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Unheimlich nah Roman | Coming of Age-Roman

2

12,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

28.04.2022

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

336

Maße (B/H)

12/18,7 cm

Gewicht

241 g

Farbe

Elfenbein / Ozeanblau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-31878-5

Beschreibung

Rezension

»Berührend und mit lakonischem Witz.« ("3sat - Kulturzeit")
»›Unheimlich nah‹ ist ein spannender Bildungsroman, der vom Erwachsenwerden handelt.« ("WDR3 »Mosaik«")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

28.04.2022

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

336

Maße (B/H)

12/18,7 cm

Gewicht

241 g

Farbe

Elfenbein / Ozeanblau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-31878-5

Herstelleradresse

Piper Verlag GmbH
Georgenstr. 4
80799 München
Deutschland
Email: info@piper.de
Url: www.piper.de
Telephone: +49 89 3818010
Fax: +49 89 338704

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  • Buchstabenträumerin

    4/5

    02.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachlich stark, sensibel und oft genug humorvoll erzählt

    Autor und Musikproduzent Johann Scheerer knüpft in „Unheimlich nah“, seinem im Januar 2020 erschienenen autofiktionalen Roman, an sein Debüt „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ an. Darin schildert er die bangen Wochen der Unsicherheit, nachdem sein Vater Jan Philipp Reemtsma entführt worden war. Nun, fast drei Jahre später, erzählt er, was danach geschah. Vom Leben nach dem Verbrechen. Die 90er Jahre neigen sich dem Ende und die 2000er Jahre stehen in den Startlöchern. Europa begrüßt den Euro und während sich Johanns Freunde von ihren Eltern und generell allen Erwachsenen emanzipieren, sieht sich Johann mit einer völlig anderen Realität konfrontiert. Statt seine Jugend unbeschwert und vor allem unbeobachtet genießen zu können, verfolgen ihn Personenschützer auf Schritt und Tritt. Was denken die Freunde über ihn? Reden sie über ihn? Und wie soll er so auf Partys gehen, sich verlieben? Wie kann er auch mal Mist bauen oder in eine Prügelei verwickelt werden, ohne dass ihm ständig jemand über die Schulter blickt? Dieser Coming-of-Age Roman wird getrieben von Johanns innersten Gefühlen und Gedanken. Er ist „emotional wahrhaftig“, sagte Scheerer bei seiner Lesung im Literaturhaus Hamburg am 20. Januar 2020. So ist „Unheimlich nah“ teils tragisch und traurig, teils blickt die Figur von Johann selbstironisch auf peinliche Momente und diverse absurde Erlebnisse zurück. Vor allem aber hat mich die unbedingte Ehrlichkeit überzeugt und an dieses Buch gefesselt. Die Ehrlichkeit, mit der Johann seine Situation regelrecht seziert, seine Gefühle und die seines Gegenübers auseinandernimmt, sich hinterfragt – im Grunde sein gesamtes Leben in Frage stellt. Andere bestimmen über sein Leben, andere organisieren seinen Alltag. Geht so Selbstständigkeit? Schwierig. Und der ohnehin komplizierte Prozess des Erwachsenwerdens wird multipliziert mit Eintausend. Was macht das mit einem jungen Menschen? Durch die Sicherheitsvorkehrungen ändert sich der Blick auf die Umwelt und dadurch entwickeln sich Ängste. Johann bewegt sich also auf einem schmalen Grat zwischen Angst und Besorgnis und dem damit einhergehenden Schutzbedürfnis sowie dem drängenden Wunsch, dieser permanenten Beobachtung zu entfliehen. Was tun, wenn Freiheit gleichzeitig Gefahr bedeutet? Wenn man sich nach dieser Freiheit sehnt, aber Sicherheit braucht? Ein fortwährender Zwiespalt. Jugendliche Rebellion sieht anders aus. Zwischendurch erlebt Johann zwar immer wieder Augenblicke, die Freiheit versprechen: Eine Klassenfahrt, Musikaufnahmen für seine Band Score! in Amerika, die erste Freundin – doch letztendlich kreist er immer wieder um diesen einen Gedanken: "Wo sonst, wenn nicht in einem Polizeiwagen, umringt von anderen Polizeiwagen, konnte die Gefahr abwesender sein? Alles passierte schließlich einzig und allein zu unserem Schutz. Doch plötzlich schoss mir ein Gedanke in den Kopf, der mich nie wieder loslassen würde: Wie übermächtig musste die Gefahr sein, wenn schon der Schutz so beklemmend war?" Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Romans ist das etwas spannungsgeladene Verhältnis zu seinem Vater. So wie sein Sohn hat auch er mit den Nachwirkungen der Entführung zu kämpfen. Sein Zuhause wird verändert, Schutzzäune errichtet, Überwachungskameras installiert, er wird vom Fahrer seines eigenen Automobils zum Mitfahrer auf dem Rücksitz, auch er wird nachhaltig „beraubt“: „Mein Vater selbst aber war fort. Vor ein paar Jahren war er zurückgekommen, hatte aber einen Teil von sich nicht wieder mitgebracht“, schreibt Johann über ihn. Auch diese Beziehungslosigkeit nagt an ihm. Er sucht den Kontakt, erkennt seinen Vater, der im Alkohol Zuflucht sieht, nicht wieder. Auch diese Facette in „Unheimlich nah“ geht unter die Haut, beide wirken zwischenzeitlich verloren in ihrem eigenen Leben und dennoch ist die Bindung zwischen ihnen stark genug, diese Herausforderung zu meistern. Doch nicht nur inhaltlich hat mich „Unheimlich nah“ überzeugt, auch sprachlich ist dies ein hervorragendes Werk. Direkt, reflektiert und mitunter selbstkritisch bringt der Autor seine Geschichte zu Papier. Manchmal erlaubt er es, dass seine jugendliche Stimme durchbricht, impulsiv und voller Emotionen, nur um sie schnell wieder einzufangen und mit Sachlichkeit zu bändigen. Doch das genügt, um als Leser:in in das Herz von Johann zu blicken und zu verstehen, wie sich ein Leben oft erst dann verändert, wenn das auslösende Ereignis schon längt Vergangenheit ist.

