Anna erwacht auf der Yacht ihres Bruders. Die drei anderen Crewmitglieder sind verschwunden, Land ist nicht in Sicht und sie hat Erinnerungslücken. Als Anna die Küste erreicht, muss sie sich dem Albtraum stellen. Was immer auf dem Boot geschehen ist, hat sich auch an Land ereignet: Die Welt ist menschenleer. Anna macht sich auf die Suche nach Überlebenden. Es findet sich eine Gruppe, die gemeinsam nach Norden zieht, dorthin, wo es fruchtbares Ackerland gibt. Ohne Motoren und ohne Strom wandern sie durch eine leise gewordene Welt.
Für Anna wird der Weg nach vorne ein Weg zurück – zurück zu einer Liebe, die nie hätte sein dürfen und doch alles für sie war.
Auch die Gruppe sieht sich mit elementaren Fragen konfrontiert: Hat der Mensch selbst diese Apokalypse ausgelöst oder steckt eine fremde Macht dahinter? Welches Ziel könnte eine solche Macht verfolgen? Kann es überhaupt ein Überleben für sie alle geben?
Aber dann begegnet Anna dem Feind und muss sich für eine Antwort entscheiden.
»Als wir verschwanden« ist ein Roadtrip durch eine verlassene Welt – eine Reise durch Licht und Finsternis des Menschseins. Indessen vergeht das Alte und das Neue entsteht: strahlend hell, perfekt konstruiert, aber zutiefst tyrannisch.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Wir begegnen der Protagonistin Anna, die allein auf dem Boot ihres Bruders zu sich kommt und keine Ahnung hat, wohin die drei anderen verschwunden sind. So beginnt Annas Trip, der in der nahen Zukunft spielt und sich auf knapp 600 Buchseiten und in sechs Kapiteln jedes Mal fast vollständig wandelt. Bunt und unvorhersehbar wie die Bilder eines Kaleidoskops.
Zuerst ein beängstigendes Segelabenteuer, dann Land, dann Begegnungen und noch VIEL MEHR, aber das wären Spoiler. Wie eine Game-Map, die unbeleuchtet und schwarz im Nebel liegt, muss der Weg erst gegangen werden, um alles zu sehen und zu verstehen. Schritt für Schritt erhellt sich alles, was passiert ist und warum und wie. Deshalb ist es wirklich ein „Roadtrip“ im wahrsten Sinne des Wortes.
Irgendwo im zweiten Kapitel steht: „Fast wie Urlaub. Nur eben Weltuntergang.“ Und das trifft es im Grunde recht gut, denn der Text ist spürbar nicht auf Action und Schnelligkeit geschrieben, sondern auf den Prozess des Entdeckens. Und auch des Miteinanders in jeder Hinsicht. Aber es ist eben auch die Schilderung einer globalen Apokalypse.
Ein Text mit einer direkten, glaubwürdigen Sprache, vielen intertextuellen Anspielungen, die für Kenner sicherlich unterhaltsam sind, und last but not least einer Menge topaktueller Debatten – die bestimmt nicht jedem gefallen werden.
„Fast wie Urlaub. Nur eben Weltuntergang“, bedeutet hier, dass im genauen Blick Lustiges und Trauriges zu finden ist. Grausamkeit und Güte. Auch Zukunft und Vergangenheit sind ineinander verwoben – denn es gibt eine Liebesgeschichte, aber sie wird nur in Rückblicken erzählt, was dieser „ungewöhnlichen“ Liebesgeschichte nichts anhaben kann, die überraschend sensibel geschildert wird.
Die größte Überraschung ist dann der sechste und letzte Teil, in dem verändern sich nicht nur Schriftbild und Perspektive. Im Grunde hätte dieses letzte Kapitel noch ewig weitergehen können; jede umgeschlagene Seite brachte mit Bedauern den Buchdeckel und damit das Ende näher. Aber eigentlich bleibt nichts offen und es wird klar, dass man den Weg mit Anna gemeinsam gehen musste, um genau da anzukommen.
FAZIT:
Ein unterhaltsamer Trip, intelligent beobachtet und eingehend geschildert, der am Ende den Kreis schließt und in vielem von den Entwicklungen der Gegenwart eingeholt wird – und das alles verpackt in einem wirklich schönen Buch, das sichtlich mit Liebe zum Detail gestaltet wurde.
Nachdrückliche Kauf- und Leseempfehlung!
eine dystopische Reise Was…
US aus Berlin am 17.04.2023
Bewertungsnummer: 2821829
Bewertet: eBook (ePUB 3)
eine dystopische Reise Was machst du, wenn du eben noch mit Bruder und Freunden auf einer Yacht unterwegs warst, plötzlich aufwachst ... und völlig allein bist? Nirgendwo eine Menschenseele? Was auf den ersten Seiten wie ein spannender Thriller anmutet, entwickelt sich bald zu einer aufregenden, dystopischen Reise. Anna ist völlig auf sich gestellt und muss eine Lösung finden. Ihr Weg zurück nach Hause führt sie nicht nur durch verlassene Orte, es ist auch ein Weg der Erkenntnis, des Entdeckens und Verstehens. Nichts kommt von alleine, alles hat einen Ursprung, einen Grund, ein Vorher. Die Autorin hat hier eine sehr umfangreiche, fast sechshundert Seiten lange, Geschichte geschrieben. Hier wird nichts schnell abgehandelt. Viele interessante Dialoge gehen den Dingen auf den Grund und werden ausführlich behandelt. Ich lese gerne Dystopien und bei vielen gibt Wesen, die durch die Apokalypse entstanden sind. Das ist spannend und macht auch Spaß zu lesen. Aber hier bedient sich die Autorin einfach nur der Menschen, die für dieses Unglück verantwortlich sind. Das ist sehr interessant und unterhaltsam. Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, um in den vollen Lesegenuss zu kommen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall.
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