Vielleicht löst das Wort „Abschiedstour“ Verwunderung, Trauer oder gar Panik aus. Das macht nichts. Genau so ist es von Frau Prayon beabsichtigt. Ein Abschied steigert den Marktwert dieses Produkts durch die emotionale Aufladung nochmal um ein Vielfaches. Dabei spielt
es keine Rolle, um welchen Abschied es geht: Verabschiedet Christine Prayon sich von der Bühne? Möglich. Eine Frau stellt ab Mitte 40
eine ästhetische Provokation dar und zieht sich, wenn sie ihr Publikum wirklich liebt, besser unaufgefordert aus der Öffentlichkeit zurück.
Oder geht es um mehr als das Ende einer einzelnen Karriere? Ist das Kabarett tot? Oder reden wir hier von einem Abschied im ganz
großen Stil? Vom Ende des Kapitalismus? Möglich. REINGELEGT!! Natürlich nicht möglich. Der Kapitalismus ist das Hinterletzte, aber
er ist alternativlos. Basta. Ende der Diskussion. Hauptsache, Sie sind jetzt neugierig und kaufen das Buch.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben: Einfach Barcode scannen, Versandetikett ausdrucken, Bücher verschicken und Thalia Geschenkkarte erhalten.
3,5 Sterne
Inhalt siehe Klappentext.
Meinung:
Christine Prayon hat Teile ihres Bühnenprogramms als (Hör-)Buch veröffentlicht. Sie beschäftigt sich mit verschiedenen Themen und verwendet dafür verschiedene Charaktere/Kunstfiguren, springt teilweise auch hin und her, so dass mir der rote Faden etwas gefehlt hat. Ab und zu gab es auch Wiederholungen.
Hörbuch (ungekürzt):
Es war größtenteils angenehm dem Erzählfluss zu folgen und der Autorin und Sprecherin zuzuhören. Die verschiedenen Stimmen der Personen hat sie so gut betont und dargestellt, dass sie für mich erkennbar/zuzuordnen waren. Teilweise waren die Kunstfiguren sehr überdreht. Mit ihrer Gestik und Mimik wäre es als Bühnenprogramm sicher top gewesen.
Tolles Kabarett von Christine Prayon, leider fehlen Mimik und Gestik, so dass es aufgrund der oben genannten Kritikpunkte gute 3,5 von 5 Sternen gibt (bei Portalen ohne halbe Sterne aufgerundet) und eine Hörempfehlung für Fans des Kabaretts bzw. von Prayon.
Fazit:
Tolles Kabarett von Christine Prayon, leider fehlen Mimik und Gestik. Hörempfehlung für Fans des Kabaretts bzw. von Prayon. Mit ihrer Gestik und Mimik wäre es als Bühnenprogramm sicher top gewesen.
Diffuse Kapitalismuskritik als Ideologie und Ende ihres Denkens.
BK am 14.02.2026
Bewertungsnummer: 3045503
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ihre Kritik erschöpft sich in Schlagworten und einer in die Länge gezogenen Mimik, die überraschend ist. Im Buch leider schlecht zu transportieren. Gleich zu Beginn hören wir ein Papierrascheln, eine gute Analogie der Gedanken dieser Autorin. Sie raschelt mit leerem Papier, legt aber wenig bis keine wirklichen Gedanken offen.
Ich kontrastiere sie mal mit Enzensberger, nicht biografisch, sondern denkstilistisch – genau dort liegt der Unterschied. Prayon: Die Haltung steht fest, bevor der Text beginnt. Kapitalismuskritik ist Voraussetzung, nicht Ergebnis. Enzensberger: Denken beginnt ohne Garantie. Er wusste, dass jede Haltung korrumpiert, sobald sie sicher wird. Enzensberger misstraute seiner eigenen Moral. Prayon verlässt sich auf sie. Enzensberger nutzt Ironie als Sprengstoff. Prayon aktiviert sie als Polster.
Kapitalismus erscheint bei Brayon als moralischer Mangelzustand. Kaum Analyse, viel Tonfall.
Enzensberger: Sah früh, dass Kapitalismuskritik selbst zur Ideologie werden kann – bequem, folgenlos, selbstgerecht. Er hätte gefragt: Wer lebt eigentlich wovon, während er den Kapitalismus verachtet? Enzensberger schrieb, um herauszufinden, was er denkt. Prayon schreibt, um zu zeigen, was sie denkt. Ihre Mimik und die Pausen sind ihr stärkstes, aber oft leeres Mittel zum Transport ihrer Sichtweisen. Enzensberger hatte Zweifel und Stil. Prayon hat Haltung und Routine.
Gute Satire lebt von Ambivalenz, von der Möglichkeit, dass auch der Sprecher selbst getroffen wird. In Abschiedstour fehlt diese Gegenbewegung. Die Autorin steht außerhalb des kritisierten Systems, obwohl sie faktisch davon lebt, eine Unternehmerin in Sachen Contra-Kapitalismus ist. Schlau nutzt sie werbliche Effekte schon im Titel, man denkt es sei ihre letzte Aussage. Weit gefehlt: sie wird nicht müde, ihre Haltungen in Mimik erstarren zu lassen. Diese blinde Stelle bleibt unbearbeitet. Kapitalismus ist immer „die anderen“, nie der eigene Resonanzraum.
Abschiedstour ist kein Abschied, sondern eine Bestätigung: von Haltungen, die im Kulturbetrieb ohnehin Konsens sind. Verunsichert durch das Corona Dingsbums. Die permanente Kapitalismuskritik, aufgequollen mit dem Virus, wirkt nicht radikal, sondern konform – und genau deshalb ermüdend. Wer die intellektuelle Leistungsfähigkeit dieser Autorin testen möchte, nehme sich ihr Interview in sachlich richtig zur Brust.
Ich habe den Eindruck, die Autorin denkt nach und wacht langsam auf. Bei den Worten Kapitalismuskritik zuckt sie zusammen und merkt, ha, ja, jetzt dämmert es mir, ich bin ja selbst eine Unternehmerin. Vielleicht heißt ihr nächstes Buch: Abschied von meiner diffusen Kritik.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.