Raubmord? Oder steckt mehr hinter dem Tod von Sylvia Clark? Eine Spur führt Sherlock Holmes zu dem Arbeitgeber der jungen Frau, der sich in der Coronapandemie auf umstrittene Weise bereichert hat, eine andere betrifft den Geliebten des Mordopfers. Und was ist mit der illegal nach England geschleusten Haushaltshilfe? Geheimnisse verweisen auf höchste Regierungskreise, zu denen Sherlock keinen Zugang hat. Und sein vormals allmächtiger Bruder Mycroft wurde ins Abseits manövriert. Zeit für die ungleichen Brüder, sich zusammenzuraufen und die Verdächtigen herauszufordern. »Beate Baum hat ihren Sherlock radikal ins Heute versetzt. Es passt.« Dresdner Morgenpost
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
de.Susi
5/5
08.07.2021
eBook (ePUB)
Sylvia Clark, eine junge Frau…
Sylvia Clark, eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Auch die illegal eingeschleuste Haushaltshilfe sorgt für Rätsel. Schnell stellt Sherlock eine Verbindung zu Sylvias Arbeitgeber her, der die aktuelle Pandemie-Situation für seine eigene Gewinnmaximierung nutzte. Jedoch erweist sich dieser Fall trotz allen Spürsinns Sherlocks schwieriger als vermutet, da Spuren bis in höchste Regierungskreise führen. Hier ist Sherlock auf die Hilfe seines Bruders Mycroft angewiesen, der stillgestellt sich selbst bedauert. Wird es Sherlock gelingen, seinen Bruder aus der Lethargie zu lösen um gemeinsam diesen Fall zu lösen? Mir gefällt der (brand)aktuelle Bezug recht gut, dass alles beherrschende Thema „Corona“ ist wunderbar dezent mit der Story verflochten, ohne das inzwischen übliche Augenrollen bei diesem Reizwort zu erzeugen. Auch die Umsetzung von Sherlock und Watson in der Gegenwart ist wieder sehr stimmig, beide glänzen dabei natürlich auf bewährte Weise. Die typischen Sherlock-Gedankengänge faszinieren mich, wenn er es erklärt klingt es immer so logisch und ich ärgere mich, nicht selbst darauf gekommen zu sein. Es macht einfach wieder Spaß, diese Ermittlung zu begleiten! Die Thematik der Korruption liegt mir leider nicht so, dementsprechend fiel es mir auch etwas schwerer, das Buch zu lesen. Doch dieser persönliche Aspekt soll sich nicht auf meine Gesamtbewertung auswirken – wie immer hat mich das Duo Sherlock/Watson in dieser modernen Version gut unterhalten – klare Leseempfehlung!
JoanStef
aus Steinsfeld
4/5
19.06.2021
eBook (ePUB)
Typisch: Sherlock & Watson
Die schönen roten Doppeldeckerbusse auf der Themsebrücke, nahe dem Big-Ben/ London, zieren das Cover.
Der Titel und Klappentext gibt mir gute Hinweise zum Inhalt und Autorin. Es handelt sich hier um den dritten Band der Sherlock-Reihe, im heutigen London, von Beate Baum.
Inhalt:
Sherlock Holmes und Watson sind im Post-Corona London unterwegs. Mit allen politischen Hürden sowie den mangelnden NHS Hilfestellungen konfrontiert, untersuchen sie den Mord an Sylvia Clark. Schon nach kurzer Zeit haben sie einige Ermittlungsansätze, von denen sich aber keiner so richtig festigt. Sherlocks Bruder Mycroft, ein Politiker wird mit auf den Plan gerufen. Er soll das politische Dickicht lichten. Es kommt zu tiefgreifenden neuen Erkenntnissen, welche den Fall noch mehr verdichten. Ein großes Konglomerat verschiedenster Möglichkeiten sorgen für erheblichen Ermittlungs- & Zeitaufwand.
Fazit:
Ich habe bisher noch keinen Band dieser Reihe gelesen. Somit war alles neu für mich. Das heutige Großbritannien mit seinen Brexit-Themen, die Post-Corona Not der britischen Bürger, die unredlichen Machenschaften von Firmen und Politik. Beate Baum hat sich hier wirklich sehr viel Mühe gemacht, den Leser vollumfänglich in den Alltag, der beiden Ermittler hineinzu"saugen".
Nach wenigen Seiten habe ich Sherlock, Watson und Mycroft bildlich vor Augen. Die kleinen Hänseleien zwischen den Protagonisten bringen mich immer wieder zum Lächeln. Die Aufklärung des Falls folgt den logischen Holmes - Argumenten.
Beim Finale bleiben keine offenen Ermittlungsstränge oder Fragen.
Einziger Kritikpunkt sind die doch fehlenden Spannungselemente.
Meine Freude an dem Sherlock/Watson Team & den Erzählungen von politischer Fakten, haben meinen Leseeifer bestärkt.
