Es gab immer nur Harry und Gracie, Gracie und Harry. Seit ihrer Schulzeit sind die beiden ein Paar. Und sie sind verliebt, unsterblich und für alle Zeiten. Ein unschlagbares Team. Wären da nur nicht diese Momente, in denen Harry die Kontrolle verliert. Diese Momente, an die sich Gracie am nächsten Tag am liebsten nicht mehr erinnern würde. Aber sie kann verzeihen, immer und immer wieder. Dann taucht auf einmal Jack auf, der ihr Leben noch komplizierter macht und Gracie alles in Frage stellen lässt, woran sie immer geglaubt hat.
Pressetext:
Wie weit würdest du für deine große Liebe gehen? Manchmal überschreiten wir eine Grenze, ohne es zu bemerken, und kommen in eine Abwärtsspirale der Selbstzerstörung.
In dem neuen Roman von Sophie Nuglisch geht eine junge Frau weit über ihre Grenzen. Sie erträgt die Gewaltausbrüche und Kontrollverluste ihres Partners, weil sie ihn bedingungslos liebt. Erst als jemand in ihr Leben tritt, der sich für ihr Schicksal zu interessieren scheint, beginnt sie ihre Beziehung zu hinterfragen. Doch der Sog ihrer Abhängigkeit ist stärker als erwartet.
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Schwere Kost, aber es ist so wichtig, dass über das Thema "häusliche Gewalt" gesprochen wird!
Tigerlilly am 21.02.2022
Bewertungsnummer: 1661259
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Gracie und Harry sind seit einigen Jahren ein Paar und lieben sich. Doch jede Beziehung hat schwierige Phasen, oder nicht? Es ist schließlich nicht allein Harrys Schuld, wenn Gracie ihn in schlechten Momenten provoziert und er gewalttätig wird. Und er will ihr doch eigentlich gar nicht wehtun, wie kann Gracie ihm dann böse sein?
Das Thema "häusliche Gewalt" bewegt mich sehr. Sophie beschreibt Gracies Situation sehr intensiv und auch wenn ich immer wieder verzweifelt den Kopf geschüttelt habe, wenn sie zurück zu Harry gegangen ist, kann ich ihre Entscheidung doch irgendwie nachvollziehen. Wenn man jemanden liebt, dann geht man nicht einfach, sobald es schwer wird - Das ist richtig. Aber an einem gewissen Punkt hört Liebe auf. Oder wie Jack sagt: Es ist mehr als Liebe. Es ist eine Abhängigkeit.
Das Drama am Ende zwischen Gracie, Harry und Jack hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, doch alles in allem hat mich die Geschichte sehr berührt und wird mich auch nachhaltig beschäftigen. Ein guter Beitrag zu einem wichtigen Thema, über das wir viel mehr sprechen müssten. Denn es ist so wichtig, dass sich Betroffene nicht schämen. Dass ihnen bewusst wird, dass es nicht ihre Schuld ist.
Generell kann ich die Werke von Sophie Nuglisch empfehlen. Sie sind schwere Kost, doch die Realität kann nun einmal grausam sein. Schon "Venus - Mein Name ist Stina" der Autorin hat mich geschockt und lange Zeit sehr nachdenklich gestimmt. Die menschlichen Abgründe sind tief. Bitte beachtet die Triggerwarnungen.
Das Buch, sollte zur Pflichtlektüre werden
Verlorenezeilen am 10.12.2021
Bewertungsnummer: 1621111
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Daten:
Autor: Sophie Nuglish
Verlag: SadWolf
ISBN: 978-3-96478-044-7
Es gab immer nur Harry und Gracie, Gracie und Harry. Seit ihrer Schulzeit sind die beiden ein Paar. Und sie sind verliebt, unsterblich und für alle Zeiten. Ein unschlagbares Team. Wären da nur nicht diese Momente, in denen Harry die Kontrolle verliert. Diese Momente, an die sich Gracie am nächsten Tag am liebsten nicht mehr erinnern würde. Aber sie kann verzeihen, immer und immer wieder. Dann taucht auf einmal Jack auf, der ihr Leben noch komplizierter macht und Gracie alles in Frage stellen lässt, woran sie immer geglaubt hat.
