Nach dem Tod seiner Freundin hat Vierziger seinen Dienst quittiert und genießt sein Pensionistendasein. Damit ist es aber vorbei, als sich ein schwer verletzter Afrikaner bis zu seinem Haus in der Nähe von Bari schleppt. Vierziger gerät in die Machenschaften der apulischen Mafia. Ein Kindermörder, der selbst noch ein Kind ist, ein Vierzehnjähriger am Beginn seiner Karriere als Mafiakiller, der Vizebürgermeister der nahen Kleinstadt und seine Freundin, der alte Anwalt und die geheimnisvolle junge Witwe aus seiner Nachbarschaft, der Arzt eines kirchlichen Altenheimes verschleiern zuerst das Bild, bis sich am Ende eins zum anderen fügt. Der Roman wirft ein grelles Schlaglicht auf die Schattenseiten des sonnigen Südens.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
aus Igensdorf
5/5
27.05.2021
eBook (ePUB)
Vierziger im (Un)-Ruhestand
Eines vorweg: "Kollateralschaden" war sehr gut - aber dieser Krimi - ... hier übertrifft sich Joseph Lemark selbst.
Dieser flüssige und pfiffige Schreibstil. Einfach klasse - einfach perfekt.
Zum Inhalt: Obwohl es Vierziger in seiner neu erwählten Heimat ruhig angehen will kommt er, wie schon zu erwarten, an Widrigkeiten nicht vorbei. Und die haben es in sich. Gut gewählte Charaktere sind ins Geschehen mit eingebunden. Auch er kommt nicht ganz ungeschoren davon. Aber all das sollte man selbst lesen.
Eingebettet in eine schöne Landschaft mit kleinen Dörfern, Wochenmärkten, Cafes, dem Meer und Vierzigers Haus mit Grundstück (fast schon zur Selbstversorgung) spielt dieser gelungene Krimi.
Es ist ein Krimi, der während des Lesens unglaublich Spass macht, Hunger und Appetit verursacht und jede Menge italienisch in die Gehirnwindungen pflanzt.
Mir gefällt, wie Vierziger seiner verstorbenen Freundin seinen Tagesablauf erzählt und wie er sich mit seinem Hund versteht. Bei seinen Kochkünsten und den Ergebnissen wünsche ich mir mit am Tisch zu sitzen, ein Glas Wein mitzutrinken und alles zu kosen. Dieser Krimi macht richtig Appetit. Gut, dass wieder im Anhang ein paar Rezepte mitgeliefet werden.
Vierziger und Joseph Lemark verstehen "ihr Handwerk".
Von mir eine unbedingte Leseempfehlung und volle 5 Sterne.
Bewertung
5/5
26.05.2021
eBook (ePUB)
authentisch italienisch
Ex-Polizist Vierziger verlebt seine Pensionsjahre einsam in Norditalien, bis er einen angeschossenen Flüchtling findet. Dieser überlebt schwer verletzt, anders als seine Frau. Sie sind bei ihrer Flucht in einer Fabrik gelandet, die die Flüchtlinge zu Menschenhandel und Diebstählen zwingt. Die Einheimischen reagieren sehr gespalten. Vierziger versucht, die Strippenzieher ausfindig zu machen, was sehr gefährlich ist.
Zudem verschwinden immer wieder Kinder und Frauen. Ist es Leonardo, der gewalttätige Säufer?
Meiner Meinung nach hat Herr Lemark einen tollen Schreibstil und gibt sich seinen Büchern vollends hin. So habe ich neben einer lieben Widmung hinten auch ein Glossar mit italienischen Übersetzungen, sowie den Rezepten des Commissarios. Allerdings hätte ich mir besonders am Ende gewünscht, wenn den Kriminalfällen mehr Beachtung geschenkt worden wäre. Das wurde nur oberflächlich erklärt und sich dann wieder dem Essen gewidmet.
Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf mehr..
Helgas Bücherparadies
4/5
12.10.2021
eBook (ePUB)
Ein neuer Fall für Vierziger
Ein schweres Ereignis hat Josef Vierziger veranlasst, sich in Apulien niederzulassen. Er liebt die Abgeschiedenheit seines Hauses. Eines Tages taucht ein schwer verletzter Afrikaner bei ihm auf und er pflegt ihn. Bei seinen Nachforschungen, was mit Jacobo passiert ist, kommt er einem Geheimnis auf die Spur. Ist der ehemalige Kommissar jetzt in Gefahr?
