Hamburg 1618 Ein Schicksalsschlag führt den Medizinstudenten Rasmus Steinschneider aus der Prager Karls-Universität zurück in seine Geburtsstadt Hamburg. Doch düstere Dinge gehen in seiner alten Heimat vor und gar der Teufel selbst scheint seine Klauen nach der Hansestadt auszustrecken. Während Rasmus versucht, die Ehre seiner Familie wiederherzustellen, gerät er selbst immer mehr in Gefahr, durch die rätselhafte Bedrohung sein Leben oder gar seine unsterbliche Seele zu verlieren. Zur Seite steht ihm dabei außer seinem alten Freund Casper ausgerechnet Max Grave, der Scharfrichter. Doch welche verfluchte Macht mag immer mehr gute Seelen auf die Seite des Leibhaftigen ziehen? Und was hat es mit den unheimlichen Münzen auf sich, die anscheinend direkt in der Hölle geprägt wurden?
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Der Tod seines Vaters ruft den Medizinstudenten Rasmus Steinschneider aus Prag zurück in seine Heimatstadt Hamburg. Da das Ableben von Badermeister Ulrich Steinschneider Rätsel hinterlässt, versucht Rasmus, den Dingen auf den Grund zu gehen. Unterstützt wird er dabei von seinem alten Freund Casper und dem Scharfrichter Max Grave. Hexen und teuflische Münzen kreuzen ihre Wege im düsteren Jahr 1618.
Bereits zum zweiten Mal führt Albrecht Sommerfeldt in ein ausgezeichnet recherchiertes Hamburg der frühen Neuzeit. Während jedoch andere Schriftsteller reiche Kaufleute und elegante Adelige in den Mittelpunkt stellen, so lenkt Sommerfeldt sein Augenmerk auf die Kreaturen abseits der ehrbaren Gesellschaft. Dirnen, Bettler, Badergehilfen, Henker und andere dunkle Gestalten werden hier zu mutigen Kämpfern und Helden. Unrat und Gestank, schiefe Katen, gefährliche Twieten prägen Kirchspiele, in denen man nach Einbruch der Dämmerung keinen Schritt mehr vor die Tür setzen sollte – und so entsteht die ganz besondere Atmosphäre Sommerfeldts historischer Romane.
Sprachlich fesselnd und inhaltlich eine gelungene Mischung aus historischen Fakten (Prager Fenstersturz, Hinrichtungen am Köppelberg, Max Grave als Frohn der Hansestadt,…) und einer realistisch anmutenden, aber fiktiven Geschichte – damit kann der Autor punkten. Wie schnell eine Frau der Hexerei bezichtigt und wie grausam die peinliche Befragung durchgeführt wird, wie rasch sich eine Front bildet gegen einen vermeintlich Schuldigen, wie euphorisch die Menge tobt vor Freude über eine Hinrichtung, die wie ein Fest gefeiert wird und welche Intrigen gesponnen werden, all das packt Sommerfeldt in diesen spannenden Roman. Auch die Figuren sind gelungen charakterisiert und für den Leser bildhaft vorstellbar dargestellt. Erfreulich, dass sogar die ein oder andere Person aus einem früheren Buch bekannt ist.
Auch diesmal kann ich nur eine Leseempfehlung aussprechen, welche gleichzeitig auch für „Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“ und „Der Pesthof“ gilt – zwei weitere historische Romane von Albrecht Sommerfeldt, welche in derselben Epoche in Hamburg angesiedelt sind.
