Als Bestsellerautorin von über zwanzig Romanen weiß Elizabeth George genau, was dazu gehört, ein ebenso erfolgreiches wie rundherum überzeugendes Buch zu schreiben. Und in dieser 'Meisterklasse' über die Kunst des Schreibens gibt sie dem Leser nicht nur wertvolle Anleitungen und Ratschläge. Sie gewährt ihm anhand einer genauen Beschreibung der Arbeit an ihrem eigenen Roman 'Doch die Sünde ist scharlachrot' auch einen sehr privaten Einblick in die Werkstatt einer Großmeisterin des Kriminalromans. Ein einzigartiges Leseerlebnis sowohl für Fans der Autorin und angehende Schriftsteller als auch für jeden Literaturliebhaber.
Kundinnen und Kunden meinen
3.2/5.0
Alexander
3/5
28.06.2023
eBook (ePUB)
Interessante Einblicke
Elizabeth George nimmt ihre Leser und andere Schreibinteressierte mit in ihre Welt des Schreibens.
In dem Buch befinden sich zwar sehr viele Passagen aus ihren eigenen Büchern, dazwischen lauern jedoch immer wieder nette Tipps und Tricks fürs eigene Schreiben.
Im Großen und Ganzen also eine ganz nette Reise, von der man sich aber nicht zu viel erwarten sollte.
YukBook
aus München
4/5
21.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Gott schütze dieses Haus“…
„Gott schütze dieses Haus“ war das erste Buch, das ich von Elizabeth George gelesen habe. Mittlerweile ist bereits ihr 21. Inspektor-Lynley-Roman erschienen. Dass die Krimiautorin lange Jahre Kreatives Schreiben unterrichtete, war mir neu. In diesem Buch verrät sie, wie sie ihren eigenen Schreibprozess entwickelte. Die Zutaten eines guten Romans wie genaue Ortsbeschreibungen, mehrdimensionale Figuren oder Wendepunkte kennt man auch aus anderen Schreibratgebern. Statt verschiedene Beispiele zu zitieren, beschränkt sich Elizabeth George jedoch auf einen einzigen Roman, um uns das Handwerkszeug zu vermitteln. Jedes Thema erläutert sie anhand von Textpassagen aus ihrem eigenen Krimi „Doch die Sünde ist scharlachrot“, die für meinen Geschmack zu lang geraten sind. Am besten gefiel mir der Abschnitt über die Recherche vor Ort. Ich hatte das Gefühl, selbst dabei zu sein, als sie die Klippen von Cornwall erkundete, auf der Suche nach dem idealen Tatort, und die Stimmung und Witterung auf sich wirken ließ. Sie beschreibt anschaulich, wie sie sich von interessanten Entdeckungen und Gesprächen mit einheimischen Surfern und Klippenkletterern zu Romanfiguren und Handlungselementen inspirieren ließ. Auch die Kapitel über Dialoge und Szenenaufbau zeigen, wie strukturiert Elizabeth George vorgeht, um eine schlüssige Geschichte zu liefern und sich dabei genügend Spielraum für plötzliche Eingebungen und Wendungen während des Schreibens gibt. Viele Fotos, Charakteranalysen und Übungsaufgaben liefern angehenden Schriftstellern eine nützliche Hilfestellung und Krimifans einen tiefen Einblick in die Werkstatt einer Lady of Crime.
Bewertung
Book Circle Community
3/5
05.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Autorin erklärt ihren Schreibprozess
Elisabeth George zeigt anhand ihres Romans «Doch die Sünde ist scharlachrot» wie ihr persönlicher Schreibprozess funktioniert. Anhand von Romanauszügen zeigt sie, wie sie welche Wirkung erzeugen wollte. Besonders erwähnenswert sind die Teile über die Recherche, die George vor dem Schreiben des Romans betreibt und ihre Geschwätzvermeidungs-Strategie.
Für mich hat das Buch nicht so gut funktioniert, das die Textpassagen der Beispiele teilweise sehr lang waren, vieles sich wiederholt hat und alles sehr langatmig analysiert wurde. Dennoch war es ein sehr lehrreicher Einblick in die Arbeitsweise von Elizabeth George.
Wie bei jedem Schreibratgeber ist auch hier die Devise: Ausprobieren, was für die eigene Arbeitsweise passen könnte und den Rest vergessen.
In meinem letzten Beitrag habe ich es bereits beschrieben: ohne es beabsichtigt zu haben, wurde der Juni bei mir der Monat, in dem ich fast ausschließlich Schreibratgeber las. So widmete ich mich gleich zwei Büchern von Elizabeth George: "Wort für Wort - Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben", sowie der Neuerscheinung "Meisterklasse - Wie aus einer guten Idee ein perfekter Roman wird". Während ich "Wort für Wort" tatsächlich als gedrucktes Buch las, begleitete mich die "Meisterklasse" meistens als Hörbuch im Alltag, beim Gassigehen, kochen oder sonstiger Hausarbeit.