Der Autor Joseph Lemark beleuchtet nicht nur die Sonnenseite Apuliens. Nein, er macht auf die Nöte der Flüchtlinge aufmerksam. Gleichzeitig aber auch die Ängste der Einwohner.
Anfangs gibt es viele Handlungsstränge und man ahnt nicht, was dahintersteckt.
Josef wird gut beschrieben. Er scheut keine Gefahr um hinter das Geheimnis zu kommen. Kochen tut er sehr gerne und liebt sein neues Heim.
Hier geht es um Macht, Gier, Mafia, Drogen und Erpressung und Josef gerät zwischen die Fronten.
Da das Buch in Italien spielt, wurden viele Wortwendungen und Wörter in Italienisch verwendet. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar mit Übersetzungen. Da ich ein wenig die Sprache beherrsche, war es für mich einfach alles zu verstehen. Im anderen Fall wäre es mir zu lästig gewesen, immer die Übersetzung zu suchen. Das hätte meinen Lesefluss beeinträchtigt.
Fazit: Der Krimi besticht durch seine bildliche Sprache. Mir hat ein wenig Spannung gefehlt, er hat mich dennoch gut unterhalten.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
15.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Einmal Polizist, immer Polizist - Vierziger kann's nicht lassen
„In der Fremde“ von Joseph Lemark ist der vierte Band der Kriminalroman-Reihe mit dem ehemaligen Kriminalbeamten Major Josef Vierziger, den es im Ruhestand nach Italien verschlagen hat.
Worum geht es?
Vierziger hat sich in Apulien, in der Nähe von Bari, niedergelassen, in einem kleinen Häuschen, lebt zurückgezogen, genießt das italienische Leben, die kulinarischen Köstlichkeiten des Landes, die Ruhe und Beschaulichkeit. Bis sich eines Tages ein schwer verletzter Afrikaner zu ihm flüchtet. Je mehr sich Vierziger mit dem Flüchtlingslager, aus dem dieser kommt, befasst, desto mehr wird er als Störfaktor seitens der dortigen Mafia empfunden. Und die ist ein gefährlicher und mächtiger Gegner.
Mir war Vierziger schon vertraut - aus Band 3 „Kollateralschaden“, seinem letzten Fall vor seiner Pensionierung. Der Roman ist problemlos ohne Kenntnis der Vorgeschichten verständlich; soweit es erforderlich erscheint, gibt es kurze erklärende Hinweise auf frühere Ereignisse.
Der Schreibstil ist flüssig. Die detaillierten Landschaftsbeschreibungen, Stimmungsbilder sowie das Miterleben von Vierzigers Alltag vermitteln das italienische Ambiente sehr anschaulich, auch das Einstreuen italienischer Wortbrocken trägt hierzu maßgeblich bei. Letzteres schätze ich an und für sich sehr, doch war es mir des Guten fast zu viel. Das häufige Blättern zum Glossar störte meinen Lesefluss schon etwas. Die Kapitel sind angenehm kurz, lediglich durchnummeriert, ohne Orts- oder Zeitangaben. Die Handlung des 2021 erschienen Romans spielt in der Gegenwart, Corona bleibt unerwähnt.
Auf den ersten Blick scheint alles klar umrissen, Vierzigers Alltag ist überschaubar, Routine. Doch je mehr er nachforscht, desto komplexer entpuppt sich die Handlung, offenbart sich das weit gefächerte Spektrum an Kriminalität in Italien, das Netzwerk der Mafia, deren Machenschaften Drogen- und Menschenhandel, Schutzgelderpressung u.v.a.m. umfassen. Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel, Perspektivenwechsel zu den Tätern, zu den brutalen Verbrechen, beleben die Handlung, bieten Stoff zum Miträtseln. Vierziger bewegt sich auf gefährlichem Terrain. Seine Recherchen sind riskant, Zwischenfälle mit drastischen Folgen sind unausweichlich, aber sie führen auch zum Ziel, zur Lösung aller letztlich irgendwie zusammenhängenden Fälle. Mit Überraschungseffekt.
