Mal habe ich gesagt, wie sehr ich die Brezeln vom Bäcker Weidemann vermisse. Seither gibt es, wenn ich bei euch bin, Frühstücksbrezeln.“ Als er auf dem Gartenstuhl einschläft, bringt sie ihm ein Kissen, um es ihm zwischen Kopf und Schulter zu schieben („Du sollst nicht ohne Kissen schlafen“). Und wäre er vor dem Fernseher eingenickt, hätte sie ihm eine Decke gebracht. Aber sie schreibt auch über Reibereien, Streit in der Familie übers Ausgehen und Wegbleiben. Über Rassismus, Unsicherheit, Unsichtbarkeit und Anpassung. Ipeks Eltern waren nach Deutschland gekommen, um zu bleiben. Über die Gründe weiß sie selbst wenig, das meiste musste sie sich zusammenreimen. Sie weiß von Armut, Pistazienanbau und Prügel, die ihr Vater als Kind bezogen hat. Und dass er lieber weiter zur Schule gegangen wäre, als Pistazienbauer zu werden. Im Endeffekt arbeitete er in Deutschland 20 Jahre bei derselben Firma als Polsterer. Als Kind hatte Ipek versucht, ihre Eltern zur Anpassung zu zwingen. Sich eine andere Unterschrift anzugewöhnen, zum Beispiel. Und sie selbst verleugnete zum Teil ihre Herkunft („Und in der Schule behauptete ich, ich verstünde überhaupt kein Türkisch, das machte sich besser.“) Mit ihrem Heranwachsen wuchs auch eine Kluft zwischen ihr und dem Vater. Ein Generationenkonflikt, aber auch der Konflikt Mann/Frau, Vater/Tochter und zwischen seinem von Armut und Arbeit geprägten Leben und ihrem sorgenfreien. „Und weißt es nicht einmal, weißt es nicht zu schätzen. Das sagte er nicht, ich verstand auch so. Wie es dir als Kind im Dorf ergangen war, erzähltest du nie, aber anscheinend lebte ich im Vergleich dazu das Leben jener Prinzessin, deren Hochzeit wir uns im Fernsehen angesehen hatten.“ Und ihr Vater findet, ihr fehle die Demut. Sie sind sich fremd und fern und doch tief im Inneren nah. Eine Beziehung mit Konfliktpotential, vor allem aber mit Potential. Wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Das Buch endet nach drei Tagen und knapp 100 Seiten für mich viel zu früh mit Ipeks Heimreise nach Berlin. Sie sind sich näher gekommen, aber nicht nahe. „Wir sagen nicht du, nicht Papa, nicht Vater, nicht Baba und du nicht Ipek. Wir sprechen miteinander ohne Ansprache“ – denkt Ipek am Anfang. Gegen Ende nennt er sie „kızım“- Tochter und sie ihn baba. Sprachlich ist das Buch unfassbar intensiv und gut geschrieben. Ich konnte mich hervorragend einfühlen, die Hauptfigur und mich verbindet offensichtlich sehr vieles, nicht nur die schwäbische Herkunft. Wie viel von der Autorin in ihrer Protagonistin steckt, vermag ich nicht zu sagen, ich kannte sie vorher nicht. Es ist ein kleines Büchlein, aber für mich ein ganz großes Buch. Daher von mir fünf St

  • Kaffeeelse

    4/5

    11.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Familienbande

    Dilek Güngör blickt hier auf eine Vater-Tochter-Beziehung, in der eine Entfremdung Einzug gehalten hat. Eine Entfremdung durch eine Veränderung der Tochter, eine Entfremdung durch ein entfernteres Leben, eine Entfremdung durch die unterschiedlichen Geschlechter, eine Entfremdung durch unterschiedliche Kulturen. Man kann hier wirklich viel hinein interpretieren. Es kann allerdings auch nur eine Entfremdung durch eine Veränderung sein, die Veränderung des Erwachsenwerdens der Tochter, also auch ein gewisser Verlust des Vaters. Und ein Blick auf das Älterwerden des Vaters. Interessant. Ipek nutzt eine Reise/eine Abwesenheit der Mutter zum Besuch des Vaters, möchte wieder eine Verbindung zum Vater herstellen, in einer Zweisamkeit herausfinden, wo sie und ihr Vater stehen. Ein berührendes Buch. Aber die Nominierung des Buches für die Longlist des Deutschen Buchpreises verstehe ich hier leider nicht. Dieses Buch ist gut, ja, interessant geschrieben, ja, aber es ist leider nicht außergewöhnlich gut in meinen Augen. Und etwas mehr Herausstechen aus der Masse wünsche ich mir bei den Nominierten des Deutschen Buchpreises schon. Auch hätte eine Erweiterung des Erzählten, eine ausführlichere Geschichte von Ipek und ihrem Leben in der Familie dem Buch wahrscheinlich geholfen. Denn erzählen kann die Autorin. Das merkt man den wenigen Seiten durchaus an. Dennoch ist "Vater und ich" für mich das bisher schwächste Buch der von mir bisher gelesenen Nominierten des Deutschen Buchpreises. Schade!

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    02.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen den Kulturen...

    Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig. Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Sie erzählt von dem Versuch, die Sprachlosigkeit mit Gesten und Handgriffen in der Küche, mit stummem Beieinandersitzen zu überwinden. Ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.  (Klappentext)   Erster Satz: “Wann haben wir aufgehört, miteinander zu sprechen?”   Gerade einmal 112 Seiten umfasst diese leise Erzählung aus dem Verbrecher-Verlag, die es jetzt auf die diesjährige Longlist des Deutschen Buchpreises katapultiert hat. Der innere Monolog der Ich-Erzählerin Ipek oder auch deren meist sprachloser Dialog mit dem Vater dominieren das ansonsten unaufgeregte Geschehen. Doch innerlich beben Welten. Ipek versucht dem beiderseitigen Unvermögen auf die Spur zu kommen, miteinander zu sprechen. Das war nicht immer so. Es gab eine Zeit, da waren Ipek und ihr Vater sich nahe, damals, als sie noch ein Kind war. Quatsch machen und kuscheln, miteinander lachen und toben, Gesten stillschweigenden Einverständnisses. Doch mit dem Heranwachsen Ipeks veränderte sich das Miteinander. Es gab keinen unbefangenen Umgang mehr, beide zogen sich mehr und mehr zurück, hatten sich abseits vom Alltagsgeschehen nichts mehr zu sagen. Den Kurzurlaub der Mutter sieht Ipek nun als Gelegenheit, sich dem Vater womöglich wieder anzunähern. Doch ist das schwieriger als gedacht, denn keiner der beiden vermag wirklich über seinen Schatten zu springen, der eigenen Sprachlosigkeit zu entkommen. Alltagsroutinen sorgen für Begegnungen und ein geregeltes Miteinander, die Sprache jedoch beschränkt sich meist auf das Notwendigste. Kleine Ausreißer wie Insider-Witze oder auch kleine Gesten der Aufmerksamkeit zeigen allerdings, dass sich Vater und Tochter nicht gleichgültig sind…   “Manchmal stelle ich mir vor, du wärst nicht mein Vater. Schon der, der du bist, aber eben nicht mein Vater, ein Fremder. Mit Fremden zu sprechen, fällt mir nicht ganz so schwer, ständig spreche ich mit Menschen, die ich zum ersten Mal treffe, frage sie Dinge, die ich dich nie zu fragen wagte.”   In dem Versuch, die Sprachlosigkeit zwischen sich und dem Vater zu ergründen, lässt Ipek ihre Gedanken frei fließen. So springt sie immer wieder aus der Gegenwart in die Vergangenheit: in ihre eigene als Kind und als Heranwachsende, aber auch in die ihrer Eltern, die es in den 1970er Jahren aus der Türkei nach Deutschland gezogen hat. Dabei kennt sie die Geschichte ihres Vaters nur bruchstückhaft, meist erzählt von ihrer Mutter oder von anderen Angehörigen.  Deutlich wird, dass sowohl ihre Eltern als auch sie selbst als türkischstämmige Deutsche zwischen den Kulturen stehen und wie schwierig es ist, dabei zu einer eigenen Identität zu finden. Ipek hat sich als Heranwachsende nicht nur wie jede:r andere Pubertierende von den Eltern distanziert, sondern zusätzlich noch von ihrer Herkunft, weil sie in der Schule dazugehören wollte. Diese kulturellen Differenzen haben die Sprachlosigkeit zwischen ihr und dem Vater sicher weiter verschärft…   “Viel später erst, an der Uni, lernte ich (…) ein tadellos gesprochenes Türkisch. (…) Zuhause, mit dir, sprach ich mein neues Türkisch nicht, es war mir peinlich, dir in deiner eigenen Sprache fremd zu sein. Wir sprechen Dialekt, der immer dann besonders lebendig wird, wenn du mit Verwandten aus dem Dorf am Telefon bist. Ich verstehe ihn, spreche den Dialekt aber nicht so wie du. Überall fehlen mir die Worte, in deiner Sprache, in meiner Sprache und mit dir sowieso.”   Wie zu erwarten, erweist sich das Unvermögen miteinander zu sprechen als ein Produkt vieler Ursachen. Die kulturellen Differenzen, das Rollengefüge (Ipek fühlt sich den Eltern gegenüber immer noch als Kind) und auch die eigene Persönlichkeit (Ipek und ihr Vater scheinen sich durchaus ähnlich zu sein) führen zu einem im Grunde unlösbaren gordischen Knoten. Ipek selbst schwankt in ihren Gedankengängen und den oft eher hilflos anmutenden Versuchen, den Kontakt zum Vater zu intensivieren, zwischen Sehnsucht, Verzweiflung und einem pragmatischen “es ist eben so” hin und her. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem schmalen Büchlein um eine autofiktionale Erzählung handelt. Die Vorstellung, dass der eigene Vater der Autorin diese Zeilen womöglich lesen kann, hat etwas Tröstliches. Es sind in jedem Fall verbindene Worte, die vielleicht nicht die gegenseitige Sprachlosigkeit durchbrechen, wohl aber ein besseres Verstehen bedeuten können. Eine leise-kraftvolle Erzählung, die zum Nachdenken anregt und über das letzte Wort hinaus nachhallt.    © Parden

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