Man kann also sagen, ich las und hörte beide Bücher parallel. Das führt nun dazu, dass ich sie gut miteinander vergleichen kann. Während Georges erster Schreibratgeber viel theoretisches Wissen über ihre Sicht auf das Bücherschreiben und ihre Herangehensweise vermittelt, versucht sie mit der "Meisterklasse" den Entstehungsprozess einer ihrer Romane genaustens zu dokumentieren. Aber auch hier ist ihr der Stil ihres Schreibens wichtig, den sie immer wieder anhand von Kapitelauszügen veranschaulicht.
Das macht sie übrigens in beiden Büchern. Sie zeigt nicht nur auf, wie man gute Szenen mit verschiedenen Stilmitteln kreiert, sondern sie liefert zahllose Beispiele für Stilanalysen. In der "Meisterklasse" beschränken sich diese ausschließlich auf ein anderes von ihr geschriebenes Buch, in "Wort für Wort" analysiert sie auch den Stil anderer Autor:innen.
Schlussendlich finde ich "Wort für Wort" ein gutes Buch, in dem alles gesagt und erklärt ist. "Meisterklasse" bietet dahingehend keinen Mehrwert mehr, sondern wartet mit noch mehr Textanalysen auf, die sich stellenweise sogar wiederholen. Bedeutet, die Autorin verwendet Kapitelauszüge mehrmals, um verschiedene Techniken daraus abzuleiten. Das empfand ich als unnötig, da man als Leser:in diese Auszüge nicht zweimal lesen muss, um zu begreifen, was die Autorin veranschaulichen möchte.
Renas Wortwelt
3/5
02.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hilfreich, aber wenig neues
So recht weiß ich nicht, wie ich dieses Buch rezensieren soll. Denn zum einen ist es, entgegen der Aussage der Autorin in ihrem Vorwort, doch nur ein aufgehübschter Abklatsch ihres vor etlichen Jahren erschienenen Buchs „Wort für Wort“. Und zum zweiten bestehen sicher mehr als die Hälfte der 400 Seiten des Buchs aus Zitaten aus einem ihrer Romane, seitenlangen Zitaten, wo kurze Absätze gereicht hätten, um das, worum es geht, zu belegen.
Das tut andererseits dem Nutzen und der Qualität der Tipps und Anregungen dieser so erfahrenen Autorin keinerlei Abbruch. Wer kennt nicht ihre Inspektor-Linley-Romane, allesamt dicke Wälzer mit gut ausgearbeitetem Personal, detailreichen Beschreibungen und kompliziert ausgedachten Mordfällen.
In diesem Ratgeber, der den Untertitel trägt „Wie aus einer guten Idee ein perfekter Roman wird“, schildert sie anhand ihrer Arbeit an einem ihrer Romane, wie sie, beginnend eben mit der vagen Idee eines Kriminalfalles, vorgeht. Sie beschreibt ihre akribischen Recherchen, zeigt dazu Fotos der Schauplätze, die sie im Roman verarbeitet, erzählt von Gesprächen und Inspirationen aus Treffen mit Menschen in der Region, in der sie ihre Geschichte ansiedelt.
Vor allem auf Beschreibungen legt Elizabeth George großen Wert. So großen, dass es mir bei der Lektüre ihrer Krimis regelmäßig zu viel wurde. So beschreibt sie gerne mal ein einziges Zimmer über mehrere Seiten, so detailliert, dass der Fantasie der Leserin im Grunde keinerlei Spielraum bleibt. Mir sagt das so wenig zu, dass ich schließlich keine Romane mehr von ihr las.
Dennoch finde ich ihre Tipps und Hinweise nicht weniger nützlich. So beispielsweise die „Geschwätzvermeidungsstrategie“, die ich bereits in ihrem früheren Ratgeber „Wort für Wort“ entdeckt hatte und die sich mir für immer einprägte. Diese besagt, dass Menschen, die sich unterhalten, sich nicht im luftleeren Raum befinden, sondern auch während des Sprechens agieren. Sie rauchen, sie rühren in ihrer Kaffeetasse, fegen den Boden, kochen eine Mahlzeit und so weiter. Dies muss erwähnt werden, will man einem Dialog Leben einhauchen und ihn nicht wirken lassen wie das Gespräch zwischen zwei Marionetten.
Weiterhin finden wir in „Meisterklasse“ Anregungen zur Schaffung interessanter und vielschichtiger Figuren, die Wahl der Perspektiven und die Entscheidung für die richtige Erzählstimme. Und dann – auch das wiederholt sich aus „Wort für Wort“ - zeigt sie an ihrem Beispiel, wie man Szenen aufbaut, anordnet und geschickt miteinander verbindet.
Am Ende aber zieht auch Elizabeth George das Fazit, dass vieles Routine wird, vieles im Wortsinne Handwerk ist, welches gelernt und geübt werden kann und muss.
Im Großen und Ganzen also ein Buch, das hilfreich ist – sofern man das frühere nicht schon kennt - , das für meinen Geschmack aber zu sehr Werbung in eigener Sache für die Autorin und ihre Romane ist.
Elizabeth George – Meisterklasse
aus dem Englischen von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Goldmann, März 2022
Gebundene Ausgabe, 414 Seiten, 20,00 €
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