Es ist der Charakter von Josef Vierziger, der für mich diese Reihe so sympathisch macht. Er wirkt so menschlich, geerdet, hilfsbereit und vom Drang, das Böse, wenn schon nicht auszurotten, so wenigstens einzubremsen, beseelt. Ohne Rücksicht auf sich selbst. Einmal Polizist, immer Polizist. Er kann über Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Illegales nicht hinwegsehen, als ging es ihn das nichts an. Er ist kein Superheld, aber ein routinierter Ermittler. Vielleicht ein wenig zu risikobereit, fast leichtsinnig in seinen Aktionen. Er verfügt über eine gewissen Anziehungskraft auf Frauen, ist aber kein Draufgänger, eher ein Romantiker. Noch dazu kann er ausgezeichnet kochen, da würde man gerne mit am Tisch sitzen. Auf jeden Fall macht das Lesen dieses Buches Appetit. Die übrigen Personen sind ebenfalls gut vorstellbar gezeichnet.
Mir hat dieser kriminelle Ausflug ins Bella Italia sehr gut gefallen. Joseph Lemark zeigt Italien von einer Seite, mit der man als bloßer Urlauber nicht konfrontiert wird. Auch wenn die dunkle Seite im Roman vorzuherrschen scheint, spürt man – betrachtet man Land und Leute mit den Augen Josef Vierzigers - die Schönheit Italiens und eine gewisse Leichtigkeit des Seins. Man bekommt Sehnsucht nach Sonne, Sand und Meer. Ich fand das gut ausgewogen. Ich freue mich schon auf Vierzigers nächsten Fall: Band 5 „Vermisst“.
Gertie G.
aus Wien
5/5
11.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Fesselnd bis zur letzten Seite
Josef Vierziger hat nach dem brutalen Tod seiner Freundin Conny den Dienst bei der Wiener Polizei quittiert. Nun versucht er, gemeinsam mit Hund Nero, in Apulien zwischen Trulli und Olivenbäumen sein Leben wieder in Gleichklang zu bringen. Doch das ändert sich schlagartig, als ein durch Schüsse schwer verletzter Afrikaner vor seiner Haustür liegt. Vierziger versorgt ihn, ruft einen Arzt und findet wenig später die verstümmelte Leiche der Frau seines Schützlings am Strand.
Während sich Jacopo, der Afrikaner, langsam erholt, gerät Vierziger in einen Strudel von Ereignissen, in denen ein Flüchtlingslager, ein jugendlicher Kindsmörder sowie eine rechtsgerichtete Partei eine Rolle spielen.
Bald weiß Vierziger nicht mehr, wer Feind oder Freund ist. Obwohl er den Polizeidienst quittiert hat, sind seine Intuition und sein Scharfsinn nicht erloschen. Dennoch gerät er ins Fadenkreuz der „Sacra Corona Unita“ nicht, die krakenartig ihre Arme quer durch alle Gesellschaftsschichten ausbreitet.
Meine Meinung:
Wie so häufig, beginne ich eine Krimi-Reihe mit dem letzten Fall. So auch hier, wobei die Vorgänger bereits auf dem Stapel liegen und darauf warten, gelesen zu werden.
Dieser Krimi ist fesselnd und hervorragend geschrieben.
Sehr genau werden die Zustände in unserem Nachbarland beschrieben. Flüchtlinge, die zu Hungerlöhnen in Fabriken schuften, die in Lager gepfercht werden. Das Schicksal Jacopos ist stellvertretend für alle jene, die es schaffen und gleichzeitig für alle jene, die auf dem gefährlichen Weg in ein besseres Leben, genau dieses verlieren.
Die Charaktere, vor allem Josef Vierziger, Loredana und Franca gefallen mir sehr gut. Bei Di Gaetano habe ich ein wenig gezweifelt, auf welcher Seite er steht. Dass der Rechtsanwalt und der Arzt Dreck am Stecken haben, war ein wenig vorauszusehen: ihre Gier ist förmlich zu spüren.
Ich freue mich schon darauf, die Vorgänger zu lesen und hoffe auf einen nächsten, fünften Fall für Josef Vierziger. Bin gespannt, ob er sich der Gruppe rund um Franca anschließen wird, die der Gerechtigkeit ein wenig auf die Sprünge hilft.
Fazit:
So muss ein Krimi sein: spannend, anfangs ein wenig undurchsichtig und mit einer stimmigen Auflösung. Dieser hier verdient 5 Sterne.
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