Titel Teufelstaler
Autor Albrecht Sommerfeldt
ISBN 979-8729584147
Sprache Deutsch
Ausgabe Taschenbuch, 323 Seiten
Erscheinungsdatum 28. März 2021
Verlag Independently published
Bewertung
aus Wertingen
5/5
07.07.2021
Buch (Taschenbuch)
Teufelstaler
Nachdem ich schon von dem ersten Buch dieses Autors über das mittelalterliche Hamburg begeistert war, habe ich nun das weitere Buch gelesen und es steht dem ersten auf keinem Fall und in keinster Weise nach. Man schreibt das Jahr 1618 Rasmus Steinschneider studiert in Prag Medizin, als ihn die Nachricht erhält, dass sich sein Vater, Inhaber einer Baderstube, das Leben genommen hat. Er reist zurück nach Hamburg. Der Geselle Casper seiner Vaters berichtet ihm unter Schrecken, dass er eben den Bader als Wiedergänger erkannt hat. Er wandelt des nachts mit dem Totenhemd durch die Gassen. Rasmus möchte dem Nachgehen und die Ehre seines Vaters retten. Aber in der Stadt geschehen seltsame Dinge. Es sind Taler im Umlauf, die ein Teufelsmotiv haben, es wird ein Kalb mit drei Köpfen geboren, ein Ratsherr bricht mehr Schaum vor dem Mund zusammen und mehrere Frauen sitzen im Kerker, die sie Hexen sind und mit dem Teufel gebuhlt haben. Sogar Rasmus wird der Hexerei verdächtigt. Auch in diesem Buch treffen wir wieder auf den Henker Max Grave. Es ist ein milder und gürtiger Mann, der sich auch mit der Heilkunst auskennt. Das Buch ist wirklich sehr interessant und der Spannungsbogen erhöht sich von Kapitel zu Kapitel. Teilweise braucht man sehr starke Nerven, um die Folterung und den Mief, Dreck und Schmutz und die Teufelsdarbietungen lesen zu können. Wenn man bedenkt, eine sehr schreckliche Zeit, schon eine Warze im Gesicht konnte dazu führen, dass man als Hexe verbrannt wird. Albrecht Sommerfeld kennt sich gut in der Geschichte des Mittelalters und Hamburg zu dieser Zeit aus. Man merkt beim Lesen, dass er umfangreich recherchiert hat und sich große Mühe gibt, dies dem Leser alles glaubhaft nahezubringen. Ich kann mir über seine Bücher nur sehr wohlwollend äußern. Auch hierzu hat er wieder ein Nachwort geschrieben, dass die geschichtlichen Ereignisse erläutert. Mit Spannung warte ich schon auf das nächste Buch des Autors. Auch das Cover mit dem vornehmen Herrn und dem Tod gibt dem ganzen Buch etwas Mystisches. Es ist Gemälde des Malers Frans II van Francken und ist ein Eyecatcher schlechthin.
Bewertung
aus Belm
5/5
17.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Das Böse geht um, in Hamburg!
1618. Rasmus Steinschneider der in Prag Medizin studiert, wird nach Hamburg gerufen, denn sein Vater hat Selbstmord begangen. Seltsame Dinge gehen in Hamburg vor sich, von Wiedergängern ist die Rede, die das Gesicht von Rasmus Vater haben. Auch vor Hexen und dem Teufel muss man sich fürchten. Wird es zur Hysterie kommen und was steckt hinter allem? Die einzige Spur sind silberne "Teufelstaler"...
Nachdem ich vom letzten Buch des Autors schon sehr begeistert war, musste ich dieses hier auch unbedingt lesen! Wie kaum ein anderer schafft es Albrecht Sommerfeld mich auf eine Zeitreise mitzunehmen. Ich hatte das Hamburg mit seinen Kerkern, Hexen und dem Henker richtig vor Augen! Das Buch ist nichts für schwache Nerven, es wird hier von qualvollen Folterungen und Hinrichtungen geschrieben, darüber muss man sich im klaren sein. Aber will man wirklich mal ein Buch lesen wie es in der Vergangenheit sein könnte, dann sollte man hier unbedingt Zugreifen!
Rasmus Steinschneider ist ein sympathischer Protagonist, der sich nach seinem Studium in Prag erst mal in Hamburg zurecht finden muss und daher auch den ein oder anderen Fehler macht. Er ist ein Charakter mit Ecken und Kanten und deshalb mag man ihn. Meine Lieblingsperson im Buch war allerdings der Scharfrichter Max Grave, übrigens eine reale historische Persönlichkeit. Ich fand es unglaublich faszinierend welche Aufgaben so ein Scharfrichter inne hatte, und wie Max Grave trotz des harten Berufes seinen Humor behalten und damit auch Verurteilte ein Stück weit getröstet hat. Ein Buch das absolut spannend und dabei sehr lehrreich ist, perfekt!
Das Ende und die Auflösung des ganzen hat mich überrascht, war aber nachvollziehbar. Auch das Nachwort ist wie immer lesenswert!
Fazit: Wieder mal ist dem Autor ein Highlight gelungen. Spannend, faszinierend, brutal und sehr lehrreich. Da gebe ich gern die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen, die keine allzu schwachen Nerven haben!