Daher vergebe ich sehr gute 4 Sterne. Sicher eine sehr interessante Lektüre für Leser, die es gern etwas weniger gruselig und anspannend mögen und gern in die typisch britische Mentalität eintauchen möchten.
Wortmagie_Wunderland
3/5
14.06.2021
eBook (ePUB)
Sherlock Holmes zwischen Coronakrise, Brexit & politischen Machenschaften
Story
Das bekannte Ermittlerduo Sherlock Holmes und Dr. John Watson leben im London im Jahr 2021 und ermitteln wie eh und je gemeinsam, natürlich unter den Vorraussetzungen und mit Hilfsmittel der Neuzeit.
Die Aufklärung eines Mordes entwickelt sich schnell von einem FFP2 Maskenskandal, über politische Korruption, bishin zu Menschenhandel und moderner Sklaverei.
Bei allen Ermittlungen spielt auch Sherlocks Bruder, Mycroft Holmes, als Parlamentsmitglied, eine große Rolle.
Um den Fall (die Fälle) aufzuklären müssen sie eng Zusammenarbeiten und hier und da tief in die Detektiv Trickkiste greifen.
Schreibstil
Im Allgemeinen gefällt mir die Verbindung zwischen „älterer“ und moderner Sprache wie es in bestimmten Phrasen deutlich wird. Dadurch behält es ein Stück weit die Nostalgie, was ich sehr schön finde.
Manchmal irritiert mich der Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede, weil ich das in dieser Form noch nie oder lange nicht so gelesen habe.
Außerdem finde ich die Anrede „der Freund“ oder „vom Freund“ noch gewöhnungsbedürftig.
Die Kapitel sind weder zu kurz noch zu lang, sodass ein schnelles und flüssiges Lesen sehr gut möglich ist.
Durch die vielen Ortswechsel und Kommunikationspartner sollte man jedoch am Ball bleiben um den Überblick nicht zu verlieren.
Charaktere
Es ist schön alle bekannten Charaktere wieder zutreffen. Holmes und Watson, Mary, Lestrade und auch die liebe Mrs. Hudson.
Insgesamt fehlte mir bei den Charakteren ein wenig Tiefe. Holmes Ermittlungsmethoden waren schon immer abstrakt erscheinen hier aber teilweise an den Haaren herbeigezogen. Er liest sozusagen Gedanke.
Das Verhältnis zwischen ihm und Watson ist nach wie vor so dargestellt, wie man es kennt, was ich sehr angenehm finde, auch wenn man sich zeitweise fragt warum ein gestandener Arzt sich wie ein Schoßhündchen von A nach B scheuchen lässt ohne Erklärung und teilweise ohne nachzufragen.
Es tauchen relativ viele Nebencharaktere auf die mehr oder weniger eine Rolle spielen. Machmal hatte ich Probleme dem zu folgen.
Meine Meinung zum Buch allgemein
Der Einstieg ins Buch sehr gelungen. Ich musste sehr oft schmunzeln, vor allem natürlich über das Verhältnis zwischen Holmes und Watson, das genauso rüberkommt, wie man es bisher kannte und das finde ich toll.
Ich hatte nämlich schon Angst, dass aufgrund der modernen Geschichte bzw. der Handlung in der Neuzeit, auch die Beziehung zwischen den beiden „modernisiert“ wird. Aber Watson bleibt der hilfsbereite Unterstützer und Sherlock der manchmal nervtötende aber irgendwie liebenswerte Freigeist. Zum Glück :) und jedenfalls bisher.
Sich Sherlock Holmes und Dr. John Watson im Umgang mit Smartphones und Laptops vorzustellen, die beiden gleichsam zu Ermittlungszwecken benutzen, ist seltsam aber gleichzeitig spannend und amüsant. Die beiden "Welten" verschmelzen im Laufe des Buches miteinander, sodass es schnell normal wirkt, man sich aber gleichzeitig fragt, ob Holmes und Watson wirklich in dieser Zeit klarkommen würden.
Man spürt die Liebe zu London durchweg im ganzen Werk, durch die kleine „Stadtführung“ die man irgendwie bekommt und die vielen kleinen Sightseeing Inspirationen. An manchen Stellen, waren mir die Straßenbezeichnungen oder Markt- und Geschäftsnamen allerdings zu viel, da man als nicht Einheimischer Probleme hat, dem Ganzen zu folgen.
Nachdem die "Einführung" in die Geschichte vorüber war, wurde es sehr politisch. Leider ist Politik überhaupt nicht mein Fall und es fiel mir unglaublich schwer der Story zu folgen.
Trotzdem gab es sehr spannende Passagen, die mich alleine des Aufbaus und des Schreibstils wegen gefesselt haben.
Es ist ganz klar ein moderner Krimi, der unheimlich wichtige Themen anspricht, bei denen man gerne mal wegschaut oder sich der Aktualität dieser Themen gar nicht so recht bewusst ist. Für mich fehlte es leider ein wenig am Flair eines "typischen" Krimis.
Für alle Fans von politischen Themen ist dieser Krimi auf jeden Fall zu empfehlen.
