Ein atheistischer Aktivist der homosexuellen Bewegung wird Christ Mit vierzehn outet sich David Bennett vor seinen Eltern. Als schwuler junger Mann gilt der christliche Glaube ihm als Bedrohung aller Menschen, die der LGBTQ-Gemeinschaft angehören. Bennetts frühe Erfahrungen mit Homophobie bringen ihn dazu, ein Schwulenaktivist zu werden. Entschieden geht er seinen Weg, bis er mit neunzehn Jahren Jesus auf höchst unerwartete Weise begegnet. In diesem Moment veränderte sich sein Leben für immer …In «Liebe.Total.» erzählt David Bennett seine dramatische Geschichte: vom New-Age über die tiefe Auseinandersetzung mit dem französischen Existentialismus bis hin zum Leben als Aktivist in Studentenjahren. Übernatürliche Begegnungen mit Gott bringen ihn dazu, eine Reise anzutreten, die nicht nur seinen Glauben und seine Sexualität miteinander zu versöhnen mag, sondern auch der Anfang einer höheren Berufung ist.David Bennett ist einer Liebe begegnet, die für ihn eine radikal neue und weitaus reichere Bedeutung hat als alles, was er bis dahin kannte. Seine Geschichte macht die verschwenderische, uneingeschränkte Gnade Gottes für alle Menschen transparent. Seine Freude an der Nachfolge und Intimität mit Jesus Christus sind inspirierend.
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Als er vierzehn ist, möchte sich David am liebsten umbringen, denn er fühlt sich von der Last seines Lebens erdrückt. Er fühlt sich nämlich zu Männern hingezogen. Es geht ihm besser, als er seine Neigung nicht mehr versteckt. Im Laufe der nächsten fünf Jahre setzt er sich für die Rechte Homosexueller ein. Dabei wächst sein Hass auf das Christentum und auf Gott. Er kann nicht verstehen, warum er einen Gott anbeten sollte, der ihn so erschafft, wie er ist, nur um ihn dann genau dafür zu verurteilen.
Doch Gott begegnet ihm auf unerwartete Weise und zieht ihn zu sich hin. Dabei erlebt David den Heiligen Geist und die bedingungslose Liebe des Vaters. Nun stellt er sich die Frage, was das für seine sexuelle Orientierung bedeutet. Er lernt Christen kennen, die ihm versichern, dass sich die entsprechenden Bibelstellen über Homosexualität auf einen anderen kulturellen Kontext beziehen und heute nicht mehr aktuell sind. Doch er ringt weiter mit dieser Frage und bleibt dabei im Gespräch mit seinem himmlischen Vater.
Dieses Buch ist mehr als eine Biografie. Gut durchdacht, beschäftigt sich der Autor mit mehreren wichtigen Fragen der Gegenwart. Es geht zum einen darum, wie Christen homosexuellen Menschen begegnen sollen, und andererseits um Lebensentscheidungen von Menschen, die Jesus nachfolgen. Es gibt klare biblische Antworten auf die Frage, ob Kirchen gleichgeschlechtliche Ehen segnen sollen oder nicht. Die Antworten sind jedoch nicht sture und leblose Formeln, sondern werden mit der Lebensgeschichte des Autors verknüpft. Sehr ehrlich gibt er Einblick in seine persönlichen Kämpfe bei der Beantwortung dieser lebenswichtigen Themen.
Der Autor weist auf Fehler der Christenheit hin und zeigt, wie eine unbarmherzige Einstellung nicht gerade hilfreich ist. „In der Vergangenheit war die Kirche moralischen Fragen wie der der Homosexualität meist dadurch begegnet, dass sie sich auf die Eindämmung der Sünde konzentrierte, statt die verwandelnde Gnade Christi durch den Heiligen Geist zu betonen.“
Dieses Buch lädt alle Christen zu einem Leben der Hingabe ein, und das ist das Besondere daran. Die grundlegende Frage, die immer wieder gestellt wird, lautet, liebe ich Gott mehr als alles andere, oder habe ich Götzen in meinem Leben? Ist meine Liebe für Gott so groß, dass ich bereit bin, dafür auf die Erfüllung meiner Wünsche zu verzichten? Diese Überlegung, die dazu führt, dass der Autor sich für ein zölibatäres Leben entscheidet, ist ein wichtiger Appell für alle Christen, ob heterosexuell oder homosexuell empfindend.