Bewertung
5/5
17.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Hexen und andere Untote
Die Hauptperson in diesem Buch ist Rasmus Steinschneider. Er studiert in Prag die Medizin und will die Baderei seines Vaters weiter führen. Die politische Lage spitz sich in Prag gerade zu, aber der Tod seines Vaters zwingt Rasmus zurück nach Hamburg. Aber so einfach ist es nicht, denn sein Vater hat Selbstmord begangen und ist somit eine Todsünde. In Hamburg gehen mehr merkwürdige Dinge vor sich. Und bei Angst und Unwissenheit kommen die Menschen auf die einzige mögliche Ursache. Da sind Hexen am Werk. Die Ratsherren wollen mit aller Macht dagegen vorgehen. Die Gemeinsamkeit zwischen den Vorfällen sind die Teufelstaler!
Der Autor versteht es sehr gut, dass Hamburg von 1618 lebendig werden zu lassen. Die Lebensbedingungen waren hart und oft grausam. Die Unwissenheit der Menschen macht sie empfänglich für Hexen und Teufel. An einzelnen Schicksalen verfolgen wir die Bedrohung und Verfolgung durch die Gerichtsbarkeit. Aber auch da geht es nicht mit rechten Dingen zu.
Eine besondere Person ist der Henker Grave. Trotz seines brutalen Berufes hat sich sich die Menschlichkeit bewahrt.
Das Buch punktet mit gut recherchierten Fakten und einer Portion erfundenen. Da auch Rasmus und seine Familie in Gefahr sind, ist die Spannung bis zum Ende hoch.
Ich warte gebannt auf das nächste Buch des Autors!
chuckipop
aus Bünde
5/5
17.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Fesselnde Zeitreise nach Hamburg 1618 - Hexen, Aberglaube, Teufelstaler
"Teufelstaler" von Albrecht Sommerfeldt ist im März 2021 als Taschenbuch mit 322 Seiten erschienen.
Es handelt sich um einen sehr spannenden, äußerst authentischen historischen Thriller, der mich von Beginn an fesseln konnte.
1618: Rasmus Steinschneider studiert Medizin in Prag. Dann aber wird er zurückgerufen in die Heimat, nach Hamburg, denn sein Vater soll Selbstmord begangen haben. Das kann Rasmus nicht glauben, und er setzt alles daran, die Umstände des Todes aufzuklären und das Ansehen der Familie wieder reinzuwaschen.
Sein Freund Casper und der Scharfrichter Max Grave stehen Rasmus bei seinen Nachforschungen zur Seite und begleiten ihn durch das historische Hamburg , in dem der Glaube an Hexe, Teufel und Widergänger und die Angst vor allem Unbekannten und scheinbar Unerklärlichem herrscht.
Der Autor versteht es vortrefflich, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und dem Leser zu vermitteln. Man merkt ganz deutlich, dass Albrecht Sommerfeldt gründlich recherchiert hat und sich in der Thematik bestens auskennt, denn die Grundlagen des Buches basieren auf historischen Fakten und z.B. Grave, der Henker, übte seine Tätigkeit wirklich damals in Hamburg aus.
Unvermittelt fand ich mich schon nach den ersten Seiten in den alten, verwinkelten Gassen der Hansestadt wieder, konnte das Gewimmel der Menschen spüren, hatte förmlich die Gerüche (überwiegend die eher üblen) in der Nase und ergötzte mich an der authentischen Sprache.
Der Aberglaube der Menschen und die Angst vor Hexen, Teufeln und sonstigen widernatürlichen Kreaturen finde ich immer wieder faszinierend, und vor dem Hintergrund der Suche nach dem Ursprung der Teufelstaler konnte mich das Geschehen besonders in seinen Bann ziehen.
Die Charaktere hat Sommerfeldt liebevoll und detailliert erschaffen, Rasmus gefällt mir wirklich sehr gut und es hat mir viel Freude bereitet, mit ihm auf die Spurensuche zu gehen, aber auch Max Grave konnte mich ganz für sich einnehmen, was nicht zuletzt seiner faszinierenden, facettenreichen, aber auch abstoßenden Tätigkeit geschuldet ist.
Danke, dass ich Hamburg hier so kennenlernen durfte, wie es vor ca 500 Jahren gewesen ist, dank der Kombination von Fakten, einem spannenden Fall sowie dem anschaulichen, spannenden und ausdrucksstarken Schreibstil, der nichts beschönigt, ist das großartig gelungen!
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