Juni 1917. Lincoln, der mürrische Cowboy, Ex-Sheriff, Ex-Revolutionär und Ex-Schnapsbrenner wurde als Fußsoldat zu den US-Streitkräften eingezogen. In Europa tobt ein verheerender Krieg. Amerika beschließt einzugreifen, und so landet Lincoln in Frankreich im Schützengraben mitten in dem ganzen Irrsinn...
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Lange war ich der Meinung, dass Comic nicht das richtige Medium sei, eine Handlung umzusetzen in welcher ausschließlich die Komik als tragendes Element fungiert. Bei Lincoln jedoch, handelt es sich um eine frankobebelgische Western-Komödie, die mir im Auftakt „Auf Teufel Komm raus“ das genaue Gegenteil vor Augen geführt hat und mit welchem das Kreativ-Triumvirat aus Olivier Jouvray, Ehefrau Anne-Claire und Bruder Jerome überaus überzeugende, originelle Arbeit ablieferte. Demnach lässt sich die Frage aufwerfen, ob sich Album zwei ebenfalls so schlagend ließt oder schwächelt. Bei diesem vorliegenden Hardcover Band vom Schreiber und Leser Verlag handelt es sich um den zweiten von insgesamt neun Teilen.
Worum geht's ?
Das erste Aufeinandertreffen zwischen Stinkstiefel Lincoln und dem Allmächtigen verlief eher holprig statt glatt. Doch mit einer Menge Überzeugungsarbeit vermochte Gott den Widerling vom krummen Pfad der Unaufrichtigkeit zu stoßen, welchen er seither ohne jedwede Art von Reue beschritt. Im Zuge der letzten Begebenheiten ließ sich Lincoln sogar eine Ausbildung zum Helden vom Herrn persönlich angedeihen, welche nun erste Früchte zu tragen scheint, als sich um ihn drei Jünglinge gescharrt hatten, die ihn wegen seiner heldenhaften Taten aufschauend bewundern.
Schließlich hatscht die kleine Bande unbehindert in die nächstgelegene Stadt, wo auch schon das nächste wilde Hin und Her auf sie wartet,
doch anders als zuvor hat nun ein bestimmter Jemand seine teuflischen Finger im Spiel.
Bewertung:
Das Geschehen um die miesepeterige Hauptfigur Lincoln schreitet im zweiten Kapitel "Der in den Wind Spricht" genauso unterhaltsam voran wie im ersten, lässt uns Leser aber weitestgehend noch im Ungewissen hinsichtlich der Frage inwiefern sich das urkomische Western-Adventure-Comic storytechnisch entwickeln wird.
Mit einem hohen Erzähltempo wird der Leser in die Handlung des fortsetzenden Album gesogen, die im vergleich zum Auftakt dramatischere, sowie emotionalere Züge annimmt, da uns nun erstmalig der Höllenfürst in voller Gänze präsentiert wird und Einfluss auf die Ereignisse, wie auch auf den mit seiner Rolle als Held kokettierenden Protagonisten nimmt.
Dabei hält die Jouvray Family nach wie vor die im ersten Band festgelegte Kernessenz aus schwarzen Humor und philosophischer Tiefe fest im Blick, wodurch sich sagen lässt, dass sich die Leser auch mit diesem Band weiterhin an einem künstlerisch stimmigen Fabrikat begnügen können, welches goldige Schreibe mit guter Gestaltung verschmelzen lässt.
Demnach gilt zu hoffen, dass die Macher ihre Reihe auch mit den folgenden Teilen überzeugend und anhaltend spannend fortsetzen, sowie ihrer einmaligen kreativen Note nicht untreu werden. Für mich ein Geheimtipp, dem mehr Beachtung gebührt!
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