Sein persönliches Erlebnis weckt die Sehnsucht nach einem Leben, das Gott ganz hingegeben ist. „Während ich dort saß und Jesus anbetete, dachte ich darüber nach, dass eine gleichgeschlechtliche Neigung ja nicht irgendein schrecklicher Fluch ist, sondern eine Einladung zu einem radikalen Leben, zu einem Glauben, der viel tiefer ist, als ihn viele anstreben.“
Fazit: Ein wertvoller Gesprächsbeitrag zur aktuellen Diskussion über Homosexualität. In diesem Lebensbericht und apologetischer Ratgeber beeindruckt die Offenheit und Authentizität des Autors. Sehr empfehlenswert!
cho-ice
4/5
05.10.2022
Buch (Taschenbuch)
„Ich bin einfach jemand, dem…
„Ich bin einfach jemand, dem die Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist und dessen Leben dadurch auf den Kopf gestellt wurde.“ – so fasst David Bennett sein Leben am Ende von „Liebe.Total.“ zusammen und so bringt es auch der Untertitel auf den Punkt: „Ein Aktivist der homosexuellen Bewegung begegnet Jesus“. „Liebe. Total.“ ist eine Chronik der Ereignisse, die – ganz unerwartet für den Autor – dazu führten und die sich danach ereigneten. Es ist eine schonungslos ehrliche Biografie und gleichzeitig doch viel mehr als das. David Bennett beschreibt darin seinen Weg, als schwuler Christ seinen Glauben und seine Identität zu leben. Er macht es sich dabei nicht leicht, legt aber auf schlüssige Weise seine inneren Kämpfe und letztlich auch seine Überzeugungen dar, hervorragend übersetzt von Christan Rendel. „Liebe. Total.“ ist ganz klar nicht nur für Angehörige der LGBTQI-Szene, sondern ein sehr lesenswertes Buch für jeden Christen, der verbindlich einer Gemeinde angehört. Als Jesus auf der Erde lebte, ging er gerade auf die Randgruppen dazu, anstatt sich von ihnen zurückzuziehen. Genau dazu sind wir als seine Nachfolger auch aufgerufen – Liebe zu zeigen, die dem anderen dort begegnet, wo er steht. David Bennett ermutigt hier zu einem Diskurs auf Augenhöhe, zu gegenseitiger Annahme trotz gegensätzlicher Meinungen, und zeigt, wie das praktisch gehen kann. Das Buch fordert heraus, seine eigene Sichtweise von Beziehungen im Allgemeinen zu überdenken, gerade auch im Kontext von Gemeinde und Kirche. Im Prinzip ist es ein Weckruf. David Bennett hält der westlichen Kirche darin den Spiegel vor und prangert – zurecht! – die einseitige Überhöhung der Ehe an. Es ist ein Buch, das daher auch Singles jedweder sexuellen Orientierung eine echte Hilfe sein kann. Mir ist „Liebe. Total.“ lange nachgegangen. Ich glaube nicht, dass man es lesen kann, ohne davon berührt zu werden und selbst eine Antwort darauf zu geben. Einziger Kritikpunkt: David Bennett ist Akademiker und das merkt man teilweise an der Art, wie er sich ausdrückt. Manches hätte man sicher auch einfacher ausdrücken können. Trotzdem: Ich kann „Liebe.Total.“ absolut empfehlen und möchte am Ende einige prägnante Zitate von Bennett für das Buch sprechen lassen. „Das Gegenteil von Homosexualität ist nicht Heterosexualität. Es ist ein Leben in der Heiligung.“ „Eine schwach ausgebildete Kultur der Freundschaft und Gemeinschaft schließt LGBTQI-Personen aus und zwingt sie, an den falschen Orten nach Intimität zu suchen.“ „Was die westliche Kirche braucht, ist eine neue Identität, die erkennt, dass Jesus nicht nur ein interessanter Randaspekt ist. Er ist das Zentrum von allem.“
Bewertung
aus Sachsenheim
3/5
10.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Schwierige Themen für die Gesellschaft
Ich habe mich sehr schwierig mit dem Buch getan. Meine Motivation es lesen zu wollen, kam vor allem daher, da ich Bennetts Situation gut nachvollziehen kann. Ich hatte selbst für Jahre den Zwiespalt meiner Sexualität und meines Glaubens in mir und wollte mir von diesem Buch helfen lassen, den Zwiespalt lösen zu können.
Generell sind die behandelten Themen Religion und Sexualität schon für sich selbst genommen sehr schwierig für die Gesellschaft, da sie selten für einen diskussionsreichen Austausch sorgen. Selten werden die Standpunkte verändert oder der Horizont erweitert. Zusammen wird das Ganze eigentlich nur noch schlimmer. Deswegen finde ich es besonders wichtig, mit diesen Themen auch einigermaßen sensibel umzugehen, da man schnell Leuten auf den Schlips tritt.
Das hat Bennett meiner Meinung nach auch einigermaßen gut hingekriegt. Am Anfang fand ich das Buch noch ziemlich spannend, aber umso mehr ich gelesen habe, umso mehr habe ich gefunden, dem ich nicht zustimmen kann. Es fängt bei banalen Themen wie den Unterschieden zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche oder dem Benutzen des Ausdrucks "Die Christen", die so pauschal nicht existieren.
Weiter habe ich auch ein paar Punkte gefunden, in denen das Buch sich meiner Meinung nach selbst widerspricht, was ich schade fand. Enttäuscht hat mich aber vor allem der Punkt, dass die präsentierte Lösung für mich nicht wirklich akzeptabel ist und es meiner Meinung nach zu sehr darauf hingearbeitet wurde, die nach dem Buch einzige Lösung zu präsentieren.
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