Zum einen Sachbuch und andererseits eine wahre Geschichte: Zwei Brüder gründen zum Thema Corona eine gemeinnützige Internetseite. Daraus entwickelt sich wiederum eine eigenwillige Eventreihe. Die realen Geschehnisse wechseln sich hier mit spannenden wissenschaftlichen, philosophischen wie auch spirituellen Einsichten zum neuen Corona Zeitalter ab.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Von diesem Buch hatte ich mir viel versprochen – ein „literarisches Sachbuch“ zum Thema Corona, das die gleichzeitige Entstehung einer Veranstaltungsreihe beschreibt.
Prinzipiell klingt die Grundidee gut: Die beiden Autoren resümieren, wie sie zu der Idee der Veranstaltungsreihe „21 Million Lights“ gekommen sind und welche Schwierigkeiten es bei der Planung und Durchführung gegeben hat. Parallel dazu wird immer wieder auf die aktuelle Corona-Lage Bezug genommen.
Soweit der Plan. Leider ist in der Umsetzung noch deutlich Luft nach oben. Wer hier tatsächlich ein Sachbuch erwartet, wird enttäuscht sein. Fakten gibt es zwar im Überfluss, allerdings erscheint vieles davon zusammenhanglos und ohne Struktur. Die Kapitel(chen) sind sehr kurz gehalten und scheinen eher willkürlich angeordnet zu sein. Manche Kapitel sind mir sogar eher als überflüssige Lückenfüller vorgekommen, weil der Zusammenhang zum Gesamtkonzept nicht erkennbar war.
Die Fakten an sich waren dennoch spannend, wie gesagt hat mir deren Aufbereitung und Präsentation nicht zugesagt.
Zum Projekt „21 Million Lights“ selbst erfährt man leider eher wenig. Mir war lange nicht klar, was genau sich die Autoren da nun vorgestellt hatten und was das Besondere daran sein sollte. Ich hatte auch eine umfassende Beschreibung des Werdegangs erwartet. In dieser Richtung hätten es gern mehr Informationen sein dürfen.
Zusätzlich hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Schreibstil des Buches. Er war mir einfach zu salopp und eines Sachbuches nicht angemessen. Klar, das ist Geschmackssache, aber meiner war es, wie gesagt, nicht.
Ich würde das Buch als eine Art Tagebuch mit einer Sammlung persönlicher Erinnerungen zur Corona-Anfangszeit beschreiben, die mit mehr oder weniger zum Thema passenden Informationen aufgefüllt worden sind. Obwohl die Idee eines literarischen Sachbuches spannend klang, konnte mich das Buch aufgrund des saloppen Schreibstils, der inhaltlichen Sprunghaftigkeit und fehlenden Struktur nicht überzeugen.
Plaudern über Corona
Cebra am 06.03.2022
Bewertungsnummer: 1669935
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ja, das Corona-Zeitalter begann in der Tat recht plötzlich. Das ist zweifelsfrei richtig, wohingegen die anderen auf den Umschlagseiten angegebenen Attribute, das Buch betreffend, etwas kritisch hinterfragt werden dürfen.
„Ein literarisches Sachbuch … Spannend. Tief. Wissenschaftlich. Und poetisch… Mit spannenden“ (hatten wir schon), “wissenschaftlichen“ (ebenso), „philosophischen wie auch spirituellen Einsichten …“ wird hier versprochen und man ahnt es schon: Das klingt nach einem - vorsichtig ausgedrückt - recht hoch gesteckten Ziel.
Gleich vorweg: So ganz verkehrt ist die Beschreibung nicht, insofern, als dass es schwer fällt, eine bessere zu geben. Von allem, was hier aufgezählt wird, ist tatsächlich ein bisschen was enthalten. Obwohl - literarisch? Poetisch?? Das bleibt vermutlich Geschmacksache. Der Schreibstil ist jedenfalls lesbar. Allerdings unüblich. Es gibt viele „halt“, „eben doch“ oder „so“. Also in etwa: Der Schreibstil ist halt eben doch etwas anders als man es so kennt. Damit kann man klarkommen, wenn man sich geistig in ein Café hinein versetzt und einem Gegenüber lauscht, das sprunghaft, geistreich, einigermaßen unterhaltsam und irgendwie auch charmant und mehr oder weniger kritisch über Corona bzw. „den Event“ plaudert.
Oder besser gesagt zwei Gegenüber. Denn es handelt sich um ein Autorenbrüderpaar, Dieter und Michael Mainka, von welchen jeder für sich zu schreiben begann und die dann beides zusammenbrachten. Eine Sach-Tage-Buch-Chimäre irgendwie.
Da sucht man natürlich vergeblich nach einem roten Faden, entspannter liest es sich, wenn man das aufgegeben hat. Zwar gibt es offenbar den Versuch, die kurzen, kolumnenartigen Beiträge chronologisch zu sortieren, aber ein Ganzes ergibt sich dadurch nicht.
Der Beginn der Corona-Pandemie wird nachträglich noch einmal aufgearbeitet, angereichert mit Informationen, die sicher manchem neu sind, teilweise vielleicht auch einfach nur schon wieder vergessen. Das liest sich ziemlich frisch und spritzig, die bedrückende, ernste Stimmung, in die die Welt 2000 eintauchte, scheint weit entfernt. Unter diesem Aspekt sich noch einmal mit dem Thema zu konfrontieren, ist mal eine angenehme Abwechslung.
Insgesamt wirkt das Buch wie das spaßige Experiment zweier Unruhegeister, denen Kommunikation und Aktionen wichtig sind und die unbeirrt positiv, aber durchaus hinterfragend sich der Welt im Coronamodus stellen.
Das Buch ist ein Sammelbecken für durch Corona verursachte Gedanken, Erinnerungen und Sachverhalte. Kein raffinierter Aufbau, keine Kernaussage, als Anliegen zuallererst erkennbar, einfach über alles mal zu reden. Immerhin einigermaßen geistreich und unterhaltsam, das versöhnt mich.
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