  • die.buecherdiebin

    aus Gummersbach

    4/5

    02.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Leben im goldenen Käfig

    Inhalt: Nach der gut ausgegangenen Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma im Jahr 1996, ist das Leben für Johann nicht mehr so wie es einmal war. Die drei Familienmitglieder werden rund um die Uhr bei jedem Schritt, den sie vor die Tür machen, von Personenschützern begleitet und überwacht. Besonders für den 14-jährigen Johann ist das eine große Belastung. Meine Meinung: Ich habe bereits vor einiger Zeit das Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer gelesen, in dem er auf eindringliche Weise über die 33 Tage erzählt, als sein Vater sich in den Händen der Entführer befand und sein Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde. In „Unheimlich nah“ berichtet er nun von den darauf folgenden Jahren. Sehr ehrlich, selbstkritisch und oft auch humorvoll schreibt er über das beklemmende Gefühl und die schwierigen Situationen, die durch eine permanente Begleitung / Überwachung während der prägenden Jahre der Pubertät entstanden sind. Die Personenschützer, von Johann ironisch„Die Herren“ genannt, sind wirklich überall dabei. Im Urlaub, auf Klassenfahrt, bei Treffen mit Freunden und bei Dates. Nichts bleibt unbeobachtet und leider auch nicht immer unkommentiert und häufig kommt es für Johann zu peinliches Situationen. Kaum vorstellbar, was das mit einem jungen Menschen macht. Es ist die Zeit des Erwachsenwerdens, der Abnablung von den Eltern und der ersten eigenen Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Johann ist die permanente Anwesenheit der stets bewaffneten und gut geschulten Personenschützer anderen Menschen gegenüber sehr unangenehm und er verstrickt sich aus diesem Grund immer häufiger in Lügen oder versucht, seine „Verfolger" abzuhängen. Doch andererseits beunruhigt ihn auch der Gedanke: (Zitat) „Wie übermächtig muss die Gefahr sein, wenn schon der Schutz so beklemmend war?“ Er führt ein Leben zwischen Angst, verbunden mit dem Wunsch nach Sicherheit und dem großen Bedürfnis nach Freiheit und Selstständigkeit. Die meiste Zeit hat mich diese Geschichte sehr gefesselt, erst im letzten Drittel ließ mein Interesse etwas nach. Einige Handlungen fand ich etwas unrealistisch,deshalb bin ich mir nicht sicher, ob der Autor zum Zweck der Unterhaltung noch fiktive Elemente hinzugefügt hat. Fazit: „Unheimlich nah“ ist ein sehr berührender und selbstironischer Roman über das Erwachsenwerden unter extremen Umständen. Über den Wunsch eines Jugendlichen, einfach ein „normales“ Leben führen zu können.

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Ursula Schirmer

    Ursula Schirmer

    Thalia Hamm – Allee-Center

    Buchhändler*in

    3/5

    17.02.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nachdem ich Scheerers beeindruckende...

    Nachdem ich Scheerers beeindruckende Schilderung einer Jugend unter Bewachung von Kameras und Bodyguards gelesen habe, ist mir tatsächlich klar geworden, wie sehr auch die Familienmitglieder eines Entführten zu Opfern werden.Trotz ein paar vermeidlicher Längen sehr lesenswert.

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