Ich bin Gracie und habe eine Persönlichkeit, die kaum jemand versteht. Meinem Freund rutscht oft die Hand aus, er kann nichts dafür. Ich soll ihn verlassen, sagen sie und ich entgegne ganz ruhig, dass ich das nicht kann. Sie nennen es Abhängigkeit, ich nenne es Liebe in guten wie schlechten Tagen. Ich weiß, dass sein Handeln falsch ist, jedoch weiß ich auch, dass ich nicht unschuldig bin. Ich habe Affären, sicher will mich das Universum dafür strafen. An manchen Tagen, fürchte ich mich vor Harry aber in anderen ist seine Nähe mein Anker. Unser Leben wär so schön, wenn der Alkohol nicht unser Leben beeinflussen würde. Harrys Leben. Wenn er trinkt, verliert er oft, zu oft, die Kontrolle. Ich weiß nicht, wie ich Harry helfen kann. Ich weiß nur, dass ich an seiner Seite bleiben und ihm beistehen muss, sobald er seine Taten bereut. Ich reflektiere meine Denkweise erst, als Jack in mein Leben tritt. Und wie er reintritt. Seine Nähe ist gefährlich. Harry darf nicht erfahren, dass ich Kontakt zu ihm habe. Ich weiß das, obwohl ich nichts mache, außer mit Jack zu reden. Harry würde das nicht verstehen. Mein Harry, den ich über alles liebe. Aber ich empfinde auch etwas für Jack, was nicht sein darf. Ich muss ihm aus dem Weg gehen aber ich kann nicht. Seine Nähe tut mir gut aber ich habe Angst, was passiert, wenn Harry, mein Harry, davon erfährt. Ich will ihn schließlich nicht verlassen aber für meine Gefühle kann ich auch nichts. Es ist alles so verdammt schwer. Wie hätte ich ahnen können, dass meine Gegenwart die reinste Lüge ist?
Uff, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch belehrt hat. Ich habe oft in den Raum geworfen, dass die betroffenen Personen gehen sollen. Ich habe nicht verstanden, wie hoch die emotionale Abhängigkeit sein kann, was mir der Schreibstil von Sophie jedoch verdeutlicht hat. Ich finde es erschreckend zu sehen, wie ein Mensch, der einen anderen Menschen liebt, von jetzt auf gleich explodieren und zum schlimmsten Feind werden kann. Und ich finde es schlimm, dass Gracie, so wie viele Betroffene, sich die Schuld an den Misshandlungen geben. Kein gesagtes Wort und keine Tat, rechtfertigt Gewalt. Ich habe mich sogar dabei erwischt, wie ich mich habe von Harry manipulieren lassen. VORSICHT, SPOILER! Er verlässt Gracie, nachdem er ihr erneut Gewalt angetan hat und sie hält ihn auf. Jack sagt ihr später, dass, wenn ihr Freund sie wirklich hätte verlassen wollen, um sie zu schützen, es auch getan hätte. Und das ist so wahr! SPOILER ENDE. Wenn ich mich in so kurzer Zeit beeinflussen lassen kann, will ich nicht wissen, was Jahre anrichten. Bzw. hat man es bei Gracie ja gesehen. Schlimm, wirklich.
,,So viel mehr als das" erzählt eine wichtige Geschichte, jedoch aus vielen Sichten. Man erfährt, wie sich das "Opfer" fühlt, zeitgleich bekommt man aber auch eiskalt serviert, wie es im Täter aussieht. Zudem erfährt man noch die Sicht unbefangener Personen (Jack, die Polizei und co), die dem "Opfer" ins Gewissen reden wollen. Einfach nur sehr tiefgründig und genial in ein Noir verpackt. Ich finde, dass man dieses Buch einfach lesen muss.
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