Bewertung
aus Glauchau
5/5
24.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Sherlock lässt nicht locker
„….Alleinlebende Frau, die problemlos auf das Arbeiten von zuhause aus hatte umschalten können, kombinierte John, der neben Sherlock trat…“
Sherlock Holmes und John Watson sind in der Gegenwart angekommen. Gerade stehen beide in der Wohnung einer Frau, die einen tödlichen Schlag auf den Hinterkopf erhalten hat.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben.
Der Schriftstil passt genau zum englischen Humor, wie man ihn aus der klassischen Kriminalgeschichte kennt. Sherlock ist der Macher. Er zieht seien logischen Schlüsse. John lässt er dabei gern eine Zeit lang im Dunkeln. Der ist momentan ziemlich gestresst. Wegen der Pandemie hat er rund um die Uhr im Krankenhaus gearbeitet, währenddessen Sherlock feststellt:
„...Ich habe mich fortgebildet während der Lockdown – Zeiten...“
Die Tote wurde von ihrer Putzfrau gefunden. Die erste wichtige Information besagt, dass sie bei einer Firma gearbeitet hat, die wegen eines Maskenskandals in Verruf gekommen ist. Bald aber zeichnet sich ein zweites Problem ab, das ein Motiv für den Mord sein könnte. Es wurden trotz Pandemie illegal Arbeitskräfte nach Großbritannien eingeschleust. Bezahlung, Arbeitsbedingung und Wohnung sind unterirdisch.
„...Die Leute wollen ihren Dreck nicht selbst wegmachen, aber auch niemanden vernünftig dafür bezahlen – das ist eine moderne Form der Sklaverei!...“
Sherlock wendet sich an seinen Bruder Mycroft, der in der Politik zugange ist. Die Arbeitskräftevermittlung scheint von hoher Stelle abgesegnet worden zu sein. Mycroft hatte sich für einen schnellen und heftigen Lockdown eingesetzt, war aber von Lobbyvereinen gekonnt ausgebremst worden. Zwar harmonieren die Brüder nicht immer miteinander, aber im Ernstfall klappt die Zusammenarbeit.
Sehr schnell werden für die Unstimmigkeiten passende Sündenböcke gefunden.
Doch Sherlock zieht seinen Stil durch. Er kommt in jede Versammlung, in jeden Club rein, wo er rein will. Bei John klingt das so:
„...Er folgte Sherlocks Beispiel bei vielen Anlässen in der Vergangenheit: Immer so tun, als gehöre man dazu, lautete die schlichte Regel. Mitschwimmen...“
Natürlich geben Sherlocks bestechende Analysen der Geschichte ihrer besonderen Flair. An seinen Umgang mit anderen muss er aber noch arbeiten. Der ist gewöhnungsbedürftig.
Gekonnt werden viele Pannen in Zeiten der Pandemie in die Geschichte integriert – und die treffen nicht nur auf Großbritannien zu.
Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Neben dem hohen Spannungsbogen ist es insbesondere der trockene Humor, der mir gefällt.
Bewertung
aus Sankt Florian
4/5
25.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Sherlock Holmes zu Coronas Zeiten
Zum Buch
Ein neuer Fall für Sherlock Holmes. Während Corona das Land noch in Atem hält, geht es bei Scotland Yard wieder rund. Eine Frau wird ermordet aufgefunden. Während Lestrade noch seine Spuren sammelt, sind Sherlock und Watson bereits unterwegs. Zwischen FFP2 Masken und seltenen Whiskeyflaschen führt sie ihr Weg in einen Fall, der verzwickter ist als es zunächst den Anschein hat. Und wo ist eigentlich Mycroft?
Schreibstil und Handlung
Rasches Erzähltempo, abwechselnd kurze Dialoge und lange, jedoch unkomplizierte, Satzstrukturen. Es ist gut zu lesen. Die langen Sätze verleiten etwas dazu, darüber zufliegen und die, wie zufällig platzierten Hinweise, zu übersehen. Was natürlich auch pure Absicht sein kann und das Gefühl der Original-Holmes-Krimis in einem aufsteigen lässt.
Die Spannung baut sich gegen Ende hin immer mehr auf, eine gelöste Frage bringt zwei ungelöste mit sich. An sich kann man ganz gut mitraten, doch manche Enthüllungen kommen dann doch überraschend, da oft das letzte Teilchen fehlt, um das Bild selbst zusammenzustellen.
Fazit
Ich habe es genossen, wieder einmal eine andere Art von Sherlock Holmes kennen zu lernen. Viele Aspekte erinnern an die Serie Sherlock und dennoch ist es wieder völlig anders. Die Geschichte ist gut geschrieben, alle losen Enden werden verknüpft. Etwas schade fand ich, dass man nicht die Möglichkeit hat, den Fall selbstständig lösen zu können, da einem, wie bereits gesagt, das letzte Puzzleteil fehlt.
Alles in allem ein unterhaltsamer und spannender Fall, der die Probleme von Corona einmal anders darstellt.
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